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Beyond Method Acting – Teil 3: Konfrontation

Teil 3: Konfrontation

Inhaltsangabe:

Dies ist eins von 3 Enden, für Beyond Method Acting.

Es basiert auf Teil 1: Verführung und Teil 2: Reue.

Teil 3: Konfrontation bildet hierbei Heikos absoluten Widerstand gegen Andragul ab.

Heiko machte sich viele Gedanken. Er wusste, er hatte sich versündigt, als er Andraguls Angebot annahm. Er wollte zu viel und nun wurde ein scheußlicher Preis verlangt. Warum konnte er damals nicht widerstehen? Er würde auf keinen Fall seine Schwester töten. Aber hatte er noch eine Chance, der Verdammnis zu entgehen?

Heiko grübelte und grübelte. Wie konnte er der Verdammnis entgehen? Er machte sich nicht viele Hoffnungen, aber er wollte noch nicht aufgeben. Außerdem wollte er Adrian aus dem Verkehr ziehen. Er wollte sich nicht dazu herablassen, ihn zu töten, so tief wollte er nicht sinken, aber Adrian war eine Gefahr. Es war nicht leicht, sich etwas zu überlegen, aber nach einiger Zeit hatte Heiko eine Eingebung. Nun hatte er eine Lösung, die eventuell funktionierte. Dafür musste er allerdings etwas vorbereiten. Wenn alles gut lief, hätte er sowohl für Adrian als auch Andragul eine Lösung gefunden. Heiko machte sich auf den Weg. Um kein Misstrauen zu wecken, musste er nach München, wo seine Schwester lebte. Aber statt sie zu ermorden, würde er seinen Fehler wieder gut machen.

Heiko hatte sich eine Bühne in München gemietet und diese für ein Spiel herrichten lassen, welches an den Leidensweg von Jesus erinnerte. Er hatte Adrian eingeladen, um mit ihm einige Dinge für das Schauspiel zu besprechen. Was Adrian nicht wusste; Heiko plante ein Schauspiel ein anderes Schauspiel. Dieses würde er konkret für Andragul brauchen. Für Adrian hatte er sich noch etwas Spezielles ausgedacht.

Heiko war angespannt. Heute würde sich alles entscheiden. Im Geiste ging er nochmal alles durch, dann machte er sich Mut. Er war zuversichtlich, die Lösung gefunden zu haben. Bald würde er beweisen können, ob er richtig lag. Heiko war schon seit 3 Stunden auf der Bühne. Er hatte noch mal alles begutachtet. Danach wartete er auf die Ankunft von Adrian. Er schaute die ganze Zeit auf die Tür, seine Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt. Es war eine quälende Warterei, er würde sich stellen müssen. Es freute ihn und ängstigte ihn gleichermaßen, denn es war seine Chance, aber es würde darauf ankommen, ob Andragul auf Heikos Argumente hörte. Heiko schluckte nervös. Adrian traf ein und ging auf Heiko zu.

„Heiko, mein Freund, du hast um meine Anwesenheit gebeten? Wie kann ich dir helfen?“, fragte Adrian spöttisch.

„Nun, ich habe etwas vorbereitet, aber zunächst möchte ich dich etwas fragen.“

„Du willst mich was fragen, Heiko? Dann lass hören, hat das was mit der Bühne zu tun? Ich habe eigentlich ein anderes Schauspiel angefordert.“

„Das weiß ich, Adrian. Dieses Stück habe ich für jemand anderes vorbereitet. Ich wollte wissen, wie lange bist du unter Andraguls Knute und warum hast du ausgerechnet meine Schwester mit hineingezogen?“

„Das willst du wissen, ich bin enttäuscht. Was für eine banale Frage, aber gut, du sollst deine Antwort bekommen. Auch ich habe den Pakt mit Andragul geschlossen, kurz nachdem du mit dem Method Acting begonnen hast. Ich war immer der bessere Darsteller, aber du hast ganz schön aufgeschlossen. Ich wollte besser bleiben, habe es aber nicht eingesehen, selber Method Acting zu betreiben. Schließlich wollte ich nicht mein Privatleben für das Schauspiel opfern. Mir war es wichtig, ein unabhängiges Leben zu führen. Da machte mir Andragul ein Angebot und ich nahm an. Irgendwie ironisch, jetzt habe ich meine Unabhängigkeit erst recht geopfert“, antwortete ihm Adrian und ließ die Worte erstmal wirken.

„Ja, Adrian, unter Andragul verliert man sein unabhängiges Leben, das kann ich verstehen. Genauso verstehe ich, dass du immer der Bessere von uns beiden sein wolltest. Bis vor kurzem war es mir auch wichtig, immer der Bessere zu sein. Aber warum musstest du meine Schwester mit hineinziehen? Darauf hast du noch nicht geantwortet.“

„Schön, wenn du es wissen willst. Zum einen hat Andragul etwas Extremes gefordert, etwas das dich erinnern sollte, was dein Pakt fordert. Etwas was dich prüfen sollte, ob du wirklich dazu gehörst. Da kam mir diese Idee. Julia scheint doch ein ziemlicher Anker für dich zu sein. Außerdem hasse ich dich einfach.“

„Das ist also alles, Adrian?“

„Yep, mehr habe ich dir als Antwort nicht zu bieten, Heiko.“

„Ist dem so? Ich habe dir allerdings noch etwas zu sagen, Adrian. Ich fordere ein Schauspiel von dir“, sagte Heiko zu Adrian.

Adrian sah Heiko verblüfft an und erwiderte: Willst du etwa den Vertrag brechen? Erstmal musst du meine Forderung erfüllen, sonst kannst du das gerne mit Andragul diskutieren.“

„Ich fordere ein Schauspiel von dir!“, sprach Heiko nun deutlich und direkt zu Heiko. Und du wirst es annehmen, oder selbst mit Andragul reden müssen, was die Verpflichtungen angeht.“

Nun sah Adrian erbost aus. „Du hältst dich wohl für sehr schlau, du Versager, aber glaube mir, du wirst es bereuen. Nun gut, erzähl mir von dem Schauspiel, ich kann es machen, wenn du deines erledigt hast.“

„Ich fordere dich auf, den pädophilen Zauberkünstler Jan Rouven zu spielen, der in den USA wegen des Besitzes von Kinderpornographie verurteilt wurde. Du wirst wieder in die USA gehen, selbst nach diesen ekligen Videos suchen und sie dir ansehen, bis auch dich das FBI schnappt, dann ist die Rolle vorbei. Natürlich kannst du auch gern nebenbei Zaubertricks in Las Vegas aufführen, um die Rolle überzeugender zu spielen. Natürlich verwendest hier nicht seinen richtigen Namen, sondern einen Alias. Immerhin soll es nicht gleich beim ersten Auftritt zu offenkundig werden.“

Adrian wurde bleich. Heikos Forderung war richtig übel. Sie machte ihm erst Angst, dann machte sie ihn wütend. „Du willst Andraguls Pakt betrügen? Du weißt, er mag es nicht, wenn er einen Schauspieler verliert. Dafür lässt er dich brennen.“

„Nun, du wirst dein Schauspiel aufführen, sonst lässt Andragul dich brennen, weil du den Pakt missachtet hast. Und ich riskiere eine Bestrafung, nicht nur, weil ich ihm mit dir einen Schauspieler nehme, nein ich werde auch nicht meine Schwester ermorden!“

Nun hatte Heiko es gesagt. Es war raus und Andraguls Zorn war geweckt. Andragul erschien sofort. Man spürte, welch Hass in ihm loderte. Ein Hass der auf Heiko gerichtet war. Andragul sah in Heiko nun einen Verräter, und Verräter zog er zur Rechenschaft.

„Heiko, wir sind wirklich enttäuscht von dir. Ja, Adrian muss das Schauspiel aufführen, sonst wird auch er unsere Strafe spüren, aber dir ist sie ganz gewiss.“

„Aber Andragul, ihr könnt doch nicht verlangen, dass ich den Schauspielwunsch dieses Verräters nachkomme.“

„Schweig, Adrian! Du wirst dich umgehend in die USA begeben. Du wirst das Schauspiel aufführen und Heiko wird als Zuschauer deine Verhaftung sehen. Danach wird er von uns bestraft!“, antwortete Andragul Adrian und ließ keinen Zweifel daran, dass sein Urteil gefällt war.

Adrian wusste, dass er dem nachkommen musste, so sehr es ihm missfiel. Er machte sich sofort auf den Weg und warf Heiko noch einmal einen düsteren, hasserfüllten Blick zu, dann war verschwunden.

„So, Heiko, du hast bekommen, was du wolltest, aber wir zweifeln daran, dass dich das Ergebnis glücklich machen wird. Wir werden dir eine schlimmere Strafe als den Tod zukommen lassen.“

„Oh, ich verstehe, übrigens ich fordere auch von dir ein Schauspiel, Andragul.“

Nun war Andragul verblüfft, damit hatte er nicht gerechnet. Er brauchte einen Moment, dann erwiderte er: „So, du willst dich also wie ein Aal rauswinden. Glaubst du wirklich, uns überlisten zu können? Du weißt wohl nicht mit, wem du dich anlegst!“, sprach Andragul erbost.

„Ich fordere ein Schauspiel von dir und ich weiß, du wirst es liefern. Du hast immer wieder gezeigt, dies ist deine wichtigste Regel. Ein Schauspiel muss man jemanden gewähren, der es von einem wünscht, der unter deinem Pakt steht. Das gilt selbst für dich, selbst du musst ein Schauspiel gewähren. Wenn dem nicht so ist, sage es mir, Andragul?“

Andragul wollte Heiko eines Besseren belehren und ihn anbrüllen, dass er falsch lag, aber er konnte es nicht. Andragul spürte es in sich, der Pakt forderte selbst von ihm, ein Schauspiel zu liefern, also würde er es liefern.

„Gut, Heiko, das hast du wirklich gut erkannt, alle Achtung. Nur glaube nicht, dass damit deine Schuld abgegolten ist. Dann nenne deinen Schauspielwunsch.“

Darauf hatte Heiko gewartet, genau darauf hatte er sich vorbereitet und gab nun seinen Wunsch wieder: „Gut, Andragul, du sollst Pontius Pilatus spielen. Du sollst ihn spielen, wie er der Menge beim Passahfest anbietet, entweder Jesus oder Barabbas zu begnadigen. Ich bin Barabbas, der natürlich begnadigt wird, eine deiner Seelen wird zu Jesus und du kannst auch genug Seelen für die Menge parat stellen. Natürlich wäschst du danach deine Hände in Unschuld, wie es Pontius Pilatus getan haben soll.“

Andragul musterte Heiko. Wollte er ihn wirklich so überlisten, glaubte er wirklich, es sei so einfach?

„Du glaubst also wirklich, es sei so einfach. Nenn uns einen Grund, warum wir dich nach dem Schauspiel nicht trotzdem bestrafen sollten“, fragte Andragul finster.

„Den kann ich dir nennen. Ich weiß, das Schauspiel ist für dich alles. Du bist schon in der Vergangenheit so weit gegangen, dass du die Rollen mit der Realität verwoben hast, und du wirst es wieder tun. Du magst es hassen, dass ich den Pakt breche, aber du würdest es sogar noch mehr hassen, wenn du selbst den Pakt brichst. Ich werde nämlich ein essentieller Teil deines Schauspiels und damit deiner Aufgabe. Mich danach zu bestrafen, nachdem dein Schauspiel und somit dein Sein mich begnadigt hat, würde dein Schauspiel entwerten. Das ist das Schlimmste, was dir passieren kann, und das wirst du niemals zulassen!“

Heiko hatte gesprochen und Andragul erneut verblüfft. Heiko hatte Andraguls Wesen besser durchschaut, als er es je für möglich gehalten hatte. In diesem Punkt hatte Heiko Andragul besser verstanden, als er selbst. Andragul lachte bitter.

„Wir haben dich unterschätzt, Heiko. Ich hätte dich nie für so schlau gehalten. Ja, du hast sogar uns überlistet, wir werden wohl den Pakt für die Zukunft anpassen müssen, damit andere nicht mit der gleichen Lösung davonkommen, aber wir geben zu, du hast uns geschlagen. Allerdings wird unser kleines Schauspiel das Letzte sein, dass du je aufführst. Du hast mich verraten und dein Schauspiel gehört uns. Solltest du dich je wieder als Darsteller versuchen, wirst du brennen. Hast du das verstanden?“

Heiko lächelte wehmütig. Ihm war das Schauspiel zwar wichtig, aber nicht so wichtig wie sein Seelenheil. Er kam mit einem vergleichsweise kleinen Preis davon und das wusste er auch.

„Ja, Andragul, ich verstehe. Dies wird mein letztes Schauspiel sein.“

„Gut, Heiko, dann lass uns die Darbietung starten.“

Andragul startete nun das Schauspiel und vollführte es so, wie von Heiko gefordert. Er war Pontius Pilatus, er bot der Menge an, entweder Barabbas oder Jesus zu begnadigen. Barabbas, welcher in Wahrheit Heiko war, wurde begnadigt und Andragul wusch sich als Pontius Pilatus die Hände in Unschuld.

Heiko war nun frei, er hatte nur noch eine Aufgabe zu erfüllen. Er musste Zuschauer bei Adrians Verhaftung sein. Also besuchte er Adrian zu dem Zeitpunkt, an dem ihm Andragul Bescheid gab, dass es passieren würde. Heiko machte offiziell einen Freundschaftsbesuch, als Adrian auf einmal verhaftet wurde vom FBI. Sie machten ihm den Prozess und verurteilten ihn zu einer langen Haftstrafe. Damit war auch Adrians Schauspielkarriere zerstört.

Heiko machte sich schon ein paar Vorwürfe, warum er ausgerechnet dieses Verbrechen wählte. Immerhin ist die Beschaffung von Kinderpornos ein besonders abscheuliches Verbrechen, welches die Opfer jedes Mal herabwürdigte, wenn sich jemand so einen Dreck ansah. Aber der Schaden war bereits entstanden, als die Opfer missbraucht und gefilmt wurden. Adrian sollte sie ja nur suchen und sie sich ansehen, keine neuen drehen. Deswegen tröstete sich Adrian damit, dass er so nicht wirklich neue Opfer erschuf, sondern es nur bei denen blieb, die es eh gab, und dass er einen abscheulichen Mann damit zu Rechenschaft zog.

Dennoch wusste er, dass seine Tat nicht wirklich einwandfrei war. Heiko vertrieb seine dunklen Gedanken und dachte drüber nach, womit er in Zukunft Geld verdienen wollte. Schauspieler konnte er nicht mehr sein und er hatte auch bereits seinen Rücktritt verkündet. Nun, er würde schon etwas finden. Selbst wenn es in einem Call Center war, es würde besser sein, als unter der Kontrolle von Andragul zu stehen.

Autor: Schatteneremit

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