Kurz

Colorado: 3. Astro Diner

Andreas fuhr gerade von einer Geschäftsreise nach Hause, wobei er gerade durch den Staat Colorado fuhr. Er hatte bereits schon einige Stunden hinter dem Steuer verbracht. Und es waren noch ganze drei Stunden, bis seine Fahrt zu Ende war.

Zurzeit fuhr er aber durch eine eher ländliche Gegend, mit sehr vielen Wäldern und Äckern. Was für Andreas total einschläfernd war, weshalb er sehr aufpassen musste, nicht hinter dem Steuer einzuschlafen. Ein Unfall war jetzt das aller Letzte, was er in diesem Moment gebrauchen konnte.

Jedoch war sein Magen nicht gerade zufrieden mit der jetzigen Situation. Sein Magen knurrte ihn an, wie ein ganzes Rudel ausgehungerter Wölfe. Wenn Steve genau darüber nachdachte, hatte heute Morgen zuletzt etwas Richtiges gegessen.

So war Andreas froh, als er nach fast zwei Stunden Autofahrt, eine Plakatwand für ein Diner sah, das nur eine halbe Meile entfernt war.Auf dem Weg hier her, hatte er ein Schild gesehen, das der nächste Ort nicht weit entfernt war.

Nicht lange, bis Andreas an dem Diner angekommen war. Von außen machte dieser auf den ersten Blick, jedoch nicht all zu viel her.

Auf dem Parkplatz war gerade nicht so viel los, was um diese Uhrzeit nicht gerade verwunderlich war. Er stieg aus seinem Wagen aus und ging ins Diner. Dort saßen einige Einheimische, die zu dieser späten Stunde noch etwas aßen.

„Schönen guten Abend werter Herr“, begrüßte ihn der Chefkoch überschwänglich. „Kann ich ihnen schon einmal behilflich sein?“

Andreas ging auf den Tresen zu, hinter dem ein ziemlich robuster und uriger Koch stand. Eine Kellnerin sprach gerade mit einem Mann, schrieb aber keine Bestellung auf ihren Notizblock. Er sah sich erst einmal die Speisekarte an, bevor er eine Bestellung tätigte.

Der Koch ließ Andreas erst einmal auf weiteres in Ruhe, um eine Wahl von der Speisekarte zu treffen. Auf der Speisekarte standen Dinge wie Mars Burger, Milchstraßen Shake, Alien Finger und diverse andere Gerichte, die sich auf das Weltall bezogen.

„Haben sie ihre Wahl schon getroffenen, mein Herr?“, wollte der Koch wissen. „Oder brauchen sie noch etwas Zeit zum überlegen?“

„Ja ich nehme …“, überlegte Andreas laut. „Ach wissen sie was? Geben sie mir einfach das spezielle Tagesmenü.“

„Sehr wohl mein Herr“, meinte der Koch freudig. „Suchen sie sich einen Platz und setzen sie sich schon einmal, während ich ihr Essen zubereite.“

Mit einem leicht skeptischen Blick, ging Andreas zu dem nächstbesten freien Tisch. Er setzte sich an einen der vielen freien Tische und beobachtete die anderen Gäste. Hier war praktisch nichts los und Andreas fühlte sich von den Bewohnern beobachtet.

Dabei konnte er aus dem Augenwinkel erkennen, dass überhaupt niemand zu ihm herüber sah. Er kam sich gerade völlig Paranoid vor. Ein paar Minuten lang versuchte Andreas das Gefühl zu ignorieren. Was jedoch nicht funktionierte und er fühlte sich immer noch Blicke auf sich.

Es waren hauptsächlich Hinterwäldler, die es in solch ländlichen Gegenden üblich waren. Mit ihm waren noch zwei andere Städter in diesem Diner. Zu seinem Glück gab es in diesem Diner freies Internet, auch wenn dies nicht das aller beste war.

So surfte Andreas im Internet herum, ohne etwas Bestimmtes zu suchen. Nachdem er aber seine wenigen E-Mails gecheckt hatte, wollte er sich über diesen Ort erkundigen. So wie er vermutet hatte, war hier der Hund begraben.

Da konnte das langsame Internet auch nichts wettmachen, sondern verschlimmerte die ganze Sache ja fast noch. Der Ort Santa Marta war praktisch auf keiner Karte verzeichnet. So klein und unbedeutend war diese Ortschaft.

Hier lebten knapp dreihundert Einwohner, die hauptsächlich von ihren eigenen Erzeugnissen lebten. Es gab lediglich eine Kirche, ein Bürgerhaus, welches gleichzeitig auch Rathaus war, einen Bäcker, Metzger und eine Gaststätte.

Seltsam fand es Andreas nach einiger Zeit jedoch, dass die Frau, die er beim Eintreten gesehen hatte, nun nicht mehr sehen konnte. Er erinnerte sich noch, dass sie auf die Toilette gegangen war und bisher war die Frau nicht wieder zurückgekehrt. Und das war schon einige Minuten her, was doch ziemlich ungewöhnlich war.

Selbst für eine Frau war sie seltsam lange auf dem Porzelanthron. Mit einem Achselzucken schob er die Gedanken beiseite und sah nun auf sein Handy. Wieder einmal checkte Andreas seine E Mails und Nachrichten, was Andreas erst kurz vor dem Eintreten in das Diner gemacht hatte.

Er war ein sehr gefragter Mann und bekam jede Menge geschäftlicher Post oder Nachrichten seiner Kollegen. Jedoch war es Andreas hier unmöglich, auf all die Nachrichten zu reagieren. Es konnte auch warten, auf die elektronische Post zu antworten.

Zum einen war hier das Internet nicht so gut, das er nicht so gut zu erreichen war. Das war einmal ganz gut, auf diese Art Ruhe vor der Welt hatte. Auf der anderen Seite machte es ihn doch sehr nervös. Immerhin könnten ihm wichtige Geschäfte entgehen, weil Andreas zu spät reagiert hatte.

Nun musste er aber damit leben und er machte in dieser Situation das Beste daraus. Wer weiß wozu es gut war, das er so abgeschieden war. Wenn Andreas ehrlich zu sich selbst war, war er viel zu abhängig von diesem technischen Firlefanz.

Irgendwann holte er seine Kopfhörer aus seiner Jacketttasche. Er steckte sich die Knöpfe in die Ohren und aktivierte sein Handy. Gemächlich blickte er seine Musikliste durch, um ein Lied für seine momentane Stimmung zu finden.

Doch bei all den Liedern, viel es ihm jedoch sehr schwer, ein passendes Lied zu finden. Also ließ er die Lieder nun einfach zufällig abspielen und steckte sein Handy zurück in seine Tasche. Er musste von der langen Fahrt erst einmal runterkommen und abschalten.

Nach einer geraumen Zeit, kam ein weiterer Gast in das Diner. Dieser Mann schien genauso wie Andreas selbst, nicht hier her zu gehören. Er trug einen maßgeschneiderten Anzug mit Krawatte, Business Schuhe und eine ziemlich teure Uhr am Handgelenk.

Der Fremde setzte sich an einen freien Hocker an der Theke und saß minutenlang, einfach nur schweigend da. Aber hier wurde sowieso kaum mit einander gesprochenen. Hier war es schon irgendwie sehr seltsam und Andreas war schon an so einigen verqueren Orten.

Man konnte meinen, das es dort nur so von Inzucht strotzte. Die Leute in dem Diner sahen schon eigenartig abnormal aus, schon fast rückständig. Ihre Gesichtsmimik war eingetrübt und war nicht klar, wie bei geistig fitten Menschen.

Es waren noch keine drei Minuten vergangen, als der Anzugträger ebenfalls in die Richtung der Toiletten verschwand. Da kam ihm die Frau plötzlich wieder in den Sinn, die immer noch nicht da war. Was hier hier wohl lief, das die Beiden so lange auf dem Klo blieben.

Und dieser Mann war genauso wie sie, nach mehreren Minuten immer noch nicht zurück von den Örtlichkeiten. Er musste diese Gedanken abschütteln. Das alles ging ihn überhaupt nichts an, was hie rso ablief. Interessant fand Andreas es dennoch, das bisher nur die Ortsfremden auf die Toilette gegangen waren.

Hier geschahen wirklich seltsame Dinge. Andreas fühlte sich allmählich, wie ein Teil von einem äußerst schlechten Horrorfilm, über den er zuhause immer nur lachen konnte. Ein äußerst schlechtes Gefühl beschlich ihn, weshalb Andreas nur so schnell wie möglich von hier weg wollte.

Keinesfalls wollte er herausfinden, was hier noch so alles passieren würde. Oder was in diesem Ort so alles nicht stimmte. Eigentlich hätte Andreas weiter fahren und lieber in einer Kleinstadt halten sollen. Andreas hatte bereits beim Passieren des Ortseingangsschilde, so ein ungutes Gefühl gehabt.

Nach ungefähr fünf Minuten war sein Essen auch schon fertig. Die Kellnerin brachte es ihm mit einem Zwinkern an den Tisch. Und schenkte ihm ein herzliches Lächeln. Dann verschwand sie wieder und Andreas machte sich über sein Essen her.

Der Koch hatte ihm einen extra scharfen Mars Burger, einen Milchstraßen Shake, einen Putenbrust Salat und noch etwas anderes gezaubert, das wie ganz normale Chicken Wings aussah. Dafür dass er hier mitten in der Provinz war, schmeckte das Essen verdammt gut.

Der Burger Patty schien aus Hähnchenfleisch zu bestehen, was ihm überhaupt nichts ausmachte. Zwar schmeckte ihm das Essen, das man Andreas aufgetischt hatte. Aber irgendetwas kam ihm auch seltsam vor, das er beim besten Willen nicht erklären konnte.

Nach fast einer viertel Stunde, war er mit dem Essen fertig und Andreas hatte das Gefühl, gleich zu platzen. Nun fiel ihm wieder die Frau ein, die bestimmt schon seit einer halben Stunde verschwunden war. Selbst der Fremde hatte Andreas noch nicht von der Toilette zurückkehren sehen. Als die Kellnerin erneut an ihm vorbeikam, sprach er sie darauf an.

„Entschuldigen sie Miss, wissen sie etwas über die Frau, die vor einer Weile auf die Toilette gegangen ist?“, fing Andreas das Gespräch an. „Ich habe sie schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen.“

„Ich weiß nicht von wem sie da sprechen, mein Herr“, war die Bedienstete irritiert. „Bisher bin ich die einzige Frau, die heute Abend hier war.“

Damit ging die Frau von dannen und ließ Andreas verwirrt zurück. Er verstand gerade nichts mehr. Er hatte sie beim Eintreten doch ganz genau gesehen. Zudem waren da noch ihre Sachen hier, die die Kellnerin nun auch noch wegräumte.

Außer ihm schien das Verschwinden dieser Frau bemerkt zu haben. Oder es interessierte hier drinnen einfach nur niemanden. Andreas wollte schnellstmöglich bezahlen, damit er von hier wegkam. Es gefiel ihm hier ganz und gar nicht und aus irgendeinem Grund, hatte er ein mulmiges Gefühl in der Magengrube.

Doch dann kam die Frau nach einer gefühlten Ewigkeit zurück von ihrem Toilettengang. Jedoch kam Andreas die Bewegung der Frau seltsam anders vor. Ihre Gangart war völlig verändert und auch so schien sie sich etwas anderes zu verhalten.

Andreas schüttelte mit dem Kopf, um die unnötigen Gedanken los zu werden. Wieso sollte er sich wegen einer wildfremden Person Gedanken machen? Schnell aß er sein restliches Essen aufrunden rief anschließend die Bedienung.

Doch dann fiel ihm wieder die Antwort der Bedienung ein. Hatte sie Andreas gerade nicht noch gesagt, dass es außer ihr keine andere Frau in dem Diner gab? Also bildete sich Andreas diese Frau einfach nur ein? Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht.

Es war an der Zeit, das Andreas weiter zog und endlich nach Hause kam.Er war schon viel zu lange hier, länger als ursprünglich geplant. Andreas fühlte sich durch die kleine Rast wieder erholt und auch gesättigt.

Nach ungefähr sechs Minuten, kam dann auch endlich die Kellnerin zu ihm an den Tisch. Als Andreas endlich bezahlt hatte, ging er aus dem Diner. Bevor er jedoch auf die Tür zusteuerte, machte er noch einen Abstecher auf die Toilette.

Auf dem Weg zur Toilette hatte er jedoch ein äußerst ungutes Gefühl. Andreas fühlte sich irgendwie beobachtet und als er sich umdrehte, sah ihn niemand an. Wie hätte es auch anders sein sollen. Schließlich war Andreas eh der Meinung, dass hier etwas sehr schief lief.

Aber das wollte er erst gar nicht herausfinden, sondern so schnell wie möglich von hier verschwinden. Seit er über die Schwelle dieses Restaurants überschritten hatte, war ihm flau im Magen. Bisher hatte ihn sein Bauchgefühl noch nie betrogen.

Eigentlich hätte Andreas auf dem Absatz kehrt machen sollen. Jedoch hatte sein Körper eine Pause und sein Magen etwas zu tun gefordert. Mit zunehmender Tageszeit, forderte sein Körper nun noch etwas anderes.

Durch das Essen und die Getränke, forderte sein Körper nun noch etwas anderes. Andreas musste ganz dringend auf die Toilette und seinen Darm entleeren. Also schnappte er sich seine Sachen und ging zur Toilette.

Auf der Toilette wurde das Gefühl nur noch sehr viel schlimmer. Hier fühlte er sich erst recht beobachtet und dazu kam noch die Tatsache dazu, dass sich Andreas beklemmt fühlte. Was jedoch komisch war, da er hier völlig alleine war, was eigentlich gar nicht sein konnte.

Immerhin musste der Fremde ja irgendwo abgeblieben sein. Es gab weder ein Fenster auf dem Klo, durch das sich der Großstädter hätte durchzwängen können. Ohne groß weiter darüber nachzudenken, ging Andreas schnurstracks auf eines der wenigen Urinale zu und erleichterte sich dort.

Andreas wollte gerade seine Hose wieder schließen, als er eine Bewegung aus dem Augenwinkel erkannte. Bevor er jedoch angemessen reagieren konnte, durchzog ihn ein dumpfer Schmerz am Hinterkopf.

Irgendwann erwachte er mit tierischen Kopfschmerzen. Andreas konnte seine Augenlider beim besten Willen nicht öffnen. Seine Ohren klingelten und er hörte gedämpft, noch andere Geräusche. Das bereitete ihm alles schon eine gewisse Besorgnis.

Zudem stellte er fest, dass er auf einer Art Liege festgeschnallt war. Nach einigen Minuten hatte er dann seine Augen öffnen können. Langsam blickte sich Andreas um und ihm stockte der Atem. Rechts neben ihm war der Fremde zu sehen.

Er war genauso wie Andreas auch, an einer Liege festgeschnallt und sah panisch zu Andreas hinüber. Jedoch war der fremde Mann zusätzlich mit einem Knebel ruhiggestellt worden. Dann mit einem Mal, weiteten sich die Augen seines Gegenübers und die Panik schien in dem Mann aufzusteigen.

„Bereitet ihn für die Operation vor. Und schickt seinen Klon zurück ins Diner“, war das Letzte, was Andreas hörte. „Dieser ist ein äußerst prächtiges Exemplar.“

Aus dem Augenwinkel sah er gerade noch, wie sein anderes Ich aus dem Raum hinaus ging. Sein Gang war sehr seltsam und Andreas meinte, das dieses Duplikat für einen kurzen Augenblick, rot glühende Augen hatte.

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