KreaturenKurz

Colorado: 1. Glück Auf

Seit Charlie denken konnte, war die alte Silbererz Mine in Kentrellina stillgelegt. Niemand im Ort konnte genau sagen, wann man sie stillgelegt hatte oder aus welchen Gründen sie geschlossen wurde. Die Mine war irgendwann in den 1920ern oder 30ern vom Besitzer aufgegeben worden.

Seit der Schließung der Mine, ragten sich in dem Dorf viele Mythen um deren Schließung. Leichtgläubige Bewohner von Kentrellina waren der Ansicht, dass die Mine verflucht sei. Das dort unten in den Stollen ein Dämon hauste, den man in der Mine eingesperrt hatte. Was doch völliger Blödsinn purer Aberglaube war.

Zudem hieß es auch, das in letzten Jahren ihrer aktiven Phase, es zu viele Grubenunglücke und Tote in den Stollen gegeben hatte. Was von allen den Erklärungen, immer noch einer der plausibelste Erklärung war.

Schließlich hätte man damit die Sicherheitsbestimmungen nicht mehr einhalten können, selbst für damalige Standarts. Aber das glaubte Charlie auch nicht, da man das aus den Aufzeichnungen herauslesen konnte. Oder auf dem Friedhof sehen könnte.

Die plausibelste Erklärung war jedoch, dass das Bergwerk einfach nichts mehr hergegeben hatte. Niemand hatte dies all die Jahre in Frage gestellt. Es war hingenommen worden, das die Mine instabil war, ohne dies zu untersuchen.

Das hätte nach all den Jahrzehnten zumindest irgendwann einmal in Erwägung gezogen werden und auch in die Tat umgesetzt werden können. All die Versuche seinerseits, waren bisher immer abgewiesen worden. Was jedes Mal ohne jegliche Begründung geschehen war.

Die Schließung des Bergwerks, hatte zwangsläufig zu einem Zusammenbruch der Infrastruktur geführt. Weshalb es kurz vor der Schließung zu vielen Protesten gekommen war. Schließlich hatten so einige Arbeitsstellen daran gehangen, die nicht nur innerhalb der Mine oder unmittelbar um die Mine herum gehangen hatten.

Die Entscheidung kam für sie immerhin viel zu spontan und man hatte nicht fachgerecht auf die Schließung reagieren können. Egal was man daraufhin, all die Jahrzehnte danach versucht hatte, funktionierte nicht.

Schnell war das Dorf in Vergessenheit geraten und zerfiel immer mehr. Schließlich hätte man aus der Mine noch mehrere Jahrzehnte das Silbererz heraus schürfen können. Das war zumindest die Meinung der Alten, die damals noch in der Mine gearbeitet hatten.

Die Gemeinde selbst hatte damals so einiges aus dem Silber gefertigt, das entweder an andere Kaufhäuser weitergeschickt oder gleich vor Ort verkauft worden war. Ihre Kunstfertigkeiten waren irgendwann im ganzen Land bekannt gewesen, aber auch über die Grenzen von Amerika hinaus.

Das war in den ersten drei Jahren nach der Schließung, jedoch komplett zusammen gebrochen. Was den Weggang vieler Familien bedeutet hatte. Am Ende waren fast nur noch die alten Familien in Kentrellina geblieben.

Das Dorf hatte sich konnten gerade so von dem Leben, was sie selbst produzieren konnten. Und noch einige wenige Produkte aus den wenigen Reserven produzieren können, die ihnen noch nach der Schließung geblieben waren.

Alle Erzeugnisse waren nach spätestens zwei Jahren verkauft. Weshalb sich auch nur noch sehr selten einmal ein Tourist hier her verirrten. Diese interessierten sich dann auch nur noch für Geschichte des Ortes oder den gruseligen Teil davon.

Dadurch waren sie dadurch noch mehr von der Außenwelt abgeschnitten waren. Zudem gab es Probleme damit, das Dorf überhaupt am Leben zu erhalten. Jedoch hatte sich in den den letzten drei Jahren, etwas grundlegend verändert.

In Kentrellina gab es zwar schon seit den 50gern keinen Bürgermeister mehr. Weil sich keiner mehr für diese zerfallende Stadt einsetzen wollte. Aber Charlie war nun schon seit einiger Zeit ein inoffizieller Vertreter des Dorfes.

Charlie hatte schon früh mit Vertretern der paranormalen Vereinigung sprechen müssen. Da sich kaum jemand mit solchen Spinnern abgeben wollte. Wobei Charlie anfänglich noch die Aufgabe gehabt hatte, diese Spinner abzuwimmeln.

Doch irgendwann wurden ihm die penetranten Anfragen zu viel und so nahm Charlie sie irgendwann an. Vielleicht war ja auch etwas an diesen paranormalen Spinnereien dran. Der Gedanke daran, brachte ihn jedoch zum Schmunzeln.

Charlie glaubte an solch einen übersinnlichen Blödsinn ganz und gar nicht. Er konnte nichts mit so etwas anfangen, weshalb er auch nicht religiös war. Charlie glaubte eher an Dinge, die man anfassen oder irgendwie beweisen konnte.

So strömten all die paranormalen Forscher nach Kentrellina und bauten ihre Lager rund um die Mine auf. Unter diesen Leuten fanden sich paranormale Wissenschaftler, Geisteraustreiber und solche, die Geistern, Dämonen und all denen nachjagten.

Am Ende war aber auch genau das passiert, was Charlie erwartet hatte. All die selbsternannten Geisterforscher hatten nach fünf Tagen rein gar nichts gefunden. Es gab nur verwackelte und unscharfe Bilder, auf denen man nur mit sehr viel Phantasie etwas erkennen konnte.

Videoaufnahmen und reine Tonaufnahmen waren auch nicht sehr viel besser, da sie nur statisches Rauschen beinhalteten. Und das waren nur Aufnahmen von dem Dorf selbst und das Umfeld vor der Mine selbst.

Schon an diesem Punkt bereute es Charlie schon, das er diese Scharlatane hier her gebracht hatte. Er musste sich bei all den Geschichten dieser Leute, doch mehr als zusammen reißen, um nicht lauthals aufzulachen. Auch die ganzen Untersuchungen dieser paranormalen Spinner, zweifelte Charlie mehr als nur an. Denn so wie sie herum wuselten, konnte man kaum glauben, das die Untersuchungen irgendeinen Sinn ergaben.

Selbst in der Mine, wo die Hauptaktivität sein sollte, war nichts zu finden. Alle Videoaufnahmen zeigten nur die Stollen und wie diese Verrückten darin wie die Armeisen wild umher liefen. Wenn die Bildaufnahmen nicht gerade am flackern waren oder der Kameramann nicht gerade zu blöd dafür war, seine Ausrüstung richtig zu bedienen.

Als sie schlussendlich vor einer versiegelten Kammer standen, war auch dort nichts auszumachen. Auch wenn diese Spinner immer wider behaupteten, das dort ein Dämon eingesperrt war. Der Eingang zu dem besagten Stollen war mit Brettern vernagelt und es waren schwere Balken daran angelehnt, um die Wand zu verstärken.

Auch waren die verschiedensten Siegel an dem Holz angebracht, die aus verschiedenen Völkern und Kulturen stammten. Es gab aber auch Kreuze und diverse andere religiöse Symbole, die dort befestigt worden waren. Was Charlie doch sehr merkwürdig fand, das man solch einen Aufwand, bei einem einfachen Stollen betrieb.

Jedoch bekümmerte er sich nicht weiter darum. Charlie bekümmerte sich lieber erst einmal darum, das die ganzen paranormalen Ermittler, Kentrellina schleunigst verließen. Er hatte ihnen mehr als genug Zeit gegeben, ihre Untersuchungen zu machen. Hatte sie das halbe Dorf auf den Kopf stellen lassen, nur um am Ende mit leeren Händen dazu stehen.

Auch wenn diese Leute nun vehement gegen ihre Abreise protestierten. So war es Charlie doch herzlich egal. Er hatte sie herkommen und ihre Arbeit machen lassen, ohne ihnen hinein zusprechen.Am Ende hatte er ihnen sogar mehr Freiraum gegeben, als er eigentlich wollte.

Da sie ihm selbst nach mehreren Tagen, nichts brauchbares vorzeigen konnten, hatte Charlie dann mehr als genug von ihnen. Auch die Bewohner von Kentrellina wollten diese Leute schnellstmöglich loswerden.

Schließlich brachten diese Leute nur Unruhe in ihren beschaulichen Ort. Selbst die Einwohner, die an die ganzen übernatürlichen Geschichten glaubten, hatten allmählich genug von diesem Gesindel. Sie ließen kein gutes Haar an diesen Frevlern.

Schon bald war das beschauliche Dorf Kentrellina wieder unter sich. Kaum noch etwas erinnerte an die vielen Menschen, die hier ihre Show abgezogen hatten. Und es würde nur ein bitterer Nachgeschmack bleiben.

Denn Kamerateams waren auch hier her gepilgert, die zum einen eine Doku über alles gedreht hatten. Oder täglich in den Nachrichten darüber gebracht hatten. was dem Ort noch etwas mehr Geld eingebracht hatte. Charlie fühlte sich hinterher so, als ob er seine Seele und die der Einwohner verkauft hätte.

Doch schon sehr bald sollte der Tag kommen, der das Leben von Charlie und der ganzen Stadt für immer verändern sollte. Was nach all den Tagen, kaum noch vorstellbar war. Denn es konnte ja schließlich kaum noch schlimmer kommen.

Zu aller erst ging es nur als ein Gerücht im Dorf herum. Doch schon sehr bald wurde aus diesem Gerücht eine Tatsache. Was Charlie mehr als beunruhigte, da er als Ortsvorsteher übergangen worden war. Und die Neuigkeiten als letztes erfuhr.

Ein Investor hatte die Mine erworben und wollte nun wieder damit anfangen, nach Erz zu schürfen. Danach ging alles doch sehr schnell. Innerhalb von nur wenigen Wochen waren die Gebäude, die für Bergbau wichtig waren, wieder in Betrieb genommen worden.

Dabei waren viele Firmen auf dem Gelände tätig, um die Mine und alles was dazu gehörte, wieder in Stand zu setzten. Charlie und alle anderen aus dem Dorf, die nun dort angestellt waren, bekamen ebenfalls ihre Aufgaben.

Nach langer Vorbereitung war es nun an der Zeit, den Stollen wieder zu öffnen und zu sichern. Gleichzeitig aber auch zu sehen, wo man noch etwas abbauen konnte. Alles musste nun ganz genau kartographiert werden.

„Charlie, glaubst du wirklich, dass hier noch was zum Abbauen gibt?“, meinte Nick hinter ihm in einem Flüsterton. „Ich bin mir langsam nicht mehr so sicher, ob das auch wirklich stimmt.“

„Jetzt warte es doch einfach einmal ab“, fauchte Charlie Nick schon fast an. „Wir müssen wohl einige Minuten abwarten und bis zum Ende jedes Stollens gehen. Wir müssen eben alles akribisch begutachten. Sowohl was das Erz betrifft, als auch die Sicherheit des Stollens, wenn hier wirklich noch etwas zu holen ist.“

„Das sind die Mühen doch überhaupt nicht wert“, meinte Nick nur. „Die Stollen sind doch völlig heruntergekommen und sehen nicht mehr sehr stabil aus.“

Charlie ignorierte Nick einfach und lief den Männern hinterher. Das ganze Gerede machte ihn nur noch nervöser und das konnte er in diesem Moment überhaupt nicht gebrauchen. So konzentrierte er sich einfach nur stur auf seinen Vordermann.

Schon bald waren die Männer am Ende des ersten Stollens angelangt. Was jedoch seltsam daran war, dass der Stollen an einer Holzwand endete. Skurril war aber, dass man ein Messer in das Holz gerammt hatte, von dem ein Rosenkranz herunterhing.

„Was soll das jetzt schon wieder?“, war Nick erschrocken. „Das wird ja immer besser.“

„Nick, jetzt halte doch mal die Raffel“, war Charlie erbost. „Deine Panikmacherei ist nicht gerade Entzündungsfördernd. Vielleicht gibt es für den Rosenkranz eine einfache und logische Erklärung.“

„Ja, zum Beispiel das die alten Geschichten wahr sind und hier ein Dämon haust“, warf nun Bruck verängstigt ein. „Du kannst mir doch nicht sagen, das du das nicht auch spürst.“

„Ihr habt sie Beide doch nicht mehr alle. Habt ihr etwa vergessen, das wir erst vor einigen Wochen diese paranormalen Ermittler hier hatten?“, fauchte Charlie hinter sich. „Die haben doch überhaupt nichts gefunden. Also wieso haltet ihr immer noch an diesen alten Geschichten fest?“

Darauf erwiderten Nick und und Bruck rein gar nichts mehr. Natürlich waren sie mit dabei gewesen, als Charlie all die Aufnahmen durchsah. Aber anscheinend hatten all die seltsam verwackelten Fotos und die rauschenden Filmaufnahmen gesehen.

„Und jetzt seit endlich still und nervt mich nicht mit diesem dummen Geschwafel“, setzte Charlie noch einmal nach.

Die ortsfremden Minenarbeiter sahen schon missmutig zu Charlie und den Anderen hinüber. Sie hatten die Diskussion von Charlie, Bruck und Nick wohl mitbekommen. Nachdem sie sicher waren, dass es keine Diskussionen mehr gab, machten sie sich kopfschüttelnd an die Arbeit.

Kaum dass das Messer und der Rosenkranz von der Bretterwand abgemacht worden war, hatte sich die Stimmung schlagartig verändert. Die Luft knisterte vor Anspannung und es lag nichts Gutes darin. Es war schlagartig kälter geworden, sodass man seinen eigenen Atem sehen konnte.

Trotz der immer noch gleich hellen Beleuchtung war es um die Männer dunkler geworden. Die Barikade fing unheimlich an zu wackeln und zu ruckeln. Es war auch schabende Geräusche zu hören oder seltsames knurren.

Unter den Männern waren gläubige Christen, die sich nun bekreuzigten. Es waren zudem auch gemurmelte Gebete zu vernehmen. Es kamen aber auch noch Stimmen von der anderen Seite der Bretterwand, die nicht menschlich zu sein schienen.

Die ersten Männer aus dem Dorf rannten schreiend aus dem Stollen. Charlie war sich nicht mehr ganz so sicher, ob Nick mit seiner Aussage nicht doch recht gehabt hatte. Etwas ging hier ganz und gar nicht mit rechten Dingen zu.

Nicht nur Nick hatte ihn und alle anderen gewarnt. Auch die alten Geschichten fielen ihm dazu auch wieder ein. Weshalb man diese Mine aufgegeben hatte. Er war so dumm gewesen, den Legenden nicht zu trauen. Nun wusste Nick, das es nicht nur irgendwelche Geschichten waren.

Verängstigt und irritiert blickte er sich um, um zu verstehen, was hier gerade passierte. Dann ging alles doch sehr schnell. Die hölzerne Wand explodierte förmlich und die Stücke flogen den verbliebenen Männern nur so um die Ohren.

Dunkle Schattenkreaturen kamen aus den Trümmern hervor, die über die flüchtenden Menschen herfielen. Die Männer wurden von den drei Bestien regelrecht auseinandergerissen. Genau dasselbe passierte auf dem ganzen Gelände. Nur das Dorf blieb von den Dämonen, durch ein versteckter Schutzzauber verschont.

 

Harald war ein äußerst angesehener Ermittler des Paranormalen. Weshalb man ihn hier her gebeten hatte, um den alten Legenden nachzugehen. Der Mine wurde nachgesagt, das dort Geister und Dämonen hausten. Und er sollte nun herausfinden, was an diesen Geschichten dran war.

Leider hatte ihn eine andere, dringendere Angelegenheit aufgehalten. Diese hatte sich am Ende jedoch als reine Zeitverschwendung herausgestellt. Hätte er dies alles schon vorher gewusst, wäre Harald sofort her gekommen. So stand er nun eine weile abseits und beobachtete die Szenerie.

Aber selbst von dieser Entfernung konnte er die Aura spüren. Alleine die ganzen Schutzzauber, die diese Mine umschloss, waren beeindruckend stark. Über diese Schutzzauber hinaus, konnte er leicht eine Präsenz des Bösen erahnen, die sehr stark sein musste.

Was Harald jedoch nicht bemerkte, das einige der Dämonen im inneren, aus der Mine entkommen konnten. Dafür war er von all den Eindrücken viel zu sehr abgelenkt. Zudem war er gerade erst angekommen, als ein paar Dämonen die Mine verließen.

Bewertung: 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Überprüfen Sie auch
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"