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Colorado: 5. Fröhliche Weihnachten

Weihnachten stand vor der Tür und die Geschwister Jasmin und Bernd bereiteten sich darauf vor. In der Küche wurde daher fleißig gebacken, um den Weihnachtsmann nicht zu verärgern. Es war von jeher ein Brauch in der Familie, dass man dem Weihnachtsmann als Dankeschön, Milch und Kekse neben den Kamin stellte.

Bescherung gab es üblicherweise erst am Morgen des 25. Dezembers, was den Geschwistern natürlich noch nie begeistert hatte. Aber in diesem Punkt waren ihre Eltern hartnäckig. Schließlich kam der Weihnachtsmann in der Nacht, wenn Jasmin und Bernd schon lange und friedlich schliefen.

Wie jedes Jahr, saßen Bernd und Jasmin mit ihren Eltern im Wohnzimmer. Das Feuer im Kamin brannte und das Radio lief im Hintergrund. Die Familie spielte Brettspiele, um den Abend herum zu bekommen. Bernd und Jasmin ins Bett geschickt. Vorher stellten sie die Milch und Kekse neben den Kamin.

Dieser war nun aus und das Holz glimmte vor sich her. So geschah es, dass ein Mann den Schornstein herunter kam. Die ganze Familie schlief bereits und bekam nichts von ihrem heimlichen Gast mit. Der Fremde sah sich im Wohnzimmer um und machte sich erst einmal über Milch und Kekse her.

Anschließend schlich der Fremde zum festlich geschmückten Weihnachtsbaum. Der Sack war mit schnellen Handbewegungen geöffnet und eine Hand wühlte im Inneren herum. Es dauerte keine Zwei Minuten, da lagen auch schon vier Geschenke unter dem Baum.

Ein Geräusch auf der Treppe, ließ den Mann zur Treppe umdrehen. Ein breites bringen huschte über das Gesicht des Mannes. Denn Jasmin stand auf der Treppe, lugte hinter dem Geländer hervor und beobachtete ihn.

„Bist du der Weihnachtsmann?“

„Ganz genau meine Kleine. Aber wie hast du mich denn erkannt?“, wollte Rick wissen. „Du darfst mich eigentlich gar nicht sehen.“

„Na an deinem weisen Rauschebart und deinem roten Mantel. Aber auch an deinem Sack voller Geschenke“, kicherte Jasmin.

„Sind deine Eltern auch hier? Ich habe ein ganz besonderes Geschenk für sie.“

So kam Jasmin auf den Weihnachtsmann zu und nahm ihn an die Hand. Fröhlich lief die kleine Jasmin mit dem Mann die Treppe hinauf. Nachdem Jasmin auf das Zimmer ihrer Eltern gedeutet hatte, lief Rick auf das Zimmer zu.

Zuvor hatte er das kleine Mädchen aber sicherheitshalber, zurück auf ihr Zimmer geschickt. Die Kleine hatte artig auf ihn gehört und war auf ihr Zimmer gegangen. Sie hatte wohl dadurch gehofft, mehr Geschenke von ihm zu bekommen.

Zeugen für seine blutige Tat konnte Rick ganz und gar nicht gebrauchen. Erst recht brauchte er keine Kinder, die einen Mord beiwohnten. Mord war das eine, ein traumatisiertes Kind war da doch eine ganz andere Nummer. Diesen Schuh wollte er sich beim besten willen nicht anziehen.

Ganz vorsichtig und leise öffnete Rick die Tür zum Schlafzimmer. Jasmins Eltern schliefen friedlich in ihrem Bett und hatten nichts von seiner Anwesenheit mitbekommen. Also zückte Rick seine Schrotflinte und schoss beide Patronen ab.

Es ging alles so schnell, das die schlafenden Personen gar nicht recht reagieren konnten. Die Frau, auf der rechten Seite des Bettes schlief, war als erstes dran Sie war sofort tot. Ihr Mann war von dem Schuss aufgeschreckt, aber das hatte ihm nichts genutzt.

Denn genau in diesem Moment, hatte Rick nachgeladen und Zielte nun auf dessen Kopf. Der zweite Schuss traf traf den Mann genau ins Gesicht und er kippte nach hinten auf sein Bett zurück. Er war tot, noch bevor er auf der Matratze aufschlug.

Nach getaner Arbeit, steckte Rick die Waffe zurück, sammelte die Patronen ein und warf sich den Jutesack über die Schulter. Mit einem fröhlichen Weihnachtslied auf den Lippen, lief er pfeifend durch den Flur. Endlich hatte es Rick geschafft und er fühlte sich endlich befreit.

Dabei lugten die beiden Kinder aus ihren Zimmern, die ihn erschrocken und verängstigt ansahen, als Rick an ihrer Tür vorbeikam. Er zwinkerte den Beiden kurz zu und war dann auch schon verschwunden. Er trat mit stolz geschwellter Brust aus der Haustür raus und atmete befreit durch.

Rick stieg in seinen Wagen ein, den er in der Nähe geparkt hatte. Genüsslich steckte sich Rick eine Zigarette an und suchte einen Sender im Radio. Er brauchte nun Musik, die zu seiner aktuell guten Stimmung passte. Damit wollte er sich in Stimmung bringen und seine gute Laune beibehalten.

Mit einer gelassenen Fahrweise, fuhr Rick zu dem Motel, in dem er sich zurzeit einquartiert hatte. Etwas besseres konnte sich Rick im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht leisten. Seitdem er Arbeitslos war, hielt er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser.

Um die Weihnachtszeit war er der Weihachtmann, der auf der Straße arbeitete. Er wurde aber auch für Weihnachtsfeiern in diversen kleineren Firmen gebucht. Oder aber auch für ärmlichere Familien, die sich nur jemanden wie Rick leisten konnten.

Um die Weihnachtszeit waren doch sehr viele Weihnachtsmänner unterwegs. In den Tagen kam es dann schon einmal vor, das man in einem Umkreis von fünf Metern, mehr als nur einem Weihnachtsmann gesegnete.

Durch diesen Umstand viel er auf der Straße überhaupt nicht auf. Selbst mit dem ganzen Blut auf seinem Kostüm nicht. Und selbst wenn, konnte er sich in dem Gedränge ganz gut verstecken. Bis jemand die Polizei gerufen und diese vor Ort war, hatte er schnell die Kurze gekratzt. Und mit etwas Glück wurde dann ein anderer Weihnachtsmann angehalten.

Auf dem Weg dorthin, hatte er bei dem nächstbesten Restaurant einer sehr bekannten Fast Food Kette angehalten. Dort hatte er sich seines blutigen Kostüms entledigt, indem er es in einen der Müllcontainer hineingeworfen hatte.

Der Jutesack mit der Waffe und den Hülsen, war in irgendeinem stinkenden Bach verschwunden. Damit sollten alle Spuren verwischt werden. Dieser Bach hatte schon seit Jahren mit Verunreinigungen zu kämpfen. Dadurch würde man seine Fingerabdrücke und alles, nicht mehr identifizieren können.

Er war froh darüber, sein Ziel endlich erreicht zu haben. Wren und Alex McGranth hatten ihn auf die mieseste Art und Weiße behandelt, die man sich nur vorstellen konnte. Und dann hatten sie auch noch die Frechheit besessen, ihn aus der gemeinsamen Firma hinauszuwerfen.

Kaum das Wren und Alex vor fünf Jahren geheiratet hatten, hatte sich die Beziehung zwischen den Dreien verändert. So war er schnell von seinem Geschäftspartner, zu einem einfachen Mitarbeiter degradiert worden.

Immer mehr wurde ihm schmerzlich bewusst, das man ihn aus der Firma herausdrängen wollte. Aber genau das hatten Alex und Wren am Ende auch geschafft. Über Wochen und Monate hinweg, hatten sie die Mitarbeiter gegen Rick aufgewiegelt.

Bis er mit dem Mobbing und den ganzen Schikanen nicht mehr zurecht gekommen war. So war er schlussendlich gegangen, was am Ende natürlich zu seinem Absturz geführt hatte. Zum Teil war er aber auch selbst an seiner Misere daran Schuld.

Die nächsten Jahre ging es für ihn stetig Berg ab. Finanziell war Rick am Ende und war seither keiner Arbeit mehr nachgegangen. Was seine Gedanken immer mehr verfinstert hatte. Eine fremde Macht hatte seither seine Gedanken beherrscht.

Seit diesem Zeitpunkt waren seine Gedanken von Rache beherrscht gewesen.So war noch nie jemand mit ihm umgesprungen. Rick war immer derjenige gewesen, der die Schwächeren unterdrückt und erniedrigt. Aber nun war Rick derjenige, der auf der Straße saß.

So hatte Rick einen Plan ersonnen, der etwas großes werden sollte. Die beiden sollten genauso leiden, wie er es damals getan hatte. Und wie er die Jahre danach gelitten hatte. Schon bald hatte Rick alles besorgt, was er für seinen Plan brauchte.

Im späteren verlauf hatte Rick seine früheren Kollegen ausspioniert. Er wollte ihren Tagesablauf kennen lernen. Schließlich wusste er nicht mehr, wie sie heutzutage arbeiteten. Nach mehreren Tag war Rick dann auch schon soweit, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Aber am Ende hatte er sich umentschieden und hatte sich für den heutigen Tag entschieden. So war er wesentlich unauffälliger gewesen. Rick konnte durch sein Kostüm ganz unauffällig an sein Zielort gelangen. Nur würde er bei dem Haus seines ehemaligen Kollegen groß auffallen.

Auch wenn alles nicht so gelaufen war, wie es geplant gewesen war. Es hatte trotz der guten Vorbereitung, doch noch einige Unbekannte gegeben. Rick hatte in der ganzen Zeit, kein Anzeichen für Kinder gesehen.

Es hätte wenigstens ein Psychologe kommen müssen, der sich um die Kinder bekümmert. Solch ein Verhalten fand er von de Behörden nun verantwortlich. Statt ihnen zu helfen, kümmerte man sich mehr um den Tatort.

Das verstand Rick einfach nicht an diesem System. Sobald ein Mensch Hilfe benötigte, mahlten die Mühlen der Justiz äußerst langsam. Kaum das aber ein Mord passiert war, wuselte der Tatort nur so von Uniformierten. Dabei zählten jedoch anscheinend nur die Opfer und wer die Täter war.

Rick war schon irgendwie Stolz darauf, das seine Tat im Fernsehen zu sehen war. Mit einem breiten Grinsen sah Rick auf den Fernsehbildschirm. Nicht nur das er seine Gerechtigkeit bekommen hatte. Nein seine Tat würde schon schnell Wellen schlagen und seine Feinde verstanden schon bald.

Rick hatte gerade noch rechtzeitig den Fernseher eingeschaltet. So wie es Aussah, war er nun im Fernsehen. Seine Tat hatte sehr schnell Wellen geschlagen und es wurde live in den Nachrichten ausgestrahlt.

Er fand es erstaunlich, wie schnell ein Fernsehteam vor Ort gewesen war. Damit hätte er ganz und gar nicht gerechnet. Jedoch freute er sich über diese Zusätzliche Aufmerksamkeit. Damit wurde seine Tat nur noch sehr viel bedeutender für ihn.

„Wir haben für sie soeben einen Sonderbericht hereinbekommen. Das Ehepaar McGranth wurde vor einigen Stunden im Schlaf, in ihrem eigenen Ehebett erschossen.“

Nun lag er auf dem Bett eines billigen Motels, zwei Dörfer weiter und verfolgte die Nachrichten. Während Rick den Fernseher lauter stellte, trank er genüsslich sein Bier. Die Nachrichtensprecherin berichtete gerade von seinem Überfall.

„Das Ehepaar hinterlässt zwei Kinder und eine milliarden schwere Firma. Das ist ein schwerer Schlag für die Umgebung und könnte ein herber Rückgang bedeuten. Ein wirtschaftlicher Schaden für die Region wir unausweichlich sein.“

Im Hintergrund wurden Tatortfotos und Bilder von dem Haus gezeigt, was man bis jetzt verwenden durfte. Man versuchte sogar Polizisten und Sanitäter zu interviewen. Jedoch wurden die Reporter und ihre Kameramänner zurückgedrängt.

„Das getötete Ehepaar waren erfolgreiche Geschäftsleute, deren Verlust ein großes Loch in die Wirtschaft der Region reisen wird. Ihre Kinder waren zur Zeit ihrer Ermordung, in den Kinderzimmern und haben diese abscheuliche Tat miterleben müssen. Die Tochter berichtete der Polizei, dass sie Besuch des Weihnachtsmannes bekommen hatten. Dieser wollte zu ihren Eltern und kam nach einigen Minuten wieder aus dem Zimmer.“

Rick war begeistert von diesem Bericht. Er konnte schon die Schlagzeile vorstellen. Geschäftsleute vom Weihnachtsmann ermordet. Rick konnte sich bei diesem Gedanken ein breites Grinsen nicht verkneifen. Was aber dann passierte, erschreckte ihn bis ins Mark.

„Der Täter wurde jedoch identifiziert und sein Aufenthaltsort wurde ermittelt. Ein SWAT Team hat das Zimmer des Motels, in dem sich der Täter verkrochen hat, mittlerweile umstellt und ist bereit für den Zugriff.“

Dann schaltete der Sender auf die Kamera eines Polizeihubschraubers um. Unter ihm war das Motel zu sehen, in dem sich Rick gerade aufhielt. Dort waren mehrere Einheiten zu sehen, die sein Zimmer umstellt hatten und die umliegenden Zimmer evakuierten.

Bevor Rick jedoch vollends begriff, was da gerade vor sich ging, flog eine Rauchgranate splitternd durch Fenster. Hustend konnte Rick gerade noch sehen, wie die Tür zu seinem Zimmer aufflog. Aus dieser Nummer kam er lebend nicht mehr heraus, das wusste Rick nur zu gut.

Rotglühende Augen verfolgten das Spektakel. Der Dämon hatte seinen Wirtskörper früh genug verlassen. Nun beobachtete die Kreatur das unter ihm liegenden Spektakel. Es ergötzte sich an all den negativen Energien, die sich hier ansammelten.

Erst jetzt schien der Wirtskörper zu begreifen, was hier vor sich ging. Der Dämon labte sich an der Panik dieses Menschen. An dem wirren Gerede, das er gar nicht wisse, was hier überhaupt los war. Alles reden brachte ihm nun nichts mehr, da ihn eine Salve an Kugeln niederstreckte.

 

Wieder einmal war Harald zu spät gekommen. Erneut hatte einer der Dämonen zugeschlagen, ohne das er rechtzeitig eingreifen konnte. Der Dämon hatte die Rachegefühle dieses Menschen ausgenutzt um sich an dessen Emotionen zu laben.

Durch die vielen Dämonen, die aus der Mine entkommen waren, hatte er viel um die Ohren. Dieser hier hätte er früher finden müssen. Dafür machte sich Harald große Vorwürfe, da er nur einige Minuten zu spät gekommen war. Diese Tragödie hätte er verhindern und den Dämon austreiben können.

Nun stand Harald vor einem Fernsehgeschäft und sah die Nachrichten. Ein SWAT Team stürmte gerade ein Motelzimmer, nicht unweit von hier. Er machte sich schnell auf den Weg, um dieses Exemplar vielleicht doch noch zu erwischen.

Als Harald ankam, war überall Blaulicht und Polizei zu sehen. Die Motel Gäste standen natürlich in ihren Türen oder am Fenster, um die Szenerie zu begutachten. Dann waren auch schon die vielen Schüsse zu hören.

Harald bekümmerte sich diese Mal nicht um alles rund herum. Er suchte nun alles ab und hatte dabei schon sehr schnell Erfolg. Mit einigen flüchtigen Handbewegungen war sein Ziel in dem Prisma um seinen Hals, für immer eingesperrt.

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