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Fickhäuschen

Gassirunde 1

Wie jeden Abend streife ich mit meinem Wolfshund Pope durch die Wälder. Pope braucht Auslauf und Herrchen ebenfalls. Ich war irgendwie noch nie der Typ, der abends auf der Couch herumlümmelt und sich irgendwelche Filme oder Serien reinzieht. Vielleicht liegt’s daran, dass mich bisher nichts, was so in der Glotze läuft, länger als zehn Minuten fesseln konnte. Ich war auch nie der gesellige Typ oder gar der Partytyp. Keine Ahnung, Menschen sind irgendwie uninteressant. Berechenbar und einfach nicht so mein Ding. Anders verhält es sich mit der Natur. Es gibt immer wieder etwas Neues dort draußen zu entdecken und seit ich Pope habe, habe ich auch einen Grund rauszugehen. Besser gesagt, ich kann es kaum erwarten, nach der Arbeit meinen Rucksack zu packen und mit meinem Hund auf Streifzug zu gehen.

Heute habe ich eine etwas längere Route geplant. Sie führt wie üblich durch den Wald, doch anders als sonst wagen wir uns heute tiefer, verdammt tief hinein und ich staune nicht schlecht, als ich mitten im Wald auf ein Haus stoße. Ja. Ein Haus. Kein Jäger-Holzhäuschen, wie man es normalerweise so aus Wäldern kennt. Nein, es ist ein Haus. Gemauert und sogar mehrstöckig, der Anordnung der Fenstern nach zu urteilen, scheint es jedenfalls zwei Etagen zu geben, Erdgeschoss und erster Stock, und in einem der Fenster im ersten Stock brennt ein Licht.  Obwohl das Haus größer und kompakter ist als ein normales Standard-0815-Jägerhäuschen, geht es trotzdem zwischen den hochgewachsenen Bäumen um uns herum komplett unter. Wodurch es etwas fehl am Platz wirkt. Als hätte jemand dieses Haus aus einer Wohnsiedlung stibitzt und schlecht in den dichten Wald hier hinein gephotoshopt.

Ich weiß nicht genau wieso, aber aus irgendeinem Grund besteht meine erste Reaktion daraus, meine Stirnlampe auszuschalten und neben Pope in die Knie zu gehen.

„Na, was denkst du, mein Freund?“, frage ich meinen Hund und deute mit meinem Kopf in Richtung des Fensters, das beleuchtet ist. Pope gibt ein leises Fiepen von sich und scharrt mit seinen Pfoten auf dem Boden herum. Eine kleine Macke von ihm. Wolfshunde sind eben eigen. „Warum sollte irgendjemand hier mitten im Wald ein Haus hinstellen?“, überlege ich laut, komme mir dabei schon dümmlich vor, da wird mir die Antwort bereits geliefert, als hätte ich sie mit meiner laut ausgesprochenen Frage aus ihrem Versteck gelockt. Und die Antwort ringt mir erstmal ein Schlucken ab, als sie mit Wucht und mit dem Gesicht voran gegen die Fensterscheibe geknallt wird. Oben ohne, wohlgemerkt. Eine Frau. Blondes Haar. Viel mehr kann ich nicht erkennen, weil ich erstens zu weit weg bin und zweitens der schwarze Schatten hinter ihr mich erstmal dazu bringt, den Blick ertappt abzuwenden. Was Blödsinn ist. Ich stehe hier mitten im Wald in kompletter Finsternis. Die Chance, dass mich einer sieht und beim Spannen erwischt, stehen praktisch bei Null.

Trotzdem kostet es mich ein wenig Überwindung, einen zweiten Blick zu riskieren. Ich bin einfach neugierig, außerdem muss ich ja sichergehen, dass ich mich nicht nur verguckt habe. Also gucke ich ein zweites Mal hin und…. Ja. Definitiv. Da ist eine Frau und der Schatten hinter geht gerade ordentlich zur Sache, besser gesagt, der fickt der Braut das Hirn raus.

Ich lache und streichle Pope dabei über den Kopf. „Scheint so, als hätten wir hier ein kleines Liebesnest gefunden, was? Sollen wir klingeln und fragen, ob wir mitmachen dürfen?“

Pope gibt wieder ein leises Fiepen von sich und drückt sich gierig nach mehr Streicheleinheiten fester gegen meine Hand. „Du kleiner Perversling“, schimpfe ich spielerisch und krame mein Handy aus der Hosentasche heraus. Aus Jux markiere ich das Häuschen mit einem Pin auf der Karte und betitele meinen Fund ganz plump als „Fickhäuschen“. Ich markiere schöne oder besondere Orte generell immer auf meiner Karten-App auf dem Handy, sollte ich sie nochmals aufsuchen wollen. Wahrscheinlich wird es aber das erste und das einzige Mal bleiben, dass ich diesem Fickhäuschen einen Besuch abstatte.

Ich verstaue mein Handy zufrieden zurück in die Hosentasche und hole im Anschluss mein Fernglas aus dem Rucksack heraus, um dem Spanner in mir alle Ehre zu machen.

Im ersten Moment wünsche ich mir, ich hätte es gelassen.

Tatsächlich wäre mir das Fernglas vor Schock fast aus den Pfoten gefallen, denn beim genaueren Betrachten des Szenarios oben im Fenster fallen mir zwei Dinge auf. Ding Nummer Eins, der Schatten trägt eine Maske und Ding Nummer Zwei, die Frau sieht nicht so aus, als würde sie das, was der Typ mit der Maske mit ihr anstellt, auch nur ansatzweise genießen.

Gassirunde 2

So viel dazu, dass ich dem Fickhäuschen keinen zweiten Besuch abstatten würde. Ich stehe wieder davor. Diesmal aber habe ich die Stirnlampe ungefähr 300 Meter vorher ausgemacht und mich von Pope blind durch den Wald lotsen lassen. Nur um ganz sicher zu gehen, nicht entdeckt zu werden.

Wie gestern spielt sich nochmals das gleiche Szenario ab. Im ersten Stock brennt ein Licht. Der Typ mit der Maske fällt über die blonde Frau her. Doch heute bleibe ich länger als gestern. Ich bleibe tatsächlich so lange, bis der Typ mit der Maske nach einer Stunde das Haus verlässt und durch den Wald stampft. Erst überlege ich, ihm unauffällig zu folgen, lasse es aber bleiben und verstecke mich zusammen mit Pope hinter ein paar Büschen und Wurzeln.

Erst als ich seine Schritte nicht mehr höre, blicke ich mit meinem Fernglas zum Fenster hoch. Und da sitzt sie. Die Frau mit den blonden Haaren. Am Fenster. Und auch wenn ich es nicht hundertprozentig erkennen kann, sieht es so aus, als würde sie weinen.

Gassirunde 3

Gleiches Szenario wie beim letzten Mal. Erst fickt der Typ mit der Maske die blonde Frau, der ich übrigens in meinem Kopf den Namen Mandy gegeben habe, und verlässt anschließend nach einer Stunde das Haus. Fast so, als wäre das die übliche Routine vom Maskenheini. Drüber rutschen und nach einer Stunde verduften. Die Frage ist nur wohin. Diesmal folge ich dem Kerl unauffällig, was gar nicht so einfach ist, weil ich genug Abstand halten und durch die Dunkelheit waten muss. Zum Glück habe ich Pope, der Junge ist echt praktisch, mit seiner Spürnase.

Wir schleichen 35 Minuten durch den Wald, dann schaue ich dem Maskenkerl zu, wie er in einen schwarzen Range Rover einsteigt und davonfährt. Ich warte ganze 20 Minuten, bis ich zum Fickhäuschen zurück laufe. Das Licht brennt immer noch im ersten Stock, doch von Mandy fehlt jede Spur.

Gassirunde 10

Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass der Maskenkerl jeden Tag nach dem gleichen Schema handelt. Sogar am Wochenende – weshalb ich heute einen Schritt weitergehe und die Haustür überprüfe, als der Typ weg ist. Natürlich mit Handschuhen. Aber wie nicht anders zu erwarten, ist sie abgeschlossen und es gibt nur einen Eingang rein und raus. Auch die Fenster im Erdgeschoss sind allesamt verriegelt und sogar mit Gitterstäben versehen. Im ersten Stock fehlen zwar die Gitter, aber irgendetwas sagt mir, dass Maskenheini schon dafür gesorgt hat, dass Mandy die Fenster weder auf noch kaputt bekommt und dass die Frau nicht freiwillig in diesem Haus festsitzt.

Gassirunde 11

Heute gebe ich mich zu erkennen. Nicht dem Maskenheini, sondern Mandy, als der Maskenheini weg ist und sie wieder einmal weinend vor dem Fenster sitzt und traurig hinaus in die Dunkelheit guckt. Ich mache dafür meine Stirnlampe an. Wieder aus. Wieder an. Wieder aus und wieder an, bis ihre Aufmerksamkeit auf mir liegt. Tatsächlich steht sie sogar so hektisch auf, dass sie beinahe umgekippt wäre und als sie ihr Gesicht ungläubig gegen die Fensterscheibe drückt und winkt, statt wie sonst gefickt zu werden, winke ich zum Spaß zurück. Mehr als das Licht meiner Stirnlampe wird sie wohl nicht sehen. Es dauert nicht lange, da wird Mandy hysterisch und aus dem Winken wird ein Fuchteln und Klopfen. Ich wiederhole nochmal das Ding mit meiner Stirnlampe und muss beinahe lachen, als Mandy beginnt, hinter dem Fenster herum zu hüpfen. Das ist so viel besser, als das, was zuhause in der Glotze läuft.

Gassirunde 14

Diesmal bringe ich einen kleinen, Batterie betrieben Scheinwerfer und einen Campingstuhl zum Fickhäuschen mit und als der Maskenheini von dannen gezogen ist und Mandy vor dem Fenster sitzt, setze ich mich in Szene. Besser gesagt, ich stelle den Campingstuhl auf und schmeiße den Mini-Scheinwerfer an, so dass Mandy mich sehen kann, als ich mich hinsetze. Wie beim letzten Mal besteht ihre erste Reaktion aus Winken und Herumfuchteln, bis ihr auffällt, dass etwas komisch an der ganzen Sache ist und sie erstmal ein paar Schritte rückwärts macht. Gut, zugegeben, ist schon ein bisschen seltsam, wenn ein Typ mit Hund und Fernglas mitten in der Nacht auf einem Campingstuhl sitzt und einen beobachtet, während er von einem Scheinwerfer beleuchtet wird. Doch die Hoffnung sitzt so tief in Mandys Knochen, dass sie nach einer Weile wieder ans Fenster herantritt und ihre Nase gegen das Glas drückt. Die Gelegenheit nutze ich, um meinen Schreibblock aus dem Rucksack herauszuholen und mit einem schwarzen Edding groß ein „Hallo“ auf das weiße Papier zu kritzeln und anschließend mir meine geschmacklose Begrüßung wie ein Schild vor die Brust zu halten. Mandy guckt blöd aus der Wäsche, weshalb ich einmal lachend die Hand zum Gruß hebe und winke. Wer weiß, ob sie aus dieser Entfernung überhaupt lesen kann, was ich geschrieben habe.

Gassirunde 15

Wie gestern sitze ich beleuchtet auf dem Campingstuhl vor dem Fickhäuschen und muss grinsen, als Mandy kurz vor dem Fenster verschwindet und wenig später mit einem Blatt Papier zurückkehrt. Ich gucke durch mein Fernglas, um zu entziffern, was mir die blonde Schönheit mitteilen will, denn… Eins muss man dem Maskenheini lassen, er hat sich für seine abartigen Sexspielchen hier draußen im Wald wirklich eine sehr schöne Frau ausgesucht. Jung, hübsch, attraktiv. Nur etwas mager und vielleicht ein bisschen zerstört durch das, was er ihr jeden Abend antut.

Auf dem Papier steht in noch krakeliger Schrift als meiner und in Großbuchstaben das Wort Hilfe mit drei Ausrufezeichen dahinter.

In mich hinein kichernd, hole ich meinen Schreibblock aus dem Rucksack heraus und antworte mit einem dicken, fetten Fragezeichen. Mandy drückt ihre Nase gegen das Fenster und versucht vermutlich zu lesen, was auf meinem Block steht. Dann schüttelt sie mit dem Kopf, hebt die linke Hand hoch und läuft vom Fenster weg. Als sie wieder auftaucht, hat die Kleine einen Feldstecher in der Hand. Na sieh einer an, da war der Maskenheini wohl gnädig und hat seiner Sexsklavin einen Feldstecher da gelassen. Wahrscheinlich um die Tiere im Wald zu beobachten, weil es auf Dauer ziemlich langweilig sein muss, dort oben so eingepfercht zu sein. Das heißt für mich jetzt also, dass Mandy mich sehen, identifizieren, aber auch mit mir kommunizieren kann. Das macht die Sache zwar komplizierter, doch umso aufregender.

Auf mein Fragezeichen folgt von Mandy ein „Helfen Sie mir bitte!“

Woraufhin ich ein „Nö“ und ein Smiley auf meinen Block kitzele und es vor meine Visage halte. Eigentlich bin ich ein echt netter Kerl, aber die Tatsache, dass Mandy nun mein Gesicht kennt, lässt mich dann doch irgendwie zum Arschloch werden.

Gassirunde 16

Wir sitzen wieder mit unseren Schreibblöcken herum, Mandy vor dem Fenster und ich auf meinem Campingstuhl. Pope habe ich einen Knochen mitgenommen, denn ich habe vor, Mandy mit einem kleinen Kunstwerk zu überraschen. Ihr Blick, als ich fertig bin und mein Meisterwerk stolz vor mich halte, ist unbezahlbar. Eine Mischung aus Entsetzen, Abscheu, Ekel und Fassungslosigkeit. Dabei ist sie die erste Frau, die ich beim Sex gezeichnet habe. Dementsprechend sieht auch meine Zeichnung aus. Zwei Strichmännchen, wovon das eine Strichmännchen das andere Strichmännchen bumst. Doggystyle. Das Mandy-Strichmännchen der Vorlage getreu natürlich mit einem unzufriedenen Gesichtsausdruck, während das Maskenheini-Strichmännchen von mir ein dickes, fettes Grinsen und ein paar fiese Augenbrauen verpasst bekommen hat, obwohl ich keine Ahnung habe, wie der Typ unter seiner Maske aussieht, wenn er Mandy rannimmt. Das ärgert mich immer noch. Ich hätte mir auch eine Maske zulegen sollen, doch wer hätte damit rechnen können, dass Mandy sowas wie einen Feldstecher in ihrem Verlies auftreiben kann?

Mandy’s Antwort auf mein Kunstwerk lässt lange auf sich warten und ich bin überrascht, als ich sie zu lesen bekomme. Es sind nur drei Worte, aber sie regen meine Kreativität an.

“Was willst du?”

Gassirunde 20

Die letzten vier Abende habe ich mit Nachdenken verbracht und deshalb eine andere Route genommen, respektive dem Fickhäuschen keinen Besuch abgestattet. Doch heute werde ich es tun. Ich habe mir dafür extra eine Knarre besorgt, was nicht schwierig gewesen ist. Vor einigen Jahren war ich einmal Mitglied im Schützenverein, da hat man so seine Kontakte.

Als ich beim Fickhäuschen ankomme, schaue ich dem Maskenheini ein letztes Mal zu, wie er Mandy’s Brüste gegen die Fensterscheiben drückt und sie von hinten nimmt. Das scheint allgemein seine Lieblingsposition zu sein, beinahe so, als wüsste er, dass er hier unten einen Zuschauer hat und als wollte er dem Zuschauer eine gute Show liefern. So betrachtet, wäre eine Schüssel Popcorn eigentlich nicht verkehrt gewesen und vielleicht eine Packung Kosmetiktücher und eine Crème, damit es schön glatt läuft.

Statt mir einen runterzuholen, warte ich darauf, dass der Maskenkerl aus dem Haus kommt, dann nehme ich seine Fährte auf. Das Problem bei der Sache ist, genug Abstand zu halten, denn für mein Vorhaben sind Abstand und Dunkelheit leider keine guten Voraussetzungen, weshalb ich dem Typen bis zu seinem Range Rover folgen muss. Das Gute ist, dass ich heute eine andere Route genommen habe als sonst und der Maskenheini mit aufgeschlitzten Reifen nicht allzu weit kommt. Ich verpasse ihm genau in der Sekunde eine Kugel in den Kopf, als er die Fahrertür öffnet, um nachzusehen, warum seine Scheißkarre nicht vom Fleck kommt. Irgendwie ist es zum totlachen, dass seine Visage nun die Fensterscheibe seiner Karre ziert. Ironie des Schicksals würde ich sagen.

Zurück beim Fickhäuschen bin ich dezent nervös. Nicht zu wissen, was mich dort drin erwartet, ist mir nicht ganz geheuer, aber notfalls habe ich eine Knarre und ich habe Pope an meiner Seite. Die Schlüssel für Mandy’s Verlies habe ich mir vom Maskenheini abgeluchst, der braucht die ja nicht mehr. Das Innenleben des Fickhäuschens sieht aus wie das Standardinnenleben jedes x-beliebigen anderen Hauses. Küche, Bad, Wohnzimmer und alles in allem sogar ganz gemütlich eingerichtet. Bloß im ersten Stock hört es mit der Gemütlichkeit auf. Hier herrscht eine erdrückende Kerkeratmosphäre. Erst jetzt wird mir so richtig bewusst, dass der Maskenheini Mandy offenbar in einem einzigen Zimmer festhält, denn es ist nur eins von vieren abgeschlossen.

Ich klopfe einmal gegen die Tür und es klopft zurück.
“Bist du hier drin?”, frage ich wie ein Bekloppter. Ein dumpfes “Ja, ich bin hier drin” kommt als Antwort zurück, gefolgt von einem weiteren Klopfen. Ich gebe Pope ein Zeichen, dann schließe ich die Tür vorsichtig auf. Eigentlich logisch, dass Mandy mir mit einer Waffe in der Hand auflauert. Ein Stuhlbein. Doch statt zuzuschlagen, weicht sie zurück, als sie meinen Hund sieht. “Du bist es”, sagt sie und hört sich erstaunlicherweise ein bisschen erleichtert an, und das obwohl sie nie so richtig begeistert gewesen, respektive nie warm mit meinen Schreibblock-Nachrichten geworden ist.
“Ich bin’s”, bestätige ich. “Der andere ist nicht mehr.”
“Hol mich hier raus, bitte.”
“Dann leg das Stuhlbein zur Seite.”
Gesagt, getan. Das Stuhlbein landet auf dem Boden und mit dem Stuhlbein sinkt auch Mandy in die Knie. Sie heult auf dem schmutzigen Parkett herum, kriegt sich nicht mehr ein vor Flennen. Ich weiß nicht genau wieso, aber aus einem Impuls heraus gehe ich vor ihr in die Hocke, pflücke das Handy des Maskenkerls aus meiner Hosentasche und reiche es ihr. “Ich würde sagen, es ist besser, wenn du die Bullen rufst”, rate ich ihr und erhalte von ihr ein Nicken. Wenig später schluchzt sie in das Handy hinein. Als sie damit fertig ist, gibt sie es mir wieder und sieht mich mit ihren grünen Augen dankbar an. “Ich dachte, du wärst genauso ein Arschloch wie der andere Kerl.”
“Ich bin eigentlich ein ziemlich netter Kerl.”
“Eigentlich?”
Ich zucke mit den Achseln und schiele herüber zu Pope, der vorfreudig mit dem Schwanz wedelt und nur auf mein Kommando wartet. Eigentlich wollte ich Mandy ja retten, aber….

“Ich kann auch ein ziemliches Arschloch sein”, sage ich mit einem Grinsen auf den Lippen. Jetzt beginnt Mandy so langsam zu kapieren. Die grünen Augen weiten sich, als sie meinem Blick folgt und sieht, worauf ich anspiele. Es verschlägt ihr regelrecht den Atem.
“Ich gebe dir zehn Sekunden Vorsprung.”
“Das ist nicht dein Ernst!?”
“Neun.”
Bei der Zahl Acht schießt Mandy tatsächlich in die Höhe und nimmt die Beine in die Hand. In einem Tempo, was ich so gar nicht von ihr erwartet hätte, rennt sie die Treppen hinunter und zur Tür hinaus. Ich schaue Pope an und rattere im Kopf die Zahlen langsam herunter. Als ich bei der Zahl Null ankomme, gebe ich einen schrillen Pfiff von mir und Pope hetzt los und Mandy hinterher. Es dauert nicht lange, da höre ich Mandy schreien und weiß, dass Pope sie eingeholt und gefasst hat. Amüsiert hüpfe ich die Treppen herunter und lasse

mich von den Schreien durch den Wald leiten. An meinem Ziel angekommen, sehe ich Mandy auf dem Boden liegen und Pope über ihr ragen. Wie gut, dass ich den Mini-Scheinwerfer griffbereit im Rucksack habe, denn das, was sich dort vor meinen Augen abspielt, ist wirklich filmreif. Etwas, was man in der Glotze nie zu sehen bekommt, aber unbedingt auf Kamera festgehalten werden sollte. Wahrscheinlich habe ich in diesem Moment gerade meine Liebe zu Film und Serien entdeckt.

Gassirunde 21

Pope und ich haben heute eine neue Route eingeschlagen. Neuer Wald, neues Glück und während wir so durch Blätter und Büsche schlendern, denke ich an Mandy und daran, dass diese Frau in mir eine neue Leidenschaft geweckt hat. Wahrscheinlich werde ich so bald kein zweites Fickhäuschen mehr finden, aber wie gut, dass ich gestern Nacht alles auf Kamera festgehalten habe und mir den Streifen nun immer wieder ansehen kann.

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