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Halloweens Ende (Part II)

Während er hastig die Straße nach unten eilte, bleibt sein Blick am Glockenturm hängen. Er wurde von einem breit gebauten Mann, der sich als Vampir verkleidet hat, überwältigt. Der Anblick des Mannes der sich mit falschen Blut ziert, verwirrt Barachiel. Der kostümierte Vampir rief: “Pass doch verdammt nochmal auf wo du hingehst!”

Die gleiche ungläubige Vision verfolgt ihn, wie ein verrückter Albtraum durch den Kopf. Er packt seinen Kopf und beißt die Zähne zusammen, als die Szene in seinem Kopf durchspielt. Überall liegen Schusswaffen und auf den Straßenrändern türmen sich die Leichen übereinander. Der Geruch von verwesenden Leichen und und verbrannten Schießpulver färben die Luft der Umgebung. Schmerzensschreie begleiten die Symphonie abgebrannter Schalen auf den Boden und das Eindringen von Kugeln in Fleisch, Beton, Wände, alles. Es ist ein orchestrierter Angriff. Die Dämonen sind überall, mit geröteten Augen unter weißen Hockeymasken die mit dem Blut ihrer Opfer bespritzt sind.

Rückkehr zur Realität und den Mann ignorieren. Er erkennt, dass er sich in Brisbane befindet, einer Stadt in Australien. Er ist den Zeichen der Vision gefolgt und ist hier erschienen. Überall sind Menschen. Der Klang von Gelächter erfüllt seine Ohren. Der Geruch von Kaffee und warmen Speisen ist ein guter Kontrast zum Gestank der Gasse. Viele Familien und Paare schlendern durch die Straßen der Stadt, aber fast jeder ist für den Anlass gekleidet. Er wird wohl nie verstehen warum alle, Feste der lebenden Toten feiern wollen.

Eine solche Torheit.

Die lächelnden Gesichter und das fröhliche Lachen der Sterblichen bringen kein Glück zu seinen Ohren. Bald würden sie tot sein, ein jeder einzelne von ihnen. Er kann sie nicht alle retten. Es gibt so viel was er tun könnte, sobald die Kugeln fliegen.

Meine Aufgabe und Zweck ist simpel und muss durchgeführt werden. Ich kann sie alle nicht retten, aber ich kann einige der Sünder mit mir nehmen.

Lucifer, der Bastard, hat seine Hände überall im Spiel. Massenmorde, korrupte Politiker, pädophile Menschen, die Liste ist endlos. Die Lächerlichkeit der Annahme der Bibel, dass Lucifer nur an einem Ort zu einer Zeit sein kann, war so weit von der Wahrheit entfernt.

Er kann hier und da und überall zugleich sein, aber sein Einfluss ist abhängig von den schwachen Köpfen seiner Opfer. Er profitiert von den Momenten, in denen Menschen anfällig für seine Boshaftigkeit sind. Seine überwältigende Armee von Dämonen genießen es mit ihren Opfern zu spielen. Sie sind fast so grausam wie Lucifer selbst.

Er läuft geradewegs auf das Schild mittig der Stadt und beginnt zu lesen: “König George Platz”. Hier wird alles stattfinden, dort wo das Meer von Blut durch die Straßen fließen wird. Massaker wie hier werden auf der ganzen Welt auftreten, koordiniert von einer Hand. Solche zentralen Orte wie dem Roten Platz, Peking, Manhattan, Havanna, Neu-Delhi und Piccadilly Platz werden unter Lucifer Koordination tödlich gesäubert werden. So viele Seelen werden ins Jenseits fluten.

Barachiel weiß, dass Lucifer auf seinen Einfluss zählt, das Gleichgewicht der Seelen bei der Verlagerung zu seinen Gunsten nutze. Sie sind an der Schwelle der Erde ein höllisches Schlachtfeld zu werden. Der Teufel hat viel zu tun, die Welt in ein Loch wahrer Sünder zu drehen. Er erschuf Betrüger, Mörder, Vergewaltiger – nur degenerierte Menschen. Einige benötigen kaum Einfluss und doch spornt er sie an. Diejenigen, die gewaltsam sterben enden höchstwahrscheinlich zwischen den Welten. Er würde alles tun, um zu sehen, dass der Krieg gewonnen wird, aber zu welchem Preis?

Eine Frau ruft jubelnd über einen Lautsprecher, Barachiels Gedanken unterbrechen. “Willkommen zum jährlichen Brisbane Halloween Fest. Fröhliches Halloween an alle! Die Band auf die ihr alle gewartet habt macht sich jetzt gerade bereit. Dies ist eine besondere Vorstellung, vor ihrem Konzert morgen im Brisbane Unterhaltungs Zentrum!”

Die Menge jubelt und pfeift, Kunststoff-Leuchten in Form von Kürbissen und Schädeln werden in die Luft geworfen. Die Klänge eines schrecklichen Kriegsgebietes werden von der gehackten Luft eines Hubschraubers überdeckt. Sein Gesicht wird blass, als er sich umsieht. Sicher, es ist noch nicht Zeit.

Es ist die Band.

Er kneift die Augen zusammen, als er durch die Menge sieht und die Umgebung analysiert. Er entdeckt das verdrehte Gesicht des alten Mannes, unter einer Werbetafel auf einer Bank stehend. Der Alte blickt in seine Richtung. Plötzlich eine Reihe von Männern, Frauen und Kindern wurden besessen. Ihre Köpfe schauen ihn auf unnatürliche Weise an.

Verdammt nochmal, Lucifer.

Schnell flüchtet er und bewegt sich schnell durch die Menge. Barachiel bindet den Mantel fest um seine Hüfte bückt sich während des Laufens nach unten um aus dem Sichtfeld von Lucifer zu kommen.

Ein paar Kinder, in der Nähe rufen: “Hey Mann, das ist ein tolles Kostüm!”

Er ignoriert die Gruppe und läuft in den nächsten Myer Shop. Zum Glück ist die Wache zu sehr beschäftigt ein paar jungen Mädchen hinterher zusehen. Allerdings sehen ihn die Menschen, einen barfüßigen Mann mit Flügeln. Er weiß das jeder hier anfällig für Lucifer sein kann, aber muss es riskieren. Barachiel muss sich anpassen und das schnell.

„Wenn ich sie finde, kann ich sie weit weg von diesem verlassenen Ort nehmen. Ich muss wachsam und schnell sein.“

Er erreicht die Herrenabteilung. Er rennt zwischen den Gängen und lässt den Mantel des alten Mannes fallen. Mit einer schwarzen Hose in der Hand, erregt er die Aufmerksamkeit einer weiblichen Käuferin. Die mit weit geöffneten Augen sein enormes, bestes Stück bewundert.

Er greift schnell nach einem Gürtel und zieht sich die Hose an. „Jetzt kann ich mich einfacher bewegen, aber jeder wird diese Flügel erkennen“, dachte sich Barachiel.

Ein Wachmann tritt heran und packt ihn unter den Armen. “Entschuldigen Sie, Sir, aber Sie müssen mit mir kommen!”

Barachiels Augen leuchten und mit einem Lichtblitz passierte mit der Wache dasselbe wie mit dem alten Mann. Die Augen der Wache waren dem Terror enthüllt. Er hasst es Leute zu erschrecken, aber er hat keine Zeit, jemanden zu erlauben, ihn zu verhaften. Es ist bald sieben Uhr und das Massaker beginnt. Das musikalische Glockenspiel des Glockenturms wird bald sein Lied des Todes spielen.

Im weiteren Verlauf, packt er sich eine große, schwarze Lederjacke. Mühselig faltet er seine Flügel zusammen und zieht sich die Jacke über. Schlussendlich waren die Flügel beinahe komplett verdeckt, jedoch hat er nun einen großen Buckel auf den Rücken.

Perfektion ist unerreichbar. In meinen Verhältnissen ist dies eine Erleichterung. Schuhe, ich brauche Schuhe.

Er steuert auf die Schuhabteilung zu. Sofort fallen ihm ein Paar schwarze, lederne Anzugschuhe ins Auge. Sie sind vom festen Halt, aber für dies würden sie gut dienen. Auf dem Rückweg hebt er den alten Mantel wieder auf und verlässt das Geschäft.

Alles auf dieser Welt gehört zu Gott, so ist es keine Sünde, das zu nehmen, was Menschen glauben, ihnen gehöre.

Der Wachmann, an dem Barachiel zuvor vorbeigeschlichen ist, sieht ihn mit hochgezogener Braue an. Er schleudert den Mantel über die Wache und flieht nach außen. Im Hintergrund hört er nur die Alarmanlage und den fluchenden Aufseher.

Der Platz, ich muss zum Platz kommen. Dort sah ich sie alle fallen.

Er wendet sich nach rechts, in der großen Masse verschwindend. Das Geschrei der Wache wird immer leiser und entfernter. Eine lächelnde, junge Frau, wie ein Engel verkleidet und mit Plastikflügel am Rücken, reicht ihm einen Ballon. Sie hält in der einen Hand ein paar Papiermasken und Barachiel nimmt sich dankbar eine.

„Fröhliches Halloween!“ sagte die Frau.

„Gott segne Ihr gütiges Herz,“ erwiderte Barachiel.

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