KreaturenKurz

Hutzelfeuer

Es war Aschermittwoch und die ganze Gemeinde von Hausen, waren gerade in der Kirche zum Gottesdienst. Bevor die Kirche zu Ende war, hatte Bürgermeister Hubertus etwas. Da das Hutzelfeuer vor der Tür stand, sollte sich die Gemeinde im Dorfgemeinschaftszentrum einfinden.

Kaum war dies verkündet, war die Kirche auch schon beendet. Die Bürger von Hausen diskutierten darüber, was ihr Oberhaupt zu sagen hatte. Steven, Christian und Daniel waren ganz besonders aufgeregt. So pilgerte das ganze Dorf zum Bürgerzentrum.

Dort war schon alles vorbereitet und Bürgermeister Heiko Bitter wartete bereits auf alle. Es dauerte eine Weile, bis sich alle gesetzt hatte. Anschließend wurde alles für das anstehende Hutzelfeuer besprochen.

Immerhin war dies am übernächsten Sonntag soweit, Es musste so einiges vorbereitet werden und dazu die jeweiligen Aufgaben vergeben werden. Was eine langwierige Geschichte wurde, da es auch noch zusätzliche Informationen dazu gab.

Nach der Besprechung gingen Steven, Christian und Daniel gingen mit Stolz geschwellter Brust aus dem Bürgerzentrum. Schließlich durften sie in diesem Jahr die Hutzel anfertigen. Sie hatten sich dafür beworben und endlich hatte es geklappt.

Die Hutzel war immer das Highlight beim Hutzelfeuer. Da es eine Jahrhunderte alte Tradition war, war man immer stolz wie Wolle, wenn die eigene Hutzel verbrannt wurde. Kurz nach der Verkündung hatte sich das Trio daran gesetzt, um die Puppe zu Bauen.

Sie wollten ihre Hutzel größer, schöner und prunkvoller bauen, als all die Puppen vorher. Dafür hatten sie alte Geschichtsbücher aus der örtlichen Bibliothek zurate gezogen und die Fotos der letzten Jahre angesehen. Dabei hatte es ihnen ein Buch mehr als nur angetan.

Was Daniel, Steven und Christian nicht wussten, das dies kein ganz normales Geschichtsbuch war. Ihnen war nicht bekannt, dass das Buch für Anfänger der arkanen Künste war. Keiner aus dem Dorf kannte das dunkle Geheimnis der alten Bibliothekarin.

Das Trio hatte dieses Buch erst gar nicht finden dürfen. Die alte Frau Müller hatte die Abstellkammer in einem unachtsamen Moment offen gelassen. Dort bewahrte sie die kostbaren Bücher auf, bei denen sie normalerweise nur darauf zugriff hatte.

Ab und an kamen auch andere Menschen, die sich die Bücher ausborgten. Diese gehörten dann aber auch zu ihrer geheimen Organisation. zu der auch zwei Bürger aus ihrem Ort zählten. Bis jetzt war ihnen auch noch nie jemand auf die Schliche gekommen.

Was sich aber durch die kommenden Ereignisse grundlegend ändern sollte. Was wortwörtlich noch zu einer modernen Hexenjagdt führen sollte. So etwas hatte die heutige Zeit noch nicht erlebt und das sollte auch schnell wieder vorbei sein.

„Das wird die aller beste Puppe, die das Dorf jemals gesehen hat“, freute sich Christian wie ein Schneekönig. „Zum Glück haben wir das Buch in der Bibliothek gefunden“

„Nur gut, das wir dieses Buch gefunden haben“, meinte Steven. „Die Anderen werden so Augen machen, wenn wir mit der Puppe auftauchen.“

„Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, was man zu der Puppe sagen wird. Was meinst du denn Daniel?“, wollte Christian wissen. „Du bist so still.“

„Wir sollten erst einmal das Endergebnis abwarten“, war Daniel eher verhalten. „Nur weil wir da auf etwas grandioses gestoßen sind, müssen wir das erst einmal perfekt hinbekommen.“

„Entschuldigen sie Prinzessin“, war Steven nun schnippisch. „Was ist dir den über die Leber gelaufen? Ich dachte, du bist genauso begeistert von der Aufgabe, so wie wir auch.“

„Das stimmt schon. Aber noch sind wir noch nicht fertig damit“, brummelte Daniel. „Hinterher ist die Puppe doch nicht so, wie sie im Buch aussieht.“

So arbeiteten die drei stillschweigend weiter. Im Hintergrund lief Musik, um die Arbeit angenehmer zu gestalten. Am Ende hatten sie fünf Tage gebraucht, um ihr Kunstwerk fertig zustellen. Das Trio war begeistert darüber, wie toll die Hutzel am Ende geworden war.

Ihre Puppe bestand hauptsächlich aus Stroh. Zusätzlich hatten sie altertümliche Kleidung organisiert, die sie der Puppe angezogen hatten. Außerdem besaß die Puppe eine lebensechte Perücke, die leicht brennbar war und dazu eine menschliche Maske.

Alles war so natürlich, sah lebensecht aus und keinesfalls giftig bei der Verbrennung. Alles in allem würde die Hutzel verbrennen, ohne schädlich für den Menschen oder die Natur zu sein. Und genau das war für sie Drei und das Dorf doch am aller wichtigsten.

Aber auch aus dem Grund, rechtzeitig damit fertig geworden zu sein. So machten sich Daniel, Christian und Steven für den Hutzelsonntag eine Uhrzeit aus. Immerhin konnten sie die Puppe nicht auf den letzten Drücker abgeben.

Also machten sie ein Treffen um vier Uhr bei Steven aus, bei dem die Hutzel bis dahin aufbewahrt werden sollte. Christian und Daniel waren jedoch eine viertel Stunde früher da gewesen. Um in Stimmung zu kommen, hatte das Trio noch schnell einen Absacker getrunken.

Als sich das ganze Dorf in wilder Aufruhr. Überall herrschte geschäftiges Treiben, aber ganz besonders rund um den Dorfplatz. Denn dort sollte das Hutzelfeuer statt finden. Das meiste war dabei schon aufgebaut und nun wurden nur noch die letzten Handgriffe getätigt.

Man hatte mehrere Stände, an denen diverse Speisen und Getränke angeboten wurden. Es gab jede Menge Bierzeltgarnituren und Heizpilze rund um den Platz. Und der riesige Reisighaufen war auch schon aufgetürmt. Dafür hatte man wochenlang Reisig und die Weihnachtsbäume gesammelt und dort aufgetürmt.

In mitten des Getümmels stand Bürgermeister Heiko Bitter. Er gab Befehle und beantwortete Fragen der Leute. So steuerte das Trio den Bürgermeister an, um ihm die Hutzel zu übergeben. Heiko Bitter lächelte hocherfreut, als er die Jungs mit ihrer Hauptartaktion erblickte.

„Da seid ihr ja Jungs“, rief Heiko den Dreien entgegen. „Genau auf euch habe ich noch gewartet.“

„Wir kommen doch wohl nicht zu spät zu der Veranstaltung?“, witzelte Christian herum. „Wo sollen wir denn eigentlich mit der Puppe hin?“

„Sie ist wirklich schön geworden Jungs. Seit ihr euch sicher, das wir dieses Kunstwerk heute Abend verbrennen sollen?“, war Heiko Bitter begeistert. „Kommt mit mir. Ich zeige euch, wo ihr die Puppe sicher abstellen könnt.“

Gemeinsam lief das Trio mit dem Bürgermeister zum nahe gelegenen Rathaus. Dort zeigte ihnen Bürgermeister Heiko Bitter das Provisorische Lager, was dort in der nähe errichtet worden war. Dort gab es einen speziellen Platz, wo die Puppe sicher untergebracht werden konnte.

Bis das Fest anfing, halfen Christian, Steven und Daniel bei den letzten Vorbereitungen. Nachdem alles fertig war, gingen die Bewohner ihrer normalen Tätigkeiten nach. Dann war es sieben Uhr und die Festlichkeiten konnten beginnen.

Es wurde viel gegessen und auch getrunken. Wie jedes Jahr hatten alle Dorfbewohner ihren Spaß bei diesem speziellen Fest. Als es dann auf acht Uhr zuging, machten sich Steven, Daniel und Christian auf. Sie holten ihre Puppe für das anstehende Feuer aus dem Lager.

Schnell wurde die Hutzel auf den Reisighaufen gesteckt und anschließend zeremoniell angesteckt. Dabei waren es Steven, Daniel und Christian vorbehalten, die Hutzel an ihrem Platz zu befestigen. Anschließend war das Trio dafür zuständig, den Reisighaufen mit Fackeln in Brand zu stecken.

Die ersten paar Minuten lief alles gut und das Feuer brannte schnell lichterloh. Das trockene Reisig knister vor sich her und das Feuer strahlte eine angenehme wärme aus. Es war eine kalte, sternenklare Nacht und die ausstrahlende Wärme tat gut.

Die ersten Minuten lief auch noch alles gut, bis das Feuer jedoch die Puppe erreichte. Die Flammen hüllten die Puppe nun vollständig ein und das Unglück nahm ihren lauf. Mit einem Mal kam Bewegung in die eigentlich leblose Strohpuppe.

Die Bewohner geriete dadurch völlig außer sich. Einige Bewohner wichen angsterfüllt zurück und hatten entsetzte Gesichter aufgelegt. Erst als der brennende Dämon von dem brennenden Scheiterhaufen heruntersprang, regten sich die Leute.

Sie gerieten in Panik und rannten schreiend davon. Panisch suchten sich die Winwohner vermeidlich sichere Verstecke. Die wenigen unerschrockenen Bürger, die auf dem Marktplatz geblieben waren, hatten sich eiligst bewaffnet.

Es war jedoch äußerst unwahrscheinlich, das sie mit Messern, Stöcken und ähnlichen Dingen, die Kreatur überhaupt verletzen konnten. Schließlich war dies eine übernatürliche Kreatur, die direkt aus der Hölle entsprungen war. Da konnten herkömmliche Waffen kaum etwas ausrichten.

So wollten die Dorfbewohner das Wesen zur Strecke bringen. Jedoch lag am Ende das halbe Dorf vor sich her kokelnd am Boden. Zudem gab es zusätzliche Verletzte durch diverse, umherfliegende Teile oder weil sie gerade so der Kreatur entkommen waren.

Dieser Vorfall brachte natürlich Untersuchungen mit sich, um das Geschehen zu untersuchen. Dabei wurden die Ermittler auf das Buch aufmerksam, das die drei Jungs zum Bau ihrer Puppe benutzt hatte. Was das Trio ebenfalls übersehen hatten, waren die Warnungen auf den folgenden Seiten.

Aus diesem fatalen Fehler hatte das Trio jedoch nichts lernen mehr können. Auch von einem Verfahren blieben sie verschont. Denn Christian, Steven und Daniel waren unter den Opfern gewesen. Wie sie zu tote gekommen waren, hatte man jedoch nicht herausfinden können.

Ihre Verletzungen und Wunden passten nicht zu den der anderen Opfer. Auch die alte Frau Müller war mit mit vielen ähnlichen Verletzungen und Wunden davongekommen. Sie hatte aber auch das ein oder andere Körperglied verloren. Jedoch war sie immerhin mit dem Leben davon gekommen.

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