ClassicEigenartigesGeisteskrankheitLangMordPlottwitst

Jeff the Killer – geschliffen

Nachrichtensprecher: “Der Schlitzer ist immer noch auf freiem Fuss! Wo wird er als nächstes zuhacken? Bild ist an dem Fall dran!
Seit Wochen schlitzt der brutale und unaufhaltsame Schlitzer überall und ohne Muster noch immer wahllos gute Staatsbürger auf! Die Polizei konnte ihn bisher immer noch nicht fassen. Was ist nur los? Warum passiert nichts? Wie viele Menschen müssen noch brutal abgeschlachtet werden bis man dem Schlitzer das Handwerk legt? Das Volk lebt in Angst!
Die einzige Spur kommt von einem kleinen tapferen Jungen, der den brutalen Messerangriff des Schlitzers um Haaresbreite entkommen ist! Ist das der Durchbruch nach dem wir gesucht haben? Die Polizei hält sich bedeckt. BILD hat den immer noch zu Tode verängstigten Jungen live interviewt!”……

Junge: „Ich bin mitten in der Nacht aufgewacht, weil ich mal wieder von meiner Oma und dem, was sie mit meinem Hamster gemacht hat, geträumt habe.“ Der Junge schüttelt schockiert den Kopf und fährt fort. „ Ich schaute aus dem Fenster und da ist mir aufgefallen, dass es offen ist, aber ich war mir todsicher, dass ich es zu gemacht habe, bevor ich Bubu machen wollte. Ich ging also zum Fenster und machte es zu. Dann machte ich es nochmals auf und wieder zu nur um ganz sicher  zu gehen. Dann nochmals auf und zu, weil die Nachbarin gegenüber mir ganz hektisch zugewinkt hat und ich zurück winken wollte. Als ich dann wieder im Bett war, fühlte ich mich irgendwie nicht so gut, weil es ganz dunkel im Zimmer war. Ich zog also die Bettdecke über meinen Kopf. Aber das war eine ganz blöde Idee, weil meine Füsse ganz ekelig gestinkt haben. Also hab ich die Decke wieder runtergestrampelt. Ich schaute nochmals zum Fenster, ob es immer noch zu war und es war zu. Aber da bemerkte ich zwischen den Spidermanvorhängen zwei Augen. Ein Monster!! Die Augen waren gross und schwarz und sahen aus wie die von Opa, als Mama ihn im Keller gefunden hat. Das Monster hat mich angegrinst und ich hatte mega Angst, ob es mich fressen will. Aber es stand einfach nur da und glotze mich an. Ich glotze zurück und dann sagte es: „Sssshh schlaf einfach weiter!“ Ich hab geschrien wie am Spiess und dann kam das Monster auf mich geflogen und drückte sein grosses Messer an meine Brust! Ich haute es und kickte es und kämpfte wie Superman. Es half alles nicht… Dann kam Papi ins Zimmer gerannt. Das Monster warf Papi das Messer in die Schulter. Ich schrie nochmals aber da kam schon das Tatüütataaa und dann ist das Monster abgehauen aus meinem Zimmer und stolperte dabei über mein Spielzeugauto. Es fluchte laut und ich fing an zu weinen. Es machte Peng im Wohnzimmer. Es hörte sich an wie wo wir im Nachbar ein Ball ins Fenster geworfen hatten. Ich lief an Papi, der am Boden lag vorbei und schaute aus dem Fenster. Dort hab ich gesehen, wie das Monster abgehauen ist über die Strasse vorbei an den Polizisten. Ich hab so Angst. Es sah ganz gruselig aus, viel schlimmer als Oma. Ich werde nie wieder Bubu machen können!“

Nachrichtensprecher: “Kennen Sie dieses Monster? Wir von der Bild sind sicher, dass es sich um den Schlitzer handeln muss! Falls sie einen Mann kennen oder gesehen haben mit grossen schwarzen Augen und fiesen Grinsen, bitte melden Sie sich umgehend zuerst bei uns und danach bei der Polizei. Die Bild ist für sie da. Zusammen fassen wir ihn!”…

Jeff und seine Familie sind erst vor kurzem aus dem Ghetto ins Bonzenviertel gezogen. Die jahrelange Arschkriecherei von Jeffs Dad hat sich endlich ausgezahlt. Hasta la Vista Ghetto, und auf zu den Snobs ist die Devise. Jeff und sein Adoptivbruder Liu finden das nice. Endlich hat nun jeder sein eigenes Zimmer und beim Kacken gehen kann man sogar die Tür schliessen. Echt fett also! Die Familie ist gerade dabei ihren Plunder aus der Karre auszuräumen als die eingebildete Olle von gegenüber im pinken Hosenanzug und Stöckelschuhen herbeigestöckelt kommt.
„Hallo Neuzugänger! Herzlich Willkommen in unserer gepflegten Nachbarschaft! Ich heisse Barbara und ich wohne direkt in dem wunderschönen Haus mit einladendem Garten auf der anderen Strassenseite. Darf ich Ihnen mein hochintelligenten Sohn vorstellen? Er spielt übrigens fantastisch auf dem Klavier und jeden Sonntag ehrenamtlich auf der uralten antiken goldenen Orgel in der stattlichen Kirche unseres bescheidenen Dorfes.“ Sie dreht sich schwungvoll um und ruft ihren gottbegnadeten Sohn herbei. „Biiiiiiiiiiiiiiiiiiiiilly? Das sind unsere neuen Nachbarn und ihre reizenden Kinder, ihr werdet bestimmt gute Freunde werden!“ Sie wirft Jeff und Liu einen strengen Blick zu ehe sie Billy einen Schritt näher zu ihnen schubst. Billy streckt die Hand aus und als jeder einmal geschüttelt hat, rennt er schnurstracks zurück zum einladenen Garten und spielt mit seinem Monstertruck Zäune zerstören.

Jeffs Mutter macht den Anfang. „Ich heisse Margaret. Das ist mein Mann Peter. Der linke hier, ist Jeff und der andere ist unser Adoptivsohn Liu. Er kommt aus Nigeria.“ Wieder werden Hände geschüttelt. Barbara zeigt der Familie ihr schönstes Zahnpastawerbelächeln und geht vor den Kindern in die Hocke. „Na, habt ihr Lust auf die Geburtstagsparty von Billy zu kommen? Eure Eltern sind selbstverständlich auch eingeladen.“ Sie zwinkert Margaret und Peter zu und diese nicken begeistert, bevor ihre Kinder Einwände hervorbringen können. „Super! Da wird sich Billy aber freuen!“ Barbara schielt zu ihrem Garten rüber und als sie bemerkt, dass Billy gerade mit seinem Truck auf die Rosen zurast, entschuldigt sie sich bei Jeffs Eltern und rennt im Galopp über die Strasse um Billy die Leviten zu lesen. „Nein Billy, nicht Mamis Rosen!!!!“

Als die Familie mit dem Auspacken fertig ist und nun überall Kisten und Kartons rumstehen, fängt Jeff an zu murren. „Mom! Warum zwingst du uns auf diese dämliche Kinder-Party zu gehen? Hast du dir den mal angesehen? Der spielt mit Trucks! Mom! Trucks! Liu und ich sind keine Babies mehr!“ Jeff bemerkt das strenge und leicht genervte Gesicht seiner Mutter und bevor diese irgendetwas dazu erwidern kann, legt er nach: „Weisst du was aus dem mal wird? Truckerfahrer! Und weisst du was Truckerfahrer machen? Kinder schänden oder Frauen umbringen. Mom! Frauen umbringen!“
„Jeff, wir sind gerade hier eingezogen. Wir müssen versuchen uns zu integrieren. Es ist schon hart genug für deinen Bruder Liu. Sieh es als neue Herausforderung. Wir gehen zu dieser Feier und du wirst dich mit diesem Billy anfreunden und einen guten Eindruck hinterlassen. Das ist unsere Chance endlich alles richtig zu machen. Es ist beschlossen. Und Jeff, egal was du tust, du wirst es nicht verhindern können, also versuche es zu geniessen.“ Margaret stolziert auf ihre Handtasche zu und kramt darin herum. Gerade als Jeff wieder anfangen will zu protestieren, holt sie ein Foto aus der Tasche und wedelt damit in seinem Gesicht rum. „Du willst doch nicht etwa, dass jeder an deiner neuen Schule dieses Foto von dir und Liu von letzter Weihnacht zu sehen bekommt?“ Jeffs Augen werden gross. Er stürzt sich auf seine Mutter, aber diese kichert nur böse und hält das Foto über Jeffs Gesicht. „Wo dieses herkommt, gibt es noch viele mehr.“
Jeff gibt sich geschlagen und dackelt mit gesenktem Kopf in sein neues Luxuszimmer. Dort angekommen lässt er sich in sein Daunenbett fallen und spiesst die Decke mit seinen wütenden Augen auf. Plötzlich überkommt ihn ein merkwürdiges Gefühl. Ein Gefühl, was er zuvor noch nie gefühlt hatte. Ein Gefühl so heiss wie Feuer und so kalt wie Schnee. Eine Mischung aus Sweet und Sour, mehr Sour als Sweet. Mehr Pfeffer als Salz. Es tut nicht weh, es zu fühlen, aber es fühlt sich halt wirklich sehr merkwürdig an. Machtvoll, lodernd,… und verlangend. Er blickt an sich herab und… „Jeff, hol endlich deinen Krempel!!!“
Am nächsten Tag geht Jeff runter und schmiert sich wie immer ein Brot zum Frühstück. Der Tisch ist reichlich gedeckt. Frisch gepresster Orangensaft, warme Brötchen, Spiegeleier, Aufschnitt und Käse, alles was das Herz eines ausgewogenen Frühstückers begehrt. Margaret hat sogar einen Fruchtsalat gezaubert. Jeff hätte begeistert sein sollen, hätte sich freuen sollen, aber die schlechte Laune von gestern ist noch nicht verflogen. Als er Liu dabei beobachtet, wie er sich die Nutella mit einem Finger über die Lippen streicht und diese dann genüsslich ableckt, überkommt ihn wieder dieses seltsame Gefühl von gestern. Diesmal sogar stärker. Er spürt einen leichten zerrenden Schmerz. Er ignoriert ihn und nimmt einen weiteren Bissen von seinem Brot.
Als Liu und er fertig gegessen haben, machen sich die Jungs auf zur Bushaltestelle. Sie setzen sich auf die mit Kaugummis zugepflasterte Bank und schauen den Autos beim vorbeisausen zu, während sie auf den Bus warten. „So wie es aussieht, sind wir die einzigen, die mit dem Bus zur Schule gehen.“, knurrt Jeff miesgelaunt. „Die anderen werden halt von ihren reichen Bonzeneltern gefahren, Broski.“ Liu balanciert einen Bleistift auf seiner Nase als ein anderer Junge auf einem Skateboard vor ihnen auftaucht, über ihre Köpfe hinweg slided, Lius Käppi inklusive Bleistift mitreisst und vor ihnen zum Stehen kommt. Der Junge bückt sich nach dem Käppi, setzt es sich auf und rollt davon. „Alter, was war das?“, fragt Jeff seinen Bruder, der gerade nach dem verschwunden Käppi auf seinem Kopf sucht. Keine Minute später, rast der Junge auf seinem Skateboard wieder vorbei und winkt den beiden mit einem koketten Grinsen im Gesicht zu. Dann springt er auf seinem Board hoch, vollzieht eine Pirouette, springt wieder vom Brett, kickt es hoch, lässt es über seinen Kopf fliegen und fängt es mir einer Hand auf. „Was für ein Angeber“, murmelt Liu und rollt seinen Mittelfinger aus.

Jeff mustert den Jungen. Typisch Bonzenviertel Kiddo. Eingekleidet aus Muttis und Papis Bankkonto steht er da, in seiner zerrissenen Designerjeans und seinem sündhaft teuren Markenshirt und tut so, als wäre er der auserkorene King des Viertels.

„Na na na, sieht aus als hätten wir hier…. Frischfleisch“ Der Skateboardstrahlemann grinst und zwinkert Liu zu. Aus der Ferne hört man weitere Bretter über den Asphalt rasen. Hinter dem Jungen kommen zwei weitere Designerhosen herbeigerollt und stellen sich links und rechts neben ihn. „Euch zwei Spasten sehe ich hier zum ersten Mal. Da ihr offensichtlich neu seid, stelle ich uns kurz vor. Lauscher auf. Das hier,..“ Der Skateboardraudi zeigt auf die Designerhose zu seiner rechten. „ist Killer-Keith.“ Keith grinst frech und reckt das Kinn. „Und der andere ist Tilter-Troy. Und ich bin Razerblade-Randy. Zusammen sind wir die Parkhousekiller-Gang. Verstanden?“ Liu schaut zu Jeff herüber und wiederholt leise: „die Parkhousekiller-Gang“, ehe er anfängt laut loszulachen.

„Das findest du also witzig. Dir wird das Lachen schon vergehen.“ Randy lässt sein Board auf den Boden fallen, plustert sich auf, stampft zielstrebig auf Liu zu und bleibt direkt vor ihm stehen. Seine Handlanger folgen ihm.
„In diesem Viertel gibt es Regeln. Jeder aus der Nachbarschaft zahlt hier einen kleinen Extrapreis für die Busfahrt, wenn ihr versteht was ich meine. Und du kleiner Scheisskerl hier, bezahlst das Doppelte!“ Liu ballt die Faust und steht auf. „Nur weil ich schwarz bin?“ Die beiden Jungs funkeln sich an. „Tztztz, ich habe gehofft, ihr würdet besser kooperieren. Aber anscheinend willst du kleiner Wichser hier unbedingt die harte Tour!“ Randy packt Liu am Kragen. Gerade als Liu versucht sich los zu reissen und Randy eine überzubraten, zieht Killer-Keith ein Messer und hält es Jeff an den Hals. Liu hält inne und lässt die Arme fallen. „Braver Junge.“, flüstert Randy. Seine Hand wandert in Lius Jacke und zieht seine Geldbörse aus der Tasche. „Warum nicht gleich so?“ Randy lässt den Geldbeutel in seiner Hose verschwinden und greift sich zwischen die Beine. „Eigentlich schuldest du mir nun mehr als ein paar Scheine. Findet ihr nicht auch Jungs?“ In diesem Moment überkommt Jeff wieder dieses Gefühl. Es lodert regelrecht in ihm.
Jeff packt den abgelenkten Killer-Keith am Handgelenk und schubst ihn von sich weg. „Nicht Jeff.“ Liu schielt zu seinem Bruder, doch dieser lässt sich nicht mehr stoppen und stellt sich direkt zwischen Liu und Randy.

„Hör zu, du gibst meinem Bruder nun sofort seinen Geldbeutel wieder zurück, packst deine zwei Handlanger ein und verschwindest. Verstanden?“ Randy Mundwinkel zucken. Dann lacht er laut los und zieht ein schwarzes Messer aus seiner Jeans.
„Wie bitte? Was hast du gesagt? Ich glaube ich habe dich nicht verstanden.“ Randy kichert und seine Gangkollegen stimmen mit ein.
Jeff donnert ohne Vorwarnung seine Faust in Randys Nase, dieser taumelt ein paar Schritte zurück und greift sich überrascht ins Gesicht. Blut läuft über seine Hand und tropft von seinem Kinn.  Tilter-Troy und Keith starren fassungslos Randy an und sogar Liu hat mit so einer Reaktion seines Bruders nicht gerechnet. „Verdammt, du hast mir die Scheiss Nase gebrochen, bist du wahnsinnig?“, brüllt Randy Jeff an, dieser lächelt nur, packt Randy am Handgelenk und dreht ihm den Arm um. Das Messer fällt auf den Boden. Randy schreit auf und torkelt armhaltend weg von Jeff und auf seine Kollegen zu. „Was glotzt ihr so blöd, los macht ihn fertig!“ Tilter-Troy und Killer Keith stürmen auf Jeff los, der bereits das Messer vom Boden geholt hat und dieses schützend vor sich hält. Als Killer-Keith ausholt um Jeff in den Bauch zu schlagen, sticht Jeff ihm die Klinge in die Schulter. Der Killer schreit auf und sackt zu Boden. Tilter-Troy wirft sich auf Jeffs Rücken und prügelt mit seinen Fäusten auf ihn ein. Jeff stöhnt auf und versucht Tilter von seiner Schulter zu werfen. In dem Moment rennt Randy auf die beiden zu und stürzt sich ebenfalls auf Jeff. Jeff schüttelt sich während Fäuste auf ihn einhämmern. Als er schlussendlich zu Boden geht, schnappt er sich das Messer aus Killer-Keiths Schulter und sticht wie ein Wahnsinniger auf die anderen beiden ein. Blut fliesst über Jeffs Handgelenk und von weitem hört er Liu seinen Namen rufen. „Jeff, hör auf!!! Verdammt du bringst noch jemanden um!!!“
Jeff starrt seinen Bruder an,… und dann realisiert er das Massaker, das er angerichtet hat. Die drei Jungs liegen wimmernd und blutend auf den Boden. Übersät mit unzähligen Stich und Schnittwunden. „Verdammt,…“, murmelt Jeff, lässt die Klinge los und geht ein paar Schritte zurück. „Der Bus,… der Bus!!! Los!“ Liu packt Jeff am Arm und rennt los. Jeff stolpert hinter ihm her und schielt immer wieder zurück zu den drei Jungs, sie sich noch immer auf dem Boden hin und her winden.
Als sie genug weit von der Bushaltestelle weg sind, bleibt Liu stehen und schnappt nach Luft. „Alter was ist denn in dich gefahren?“
Jeff mustert seine Hände, die blutig sind. „Ich weiss es nicht,… er hat dein Käppi geklaut und dich beleidigt,… ich musste etwas tun.“
„Du hättest denen beinahe das Licht ausgeknipst!“ Liu boxt Jeff in die Hüfte. „Wir hatten Glück, dass kein Auto angehalten hat und jemand dazwischen gegangen ist, am besten wir verlieren kein Wort über das was passiert ist. OK?“ Jeff schaut zwischen seinen Händen und seinem Bruder hin und her und als dieser ihn am Arm packt, nickt er schliesslich. „Gut, na los, wo ist eigentlich dieses verdammte Schulhaus?“, fragt Liu und als sich ihre Blicke treffen, fangen beide an laut loszulachen.
Der Schultag verläuft normal. Jeff und Liu haben sich eine Ausrede für das ganze Blut auf Jeffs Klamotten einfallen lassen und schlussendlich von der gutgläubigen Schulärztin ein paar neue Anziehsachen bekommen. Jeff ist jetzt wenigstens in ihren Augen ein Held und hat drei Katzenbabies  durch einen Kaiserschnitt geholfen zur Welt zu kommen.
Während Liu versucht sich mit ein paar anderen aus ihrer Klasse anzufreunden, starrt Jeff immer wieder auf seine Hände. Für Liu ist das, was vorgefallen ist nur eine harmlose Messerstecherei gewesen, etwas, das man einfach so vergessen kann, im Ghetto ist sowas schliesslich normal, aber für Jeff ist das heute etwas Besonderes gewesen. Es war beängstigend und gleichzeitig faszinierend. Dieses Gefühl, dass ihn überkommen hat, ist so intensiv und einnehmend gewesen, alles, was er in diesem Moment gewollt hat diesem Jungen, Randy, nä…
„Jeff, alles in Ordnung?“, fragt der Lehrer in die Klasse. Jeff blickt auf. Alle Augen sind auf ihn gerichtet. “Ähh,… ich habe nur meine… Hände bewundert.“
„Herr Schlitzer, es ist wundervoll, dass sie so begeistert von ihren eigenen Händen sind, aber ich versuche hier verzweifelt ihnen und ihrer Klasse etwas beizubringen, also tun sie wenigstens so, als hätten sie Interesse daran, Algebra zu verstehen.“ Der Lehrer verdreht die Augen und malt mit Kreide ein paar weitere Zahlen an die Wandtafel. Ein paar aus der Klasse fangen an zu lachen, ein paar tuscheln angeregt, aber Jeff ist das egal. Alles was für ihn zählt, ist dieses Gefühl. Es ist falsch, was er der Parkhousekiller-Gang angetan hat, aber es hat sich so unglaublich schön angefühlt, befreiend,… und ihm wird klar, dass er es wieder tun würde. Um das zu verhindern, schwört sich Jeff in diesem Moment, nie wieder zu dieser Bushaltestelle zurück zu kehren.
Zuhause angekommen verzieht sich Liu direkt in die Küche und überfällt den Kühlschrank. Jeff hingegen läuft direkt in die Arme seiner Mutter, die ihm einen skeptischen Blick zuwirft. „Wie bist du denn angezogen?“ Jeff schaut an sich runter und erinnert sich wieder daran, dass er von der Schulärztin ein paar mittelalterliche Lumpen zum Anziehen bekommen hat aus der Theaterkiste. „Ich habe mich,… im Theaterkurs eingeschrieben, glaube ich.“ Margarets Augenbraue zieht sich in die Höhe. „Du und Theater? Das ist ja eine ganz neue Seite an dir. Wie war der erste Schultag? Habt ihr Anschluss gefunden?“ Jeff bückt sich nach seinen Schuhen und fummelt an den Schnürsenkel rum. „Es … war… ein wunderbarer Tag, Mom, einfach nur wunderbar.“ Gerade als Margaret etwas erwidern wollte, klingelt es an der Tür. „Huh, wer ist denn das? Barbara? Oh Gott,… Jeff, wenn sie dich in diesem Fummel sieht… husch husch, versteck dich.“ Margaret wirft ihrem Sohn einen strengen Blick zu und als dieser sich nicht sputet, steuert sie auf ihre Handtasche zu und holt das Foto wieder raus. „Mom!“, murrt Jeff und Margaret grinst diebisch. „Barbara findet das Foto von dir bestimmt genauso niedlich wie ich, meinst du nicht?“ „Mooooooooooom!“ Es klingelt erneut und Margaret fuchtelt etwas nervöser mit dem Foto vor Jeffs Nase rum, bis er schliesslich mit offenen Schnürsenkeln in die Küche hüpft und ein „Du bist eine grausame Mutter“ hinterher ruft.
Ein letzter prüfender Blick in den Spiegel, etwas die Haare richten und Margaret öffnet die Nachbarin von Gegenüber erwartend die Tür. Zum Vorschein kommen zwei uniformierte Polizisten. „Madame, wir wurden informiert, dass einer ihrer Söhne heute drei Jugendliche bei der Bushaltestelle niedergestochen hat. Sind ihre Söhne reinzufällig schon zuhause?“
Margarets Kinnlade fällt hinunter und sie schnappt nach Luft. „Sind Sie sich sicher, dass sie sich nicht bei der Haustür geirrt haben? Wir sind erst neu hier eingezogen.“ Der eine der beiden Polizisten schiebt sich den Rest seines Donuts in den Mund und nickt. „Todsicher.“ Der andere kratzt sich über den prallen Bauch und fragt erneut,  diesmal etwas fordernder: „Sind Ihre Söhne zuhause Madame?“

„Jeff? Komm sofort hierher!“ An Margarets Tonfall erkennt Jeff, dass die Kacke am Dampfen ist. Neugierig streckt er seinen Kopf aus der Küchentür und als er die beiden Polizisten entdeckt, schluckt er schwer. „Jeff, sofort!“ Wie ein Hund mit eingezogenem Schwanz schlurft er Richtung Eingangstür und bleibt neben seiner Mutter stehen.
„Die Polizisten haben gesagt, dass entweder du oder Liu heute drei Jugendliche angegriffen haben? Ist das wahr?“ Jeff beobachtet, wie die Zornesfalte auf Margarets Gesicht pulsiert und lässt ertappt den Kopf hängen.
„Mom, sie haben angefangen.“

Der fettleibige Polizist bückt sich zu Jeff runter und mustert ihn. „Du weisst, dass das eine Straftat ist, mein Junge. Wir haben Zeugen, dass jemand von euch heute die drei Jugendlichen attackiert hat und danach abgehauen ist.“ Um nicht mit der Wampe vom Polizisten zu kollidieren, geht Jeff einen Schritt zurück, plustert sich auf und reckt das Kinn. „Die Jungs haben Liu einen Nigger genannt!“
„Gott ich kann mir das nicht anhören, Liu! Wo bist du?“, brüllt Margaret hysterisch durchs Haus und als Antwort hört man ein Poltern aus der Küche.
Liu streckt wie zuvor Jeff seinen Kopf aus der Küchentür und als er sieht, wer gerade vor der Tür steht, watschelt er mit dem Nutellamesser noch in der Hand auf die Polizisten zu.
Der Polizist mit der Wampe greift zu seinem Holster am Gürtel und zieht seine Waffe, seine Kollege ebenso. Beide Pistolen sind auf Liu gerichtet. „Lass sofort die Waffe fallen Junge!“
Liu bleibt stehen und lässt perplex das Messer fallen. „Was ist hier los?“ Jeff stellt sich zwischen die Polizisten und Liu in die Schiessbahn und hält die Hände hoch. „Er ist unschuldig! Ich habe es getan!“ Margaret fängt an zu hyperventilieren und fächert sich mit ihrer schweissnassen Hand Luft zu. „Oh Gott, oh Gott, bitte lass das nicht wahr sein…“ Die beiden Polizisten tauschen einen Blick aus, nicken und packen die Revolver wieder in die Holster zurück.
„Karl, die Handschellen.“ „Handschellen?“, wiederholt Jeff fassungslos. „Frau Schlitzer, wir müssen ihren Sohn aufs Revier mitnehmen.“ „Aufs Revier?“, wiederholt nun Margaret mit zittriger Stimme und als der Polizist, der offensichtlich Karl heisst die Handschellen dem Polizisten mit der Wampe reicht, kleben ihre Augen auf dem schimmernden Metall.

„Warten sie!“, Liu schnappt sich das Messer vom Boden und stürmt auf die Polizisten zu. Der eine greift wieder nervös zu seiner Knarre aber Liu hält die Hände hoch und schüttelt mit dem Kopf. „Herr Polizist, ich war es, Jeff ist unschuldig. Ich habe die Kerle abmurksen wollen, er hat mich aufgehalten. Nehmen sie mich fest.“ Liu schielt zu Jeff und als dieser seinen Blick schockiert erwidert, nickt er. „Das hier“, Liu streckt dem Polizist das Messer entgegen, „ist die Tatwaffe.“ Der Polizist kramt einen Plastikbeutel aus seiner Jackentasche und Liu lässt das Messer hineingleiten. Dann schnappen die Handschellen zu. „Was soll das? Glauben sie ihm nicht, ich war es, ich ganz allein.“, protestiert Jeff unter Tränen und geht in die Knie.
„Es ist in Ordnung Broski, du musst mich nicht in Schutz nehmen.“
„Nein, ich war es!“
Die Polizisten inklusive Margaret schauen zwischen den Brüdern hin und her. „Mein Junge, dein Bruder hat gestanden, er kommt in den Jugendarrest. Frau Schlitzer, es tut mir Leid für sie, bitte passen Sie auf ihren Jungen auf. Wir werden sie über die weiteren Schritte telefonisch informieren.“ Die beiden Polizisten drehen sich um und steuern inklusive Liu auf das Polizeiauto zu, dass in der Einfahrt parkt. Als sie losgefahren sind, bückt sich Margaret mit einem Seufzer zu Jeff, der noch immer wie angewurzelt auf dem Boden kniet, runter und legt ihm die Hand auf seine Schulter. „Es tut mir so leid Jeff.“
„Er war es nicht Mom, ich war es.“, flüstert Jeff aber Margaret schüttelt nur den Kopf und verschwindet in der Küche.

Ein paar Minuten später kommt Jeffs Vater nach Hause. Als er seinen Sohn mit hängendem Kopf auf der Treppe sitzen sieht, legt er die Stirn in Falten. „Was ist denn dir über die Leber gelaufen?“ Ehe Jeff antworten kann taucht bereits Margaret im Flur auf und fällt ihrem Mann schluchzend in die Arme. „Die Polizei hat Liu abgeholt.“
Peter legt seinen Arm um seine Frau und streichelt ihr zögerlich über den Rücken. „Was ist passiert? Warum haben sie Liu abgeholt?“ „Ich war es, nicht Liu! Er ist unschuldig“, mault Jeff, stampft die Treppe hoch und knallt seine Zimmertür hinter sich zu. Durch die geschlossene Tür hört er noch, wie ein paar Gesprächsfetzen seiner Eltern „Nie adoptieren sollen“  schlechter Einfluss für Jeff“, „total falsch eingeschätzt“ „im Ghetto bleiben sollen“ … Jeff wirft sich aufs Bett und schlägt mit seiner Faust immer wieder in sein Daunenkissen ein. Dieses ergibt sich nach wenigen Hieben und als überall Federn im Zimmer rumfliegen, beendet Jeff seinen Tobsuchtanfall und starrt keuchend und erschöpft an die Decke. Er ist schuld. Nicht Liu. Es ist nicht richtig, dass Liu für etwas büssen muss, was er nicht getan  hat.

Es vergehen zwei Tage ohne ein Lebenszeichen von Liu. Die Schuldgefühle nagen schwer an Jeff, aber trotz allem hat er sich jeden Tag in die Schule gequält. Ohne Liu fühlte sich Jeff allein, verlassen und unkontrolliert. Liu ist sein Anker gewesen, die einzige Person, die ihn verstanden hat und die ihn so akzeptiert hat wie er ist. Mit all seinen Fehlern und Angewohnheiten. In der Schule haben die anderen Kinder ihn gemieden. Das ist für Jeff OK gewesen, er wollte mit niemanden reden. Ein paar beschimpften ihn als Kellerkind, haben ihn mit Schulutensilien beworfen, aber selbst das ist OK gewesen. Das einzige was Jeff störte, ist die Tatsache, wie seine Eltern über Liu dachten und wie abfällig sie über ihn redeten. Als wäre er nie Teil der Familie gewesen. Es machte ihn wütend, rastlos. Gerade als Jeff wieder anfangen wollte auf irgendein Plüschtier aus seiner Sammlung einzuschlagen, klopft es leise an seiner Zimmer. Ohne seine Antwort abzuwarten, öffnet Margaret mit einem strahlenden Lächeln die Tür. „Ich hoffe du hast gerade was an und spielst nicht an dir rum, ich mache die Augen auf in 5,…4,…3,…2,…“ „Moooooom! Geh raus!“, keift Jeff und vergräbt sein Gesicht in seinen Teddybär. „1.. Jeff! Es ist 14 Uhr und du lümmelst immer noch in deinem Pyjama rum! Und diese Luft! Richtig stickig. Mach mal die Vorhänge auf, öffne das Fenster, lass frische Luft rein.“ „Ich hasse Licht und ich hasse Luft und ich hasse dieses Leben.“, murrt Jeff. Der Teddybär fliegt auf den Boden. Margaret wirft Jeff einen finsteren Blick zu, steuert auf das Fenster zu und reisst die Vorhänge auf. Ein „GSCHHHHHHHHHHT“ dröhnt aus Jeffs Ecke.  „Du bist kein Vampir Jeff, plustere dich nicht so auf. Weisst du, was für ein Tag heute ist?“ Margaret geht vor Jeff in die Knie und kneift ihn in die Wange. „Mom, behandele mich nicht immer wie ein kleines Kind!“ „Dann verhalte dich nicht so, Jeff. Aber hey, heute ist Billys Geburtstagsparty! Ist das nicht toll?“
Jeff knurrt unbegeistert. „Ich gehe nicht an diese Kinderparty.“
„Du wirst gehen und du wirst Spass haben! Es wird dir gut tun, vielleicht kommst du so auf ein paar andere Gedanken. Wenn du nicht mitkommst, darfst du Liu nächste Woche nicht besuchen gehen. Los zieh dich an, in einer Viertel Stunden gehen wir los!“ „Das ist Erpressung Mom!“  Margaret zuckt mit den Schultern und verschwindet wortlos aus dem Zimmer. Jeff richtet sich seufzend auf und schlurft zu seinem Kleiderschrank. Lustlos schlüpft er in ein weisses ausgeleiertes Shirt und in ein paar alte Jeans.

Als Jeff sich die Treppe herunter gekämpft hat, stehen bereits seine Eltern aufgetakelt und frisch gestylt im Eingangsbereich und mustern ihn. „Jeff! So kannst du doch nicht zu der Party gehen! Du siehst aus wie einer aus der Gosse! Los zieh dir was Schöneres an, aber sofort! Wir haben nicht mehr viel Zeit, sonst kommen wir zu spät!“
Jeff verdreht genervt die Augen und stampft zurück in sein Zimmer. Mit einer schicken schwarzen Hose, einem grünen Hemd und einer weissen Kapuzenjacke ausgerüstet, präsentiert sich Jeff den kritischen Augen seiner Eltern und als diese begeistert nicken, machen sie sich alle auf den Weg zu Billys Geburtstagsparty.

Barbara öffnet die Tür und das knallgelbe Kleid, in das sie ihre weiblichen Kurven gequetscht hat, schmerzt in Jeffs Augen. Peter reicht ihr die Hand und bedankt sich überschwänglich nochmals für die Einladung zu der fetten Geburtstagsparty. „Das ist doch kein Thema, wir freuen uns alle, dass ihr gekommen seid! Jeff! Schön dich zu sehen! Du siehst ja richtig goldig aus!“, flötet Barbara und kneift Jeff in die Wange. Jeff schaut gequält zu seiner Mutter und als diese ihm einen bösen Blick zuwirft, zwingt er sich zu etwas ähnlichem wie einem Lächeln. Margaret nickt Jeff zu und tauscht mit Barbara ein Küsschen links und ein Küsschen rechts aus.
„Die Kinder sind im Garten Jeff, wie wär’s wenn du zu ihnen gehst? Ich entführe deine Eltern ins Wohnzimmer! Margaret! Du musst unbedingt meine selbstgebackenen Muffins probieren. Die sind vorzüglich geworden!“ „Wirklich Barbara? Das ist ja wunderbar! Los Jeff, geh in den Garten! Mami und Papi probieren Barbaras wundervolle Muffins.“ „Oh ja, Papa hat bereits richtig Lust auf einen leckeren Muffin“ Ekelhaftes Gelächter Peter schielt bereits gierig ins Wohnzimmer während Margaret nach ihrer Handtasche greift und eine Ecke des Fotos von letzter Weihnacht herausblitzen lässt. Jeff schluckt schwer und dackelt mit einem „OK“ Richtung Garten.
Jeffs Kinnlade fällt herunter als er draussen ankommt. Der ganze Garten ist übersät mit kleinen Kindern, die in ihren komischen Cowboykostümen umher rennen und sich gegenseitig mit Spielzeugpistolen abschiessen. „Ach du heilige Scheisse“, murmelt Jeff und im selben Moment taucht Trucker-Billy mit einem riesigen Cowboyhut auf dem Kopf vor ihm auf und streckt ihm eine Pistole entgegen.
„Hey du, willst du mitspielen? Ich bin Billy! Billy the Kid, ich schiesse schneller als mein Schatten!“, posaunt der Junge und pengpengt mit der Pistole in Jeffs Ohr.
„Nein.“, knurrt Jeff und Billy wirft ihm einen traurigen Blick zu. „Hey  du, ich glaube deine Mom will was von dir.“ Billy zeigt mit seiner Pistole zum Wohnzimmerfenster. Als Jeff dort seine Mutter sieht, die ihm einen grimmigen Blick zuwirft und mit dem Foto rumfuchtelt, greift Jeff nach Billys Pistole und tut so als ob er ihn gerade abschiesst. „Peng!“ Billy kichert , hält sich die Hand an die Brust und geht zu Boden. Als er aufhört auf dem Boden rum zu zappeln und Tot zu spielen, schaut Jeff nochmals zum Fenster. Margaret nickt ihm lächelnd zu, steckt das Foto in ihre Tasche und schiebt sich einen Muffin in den Mund.
Erleichtert setzt sich Jeff auf die Treppenstufe und buddelt mit seiner neu erworbenen Pistole in der Erde rum. Plötzlich hört er Bretter über den Asphalt donnern. Jeff schaut vom Boden auf und sieht gerade noch, wie die Parkhousekiller-Gang mit ihren Skateboards über den Gartenzaun fliegen. Ein paar der Kids versammeln sich im Kreis um sie und bewundern sie mit grossen, strahlenden Augen. „Oh fuck.“ Jeff richtet sich auf und gerade als er versucht unentdeckt ins Haus zurück zu schleichen, hört er Randy seinen Namen schreien.

Jeff bleibt stehen und dreht sich um. Randy rollt auf seinem Brett zu ihm herüber. „Jeff, richtig? Ich wusste, dass ich hier finde. Wo ist denn dein Niggerbruder?“ Randy grinst und neben ihm tauchen Killer-Keith und Tilter-Troy auf. „Nicht so gesprächig heute? Das ist aber schade, wir haben noch ein Hühnchen zu rupfen. Siehst du meine Nase?“ Randy zeigt mit seinem Finger auf das grosse Pflaster in seinem Gesicht. Jeff starrt Randy emotionslos an. „Steht dir, sieht besser aus als deine alte Visage.“ „Was hast du gesagt?!“, knurrt Randy, ballt seine Finger zur Faust und hält sie Jeff unters Kinn. „Lass mich in Ruhe, verpiss dich einfach.“ „Ha ha ha, du glaubst wirklich, wir lassen dich in Ruhe nach dem was du uns angetan hast? Da hast du dich geschnitten. Wir werden dein Leben zerstören. Jungs, die Waffen.“ Randy schielt zu seinen Kollegen. Killer-Keith und Tilter-Troy holen zwei Pistolen aus ihren Bomberjacken und richten sie auf Jeff. „Ey mann, komm lass gut sein.“ Jeff hält sich abwehrend die Hände vors Gesicht. Randys Mundwinkel ziehen sich nach oben und er geht einen Schritt näher auf Jeff zu. „Weisst du was das lustige ist? Jeder hier denkt, die Pistolen hier, wären nicht echt, aber soll ich dir was verraten? Sie sind echt und sie tun verdammt weh, also sei ein braver Junge und tu was wir dir sagen.“ Randys Lippen kitzeln an Jeffs Ohrläppchen und Jeff überkommt wieder dieses seltsame Gefühl. Adrenalin schiesst durch seine Venen und am liebsten hätte er sich direkt auf Randy gestürzt und ihn auseinander genommen. Aber die kleinen Kinderaugen, die nun alle wie gebannt auf ihn und Randy starren halten ihn davon ab. „Was wollt ihr?“
„Warum nicht gleich so! Los komm, hier ist kein geeigneter Ort für das, was du verdienst.“ Randy lacht laut auf und hakt sich bei Jeff ein. Tilter-Troy und Killer-Keith stellen sich hinter die beiden und als Jeff die Läufe der Pistolen auf seinem Rücken spürt, lässt er sich von Randy ins Haus führen. Die vier laufen nach oben ins grosse Bad. Dort angekommen, schliesst Randy die Tür hinter ihnen ab. Gerade als dieser sich zu Jeff umdrehen will, stürzt sich Jeff auf ihn, umfasst seinen Kopf mit den Händen und knallt diesen gegen das Waschbecken. Ein Knacken hallt durch den Raum und Randy geht leblos zu Boden. Killer-Keith und Tilter-Troy starren fassungslos zwischen Jeff und den am Boden liegenden Randy hin und her und ehe sie begreifen, was gerade passiert ist, schlägt Jeff Troy die Knarre aus der Hand und fängt an ihn zu würgen. Keith torkelt schockiert ein paar Schritte zurück, während er beobachtet, wie sein Kollege um Atem ringt und anfängt zu röcheln. Als er sich wieder gefasst hat, richtet er mit zittrigen Fingern den Lauf der Pistole auf Jeff. „Hö…r soof…oorrt… auf…oder.. ich… schiesse..“ Jeff reisst seinen Kopf um und grinst Keith mit einem abstrakten und verzerrten Lächeln auf seinem Gesicht an. „Tu es doch!“ Jedes Wort triefend vor Hass ausspuckend. Das Gefühl, dass in Jeff brodelt, hat ihn unter Kontrolle. Verblendet seinen gesunden Menschenverstand und füttert ihn mit Ektase. Als Troy anfängt blau anzulaufen und die Adern in seinen Augen zu platzen drohen, feuert Keith ab. Die Kugel trifft Jeff in die Schulter und er schreit vor Schmerz auf. Blut tropft auf den pastellblauen Badezimmerteppich. Als Jeff sich vom Schmerz erholt hat, lässt er von Troy ab und richtet sich auf. Mit langsamen trägen Schritten nähert er sich Keith, der noch immer die Pistole mit seinen Fingern umklammert. „Schiess nochmal“, brüllt Jeff ihn an.

Von unten hört man Schritte die Treppe hinauf donnern und als die Klinke der Tür mehrmals heruntergedrückt wird und mehrere Fäuste gegen das Holz hämmern, lacht Jeff laut auf. „Alles in Ordnung???“ „ Was war das?“  „War das ein Schuss??“  „Macht sofort die Tür auf!!!“ „Ich verständige die Polizei.“ Killer-Keith weicht zurück, bis er das kalte Porzellan der Badewanne an seinem Oberschenkel spürt. „Bist du wahnsinnig?“, stammelt er. „Willst du es herausfinden?“ Keith schluckt und als Jeff direkt vor ihm stehen bleibt und ihn mit irren Augen anstarrt, feuert er erneut. Die Kugel verfehlt Jeff knapp an der Hüfte. Mit Schwung wirft er sich auf Keith, dieser verliert das Gleichgewicht und landet mit Jeff rücklings in der Wanne. Ein Schwall von Fausthieben donnert auf Keith ein. Keith versucht sich verzweifelt zu wehren und gerade als Jeff erneut auf sein Gesicht einschlagen will, greift Keith nach einem Shampoo und wirft es über Jeffs Kopf hinweg direkt auf den grossen Bleichmittelkübel über der Wanne. Der Kübel fällt hinunter und trifft Jeff am Kopf. Der Deckel des Kübels springt auf und die Flüssigkeit entleert sich auf die beiden. Jeff rührt sich für ein paar Sekunden nicht und Keith ergreift seine Chance. Er buddelt sich unter Jeffs Körper frei und steigt aus der Wanne. Auf wackeligen Beinen schlurft er Richtung Tür und gerade als er versucht den Schlüssel umzudrehen, bemerkt er, wie Jeff sich hinter seinem Rücken aufrichtet und ebenfalls aus der Wanne steigt. „Alter! Komm hör auf!“ Keiths Stimme bricht. „Es ist erst zu Ende, wenn du nicht mehr atmest.“, flüstert Jeff und bewegt sich wie ein Raubtier mit langsamen Schritten auf Keith zu. „Verdammt, du bist total wahnsinnig!“ Keith fingert nervös an seiner Jacke rum und kurz bevor Jeff ihn erreicht, holt er ein Feuerzeug heraus. „Geh weg oder ich… ich zünde dich.. an.“ „Tu es doch,… ich will… brennen“ Keith fummelt am Feuerzeug rum und gerade als Jeff ausholt, entzündet es eine Flamme und Jeffs Arm fängt Feuer. Keith dreht den Schlüssel um und stürmt aus dem Badezimmer. Vor der Tür stehen die Erwachsenen und ein paar Kinder und beobachten schockiert die Szenerie. Das Feuer züngelt über Jeffs Arm bis sich auch der Rest seines Körpers entzündet. Jeff brüllt unter Schmerzen auf, fuchtelt wild um sich und versucht verzweifelt, das Feuer auszulöschen. Er wirft sich auf den Boden und wälzt sich auf dem Badezimmerteppich hin und her, vergebens. Sein kompletter Körper brennt lichterloh. Im Augenwinkel sieht Jeff noch, wie die Erwachsenen mit Decken ausgerüstet auf ihn zustürmen und versuchen ihn zu löschen, ehe er das Bewusstsein verliert.

Als Jeff wieder zu sich kommt, ist er definitiv nicht mehr im babyblauen Badezimmer von Barbara. Er versucht die Augen zu öffnen aber  es geht nicht. Sein komplettes Gesicht ist einbandagiert. Sein Körper fühlt sich schwer an, träge,… und jede nur kleinste Bewegung schmerzt höllisch. Auf Mund und Nase ist ein Beatmungsgerät angebracht, dass in regelmässigen Abständen Sauerstoff in Jeffs Lunge pumpt. Er lebt. Wer hätte das gedacht? Wie durch ein Vakuum hört Jeff, wie ein Stuhl umher geschoben wird und als er versucht, seinen Kopf in die Richtung zu rücken, woher das Geräusch gekommen ist vernimmt er die leise Stimme seiner Mutter. „Psscht, Jeff nicht bewegen. Die Schwester kommt gleich und gibt dir noch ein bisschen Morphium. Versuch zu schlafen.“ Er will etwas erwidern, aber sein Mund reagiert nicht und seine gesamte Gesichtsmuskulatur fühlt sich taub an. Eine Tür wird geöffnet und Schritte kommen näher. „Schwester, Jeff ist wach. Er hat versucht aufzustehen.“
Die Schwester sagt nichts und als plötzlich sein Arm anfängt zu brennen, wird Jeff immer müder und dämmert schlussendlich weg.

„Schatz? Hörst du mich?“ Die Stimme seiner Mutter dringt zu Jeff durch und er kommt langsam zu sich. Er will reagieren, aber sein Körper fühlt sich immer noch taub an. „Ich habe gute Neuigkeiten. Liu wird freigelassen! Ist das nicht schön? Er wird morgen entlassen.“ Ein Glücksgefühl strömt durch Jeffs Körper. Am liebsten wäre er aufgesprungen und direkt in die Arme seiner Mutter gefallen. „Keith hat ausgesagt, dass er und seine Freunde euch angegriffen haben und ihr unschuldig seid. Die Polizei überprüft das zwar noch, aber ich glaube, es sieht gut aus für Liu und dich. Ich wusste gar nicht, dass Kinder so grausam sein können. Einfach schrecklich was euch passiert ist.“ Jeff spürt Margarets Gewicht auf seinem Körper und hört, wie seine Mutter ihm einen Kuss auf irgendeine Stelle deines Körpers drückt. Wahrscheinlich die Stirn.

Mehrere Wochen sind vergangen und als der Tag gekommen ist, an dem Jeffs Verbände endlich entfernt werden konnten, hat sich seine komplette Familie um sein Bett versammelt. Jeffs Mutter ist ganz aufgeregt und auch sein Vater tigert im Behandlungszimmer auf und ab. Liu steht direkt neben seinem Bruder und hält seine Hand. „Pssst, bald siehst du aus wie Frankenstein persönlich“, flüstert er und fängt an zu kichern. „Liu! Mach deinem Bruder keine Angst! Jeff du wirst bestimmt ganz normal aussehen. Oder Herr Doktor?“
Der Arzt räuspert sich. „Lassen Sie uns auf das Beste hoffen. Die Verbrennungen waren sehr stark und wir haben alles getan, was wir konnten. Eventuell müssen wir später weitere Schritte einleiten. Die Medizin ist bereits sehr weit mit der Gesichtsrekonstruktion…“ „Gesichtsrekonstruktion?“, wiederholt Margaret mit piepsiger Stimme und Jeff konnte sich ihren Gesichtsausdruck lebhaft vorstellen.
Als der Arzt anfing vorsichtig Bandage um Bandage zu entfernen, hielt Jeff die Luft an. Immer mehr von Jeffs Gesicht wird freigelegt und als die Bandagen komplett entfernt sind, stösst Margaret einen schrillen Schrei aus. „Oh Gott Jeff…“, jammert sie. „Frau Schlitzer, das ist völlig normal, es wird noch besser abheilen mit der Zeit.“, versucht sie der Arzt zu beruhigen. Langsam öffnet Jeff die Augen und als er in das schockierte Gesicht seiner Mutter blickt, hätte er beinahe angefangen zu lachen. Sie starrt ihn an, als wäre er Slenderman persönlich.
„Wie sehe ich aus?“, fragt Jeff neugierig und Liu fängt an zu lachen. „Liu!“, schimpft ihn sein Vater aber Liu denkt nicht mal daran aufzuhören. „Broski, du siehst wirklich aus wie Frankensteins Monster.“  „Gott Liu, halt endlich die Klappe, du siehst doch dass es Jeff nicht so gut geht.“ „Mir geht es gut.“, erwidert Jeff und richtet sich langsam vom Bett auf. „Ich will wissen wie ich aussehe.“ „Bist du dir sicher?“ „Ja.“ Der Doktor reicht Jeff einen Spiegel. Neugierig wagt Jeff einen Blick und… erkennt, warum die anderen so schockiert von seinem neuen Anblick sind. Sein Gesicht sieht fürchterlich aus. Die Haut ist komplett verbrannt und schneeweiss vernarbt, seine Lippen sind nur noch ein schmaler rosafarbener Strich und dort wo früher seine Haare waren, ist nun gar nichts mehr. Seine komplette Körperbehaarung ist verschwunden.  Vorsichtig tastet er sein Gesicht mit seiner nicht so stark verbrannten Hand ab. Es fühlt sich ledrig an, seltsam, taub. Die Berührungen seiner Finger spürt er nicht. Sein Gesicht ist komplett tot. Gestorben an diesem Tag mit Randy und Troy.
Jeff legt den Spiegel beiseite. Alle starren Jeff an und warten auf seine Reaktion. „Es ist…. Perfekt.“ Margarets Kinnlade knallt auf den Boden, mit ihr die von Peter. Der Arzt wirkt sichtlich angespannt und Liu grinst. Auch Jeff fängt an, wie ein Irrer zu grinsen und dabei verzieht sich sein Gesicht zu einer merkwürdigen Fratze. Als Jeffs Mutter das sieht, kippt sie um und Peter kann sie im letzten Moment gerade noch auffangen.
„Jeff,… bist du okay?“, fragt der Arzt skeptisch seinen Patienten. „Mir ging es noch nie besser Doc. Dieses Gesicht passt perfekt zu mir!“ Jeff streichelt über sein neues Gesicht und fängt an hysterisch loszulachen.
„Herr Schlitzer, machen sie sich keine Sorgen, diese Reaktion ist gar nicht so untypisch. Wir werden ihn die nächsten paar Tage psychologisch betreuen lassen.“
„Ich brauche keinen Seelenklempner! Mir geht es fabelhaft!“, trällert Jeff und hüpft vom Bett. Die Augen vom Arzt weiten sich. „Jeff, du solltest noch nicht…“ Bevor der Arzt zu Ende sprechen kann, verliert Jeff das Gleichgewicht und fällt zu Boden.

Ein paar Tage später wird Jeff entlassen. „Bitte achten Sie darauf, dass Jeff sein Gesicht regelmässig kühlt und bitte kommen Sie in drei Tagen wieder vorbei zur Nachuntersuchung. Diese Medikamente muss Jeff täglich zu sich nehmen.“ Der Arzt reicht Margaret eine kleine Tasche voll mit Arznei und Salben. Margaret nickt stumm und als der Arzt aus dem Zimmer verschwunden ist, holt sie Jeffs Anziehsachen aus einem Plastiksack. „Ich habe dir neue Klamotten gekauft“, murmelt sie und beobachtet, wie sich Jeff wortlos aus dem Krankenhauskittel schält und anzieht. So still hat Margaret ihren Sohn noch nie erlebt. Etwas besorgt geht sie mit ihm zum Auto und steigt ein. Auch während der kompletten Fahrt, verliert Jeff kein Wort. „Geht es dir gut, Honey?“, fragt sie leise und sieht zu Jeff auf den Beifahrersitz herüber. Dieser nickt nur und zieht sich die Kapuze seines neuen Kapuzenpullis über den Kopf.

Zuhause angekommen verzieht sich Jeff in sein Zimmer und dreht das Radio auf volle Lautstärke auf. „Ist mit Jeff alles in Ordnung?“, fragt Liu seine Mutter und Margaret zuckt lediglich mit ihren Schultern. „Ich glaube, er braucht etwas Zeit für sich. Na wie wär’s, wollen wir uns eine Pizza bestellen und die neue Staffel Sex and the City zusammen schauen?“ „Sex and the City und Pizzaaaaaa!“ Peter streckt seinen Kopf aus der Tür seines Arbeitszimmers und stimmt ebenfalls mit ein. „Sex and the City und Pizzaaaaaaaa!“
Später in der Nacht wird Margaret von einem Geräusch geweckt. Sie reibt sich den Schlaf aus den Augen und stupst ihren Mann an. „Peter, ich glaube, da ist jemand im Haus!“ Peter stöhnt nur genervt auf und dreht sich gähnend zur Seite. „Von mir aus. Lass mich schlafen, ich habe morgen ein wichtiges Meeting.“ „Peter!“, protestiert Margaret etwas lauter. „Meeting, Schatz, Meeting.“ Genervt kriecht Margaret aus dem Bett und tappst auf leisen Füssen aus dem Schlafzimmer. Es raschelt erneut und dann vernimmt sie ein leises Wimmern. Es scheint aus dem Bad zu kommen. Mit langsamen und vorsichtigen Schritten begibt sie sich zum Bad und als sie die Tür einen Spalt öffnet, schnappt sie nach Luft. Sie erblickt Jeff auf dem Badezimmerteppich sitzend mit einem blutigen Küchenmesser in der Hand.  Sein Gesicht wird von einer Taschenlampe angestrahlt und seine Wangen sind… blutüberströmt. Als er seine Mutter erkennt, legt er den Kopf schief und fängt an zu grinsen. Margaret reisst schockiert die Tür ganz auf und betätigt den Lichtschalter. Jeff hat sich mit Hilfe des Messer die Mundwinkel bis zu den Ohren zu einem abstrakten Grinsen aufgeschlitzt und aus den klaffenden Wunden tropft Blut auf seinen weissen Kapuzenpulli.
„Jeff, was…. Was hast du getan?!“ Margaret zittert am ganzen Körper und taumelt ein paar Schritte weiter zurück.
„Mommy, ha ha ha, ich kann wieder lachen, alles ist gut, alles ist schön, schau dir dieses strahlende Lächeln an! Ist es nicht schön?“
Jeff zieht sich die Kapuze vom Kopf und richtet sich auf. Als Margaret nun Jeffs komplettes Gesicht sieht, läuft ihr ein eiskalter Schauder über den Rücken. Dort wo vorher Jeffs Augenlider gewesen sind ist nun nichts mehr,…seine Augen sind völlig freigelegt und ein schwarzer blutiger Rand hat sich darum gebildet, es sieht aus, als würden die Pupillen in den Augenhöhlen versinken.
„Jeff.. deine Augen, um Gottes Willen! Peter! Peeeeeeeeeter!“
„Mommy, ich kann sehen, ich kann mich für immer sehen, ich kann für immer mein neues Ich bewundern. Ha ha ha, sehen Mommy,… ich kann dich sehen. Findest du mich schön Mommy?“

„Jeff…“, stammelt Margaret, während Jeff mit langsamen Schritten und gezücktem Messer immer näher kommt. „Bin ich schön Mommy?“, flüstert er und fängt wieder an zu lachen. „Bin ich schön Mommy?? Ha ha ha.. Bin ich schön? Antworte!“

„Du bist… wunderschön Jeff,… Spätzchen. Peter????!!! Jeff,… Lass Papi auch dein neues Gesicht bewundern. Okay? Peter!???? Okay Jeff? Spätzchen?“
Als Jeff direkt vor ihr stehen bleibt, schluckt sie schwer und starrt in die leeren Augen ihres Sohnes. „Bin ich schön Mommy?“

Peter taucht hinter ihr auf und als er Jeff sieht, zieht er seine Frau zur Seite. „Jeff um Gottes Willen was hast du gemacht???!“ Jeff zieht sich die Kapuze über den Kopf und fängt an eine Melodie zu pfeifen. „Jeff???“, brüllt sein Vater ihn an. Aber Jeff ignoriert ihn und läuft an ihm vorbei.  „Jeff ich rede mit dir! Margaret, ruf sofort den Krankenwagen!“ Jeff bleibt abrupt stehen. Ein leises Lachen durchbricht die angespannte Stille. „Bin ich schön?“
Ohne eine Antwort abzuwarten, dreht sich Jeff um und stürzt sich auf seinen Vater. Ehe dieser sich wehren kann, steckt bereits das Messer in seiner Brust. Margaret schreit auf, als Peter neben ihr zu Boden sinkt und mit beiden Händen das Messer in seiner Brust umklammert. „Bin… ich schön?“ Jeff kichert.
„Jeff… Oh Gott… Peter.. Nein..“
„Nicht?… Du findest mich nicht schön Mommy?“
„Doch natürlich Jeff…“ Margaret sinkt in die Knie und kuschelt sich weinend an ihren Mann. „Oh Gott Peter..“
„Mommy,…du hast gelogen.“ Jeff zieht das Messer aus Peters Brust und schlitzt mit einem gezielten Handgriff Margarets Kehle auf. Ihre Augen weiten sich von Schmerz verzehrt. Als sie röchelnd vor Jeffs Füsse fällt, geht dieser in die Knie und starrt seine sterbende Mutter an. „Du hättest mich nicht anlügen sollen Mommy.“

Als Margarets Herz aufhört zu schlagen, richtet sich Jeff auf, geht in das Schlafzimmer seiner Eltern und bleibt vor dem riesigen Schrank stehen. Er öffnet die unterste Schublade, nimmt eine schwarze Perücke raus, zieht die Kapuze herunter und setzt sie sich auf die Glatze. Pfeifend bewundert er sich im Spiegel der Schranktür. Einer fehlt noch. Mit leisen Schritten begibt er sich in das Zimmer seines Bruders. Liu schläft immer noch friedlich mit Kopfhörer auf den Ohren in seinem Bett. Jeff nähert sich seinem Bruder und setzt sich neben ihm aufs Bett. Liu wacht auf und reibt sich die Augen.
„Jeff bist das du?“
„Sssssshh.. schlaf einfach weiter.“

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