Creepypasta

Temerian: 1. Verlassene Festung

Steven Träscher war schon seit Jahrzehnten ein sehr guter Soldat und fast genauso lange ein hervorragender Kommandant. Er hatte sehr schnell die Karriereleiter erklommen. Daher erschreckten ihn die Berichte seiner alten Ausbildungsstätte, die sich seit Wochen mehrten.

Die Garnison Rabenfells hatte aus ihm den Mann gemacht, der er heute war. Die Ausbildung, die Ausbilder und das Gelände hatten viel von ihnen abverlangt. Diese Reifeprüfung hatte nicht jeder gut überstanden und musste daraufhin gehen.

Aber auch der Rest musste sich zusammen reißen, um alles heil zu überstehen. Niemand wollte sich die Blöße geben, jetzt noch zu versagen Es war ein Privileg, hier ausgebildet zu werden. Zumal es für sehr viele Kadetten, bzw. deren Eltern, sehr viel Geld für diese Ausbildung bezahlten.

Zum einen waren seine Eltern sehr wohlhabend. Daher war es für Steven ein leichtes gewesen, hier aufgenommen zu werden. Aber auch sein Ruf als ein guter Kadett, hatte ihm bei der Aufnahme geholfen. Er war einer der sehr wenigen Ausnahmetalente, die jedes Jahr hier her kamen.

Die harten Bedingungen in der Garnison, waren überall bekannt. Das nicht dazu in der Lage war, die Ausbildung zu überstehen Es gab sogar Gerüchte, das nicht jeder wohl behalten nach Hause zurück kehrte. Und dennoch wollte Steven unbedingt dorthin gehen, um sich weiter zu entwickeln.

Kaum dass ihre Reihen ausgedünnt worden waren, ging das Training erst richtig los. Gleich in den ersten Stunden, war das schon zu merken, das eine härtere Gangart der Ausbilder gefahren wurde. Aber auch der Ton war danach wesentlich rauer geworden.

Steven war zwar zu diesem Zeitpunkt schon ein gut trainierter Soldat gewesen. Aber selbst ihn hatte diese Art von Ausbildung an den Rand seiner Kräfte gebracht. Das hatte ihn jedoch nur noch mehr angespornt. Am Ende war Steven einer der Besten gewesen.

Das hatte ihn jedoch nicht davon abgehalten, sich stetig zu verbessern. Selbst nach seinem Weggang aus der Garnison Rabenfells, hatte er unermüdlich weitergemacht. Im ganzen Land und über die Landesgrenzen hinaus, hatte sich Steven seine Gegner gesucht.

Er hatte seine Gegner bekämpft und besiegt, oder hatte mit seinen Verbündeten trainiert. Überall wo er hinkam, war Steven sehr begeistert aufgenommen worden. Selbst seine Feinde zollten ihm Respekt für seine Taten und seinen Mut.

Von Freund und Feind hatte er sich einige neue Kampfkünste abgeschaut. Steven hatte aber auch überall seine bereits erlernten Techniken verfeinert. Er hatte sein ganzes Leben dem Kampf und der Ausbildung von Soldaten gewidmet.

Während seiner gesamten Stationierung, hatte er dort gegen Monster kämpfen müssen. Und wenn es mal hart auf hart kam, musste die Stellung gegen menschliche Belagerer verteidigt werden. So abgeschieden dieser Posten auch war, so hatte er auch einen gewissen strategischen Vorteil.

Die Garnison Rabenfells lag an der Grenze zwischen Temerian und Middermaher. Rabenfells gehörte zu Temerian, der außer einem strategischen Vorteil, keinerlei nutzen hatte. Von hier aus konnte man sich perfekt gegen ihre Feinde Middermaher verteidigen.

Hinter der Garnison hatten genügend Truppen Platz, um sich in Reih und Glied aufzustellen. Steven hatte täglich auf dem Platz gestanden, um dort zu exerzieren und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Am aller schlimmsten war es jedoch am Anfang gewesen.

Sie mussten nachts um drei Uhr ihre Bereitschaft demonstrieren. Mit den Wochen hatte er sich jedoch daran gewöhnt. Es war jedoch hart gewesen und war voller Entbehrungen. Das hatte am Ende nur zu seiner Charakterbildung beigetragen. Das alles hatte Steven nur stärker gemacht.

Oder wie oft hatten sie bei Wind und Wetter auf dem Platz stehen müssen. Dort hatten sie auch bis zum bitteren Ende, Show Kämpfe austragen müssen. Dabei hatte ihnen der König oft zugesehen, um sie zu begutachten. Schließlich war dies das Herzstück des Reiches.

Bisher hatte man von termerianischer Seite aus darauf verzichtet, ihre Streitmacht dort zu formieren. Man wollte keinen unnötigen Streit provozieren, das überließ man lieber ihren Feinden. Es hatte bisher auch keinen Grund dafür gegeben, ihre Truppen aufmarschieren zu lassen.

Daher war Steven aufgebracht, als ihm dass mit den Berichten zugetragen wurde. Da sich die Berichte immer mehr häuften, dass eine der Außenposten ungewöhnlich still war, hatte man ein Trupp Soldaten ausgeschickt. Es hatte keinerlei Nachricht mehr von der Garnison Rabenfells erhalten.

Daher sollten die Soldaten nun feststellen, was dort in der Garnison vor sich ging. Vielleicht hatten sie ja Glück und es gab dort drinnen überlebende. Durch sie konnte Steven vielleicht erfahren, was hier überhaupt passiert war. Das konnte ihm ein Vorteil dem Feind gegenüber verschaffen.

Es konnte nicht sein, das eine ganze Garnison vernichtet worden war. Gerade Rabenfells konnte man nicht einfach so im Nu überrennen. Das konnte Steven nicht wirklich verstehen und wollte das alles auch nicht so recht wahr haben.

Bisher hatte nichts und niemand die Festung einnehmen können. Während Stevens Stationierung hatte es mehr als einen Versuch gegeben. Es waren alle ausnahmslos gescheitert und das nicht zuletzt wegen den dicken Mauern.

Zudem gab es jede Menge offensichtlicher und versteckter Verteidigungsanlagen. Diese mussten ebenfalls überwunden werden, um an die Mauern zu gelangen. Und die Mauern konnten nicht so schnell erklommen werden. Sollte es dennoch einmal geschehen, gab es dann auch mehr als genug Verteidiger.

Und nun sollte es ein Feind geschafft haben, die Mauern und die Verteidiger zu überwinden und die Festung einzunehmen? Egal wer die Garnison eingenommen hatte, Steven würde den Feind zurückschlagen. Und wenn es das Letzte war, was er in seinem Leben tun würde.

Es konnte hier nur etwas übernatürliches im Gange sein. Aber das konnte ja keinesfalls sein, da es auf der Welt nichts übernatürliches gab. Jedoch sollte Steven bald vom Gegenteil überzeugt werden. Aus diesem Fehler würde er jedoch nicht lernen können.

„Kommandant, seid ihr euch sicher, dass wir vor Ort etwas vorfinden werden?“, war Ufanus unsicher. „Das sieht alles mehr als verlassen aus.“

Kommandant Träschner war sich da gar nicht so sicher, ob oder was sie in der Garnison Rabenfells finden würden. Steven hoffte inständig, dass dort doch alles in Ordnung war und die ganze Sache einen völlig banalen Grund hatte.

Aber so wie es bei ihm in der letzten Zeit lief, würden sie Alle etwas Unangenehmes in der Garnison erwarten. Bisher hatte ihn sein Instinkt noch nie betrogen und das würde hier sicherlich auch nicht geschehen. Er hoffte inständig, das es nicht all zu schlimm werden würde.

„Ich weiß es leider selber nicht. Ich wüsste selbst nur all zu gerne, was hier los ist“, antwortete Steven Träschner etwas verspätet. „Ich hoffe nur inständig, dass es nichts Schlimmes ist und es einfach nur ein Fehler war.“

„So oder so. Die ganze Situation ist doch schon völlig rätselhaft“, sprach Ufanus mehr zu sich selbst. „Das ist alles mehr als seltsam.“

Kommandant Träschner antwortete nicht mehr darauf. Er war wieder seinen Gedanken verfallen und dachte über das Problem nach. So etwas hatte Steven in seiner gesamten Laufbahn noch nichts dergleichen erlebt. Selbst vorher hatte es noch nie etwas Vergleichbares gegeben.

Zwar war der Weg zur Garnison nicht ganz so weit. Aber trotzdem zog er sich einfach nur unnötig in die Länge. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit, kam die Festung dann auch endlich in Sichtweite. Aber Steven wollte sich lieber nicht zu früh darüber freuen.

Je näher der Trupp von Soldaten der Garnison kamen, desto merkwürdiger wurde es. Die Garnison schien wirklich verlassen zu sein, wie es in den Berichten hieß. Eigentlich sollten Soldaten auf der Mauer und den Wehrgängen patrouillieren.

Das konnte schon einmal gar nicht sein, da sie zu jeder Tages- und Nachtzeit besetzt sein. Es gab sogar eine Mindestzahl an Wachen, die immer auf Patrouille sein mussten. Steven hatte immerhin auch mitgeholfen, die Garnison mit zu strukturieren.

Kurz vor dem Tor, ließ Steven seine Männer anhalten. Ihm war das Ganze überhaupt nicht geheuer. Selbst von hier aus, müsste man von der anderen Seite, geschäftiges Treiben vernehmen. Hier stimmte also etwas ganz und gar nicht. Daher stieg er von seinem Pferd ab und ging auf das Tor zu.

Hier hatte sich nicht viel verändert, seid Steve von hier fort gegangen war. Er kannte jeden Stein jedes Geräusch und hier fehlte jegliche Art von Tiergeräuschen oder dergleichen. Als er hinter sich Geräusche vernahm, drehte sich Steven abrupt um.

Einige seiner Männer wollten gerade absitzen, doch hielt er sie mit einer schnellen Handbewegung davon ab. Dafür gab er allen aber zu verstehen, dass sie sich bereithalten sollten. Anschließend klopfte er mit dem gusseisernen Klopfer an die Tür, die neben dem Tor gelegen war.

Es vergingen einige Minuten, in denen sich überhaupt nichts tat. Steven hörte noch nicht einmal jetzt irgendwelche Geräusche, die man sonst so rundherum so vernehmen würde. Irgendwann gab er jedoch den Befehl, die Tür aufzubrechen.

Glücklicherweise hatten sie Werkzeuge für so gut wie jede Eventualität mitgenommen. Während sich ein kleiner Teil die Tür öffnete, sah sich der Rest weiter um. Steve und seine Männer mussten auf alles gefasst sein, bevor der Feind dies eventuell ausnutzen wollte.

Seine Männer hatten zwar alles abgesucht und bisher nichts gefunden. Der Feind konnte dennoch hier irgendwo lauern. Und hier konnte sich einiges verändert haben, das Steve nicht kannte. Dadurch hätten sie dennoch etwas übersehen haben.

Einige Soldaten suchten daher weiter alles ab, das ja nichts übersehen worden war. Je länger es dauerte, desto nervöser wurde Steven. Es dauerte ihm doch viel zu lange, auch wenn er wusste, dass seine Männer alles taten.

Steven hatte mit solch einer Situation eigentlich schon fast gerechnet. Jedoch wollte er aber nur für Alles vorbereitet sein, um sich das Leben am Ende nicht unnötig schwer zu machen. Er musste schnellstmöglich herausfinden, was hier passiert war.

Dann musste Steven das Problem beseitigen und anschließend Bericht erstatten. Dazu musste er schnell zusehen, was hier überhaupt los war. Aber das blieb ihm bisher völlig verborgen. Alles was Steven hier bisher gesehen hatte, stellte mehr Fragen auf, als es zur Lösung beitrug.

Alles was ihm bisher so durch den Kopf gegangen war, konnte dies alles nicht im geringsten erklären. Am aller wahrscheinlichsten waren immer noch die Kreaturen, die überall um die Garnison herum lauerten. Schließlich hatten sie mit ihnen immer die meisten Probleme gehabt.

Jedoch hätten sich diese Bestien dafür zusammenschließen müssen. Was aber niemals passieren würde, da es gegen ihre Natur war. Dafür waren sich diese primitiven Kreaturen zu spinne feind und kämpften sich nur untereinander.

Keine drei Minuten, war die dicke Eichentür aufgestemmt und der Trupp stand nun auf dem Vorplatz. Dort herrschte das reinste Chaos, da überall irgendwelche Sachen herumlagen. Entweder hatte man die Festung in aller Eile verlassen und dabei alles an Ort und Stelle stehen und liegen lassen.

Hier konnte aber auch irgendetwas schlimmes passiert sein. Aber genau dazu waren sie hier und Steven wollte es lückenlos aufklären. Nein, er musste es. Das verlangte sein Ehrgefühl von ihm. Das war er diesem Ort und seiner Vergangenheit schuldig.

„Durchsucht vorsichtig und gründlich den Hof“, gab Steven seinen Männern den Befehl. „Ich will sicher gehen, dass sich hier niemand versteckt.“

So machten sich seine Männer auf und durchkämmten zu aller erst einmal den Hof. Wo jedoch keine Anhaltszeichen auf Leben zu finden waren. In den ganzen Körpern, die auf dem ganzen Hof verteilt waren, steckte keinerlei Leben mehr.

Sie waren bereits erkaltet und die Totenstarre löste sich auch schon wieder. Der Tod musste mindestens für einem Tag über Rabenfells hereingebrochen sein. Aber das konnte nicht sein, da man bereits seit Wochen nichts mehr von hier gehört hatte.

Das war alles ein großes Mysterium und Steven war sich gerade seiner Selbst nicht mehr so sicher. Wenn es etwas gab, das diese Garnison zum einen in Schacht halten konnte. Und am Ende all ihre Bewohner abschlachteten, ohne das ein einziger Feind gefallen war.

Steven wollte den Feind gar nicht kennen lernen, der das alles hatte bewerkstelligen können. Wenn er so darüber nachdachte, bereitete ihm die Tatsache sehr viel Angst. Wenn eine ganze Garnison wie Rabenfells gefallen war.

Wie konnten dann er und seine Männer überhaupt gegen solch einen Feind bestehen? Es behagte ihm ganz und gar nicht. Wer hatte solch eine Macht, um dies überhaupt zu bewerkstelligen?

All das machte ihm doch sehr viel Angst. Er musste sich doch sehr zusammenreißen, alleine seinen Männern zuliebe. Schließlich musste sie jemand führen, sollte hinter den Mauern der Feind lauern. Steven war einer der wenigen Außenstehenden, der sich hier überhaupt zur Gänze auskannte. Zumal er auch der erfahrenste Mann dieser Einheit war.

Mittlerweile war sich Steven nicht mehr sicher, dem Feind gewachsen zu sein.Wenn die ganze Garnison augenscheinlich gefallen war. Es sah ganz so aus, als ob die Rabenfells ohne große Gegenwehr überrannt worden war.

Der Feind musste sehr stark, gewieft und auch äußerst brutal sein, wenn von ihnen niemand gefallen war. Es gab aber keinen ihn bekannten Gegner, der dies hier hätte bewerkstelligen können. Ein unbekannter Fein war das Schlimmste, was ihm gerade passieren konnte.

Unterdessen ging er mit drei weiteren Männern, hinauf in die Haupthalle der Garnison. Er ließ sich die Unsicherheit und Selbstzweifel keinesfalls von seinen Männern anmerken. Schließlich konnte ihn sein Gefühl auch trügen und am Ende gab es eine ganz rationelle Erklärung für alles.

Oben angekommen, öffnete Steven die beiden Flügel der riesigen Eingangstür. Was ihn einiges an Kraft kostete und natürlich auch mit der Hilfe seiner Männer. Ächzend schwangen die beiden Flügel der Eingangstür auf.

In der Eingangshalle sah es genauso chaotisch aus, wie draußen auf dem Hof. Hier bestätigten sich die Berichte, dass die Garnison schon seit einiger Zeit leer stand. Es war eine dünne Staubschicht auf den Möbeln und das Essen faulte schon vor sich her.

Über das vergammelte Essen machten sich sogar Fliegen her. Und das war die nächste Merkwürdigkeit, die sie hier vorfanden. Es würde sicherlich auch nicht das letzte Mal sein, das es hier irgendwelche Ungereimtheiten gab.

Während Steven durch den Saal Schritt, fühlte er sich beobachtet. Er konnte aber nichts ausmachen, als sich Steven in der Halle umsah. Jedoch kam der Tod heimlich, still und leise und metzelte das Quartett ohne großes Aufheben nieder. Steven und seine Männer sahen den Tod nicht kommen.

Steven hatte eigentlich äußerst stark ausgeprägte Instinkte. Die überwiegend durch die hiesige Umgebung ausgeprägt worden war. Aber selbst er, hatte die nahende Bedrohung nicht bemerkt. Weshalb sie so leicht überrumpelt werden konnten.

Auf dem Innenhof lief genau dasselbe Bild ab. Nur das dort zu viele Männer aufhielten, dass sich einige Männer rüsten konnten. Doch so schnell wie der Tod über sie herfielen, konnten die letzten Männer gerade einmal das Schwert im Ansatz aus der Scheide ziehen, bevor auch sie getötet wurden.

Die Leichen wurden von den Kreaturen gefressen, wobei nichts von ihnen zurückblieb, außer der Rüstung und den Waffen. Der Angriff war kurz und Schmerzlos, bei dem Niemand überlebt hatte. Dann war alles wieder sehr ruhig und bis auf die zusätzlichen Leichen, hatte sich nichts geändert.

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