EigenartigesKreaturenMord

The Barcodeman

Bezahle !


Barcodeman

„Haben sie geprüft, ob der Stecker in der Dose ist?“
„Selbstverständlich, halten Sie mich eigentlich für blöd? Das Scheißding geht nicht mehr an! Ich habe schon alles ausprobiert.“
„Sicher? Also nochmal ein und ausschalten, haben Sie auch probiert.“
„Wenn es nicht mehr angeht?! Was denken Sie eigentlich? Gehen Sie immer so respektlos mit Ihren Kunden um????“
„Wann haben Sie das Gerät zuletzt verwendet?“
„Gestern ging es noch. Oh warten Sie….Scheiße. Das Kabel ist wirklich nicht eingesteckt. Schatz! Du hast beim Staubsaugen mal wieder den verdammten Stecker rausgerießen!!!!“

Tut tut tut….
Genervt nehme ich das Mikrophon vom Kopf und starre auf die Uhr. Eigentlich müsste ich noch 10 Minuten arbeiten, aber nochmal so einen Anruf überlebe ich nicht. Kaum vorstellbar, wie viele Idioten es unter uns gibt. Das Einzige, was mich mein Job in den 2 Jahren gelehrt hat, ist das ungefähr 90% der Menschheit einen IQ jenseits von Gut und Böse hat. Ein Wunder, dass diese Untermenschen überhaupt fähig sind, alleine aufs Klo zu gehen, ohne jemanden, der ihnen sagt, wie sie ihren Arsch abwischen müssen. Alles Idioten. Bevor ich meinen Computer ausschalte, prüfe ich nochmals meinen Kontostand. Verdammt. 30 Euro und ein paar Cent, mehr nicht. Ausgerechnet jetzt, wo ich das Geld so dringend brauche, aber die letzte Stromrechnung hat komplett mein Erspartes gefressen und die Nanny für meine Tochter Lola ist auch nicht gerade billig. Alles nur, weil meine Exfrau mit ihrem neuen Macker durchgebrannt ist und uns beide zurückgelassen hat, als würden wir nicht mehr existieren. Aber meine Exfrau um Geld anzubetteln ist keine Option. Ein Fünkchen Stolz besitze ich noch. Und das Fünkchen Stolz wird gleich noch mehr reduziert. Meine Tochter hat nämlich heute Geburtstag und wie kleine Mädchen so sind, wünschen sie sich immer irgendetwas Ausgefallenes. Was bedeutet, dass ich meinen Chef um einen Vorschuss anflehen muss. Sie wird ja schliesslich nur einmal 7. Du schaffst das schon, Sascha, rede ich mir gut zu und klopfe mir imaginär auf die Schultern. Wird schon schief gehen. Schulter zurück, Kopf hoch und los geht’s.

Natürlich hat mir mein Chef keinen Vorschuss gegeben. Dieser verdammte herzlose Bastard. Jetzt arbeite ich schon 2 Jahre in der Drecksfirma und er weiss, dass meine Frau mich verlassen hat und weiss, dass ich eine kleine Tochter zu Hause sitzen habe, aber es interessiert ihn nicht. Er hätte eine Firma zu leiten und auch Münder zu stopfen, bla bla bla. Ja, leck mich. Deprimiert packe ich mein Zeug zusammen und nehme den Lift runter zur Tiefgarage.

In einer Stunde schliessen die Geschäfte und ich muss irgendetwas für meine Tochter auftreiben. Fuck. Sie hat sich eine Spieluhr mit einer Ballerina gewünscht, da sie später, auch gerne mal eine Ballerina werden will. Hätte ich das nötige Kleingeld, würde ich ihr diesen Wunsch auch gerne ermöglichen. Aber aktuell stehen Ballettstunden ausser Frage. Viel zu teuer. Unmöglich im Moment. Die Enttäuschung in ihrem Gesicht hatte mein Herz in Tausend Stücke gerrissen. Und obwohl ich weiss, dass sich an unserer Situation so schnell nichts ändern wird, habe ich ihr versprochen, dass Papa bald einen neuen Job haben und ganz viel Geld verdienen wird. Ich bin ein schlechter Vater. Lüge meine einzige Tochter an und kriege nichts auf die Reihe. Mit meinem Lebenslauf kriege ich nicht mal einen Job an der Kasse. Drogenvergangenheit und Diebstahl. Ein Wunder, dass mich das Arschloch im Callcenter überhaupt eingestellt hat. Wahrscheinlich nur, um sich an meiner Misere zu erfreuen, sadistisches Schwein, das er ist.
Ich drücke das Gaspedal herunter und rase viel zu schnell aus der Garage. Egal. Spielt jetzt auch keine Rolle mehr. Auf zum nächsten Spielzeugladen und hoffen, dass die Spieluhr im Budget liegt. Kaum angekommen finde ich mich zwischen überforderten Muttis und quängelnden Kinder in der Spielzeugabteilung für Mädchen wieder. Links und rechts von mir sind die Regale vollgestopft mit Krimskrams in den Farben Pink und Weiss. Ich wirke wie der schwarze Schandfleck dazwischen. Die eine Mutti hat mir schon einen leicht ängstlichen Blick zugeworfen, als ihr meine Springerstiefel und meine mit Totenköpfen verzierte Bomberjacke ins Auge gefallen sind. Tja, ich bin halt nicht der perfekte 0815-Standardpapa. Früher war ich stolzes Mitglied der Hells Angels, bin nur ausgetreten wegen meiner Frau, Exfrau, als sie mit Lola im 5 Monat war und sich endlich überwunden hatte, mir davon zu erzählen. Mittlerweile zweifle ich zwar an, dass ich wirklich der Vater von Lola bin, aber ich liebe die Kleine viel zu sehr, um sie in meinem Leben zu missen. Sie ist mein Sonnenschein und ohne sie, bin ich nichts. Also quäle ich mich hier rum und suche nach der perfekten Spieluhr für sie. Was sich als gar nicht so einfach herausstellt. Barbies und Plüschtiere sind hier im Übermass vertreten aber Spieluhren scheinen eine Rarität zu sein. Also habe ich eine Verkäuferin ansprechen müssen und die ältere Dame hat mich dann zu den drei Spieluhren, die sie im Sortiment haben, geführt. Super. Eine kitschiger als die andere. Die mit goldenen Vögelchen Verzierte fällt schon einmal weg, viel zu protzig und viel zu teuer. Die zweite hat anstelle einer Ballerina eine tanzende, vollbusige Hannah Montana in der Mitte, die ich meiner Tochter nicht zumuten will. Das Ding würde zwar nur 20 Euro kosten, aber es sieht halt auch nach 20 Euro aus. Wenn nicht weniger. In die letzte Spieluhr setze ich all meine Hoffnungen. Mit nervösen Fingern öffne ich die zartrosa-farbene Schatulle mit weissen Blumen Verzierungen. Bingo. In der Mitte der Spieluhr steht auf Zehenspitzen eine schöne Ballerina im pinken Tütü und dreht sich anmutig zu einer ruhigen Melodie im Kreis. Perfekt. Ich klappe die Spieluhr wieder zu und drehe sie, um einen Blick auf das Preisschild zu erhaschen. Scheisse. 40 Euro. 10 Euro über dem Budget. Geknickt lege ich die Spieluhr wieder ins Regal. Verdammt. Lola wird enttäuscht sein. Ich werfe einen Blick über meine Schulter zu den Teddybären hinüber und hadere mit dem Gedanken, ihr anstelle der Spieluhr einen weissen Teddy zu kaufen. Sie hat schon einen Braunen. Mr. Opium. Ja, sie hat ihn tatsächlich Mr. Opium getauft. Unnötig zu erwähnen, dass ihr Plüschhase Mr. Crack und ihre Barbie Crystal heisst. Begriffe, die sie von mir aufgeschnappt hat. Wieder ein Beweis, dass ich ein furchtbar schlechter Vater bin. Diese Spieluhr wäre meine Chance gewesen, zu zeigen, dass ich auch anders kann.
Die Mutti im Flur weiter unten beäugt mich mit einem skeptischen Blick und zieht ihren Sohn, der gerade mit einem Monstertruck herumbrummt näher zu sich ran. Dann reisst sie ihm das Ding aus der Hand, legt es ins Regal zurück und zieht den total überrumpelten, weinenden Sohn hinter sich her in den nächsten Gang, raus aus meinem Blickfeld. Tut so, als hätte ich vor, ihn zu fressen oder zu vergewaltigen. Oder beides. Vorurteile ahoi. Ich fahre einen imaginären Mittelfinger aus und wende mich wieder der Spieluhr zu. Ob ich sie vielleicht auf 30 Euro runterhandeln kann? Oder vielleicht könnte ich die Oma an der Kasse überreden, den Rest nächsten Monat zu bezahlen? Andererseits,… in dem Outfit wird sie mir wahrscheinlich die Spieluhr aus der Hand schlagen und die Polizei rufen. Wo wir wieder bei den 90% Idioten auf dieser Welt wären. Früher hätte ich die Uhr einfach in meine Jacke gesteckt und wäre aus dem Laden stolziert. So habe ich zumindest gefühlt 100 Flaschen Schnaps mitgehen lassen. Unbemerkt. Der Langfinger steckte in meinem Blut, mein Vater war damals schon kriminell gewesen und ich musste mich als Kind durchkämpfen. Kein Wunder will ich, dass es Lola nicht so wie mir damals ergehen sollte. Sie soll gut aufwachsen. Behütet. Umsorgt. Deswegen auch die Nanny. Isabelle. Sie ist der wohl liebenswerteste Mensch, der mir seit Jahren untergekommen ist. Die auch absolut kein Problem mit meinem Auftreten hat. Für sie zählt nur Lolas Wohl. Sie ist so eine gute Seele, hat so einen guten Draht zu der Kleinen und es ist mir total unverständlich, wieso es gerade einer so guten Frau wie Isabelle, verwehrt wird, selbst Kinder bekommen zu dürfen. Die Welt ist scheisse ungerecht.
Ich muss an Lola denken, wie sie mit Isabell zusammen Memory gespielt hat, während ich die Wäsche gebügelt habe und beinahe das ganze Haus dabei abgefackelt hätte. Verdammt. Ich muss Lola glücklich machen. Koste es, was es wolle. Ich werfe kurz einen Blick nach links und rechts, checke die Lage und als die Luft rein ist, schnappe ich nach der Spieluhr und lasse sie in der Innentasche meiner weitgeschnittenen Bomberjacke verschwinden. Dann greife ich nach einem kleinen Plüschteddybäranhänger für 5 Euro und gehe zur Kasse. Alibikauf, damit es nicht so wirkt, als würde ich den Laden mit leeren Händen wieder verlassen und wäre nur gekommen und Kinder zu beobachten. Das hat man mir nämlich das letzte Mal, als ich ein Kleid für Lola gekauft habe, angeprangert. Sie ist im Kindergarten gewesen und ich wollte sie überraschen und prompt wird man als perverser Kinderschänder abgestempelt, weil man kinderlos ein lilafarbenes Kleid kauft und dafür gefühlt 2 Stunden in dem Laden verbringt.

Als ich den Anhänger bezahlt habe und wieder im Auto sitze, muss ich mir erstmal eine Zigarette anzünden. Dabei sticht mir ein Plakat ins Auge, das über dem Laden hängt und mir vorhin gar nicht aufgefallen ist: „Liebe Kinder, wenn ihr klaut, kommt euch der Barcodeman holen.“  Neben der Aufschrift ist eine Oma abgebildet, die den Finger mahnend erhebt. Ich muss lachen. Barcodeman. Nicht schlecht. Ja, ich wollte mich dem Klauen aufhören. Aber das ist ein Notfall gewesen. Mit Kippe im Mund hole ich die Spieluhr aus meiner Jacke und lege sie neben mir auf den Beifahrersitz. 40 Euro-Spieluhr. Deswegen wird der Laden nicht bankrottgehen.

Zuhause angekommen ist Isabell gerade mit dem Abendessen fertig geworden. Da Lola Geburtstag hat, gibt es heute ihr Lieblingsessen. Spaghetti Napoli mit viel Käse. Wie jedes Mal, wenn ich zur Tür reinkomme, begrüsst mich Lola überschwänglich und lässt sich in meine Arme fallen. Ich umarme sie und drücke ihr sanft einen Kuss auf die Stirn. Die leuchtenden Augen, als sie die Spieluhr in meiner Hand sieht, werde ich nie vergessen. Es hat sich gelohnt.

Später am Abend bringe ich Lola ins Bett. Die Spieluhr hat sie auf ihren Nachtisch platziert und zu der sanften Melodie der Uhr mitgesummt, als ich ihr eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen habe. Die zierliche Ballerina im pinken Tütü mit den blonden Haaren hat selbstverständlich auch schon einen Namen bekommen, über den ich mich nur minder gefreut habe, – habe es mir aber nicht anmerken lassen. Sie trägt den stolzen Namen Marihuana und ist ab jetzt Lolas grosses Vorbild. Scheisse, ich liebe dieses Kind, mehr als alles auf dieser Welt.

Ignoriert man die Tatsache, dass ich gegen meine eigenen neuerlegten Prinzipen verstossen und die Spieluhr geklaut habe, hätte der Abend nicht besser laufen können. Lola ist glücklich und das ist alles, was zählt.

„Katsching!“

„Was zum….“ Ein lautes Geräusch reisst mich aus dem Schlaf, als hätte man mir einen Elektroschlag verpasst. Ich reibe mir hektisch über die Augen und spüre, wie mein Puls automatisch in die Höhe schiesst. Einbrecher?! Ich starre auf die digitale Nachtischuhr neben meinem Bett. 3 Uhr morgens.

„Katsching!“

Was zum verfluchten Dill im Kräuterbeetchen ist das? Hört sich an, wie eine uralte Kasse. Angespannt schäle ich mich aus meinem Bett und schnappe nach dem Schlagstock neben meinem Bett. Überbleibsel aus meinen alten Hells Angels Zeiten. Man weiss ja nie.

„Katsching!“

Ist das eines von Lolas Spielzeugen? Nein, an eine Kasse hätte ich mich erinnert. Auf leisen Sohlen bewege ich mich ohne das Licht anzuschalten aus meinem Schlafzimmer. Wenn es sich wirklich um einen Einbrecher handelt, werde ich den Wichser windelweich schlagen. Ich hoffe nur, es handelt sich nicht um ein Mitglied eines anderen Clans, der mir nach all den Jahren ans Bein pissen will. Verdammt. Lola. Ich beschleunige meinen Schritt und werfe auf dem Weg zu Lolas Zimmer ein Blick ins Wohnzimmer. Nichts.

„Katsching!“

Ok. Das Geräusch kommt definitiv aus ihrem Schlafzimmer. Mein Herz fängt an wie wild meiner Brust zu schlagen in. Prompt steht mir der Schweiss auf  Stirn und Rücken. Eiskalt und brennend heiss. Wenn irgend so ein Wichser meiner Tochter etwas zu Leide tut, könnte ich mir das nie verzeihen.

Ein weiteres „Katsching!“ treibt mir die Tränen in die Augen und ich kann mich nicht mehr zurückhalten. Ich renne los, reisse Lolas Schlafzimmertür auf und… Was zum…  Der Raum leuchtet in einem schwachen Rot und ich lasse schlagartig den Stock auf den Boden fallen. Lola sitzt mit der Spieluhr in der Hand auf dem Boden und summt leise ihre Melodie nach, während die Ballerina in der Mitte tanzt. Vor meiner Tochter kniet ein… Mann. Seine Pupillen strahlen blutrot aus seinen schwarzen Augenlöchern und werfen Lolas Schatten an die Wand gegenüber. Sein Schädel ist kahl und starke Furchen schlängeln sich über das ausgemergelte Gesicht.  Es wirkt, als hätte Feuer seine komplette Haut vom Knochen getrennt und verbrannt. Dort, wo eigentlich seine Nase hätte sein sollen, ist lediglich ein Loch, in das er einen roten kleinen Ball stopft, als er sich zu mir umdreht und die Hand zum Gruss ausstreckt. „Katsching!“
Ich spüre wie meine Kinnlade auf den Boden schiesst und meine Augen drohen aus meinem Schädel zu springen. Der Kerl ist definitiv nicht menschlich. Ein schwarzweiss gestrichelter Streifen zieht sich in einer Kurve zu seinem Kinn von seinem linken zu seinem rechten Ohr und als er anfängt laut loszulachen, wippen die Striche zu dem metallischen Geräusch, dass er von sich gibt. Wie ein mechanisches Grollen. Ich bleibe wie angewurzelt stehen und starre ihn an. Das kann doch nicht wahr sein.
Lola sitzt immer noch friedlich vor sich hin summend auf den Boden und betrachtet die Spieluhr in ihren kleinen Händen. Ich… was… passiert hier.

„Hallo Sascha! Katsching!“

Die mechanische Stimme von dem Kerl reisst mir beinahe das Trommelfell aus den Ohren. Woher kennt er meinen Namen? Verdammt, egal ich muss Lola retten! Ich löse widerwillig meinen Blick von der Abscheulichkeit und bücke mich nach meinem Schlagstock. Meine Hände zittern so sehr, dass ich ihn beinahe nicht greifen kann. Als ich es endlich schaffe und mich auf den Kerl stürzen will, ist er verschwunden und der ganze Raum komplett dunkel. Was zum…

„Papa, was machst du da?“

Die Tischlampe auf Lolas Nachtisch geht an und ich sehe meine Tochter, wie sie sich müde über die Augen reibt und gähnt. Die Spieluhr befindet sich zugeklappt neben der Lampe, keine Melodie, kein rotes Leuchten, kein Mann.

„Ich ehm… ich… warst du nicht gerade auf den Boden und hast… wo ist der Mann hin?“

Ich schnappe hektisch nach Luft und schaue mich im Raum um. Nichts. Alles normal. Immer noch mit rasenden Puls und den Schlagstock umklammernd, werfe ich einen Blick hinter die Tür. Auch nichts. Dann reisse ich die Türen von ihrem Kleiderschrank auf und fuchtle mit meinem Stock in ihren Kleidern rum. Vielleicht hat sich der Bastard… Nein. Er hat sich auch nicht hier drin versteckt. Ich kann mir das doch nicht alles nur eingebildet haben?

„Welcher Mann? Papa, war LSD wieder da? Ich dachte, du willst nicht mehr, dass sie kommt.“
„Was? LSD?“, wiederhole ich geistesabwesend und suche nochmals den Raum von oben bis unten ab.

„Papa, du machst mir Angst.“

Lola zieht ihre Knie an sich ran und umklammert sie mit beiden Händen.
„Nein,.. oh Gott, Süsse… alles in Ordnung. Papa sieht nur…ähh… ich wollte nur schauen, ob alles in Ordnung ist. Kein Monster im Schrank oder unter dem Bett?“

„Nein“

Lola verzieht ihr Gesicht.

„Es gibt doch gar keine Monster, Papa!“

„Stimmt, richtig, keine Monster.“

Ich setze mich auf die Bettkante und lege den Schlagstock auf den Boden. „Sorry Kleine, Papa ist etwas durch den Wind.“

Als ich Lola sanft über die Haare streichle, beruhigt sie sich. „Ich mag LSD nicht leiden, Papa.“

„Ich weiß, Liebling. LSD war nicht da. Versprochen.“

Lola beäugt mich einmal skeptisch, dann nickt sie und legt sich wieder hin. Ich lehne mich über sie und küsse sie sanft auf die Stirn. „Und jetzt schlaf Süsse.“
Als ich die Nachttischlampe auf dem Tisch ausknipsen will, bleiben meine Augen an der Spieluhr haften. Ist das etwa das schlechte Gewissen, das mir einen Streich gespielt hat? Nein… so ein Blödsinn.

Auf leisen Sohlen und mit Schlagstock in der Hand verlasse ich Lolas Zimmer und begebe mich zu meinem eigenen. Fuck, bin ich durch. Das ist definitiv der Stress bei der Arbeit. Ich bin so ein Vollidiot. Einer der 90%. Schmunzelnd drücke ich die Türklinke meines Schlafzimmers herunter und…

„Katsching!“

Der ganze Raum leuchtet in einem sanften rot. Überall an den Wänden sind Barcodes in die Tapete eingeritzt und auf dem Fussboden sind Quittungen verteilt. OK. Das bilde ich mir nur ein. Das ist alles nicht echt. Ein metallisches Lachen dröhnt durch das Haus. Nein,… nein. Alles nur Einbildung… Panisch reibe ich mir über die Augen und als ich sie wieder öffne, steht ein Mann mit leuchtend roten Augen vor mir.
„Hallo Sascha. Du hast vergessen zu bezahlen. Na, na, na. Jetzt musst du halt mit deinem Leben bezahlen!“ (teuflisches Lachen)
Was zum…. Nein! Nein!!!
„Katsching!“
Wenn du klaust, wird dich der Barcodeman holen.

Autor : Pale Diamonds

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2 Kommentare

    1. Super Vertonung!
      Vertoner Tipp : Versuche dein Mikrofon von Raumschall zu isolieren. Ein Flex Screen wäre für sowas ideal. Es schraubt die Audio Qualität extrem hoch.

      Mir ist scheinbar damals ein kleines Malheur passiert.
      Die Autorin dieser Story ist : Pale Diamond.

      Gab damals ein Problem was ihren Account anging und da habe ich es für Sie hochgeladen… und danach vergessen es wieder zu ändern.
      Ich habe es jetzt wieder richtig gestellt.
      Könntest du das in deiner Beschreibung auch abändern? (Ich entschuldige mich für die Umstände)

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