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Wirklich schlimme Kopfschmerzen

 

In letzter Zeit plagen mich diese furchtbaren Kopfschmerzen. Ich leide schon fast mein ganzes Leben lang unter Migräne, aber das hier ist etwas anderes.

Es fing vor etwa einer Woche an, nachdem ich von der Arbeit nach Hause gekommen war. Ich hatte den ganzen Tag unter etwas gelitten, von dem ich dachte, es sei nur eine schwere Migräne. Aber irgendwie hatte ich es geschafft, die Zähne zusammenzubeißen und meine Schicht zu beenden.

Als ich nach Hause kam, warf ich zwei Tabletten ein und legte mich mit einem Eisbeutel auf dem Kopf und einer Augenbinde auf die Couch. Als Hintergrundgeräusch schaltete ich den Fernseher ein und versuchte, einzuschlafen. Der Schmerz war immens und schien sich vor allem auf meine Schädeldecke zu beschränken. Ich rieb mir ungeduldig die Schläfen und versuchte, mit der Hand auf einen Druckpunkt zu pressen, um die Schmerzen zu lindern. Das half ein wenig, aber dennoch war die Qual ungebrochen.

Irgendwann schaffte ich es, mich schlafen zu legen. Als ich erwachte, waren die Schmerzen zwar etwas erträglicher, aber immer noch vorhanden. Es war etwa 20 Uhr und ich beschloss, mir etwas zu essen zu machen. Ich schmiss etwas altes chinesisches Essen in die Mikrowelle und ging ins Bad, um den zunehmenden Druck auf meine Blase zu lindern.

Während ich das Licht einschaltete, bemerkte ich sofort etwas Seltsames. Meine linke Pupille schien… anders zu sein. Es sah so aus, als ob das Pigment der Iris ausbluten würde. Normalerweise besitzen meine Augen eine eher matte, blaugraue Farbe, aber jetzt war ein deutlicher Farbunterschied zwischen ihnen zu erkennen. Als ob das linke Auge durch etwas verdünnt worden wäre.

Meine Sicht schien in Ordnung zu sein, wenn sie nicht durch die Kopfschmerzen leicht beeinträchtigt war. Diejenigen unter euch, die regelmäßig Migräne haben, wissen wahrscheinlich, was ich meine, wenn ich “Kondensstreifen” sage. Es ist, als würde ein leichter Nebel von allem, was du ansiehst, aufsteigen. Es macht es zu einem Albtraum, sich auf irgendetwas zu konzentrieren, und selbst Licht genügt, um dir den Magen umzudrehen.

Ich fand das komisch, nahm aber schließlich an, dass es eine Begleiterscheinung der Kopfschmerzen war. Vermutlich brauchte ich einfach nur eine erholsame Nacht, um mein Leiden zu beheben. Nachdem ich ein wenig Essensreste verschlungen und etwas schlafförderndes Benadryl konsumiert hatte, machte ich mich auf den Weg ins Bett. Ich wünschte wirklich, ich hätte die Warnzeichen ernster genommen.

Am nächsten Tag riss mich der Wecker um 5 Uhr aus dem Schlaf und zu meinem Leidwesen musste ich feststellen, dass der Kopfschmerz zurückgekehrt war. Ich bin ziemlich koffeinsüchtig und nahm an, dass der morgendliche Kaffee ausreichen würde, um sie zu beseitigen. Allerdings hat er nicht viel bis gar nicht geholfen.

Außerdem fühlte ich mich zittrig und ein bisschen verschwitzt. Ich war mir sicher, dass ich mir eine Grippe eingefangen hatte, und überlegte, ob ich mich krankmelden sollte. Diesen Luxus konnte ich mir leider nicht leisten, und jede versäumte Stunde würde das Begleichen der Miete erschweren.

Zudem verlor mein linkes Auge seine ursprüngliche Färbung. Der Farbunterschied war sogar noch ausgeprägter, da mein linkes Auge jetzt eher grau als blau erschien. Ich nahm noch zwei weitere Excedrin und glücklicherweise besaß ich noch ein paar Dicodid von der Operation meiner Weisheitszähne, also nahm ich auch noch eine davon. Danach hüpfte ich unter die Dusche und hoffte, dass das ausreichen würde, um den aufkommenden Sturm in meinem Gehirn zu stillen.

An diesem Tag herrschte die absolute Hölle auf der Arbeit und all meine Vorbereitungen halfen ungünstigerweise nicht, das Pochen in meinem Kopf zu lindern. Der Schweiß rann mir in Strömen von der Haut und haftete an mir wie ein Leim, der mich erst abkühlte und schließlich zum Frösteln brachte. Die Kopfschmerzen schienen sich ebenfalls auszubreiten, denn mein Nacken und sogar Teile meines Kiefers schienen zu schmerzen. Gelegentlich musste ich auf die Toilette gehen, um mich zu übergeben und zu ächzen. Meine Sicht war trübe und verschwommen, was selbst einfache Aufgaben exponentiell verkomplizierte. Zu allem Überfluss beschloss mein Chef, dass es an der Zeit war, mich dafür zu bestrafen, dass ich ein unwichtiges Nebenprojekt, das mir vor einiger Zeit aufgetragen worden war, nicht zu Ende gebracht hatte.

Zu dem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass ich eine Grippe oder eine Erkältung bekommen hatte. Um die Krankheit schnell loszuwerden, trank ich bestimmt ein halbes Dutzend Azur DayMed im Laufe der Stunden. Dieses 5-in-1-Zeugs, das bei jeglichen Krankheitssymptomen hilft. Ekelhaft, aber sehr wirksam. Kathy beäugte mich misstrauisch, als ich regelmäßig zum Erste-Hilfe-Kasten griff, um Medizin zu beschaffen. Wahrscheinlich hielt sie mich für eine Art Junkie, aber das war mir zu der Zeit ziemlich egal. Ich habe keine Ahnung, wie ich diesen Tag überstanden habe. Als es endlich 17 Uhr wurde, war ich kurz davor, Freudentränen zu vergießen.

Meine Symptome hatten sich im Laufe des Tages verschlimmert und meine Sicht war so trüb, dass ich auf der Heimfahrt kaum noch etwas sehen konnte. Doch irgendwie schaffte ich es schließlich. Ich betrat meine schäbige Wohnung und brach auf der Couch zusammen, völlig ausgelaugt von dem qualvollen Arbeitstag.

Ich ließ mich mit einem Eisbeutel auf die Couch plumpsen und bestellte eine Pizza für mich. Da sich mein Kopf immer noch wie ein Felsturm anfühlte, nahm ich zwei weitere Excedrin und zwei Dicodid in einem vergeblichen Versuch, die Schmerzen zu lindern. Die Peperoni- und Jalapeño-Pizza traf einige Zeit später ein, aber ich konnte nur ein halbes Stück davon essen. Ich hatte einfach keinen Appetit. Zweifellos war das eine Kombination aus der Erkrankung und den Nebenwirkungen der Schmerzmittel. Mein linkes Auge wies auch keine Pigmentierung mehr auf, es war nur noch ein mattes Grau. Auch die Kondensstreifen verschlechterten sich, so dass alles um mich herum undeutlich und nebelig wurde. Es war ein Wunder, dass ich in dieser Nacht überhaupt einschlafen konnte.

Als ich am nächsten Tag meine Augen öffnete, schlug mich ein unerträglicher Schmerz nieder – fast so stark wie ein Baseballschläger, der gegen meine Schädeldecke einschlug. Mein Kopf schmerzte furchtbarer als alles, was ich je erlebt hatte. Es war, als würde jemand einen geschmolzenen Dolch in mein Gehirn rammen und es langsam verrenken. Außerdem hatte sich der Schmerz auf meinen ganzen Körper ausgebreitet. Kalter Schweiß überzog meinen ganzen Körper und meine Hände zitterten wie Götterspeise bei einem Erdbeben.

An Arbeit war nicht mehr zu denken, und ich hatte keine Chance, das hier zu überstehen. Ich rief meinen Chef an und informierte ihn. Er war verständlicherweise irritiert, aber das war mir egal. Die Schmerzen waren so stark, dass ich buchstäblich nicht mehr ins Büro gehen konnte.

In meiner Verzweiflung schluckte ich noch mehr Medikamente, aber das half überhaupt nicht. Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass es dadurch nur noch verschlimmert wurde. Ich kroch ins Badezimmer und kotzte mir die Seele aus dem Leib. Irgendwann warf ich einen Blick in den Spiegel und stellte fest, dass sich das seltsame Augenphänomen jetzt auch auf meinem rechten Auge bemerkbar machte.

Mein Gesicht war blass und fahl, als ob alles Blut aus ihm herausgesaugt worden wäre. Außerdem schwankte meine Körpertemperatur regelmäßig innerhalb von Sekunden zwischen der Sahara-Wüste und dem Polarkreis. Der Gallefluss und die Krämpfe wollten trotz meiner Bemühungen nicht abklingen, und eine ähnliche Entwicklung hatte bedauerlicherweise auch am anderen Ausgang entwickelt. Ratlos kroch ich in die Dusche und drehte sie auf Hochtouren. Ich wechselte regelmäßig zwischen brühend heiß und eiskalt hin und her, wie es mein Körper verlangte. Ich muss stundenlang da drin gelegen haben und hatte das Gefühl, dass der Tod die bessere Alternative gewesen wäre.

Bevor jemand etwas sagt: Ich weiß, dass ich schon viel früher zum Arzt hätte gehen sollen. Das hätte mich vielleicht nicht gerettet, aber zumindest hätte ich so eine bessere Prognose gehabt. Ich hielt das aber erst für nötig, als ich sah, dass in meinem Erbrochenen Blut und nicht mehr erkennbare Brocken auftraten.

Das ist der aktuelle Stand der Dinge. Schließlich rief ich von der Dusche aus den Notruf an, weil ich nicht die Kraft hatte, selbst ins Krankenhaus zu fahren. Jetzt liege ich im Klinikbett und schreibe diese Zeilen, während Dutzende von Ärzten und Mitarbeitern der Gesundheitsbehörde vor dem Zimmer herumrennen. Plastikplanen und vakuumversiegelte Abdeckungen säumen die Wände, und jeder, der mit mir zu tun hatte, war gezwungen, von Kopf bis Fuß in so etwas wie einen Chemikalienschutzanzug zu tragen.

Meine Symptome haben sich leider nur verstärkt. Seit meiner Einlieferung kann ich mich nicht mehr an viel erinnern. Sie sagten mir, dass ich jetzt seit etwas mehr als einem Tag hier bin. Zum Glück haben sie es geschafft, die Schmerzen mit einer Art Steroidregime zumindest etwas zu lindern, aber wer weiß, wie lange das noch anhält. Solange ich hier bin, erlitt ich zahlreiche Krampfanfälle und verlor häufig das Gedächtnis.

Die Ärzte haben vor einiger Zeit einige Bluttests bei mir durchgeführt und mich einer axialen Computertomografie unterzogen. Kurz darauf konnten sie eine Diagnose stellen, so dass ich zumindest einen Namen für mein Leiden gefunden hatte. Meningitis, eine Hirnhautentzündung, aber … es ist nicht nur das. Einige Ärzte haben mir erklärt, dass die Krankheit genetisch mit der Meningitis verwandt ist, aber der Erreger selbst ist einzigartig. Sie sagen mir, dass sie so etwas noch nie gesehen haben, offenbar hat das noch niemand.

Das gesamte Krankenhaus wurde in ein Versuchslabor verwandelt. Das Penicillin, das mir in die Venen gepumpt wurde, hat anscheinend überhaupt nichts bewirkt. Gruppen von Forschern, von denen ich nur annehmen kann, dass es sich um solche handelt, kommen und gehen regelmäßig, nehmen Proben und notieren sich alles. Ich bin im Grunde nur noch ihre existierende, denkende Kulturschale.

Im Moment sieht es wirklich nicht gut für mich aus, aber ich glaube, ich weiß jetzt, woran es liegt. Ich erinnere mich, dass ich vor einiger Zeit gehört habe, dass viele prominente Wissenschaftler und Apotheker ihre Besorgnis über den übermäßigen Gebrauch von Antibiotika in der Gesellschaft geäußert haben. Die Menschen neigen dazu, diese Medikamente missbräuchlich zu konsumieren, ohne es überhaupt zu merken. Ein Paracetamol für leichte Kopfschmerzen, ein Imodium für eine Magenverstimmung, Penicillin für eine kleine Schnittwunde. Durch den übermäßigen Gebrauch dieser Medikamente und die Nähe zur Gesellschaft steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eines der Viren mutiert, um resistenter gegen sie zu werden. Ich glaube, dieser seltsame Meningitis-Stamm, den ich mir zugezogen habe, ist der erste Fall, bei dem ich Patient Null geworden bin.

Es ist beschissen, das kann ich nicht leugnen. Ich will nicht sterben, aber ich würde dieses Schicksal lieber in Kauf nehmen, als dass die schrecklichen Schmerzen wiederkehren. So zu leben, ist es einfach nicht wert. Ich kann die Sorgen in den Gesichtern der Menschen sehen, wenn sie mit mir kommunizieren. Sie haben Angst, und das kann ich ihnen nicht verdenken.

Wenn jemand in letzter Zeit unter einer unerklärlichen Serie starker Kopfschmerzen leidet, empfehle ich dir, sofort einen Arzt aufzusuchen. Es könnte dein Leben retten oder du könntest als wissenschaftliches Experiment enden, genau wie ich. Ich spüre, wie mein Geist dahintreibt, als ob sich die Verbindungen zwischen meinem Körper und meinem Geist oder was auch immer gelöst haben.

Ab und zu erblicke ich seltsame dunkle Gestalten um mich herum. Sie sehen aus wie die Kondensstreifen, besitzen aber eindeutig eine humanoide Form. Ich weiß nicht, ob das eine Frucht der Krankheit ist, oder… etwas anderes. Ich weiß nur, dass ich es leid bin, sie schreien zu hören.

Meine Eltern und meine jüngere Schwester kamen mich vor einiger Zeit besuchen. Sie waren gezwungen, die Schutzanzüge anzuziehen, was den Umgang mit ihnen erschwerte. Sie gaben ihr Bestes, um mich bei Laune zu halten, und ich versuchte so zu tun, als würde es funktionieren, aber wir alle wussten, dass das eine Lüge war. Ich kann den Schrecken in ihren Augen sehen, aber ich kann auch etwas anderes im linken Auge meiner Schwester erkennen.

Grau.

 

 

Original: zachariusfrost

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