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13

Ich fühle mich nicht wohl wenn ich davon rede,da es schon so lange her ist,dennoch muss ich es jetzt loswerden.

Mein Bruder und ich sind genau 10 Jahre auseinander.Der Altersunterschied war immer lässig und ich als großer Bruder konnte Luis viel beibringen.Heute ist unser gemeinsamer Geburtstag.Luis ist 13 geworden und ich 23.

Während er die Kerzen auspustete,die auf der Torte waren und seine Augen schloss um sich den Wunsch zu wünschen den man sich immer wünscht,sprang ich in Gedanken zurück in die Vergangenheit. Zurück an den Tag,der mein Leben für immer veränderte.

Ich saß am Tisch meiner Eltern in meinem Elternhaus.Es war ein runder Tisch umgeben von vier Stühlen.Rechts von mir saß meine Mutter.Links von mir saß mein kleinerer Bruder Luis.Und direkt vor mir saß mein Vater.

Alle blickten mich direkt an,warteten darauf das ich anfing die Kerzen der Torte auszupusten um mir etwas zu wünschen.Erst zögerte ich kurz doch dann tat ich es und freute mich das ich alle Kerzen auf einmal ausgepustet hatte.Luis hatte auch eine kleine Torte bekommen bei der ich ihm half die Kerzen auszupusten.

Es war zu diesem Zeitpunkt 13:35 Uhr.Ich kann mich noch genau daran erinnern,weil ich auf die Uhr gesehen hatte und es dann zum ersten Mal spürte…

Es fing an meinem Hinterkopf an.Als ob irgendwelche kleinen Krabbeltierchen mit ihren winzigen Beinchen hinter den Ohren hoch krabbeln würden,bis hoch an die Schläfen um sich dort zu sammeln.

Gleichzeitig schlug mein Herz rasant schnell.Hätte ich eine Pulsuhr gehabt wäre sie höchstwahrscheinlich durchgehend im roten Bereich gewesen.

Es bildeten sich Schweißtropfen die an meiner Stirn runterliefen.Ich legte meine Hand auf mein Herz.Ich spürte jeden Schlag wie einen Presslufthammer in meiner Brust.

Die Sammelstelle der kleinen Tierchen an meinen Schläfen fing plötzlich an heftig zu stechen.Sofort setzten unerträgliche Kopfschmerzen ein.

Mein Gesicht verzerrte sich in einen schmerzvollen Ausdruck und ich schrie einen lauten Schrei aus.

Teilweise bekam ich noch mit,wie meine Eltern aufsprangen und fragten was los sei,doch ihre Stimmen verstummten in einem Meer von Schwarz.

Als ich wieder zu mir kam,berichteten mir meine Eltern was in der Zwischenzeit mit mir geschehen war.

Nachdem sich meine Augen unnatürlich in meinem Augenhöhlen verdreht hatten und ich diesen unverkennbaren Schrei ausstieß,begann mein ganzer Körper sich zu verkrampfen.Ich fing unkontrollierbar an zu Zucken,so heftig das ich vom Stuhl fiel und mit dem Kopf auf dem Boden aufschlug.

Das ganze ging ungefähr 3 Minuten.Danach kam mein Körper zur Ruhe und ich schlief ein.

Meine Eltern sagten mir,das sie mich in mein Bett brachten und ich erst jetzt,es war jetzt 19:24 Uhr aufgewacht war.Sie fragten mich ob alles in Ordnung sei und wie es mir ging.

„Es geht mir gut.“ Antwortete ich immer noch ein bisschen verwirrt aber Wahrheitsgemäß.

„Wir werden diese Nacht abwarten und morgen zu einem Arzt fahren.“ sagte mein Vater.Ich sah meine Mutter an und erkannte das sie immer noch geschockt gewesen war,denn sie sagte kein Wort und sah mich mit weit offenen Augen an.

Später am Abend als sich alles beruhigt hatte,lag ich in meinem Bett und dachte noch einmal über das nach was mir heute passiert war.

„Was für ein geiler Geburtstag…fuck ey…“ sprach die Ironie aus mir.

Ich drehte mich auf die rechte Seite und schloss meine Augen.Hätte ich gewusst was mich in dieser Nacht erwartet,hätte ich sie niemals geschlossen.

Ein Ruck schoss durch meinen Körper als ich mitten in der Nacht plötzlich wach wurde.Ich schaute auf mein Handy….Genau drei Uhr.

Das kribbeln am Hinterkopf begann erneut.Erst ganz leicht und sanft und dann immer stärker!Vor meinem inneren Auge lief wieder dieser Film,dass Ameisen,Kellerasseln und Spinnen an meinem Hinterkopf hoch krabbelten und sich an meiner Schläfe sammelten um sich dort fest zu beißen.

Das stechen an der Schläfe wurde stärker und stärker.Der Schmerz war zurück,doppelt so stark wie das erste mal.Ich schrie,so laut das die Nachbarn mich hören mussten.Dann merkte ich wie meine Augen anfingen sich langsam zu verdrehen.Ich sah zuerst alles verschwommen,dann nach oben und dann wurde alles Schwarz.

Doch irgendwas war anders.Ich konnte weiterhin alles spüren und war wach obwohl meine Augen geschlossen waren.Das Schwarz  in dem ich mich verlor wurde langsam heller.Wie eine Röhre in die man schaut breitete sich das schwarz von innen nach außen ins Weiß aus.Inmitten dieser weißen Röhre stand plötzlich etwas.

Ich erkannte das die Kreatur menschliche Züge hatte,doch irgendetwas passte nicht zusammen.Die Beine waren länger als bei gewöhnlichen Menschen,die Arme ebenfalls und die Finger hingen herunter wie lange Krallen.Das Gesicht sah verzerrt aus,die Augen waren in große Tiefschwarze Höhlen versunken.Die Nase fehlte und der Mund zog sich fast vom linken bis zum rechten Ohr,wie eine grinsende Fratze.

Es stand direkt vor mir,ich wollte rennen doch ich war wir festgewurzelt.Meine Beine bewegten sich keinen Zentimeter.Ich stand einfach da und musste mit ansehen wie die Kreatur mit abgehackten Bewegungen auf mich zu kam.Sie machte bei jedem Schritt ein knackendes Geräusch,das alles noch viel unheimlicher machte.

Direkt vor mir angekommen,bewegte sie nur noch ihren Kopf hin und her um mich zu begutachten.Dabei schnalzte und knackte es bei jeder neuen Kopfposition.

Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und versuchte zu fragen was das hier soll,als diesen Wesen plötzlich begann zu sprechen.

„Dir ist es nicht gestattet zu reden.“ ächzte es.

„Du bist hier bei mir,weil es an der Zeit war dich zu holen.Ich bin der Dämon der Zeit und ich warte schon sehr lange darauf dich endlich bei mir zu haben!“ krächzte es weiter.

„Ich habe mir deine Familie schon vor langer Zeit ausgesucht.Von Generation zu Generation begleite ich euch schon.Du wurdest weitergereicht und warst die Wahl deiner Mutter.“

„…Weitergereicht?!..Meiner Mutter?!…“ dachte ich.

Als ob der Dämon mich gehört hätte,beantwortete er mir meine Frage.

„Ich habe deine Mutter auch zu mir geholt als sie 13 geworden ist.Ich habe sie vor die gleiche Wahl gestellt,vor die ich dich gleich stellen werde.“

„…Welche Wahl…?!“ ging es mir durch den Kopf.

„Entweder Du bleibst für immer bei mir oder du bist frei und ich nehme mir den nächsten Nachkommen der Familie.“

„Der nächste? Meinen Bruder Luis?“ schoss es mir durch den Kopf.

„Ich kann doch nicht…wählen…zwischen meinem Leben und dem Leben meines Bruders…Nein,das…kann ich nicht.“

Der Dämon,der anscheinend meine Gedanken lesen konnte,antwortete nur mit zwei Wörtern.

„WÄHLE JETZT !“ …..

Wieder zurück in der Gegenwart beobachtete ich meinen Bruder dabei wie er ein Stück Torte das auf seinem Teller lag begann zu essen,als wie aus dem nichts seine Augen sich verdrehten und er einen grauenhaft lauten Schrei von sich gab.Danach begann sein ganzer Körper zu Verkrampfen….

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