KreaturenMittellang

Als ich klein war…

Als Kind war ich oft alleine, deswegen sah ich fern oder spielte gerne Videospiele, um die Zeit totzuschlagen. So kam ich auch auf eine Serie, die ich eigentlich nicht gucken durfte, weil ich immer schreckliche Albträume bekam. Als ich in den Ferien jedoch bei meiner Oma zu Besuch war, durfte ich jede Serie gucken, da meine Oma gerne ausschlief.

Was das Merkwürdige daran war? Egal, wann ich wach wurde, aus dem Bett kletterte und zum Fernseher lief: Die Serie lief dann, wann ich es wollte. Ich wusste gar nicht, was ich an dieser Serie so gut fand. Sie hatte keinen Sinn, die Folgen kamen in unbestimmter Reihenfolge, von ihnen gab es eh höchstens zehn Stück. Außerdem war der Ort, die Charaktere und alles andere in dieser Serie pro Folge komplett verschieden. Obwohl es so zusammenhangslos war, wusste ich, dass es eine Serie ist. Warum? Jede Episode löste das gleiche Gefühl bei mir aus: Angst.

Gut, ich werde jetzt versuchen wenige Folgen aus dem Gedächtnis hervorzukramen.

Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere daran. Die Reihenfolge spielt wie gesagt keine Rolle.

Folge Nr. 1: Diese Folge spielte in einem Puppenhaus. Zunächst war es tags. Die Puppen sprachen nicht, was für Sendungen und Auftritte der Art ungewöhnlich ist. Es gab genau drei von ihnen. Eine sah sehr alt aus und sie hatte eine Brille. Sie kochte immer für die anderen und bat sie nachher sogar, zum Essen zu kommen, ihre Gestik verriet, dass sie nach ihnen rief, aber man konnte nichts hören. Keine Stimmen, keine Soundeffekte , keine Musik, obwohl der Ton am Fernseher funktionierte. Die zweite Person war ein Mädchen mit zwei braunen, geflochtenen Zöpfen. Sie spielte in ihrem Zimmer mit Spielsachen.

Immer der gleiche Ablauf. Die dritte Person war die schlimmste. Es war ein Junge mit schwarzen Haaren. Er trug etwas, das aussah, als bestünde es nur aus Bandagen und um seine Armgelenke trug er Stahlringe, an denen Eisenketten befestigt waren, welche am anderen Ende zerbrochen schienen. Diese Person befand sich in jeder Wiederholung der Folge in einem anderen Zimmer, doch niemand schien ihn zu bemerken. Dann folgte immer das gleiche: Man sah das Puppenhaus nur noch von außen. Das Mädchen schaltete das Licht in ihrem  Zimmer aus und zog die Gardinen zu.

Die Großmutter machte das in den anderen Zimmern. Insgesamt gab es vier, die man von außen sehen konnte. Zwei Zimmer, die oben lagen, waren anscheinend Schlafzimmer, zwei weitere im Erdgeschoss waren die Küche und das Wohnzimmer. Es war nun also ganz dunkel. Da sah man im Haus ein kleines Licht, einen Kerzenschein.

Eine unheimliche Melodie einer Spieluhr setzte ein. Das Licht schlich von Zimmer zu Zimmer. Schließlich hörte die Musik auf. Eine Gardine wurde beiseite geschoben. Der Junge stand da und flüsterte: “Oh, da bist du ja, ich habe dich schon gesucht.”

Danach war die Folge beendet.

Folge Nr.2: Diese Episode ging um ein Wesen, das sich nur schwer beschreiben lässt. Es war im Vergleich zu einem Menschen relativ groß und hatte eine schwarze, zerfetzte und ledrige ‘Haut’. Seine Füße waren Vogelfüße und es hatte Flügel, jedoch mehr die einer Fledermaus oder eines Drachen. Sein Kopf war riesig, es hatte große, spitze Zähne und weiße Augen. In dieser Folge spielte die Geschichte in einem Dorf. Jeden Tag klaute sich das Monster so viele Menschen aus dem Dorf wie es wollte, um sie zu fressen. Doch es konnte die Menschen auch sofort töten, wenn sie zu lange in seine leeren Augen starrten oder es sie einfach attackierte. Töten konnte man es nicht, da es kein Herz besaß.

Folge Nr.3: Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, worüber diese oder die anderen Folge gehen, doch eine Sache habe ich mir gemerkt: Es war die Folge vor der ich am meisten Angst hatte. Durch sie bekam ich die schlimmsten Albträume.

Das einzige, was ich aber ganz sicher darüber sagen kann, ist, dass ich mich immer verfolgt gefühlt habe. Meine Eltern meinten zu mir, dass ich jedes Mal, nachdem ich einen Albtraum hatte, folgendes schrie: “Mama.. Papa.. helft mir, er will mich holen!” Und als sie fragten, wer mich denn holen würde, antwortete ich: “Der Mann aus dem Keller.”

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