Creepypasta

Chort – Auge des Leids

(Whites Schritte zum Auto über die durchnässte Einfahrt seines Hauses)

(Steigt ins Auto)

White: Also Jungs.. Seid ihr bereit?

Jimmy: I-ich weiß nicht recht Boss.. Bist du sicher, dass heute der geeignete Tag dafür ist? W-w-weißt du ich hab heute ziemlich Bauchweh und..

White: Jimmy.. Lass diese Mimosen-Scheiße. Ich habe euch bereits erklärt, dass es heute sein muss. Praktisch alle Wachen sind weg. Außerdem kann ich nicht auch ewig auf Krank machen. Dieser beschissene Virus kommt uns genau gelegen. Mr. Hardigan dieser Fettsack hat für morgen schon neue Leute aus „was weiß ich woher“ einfliegen lassen. Wenn wir es heute Nacht nicht machen, können wir die ganze Sache knicken.. Was ist mit dir Seth? Hast du auch irgendwelche Beschwerden?

Seth: Bei mir ist alles klar Chef.. Bereit wenn du es bist.

White: Danke! Wenigstens zwei Männer im Auto (böser Blick zu Jim) Aber gut, lassen wir das. Wie sieht es mit der Ausrüstung aus? Alles dabei?

Seth: Maske, dunkle Kleidung, Handschuhe, das.. mmh.. hier das Dietrichset, dass du wolltest. Dann, Seile, die Drahtscheren uuund ein Messer.. Die Klinge dürstet schon nach Blut haha!

White: Keine Toten, wenn es nicht sein muss Seth.. Aber für den Fall eines Kampfes habe ich meine Schallgedämpfte dabei. Wenn wir es gut anstellen müsste aber auch dieses Chloroform hier reichen.

Jimmy: E-eine Maske? Reicht denn mein Cap nicht? Ich hab keine Maske..

White: *Facepalm*

Seth: *Lacht*

White: Jim.. Du weißt, dass ich dich nur mitnehme, weil ich dich für das Sicherheitssystem brauche oder? Wenn du die Sache vermasselst komme ich zu dir nach Hause und pisse auf deine PS4!

Jimmy: Oh nein, nicht meine PS4!

White: Ja genau! Also nochmal: Leider habe ich keine Buntstifte um es dir noch verständlicher zu machen. Wir brauchen die Masken, weil das Museum Kameras besitzt, die dich filmen und ins Gefängnis bringen.

Jimmy: Aaaach soo..

(Seth wühlt im Rucksack)

Seth: Hehe, keine Sorge Junge, ich hab ne zweite für dich mit eingepackt.

Jimmy: H-woow, danke Seth!

 

White: Guter Mann.. Also.. Auf geht’s Jimmy. Du weißt wie man einen Motor startet?

Jim: Klar Chef! Man dreht den Schlüssel und dann..

White: J-jajajaja drück schon auf die Tube verdammt..

Nachdem Jim den Motor seines Fiat Multipla, des hässlichsten Auto der Welt startet, fährt er von der Einfahrt zu Whites Haus hinunter auf die Hauptstraße und düst los, in Richtung des „Farrigan Museum of History“. Schon am nächsten Tag würde eine der bedeutsamsten Ausstellungen stattfinden, die man auf der Welt je gesehen hatte. White, der als Nachtwächter im Museum arbeitet, roch beim Briefing seines Chefs die Gelegenheit seines Lebens. Die Gelegenheit einen Schlussstrich zu ziehen und seinem öden Dasein etwas Würze zu verleihen.

Noch nie hatte er in seinem Leben so etwas gemacht. Na gut.. Außer das Eine mal, als er mit seinen beiden Jugendfreunden Seth und Jim, mit denen er seit frühester Kindheit rumhing, in den Anhänger von ein paar Hippies eingedrungen ist und drei Packungen Marjhuana geklaut hatte. Dieses Mal würde mehr winken als nur eine ordentliche Dröhnung. Dieses Mal war Geld im Spiel. Viel Geld.

(Auto fährt auf einen kleinen Schotterpfad in der Nähe des Museums)

White: Also Jungs.. Hier nochmal der Plan: Hier im Wäldchen gibt es einen alten Schacht, der direkt ins Kellergeschoss des Museums führt. Die Tür ist nur mit einem Vorhängeschloss gesichert. Es ist wichtig, dass wir nach dem Raub das Schloss wieder anbringen. Ich will nicht, dass jemand verdacht schöpft. Erinnert mich dran, falls ich es vergesse. Sprich: Erinnere du mich daran Seth.

Seth: Mach ich, kein Problem..

White: Gut.. Wir knacken also das Schloss, schleichen in den Kontrollraum, schalten die Alarmanlage aus und begeben uns dann in den Ausstellraum mit den Sarkophagen. Der ist im zweiten Stock. Wenn wir unterwegs auf die beiden Nachtwächter stoßen, schalten wir sie wenn möglich lautlos aus. Einer von ihnen heißt Matt, ein alter Kauz.. Ist ganz nett. Den anderen kenne ich nur flüchtig. Wie gesagt: Wir töten nur im Notfall. Verstanden?

Seth: Verstanden.

Jimmy: Ich hab verstanden.. Hmm.. Was sind denn das eigentlich für Leichen, die so wertvoll sein sollen?

White: (Zündet sich eine Zigarette an)

Seth: Oh bitte gib mir auch eine..

White: Klar hier.. Also.. Die Mumien wurden irgendwo nahe einem Bauernkaff in Russland ausgegraben. Ihr alter wird auf über 1000 Jahre geschätzt. Das faszinierende an dem Fund ist aber WIE sie begraben wurden. Der eine Sarkophag ist aus massivem, schwarzem Ebenholz gefertigt und mit lauter seltsamer Runen und Zeichen versehen. Alles in Top-Zustand. Die andere, kleinere Mumie war in einem eher schlichten Sarg aufgebahrt.

Seth: Und diese Runen? Irgend ne alte Sprache oder wie?

 

White: Hehe.. Das ist es ja: Keine Sau hat diese Zeichen jemals gesehen. Wir sind das erste Museum, das die Mumie zeigen darf. Aber das was WIR wollen sind nicht die Leichen selbst. Wir holen uns die Grab-Beigaben..

Jimmy: Und die wären?

White: (Lächelt) Ihr.. Ihr werdet schon sehen.

Die drei stülpen sich ihre Masken über, treten aus dem Fahrzeug und bahnen sich ihren Weg durch ein finsteres, durchnässtes Waldstück bis zu einer überwucherten Luke, die in die Erde hinab führt. Sie öffnet sich ohne große Anstrengung und mit einem lauten Quietschen. Jimmy hält sich genervt die Ohren zu. Dann steigen sie die rostigen Stufen der Leiter hinunter. Erst White, dann Seth und schließlich Jimmy. Ein muffiger, erdiger Geruch steigt den Männern in die Nase, als sie unten ankommen und einem unheimlichen Tunnel folgen.

Jimmy: Ich finde es schrecklich hier.. (flüsternd) Gehen wir doch einfach zu mir nach Hause? Ich habe noch was von meiner gestern bestellten Pizza übrig. Die könnt ihr haben, ist kein Ding. Red Bull gibt es auch!

White: (flüsternd schreiend) Halts Maul Jim. Keiner will deine ranzige Pizza. Wir klauen uns den Scheiß und machen uns irgendwo ein gemütliches Leben. Weg von all diesen beschissenen Armleuchtern und Materialisten.

Seth: Nun Chef.. Eigentlich ist es ja auch etwas materialistisch.. Das, was wir hier vor haben.

White: Das mag sein.. Aber WIR sind einmal richtig hart materialistisch um es dann nie wieder sein zu müssen..

Seth: Ja aber..

White: Schnauze! Ich will was klauen, nicht diskutieren. Hier ist die Tür. Wartet mal einen Moment, das sollte nicht lange dauern.

White kramt das Dietrichset hervor und macht sich am Schloss zu schaffen. Schon nach wenigen Minuten macht es hörbar klick. Die Tür schwingt auf und gibt den Blick frei auf ein düsteres Kellergeschoss, das mit allerlei Krims-Krams vollgestellt ist. Alte Möbel, defekte Geräte, Werkzeug und diverse Baumaterialien stehen überall verteilt. Die drei bahnen sich einen Weg an dem Plunder vorbei, bis zu einer staubigen Treppe aus Stein, die zum höhergelegenen Stockwerk führt. Oben angekommen öffnet White vorsichtig die Tür. Er horcht in den Gang.

White: Psst.. Da kommt schon der erste. Ich höre Schritte.

White gibt den anderen ein Zeichen zu warten. Er holt ein weißes Taschentuch aus seiner Hosentasche und benetzt es mit dem Chloroform. Dann schleicht er geduckt und leise atmend auf den uniformierten Mann zu, der offenbar mit der Taschenlampe den Weg zur Toilette erleuchtet. Als er nur noch wenige Meter hinter ihm ist, schnellt White nach vorne und drückt dem Wächter das Taschentuch auf den Mund.

(White Ringt mit dem Mann und zerrt ihn zurück zur Kellertreppe)

White: Komm schon Seth, pack mit an..

(Die zwei schaffen den Körper die Treppe hinunter)

Seth: (Angestrengt)Okay.. Hab ihn.. Ja leck mich am Arsch, der Typ wiegt bestimmt ne Tonne.. Hnng.. So.. Sollen wir ihm nicht doch besser die Kehle aufschneiden? Nur ein bisschen?

White: Nein verflucht! Spar dir deine Mordlust für zu Hause auf da kannst du aufschlitzen was du willst. Das hier machen wir auf meine Weise..

Seth: Hmm.. Schade..

Jimmy: Na dann.. Auf in die Kommandozentrale!

White+Seth: Psssstt!

White: Schick denen doch gleich ne Postkarte hoch verdammt nochmal! Ihr seid mir vielleicht zwei.. Also gehen wir weiter. Aber leise!

Wieder oben angekommen, schleichen sie einem breiten Korridor entlang, vor dessen Wänden verschiedene Büsten und Skulpturen stehen. Bei einer Abzweigung, weist White seine Kameraden an stehen zu bleiben. Er weiß, dass dort oben in einer Ecke eine Kamera auf der Lauer hängt. Sie schwenkt im 4 Sekunden Takt hin und her. Für den Nachtwächter, ist es kein Problem den lästigen Geräten auszuweichen und so dirigiert er Seth und Jim durch einige andere Ausstellräume, bis sie schließlich das stete Summen eines laufenden PC’s vernehmen. Sie sind beim Kontrollraum im Erdgeschoss angekommen.

White: Da sitzt Matt am PC.. Sieht so aus, als ob er pennen würde haha.. Alter Träumer.. Der sollte kein Problem darstellen..

Jimmy: Darf.. ich vielleicht?

White: Warum?

Jimmy: Naja.. Das wollte ich schon immer mal machen.

White: (Überlegt) Ach.. Na gut. Aber verbock es nicht. Hier das Tuch.. Und die Flasche.

Kaum hat White das Fläschchen aus der Hand gegeben, bereut er es sogleich. Das.. konnte nur schief gehen. Jimmy greift eifrig zu und läuft voller Tatendrang durch die Tür. Er nähert sich dem Drehstuhl auf dem Matt hängt, wie ein alter, schlaffer Wäschesack. Er schläft tief und fest. Jim öffnet das Fläschchen.. und stolpert über seine eigenen Füße. Das Chloroform wird verschüttet und spritzt in hohem Bogen durch die Luft. Das Kontrollpult neben dem Monitor gibt ächzende Sterbelaute von sich, als die Flüssigkeit zwischen den Rillen der Schalter und Hebel hindurch sickert und die Elektronik beschädigt. Die Männer schlagen sich die Hände über den Kopf. Entsetzt erwarten sie den Alarm.

Doch er bleibt aus. Matt zuckt nur einmal leicht zusammen, schläft dann aber seelenruhig weiter. White löst sich aus seiner Starre, schnaubt verärgert und wirft Jimmy einen vernichtenden Blick zu, während er auf den dösenden Nachtwächter zuläuft. So hart er konnte verpasst White ihm eine Faust ins Gesicht. Matts Bewusstsein hat nicht ein mal die Zeit, ihn ins Diesseits zu befördern und so geht er fließend von Schlaf in Ohnmacht über, als er heftig auf dem Boden aufschlägt.

White: Jimmy.. Du bist ein noch größerer Idiot, als dieser stinkende Penner, der an der Bushaltestelle die Leute mit seinem Essen bewirft..

Jimmy: (traurig) Schlimmer als der?

White: Schlimmer als der..

(Ein Geräusch wie von einer Klinge, die in Fleisch eindringt)

White: Was zum.. (sieht Seth, der Matt ein Messer ins Bein gesteckt hat) Seth?! Bist du wahnsinnig?!

Seth: Aach der hat noch gezuckt ich habs gesehen.

White: Und was soll das Messer im Bein bringen?!

Seth: So kann er nicht abhauen!

White: Ja bin ich denn nur von Vollidioten umgeben? Dafür sind doch die verdammten Seile gedacht?!

Seth: Ach ja die Seile.. Tja..

White: (Schüttelt den Kopf und seufzt) Aach.. Zieh das Messer raus.. Und dann kommt her. Wir deaktivieren jetzt das Ala-

Plötzlich ertönt erneut ein Geräusch wie von einem Kurzschluss aus dem Schaltpult. Funken fliegen in alle Richtungen. Erschrocken blicken die Männer zur automatischen Eingangstür des Kontrollraums, die sich auf einmal heftig schließt und sofort wieder öffnet. Sie scheint in einer Endlosschleife gefangen zu sein..

White hebt resigniert die Hände und weist die beiden an, ihm bei der Deaktivierung des Alarmsystems zu helfen.

White: Ihr nehmt jetzt eure Drahtscheren raus. Da sind drei Leitungen, öffnet die Plastikabdeckungen und legt den roten Draht frei.. (nach ein paar Sekunden) So.. Ich zähle jetzt auf drei, dann schneiden wir gemeinsam die Drähte durch. Bereit?

Seth + Jim: Bereit!

White: Auf drei.. Eins. zwei.. drei!

Die Prozedur geht diesmal ohne Probleme von statten. Sie „not-versorgen“ noch schnell Matts Wunde und fesseln ihn an eine Röhre, die im Boden verankert ist. Ohne ein weiteres Wort schlüpft White durch die dysfunktionale Tür. Er ist total angepisst von seinen Kameraden. Mit schlechtem Gewissen folgen sie ihm, raus in den Korridor und dann das Treppenhaus hoch in den zweiten Stock.

Der Anblick des Ausstellraumes vertreibt jeglichen Groll. Er weicht der Erregtheit, fast am Ziel angekommen zu sein und schon sehr bald ein sehr reicher Mann werden zu können. White und die anderen treten in einen großen, quadratischen Saal, der so eingerichtet wurde, dass er den beiden Toten in ihren Särgen eine Atmosphäre bietet, die ihrer Erscheinung gerecht wird.

Um die aufgerichteten, offenen Sarkophage hatte man kleine Knochen und dunkle Erde verstreut, die der Szenerie eine gewisse Düsternis verleihen. Davor befindet sich eine Absperrung aus edlen Stahlständern und rotem Band. Die beiden Mumien selbst waren sorgfältig hergerichtet worden. An ihren Hälsen, den Armen und Beinen hängen goldene Anhänger, Kettchen und anderer Schmuck in allen möglichen Farben.

Rechts neben den Särgen steht ein hoher Sockel aus Stein. Unter einer Vitrine aus Glas, an dessen Oberfläche, liegen verschiedene Gegenstände. Die Grabbeigaben. Die drei Männer treten ehrfürchtig näher.

White: Mmmmh hahaa.. Wir haben es fast geschafft Jungs. Wartet ich leuchte uns mal mit der Taschenlampe. (Kramt die Lampe hervor) *klick* Sehen wir uns diese Mumien mal genauer an..

(Sie begutachten von nahem die Mumien)

Seth: Alsoo.. Irgendwie sehen die komisch aus..

Jimmy: Was meinst du?

Seth: Schau doch mal die Arme.. Die sind doch ein wenig lang oder nicht? Auch die Köpfe sind so.. kantig? Und dann diese Haut. Schwarz wie die Nacht selbst..Müsste die nicht irgendwie so ledrig braun sein?

White: Diese Leichen sind Jahrhunderte alt.. Vielleicht haben die Russen damals noch ein wenig anders ausgesehen, was weiß ich.. Die sind ja auch nicht gerade bekannt für ihre feinen Gesichtszüge..

Seth: Hast schon recht.. Aber trotzdem sind die mir nicht geheuer.

White: Du musst sie ja nicht zum essen einladen.. Kommt sehen wir uns die Gegenstände da auf dem Sockel an..

(Sie gehen zum Sockel)

White: Gut dann wollen wir mal diese Vitrine anheben.. ääh, Seth.. pack mit an!

Seth: Sofort..

White: So, links und rechts halten und dann *hnng* komm, stellen wir sie da auf den Boden.. Ach.. gehts?

Seth: (Angestrengt) j-ja.. ich habs.. sachte, sachte.. *hnng* ssso.. Puuh..

White: Sauber.. Nun.. Seht euch diese Schätzchen an. (er beleuchtet die Gegenstände)

Der Schein von Whites Taschenlampe erhellt die Oberfläche des Sockels. Eine dunkelblaue Decke aus Samt bedeckt den Stein und darauf kommen fünf Gegenstände zum Vorschein. Zuhinterst steht ein Kasten aus purem Gold – Er sieht in etwa so aus wie eine antike Musikbox, denn an der Seite befindet sich die typische Kurbel. Den Deckel verziert ein schwarzer Totenschädel von dem blutrote Linien ausgehen und sich über den ganzen Kasten flechten. Rechts daneben ist an einem kleinen Ständerchen angelehnt eine dunkelgraue Tafel mit den selben seltsamen goldenen Zeichen, wie sie auch auf dem Sarkophag der größeren Mumie zu sehen sind. Vor der Tafel liegt ein edler Dolch mit geschwungener Klinge. Der schwarze, dornige Griff erinnert an einen Wolfskopf mit geifernder Schnauze. Die letzten beiden Gegenstände sind ein Edelstein in Form eines runden, dunkelroten Auges und ein verzierter, goldener Ring. Die Männer staunen über die prachtvollen Dinge. Plötzlich legt Jimmy verdutzt den Kopf schräg.

Jimmy: Hmm, dieser Ring.. Hah! Diese Inschrift sieht ja aus wie elbisch! Ich glaubs nicht.. wir haben den russischen Sauron ausgegraben!

Seth: Ach so ein Mist gib mal her! Du schaust zu viele Filme.. Hehe tatsächlich! Shiit!

White: Geht das bitte auch ein wenig leiser? Mhh.. Ach zeig den Ring auch mal her, ich will ihn auch sehen. Scheiße Jim.. Du hast recht.. Poah..

Seth: Und dann dieses Auge.. Herr im Himmel. Was das wohl wert ist?

White: Genau drei unbeschwerte Leben ist es wert.. Das stecke ich auch gleich ein.

Seth: Hee reiß es mir doch nicht so aus den Fingern!

White: Oh sorry ich ääh.. Ich finde nur wir sollten uns langsam wieder von hier verpissen. Ist mir nicht gerade wohl mit diesen Leichen hier. Jim nimm du den Dolch und.. hmm..

Seth: Denkst du was ich denke?

White: Ääh.. Ach drauf geschissen na gut! Mach den Deckel auf.

Seth: Hah! Sehr gut, ich wusste du kannst nicht widerstehen, (öffnet den Deckel der Musikbox) Sooo jetzt noch die Kurbel drehen..

(Gebannt lauschen die drei der Melodie)

(Plötzlich ein Geräusch wie von einem iPhone, das Fotos macht)

White: Jim! Was stellst du wieder an? (läuft zu Jim)

Warum trägt die Mumie dein Baseballcap?..

Jim: Sieht doch lustig aus.. Komm stell dich daneben!

White: Hast du denn gar keinen Respekt vor den Toten? Bist du verrückt gew.. Ach was soll ‘s. Ein Foto..

Jim: Haha ja genau so.. Noch ein wenig weiter rechts.. Uuund

lächeln.. Perfekt!

White: Ja und jetzt nimm den bescheuerten Hut wieder da weg..

(Nachdem es geknippst ist, gesellen sich Jim und White wieder zu Seth)

White: Seth.. Seth was ist los?

Seth (flüstert unverständliche Worte wie in Trance zu der Melodie der Musikbox)

White: Seth.. Seth !

Jimmy: Hee was ist mit dir?

(Anschwellendes Summen erfüllt den Raum)

White: Fuck.. (Hält sich die Ohren zu) Was ist das?!

Jimmy: Aaaaaah!

White: Hnnnnnngggaaa!

(Eine mächtige Druckwelle geht vom großen Sarkophag aus und schleudert die drei zu Boden. Dann werden sie alle bewusstlos)

Als White aus seinem Schlaf aufschreckt und sich im Raum umsieht, stellt er fest, dass er alleine ist. Keine Spur von Jimmy oder Seth. Aufgeregt tastet er nach seiner Taschenlampe, deren Lichtkegel auf einen der Särge gerichtet ist. Fest nimmt er sie in seinen Griff und leuchtet abwechselnd die Kisten ab. Sie sind leer. Eine hässliche Gänsehaut kriecht White’s Rücken hoch. Was war hier geschehen? Auf einmal vernimmt er ein Geräusch und wirbelt herum. Es klingt wie ein Atemzug. Jedoch brüchig und schwer, wie der eines Sterbenden. White läuft vorsichtig dem Ursprung des Geräusches entgegen. Dort.. Hinter dem Sockel mit den Opfergaben – in einer Ecke sind schwarze Schemen zu erkennen. Die Schemen einer Gestalt.. Oder sind es zwei? White tritt um den Sockel und richtet die Lampe nun direkt auf .. Was auch immer das dort ist. Die Furcht übermannt ihn. Das Licht zeigt eine nackte, vermoderte Gestalt, die über Seths Körper kauert. Ihr Arm steckt bis zum Ellenbogen in seinem Mund, der mit Blut und Speichel verschmiert ist.

White: S-s-Seth?.. *schwer atmend* Wer.. Was zum Teufel!?

(Leises Knurren als der Arm aus dem Mund gleitet und die Mumie sich umdreht)

White: Seth! Nein! (Zieht seine Schallgedämpfte)

(Die Mumie kreischt und geht zum Angriff über)

(White entlädt ein ganzes Magazin in den Körper des Monsters)

White: Fuck.. Fuck.. Ich.. Ich muss hier raus..

(White flieht aus dem Raum und rennt einen langen Korridor entlang. Plötzlich stößt er mit jemandem zusammen)

Jimmy: Uff! Hee! Pass doch auf!

White: Ji.. Jim? Wo warst du verdammt?!

Jimmy: Na, auf dem Klo.. Ihr habt geschlafen und ich wollte euch nicht wecken.

White: Was?!.. Die verdammten Zombies sind aufgewacht und du gehst aufs Klo?! Ver-.. Verdammt.. Seth ist tot Jim. Eines dieser Viecher hat den verdammten Arm in seinen Rachen gesteckt und..

Jimmy: Aaach was haha.. Dreh doch nicht gleich durch, da ist Seth doch..

White: Was! (wirbelt herum) A–a-ach Seth.. Hey.. äähh..

Seth: Uaaaargh.. *Sabber*

White: Jaa du bist.. verletzt.. Keine Sorge.. Wir .. Wir bringen dich gleich in ein Kranken- Lauf Jim! (Reißt Jim mit sich)

(Die beiden flüchten durch das Treppenhaus nach unten, bis zum Kontrollraum)

White: Er hat uns gleich eingeholt! Es reicht nicht bis zum Ausgang! In den Kontrollraum schnell!

(Sie schlüpfen durch die gestörte Tür in den Kontrollraum)

Jim und White gelingt es in den Kontrollraum zu schlüpfen, bevor ihr Verfolger sie einholen kann. Dieser versucht nun auch in den Raum einzudringen, doch, die noch immer in ihrer auf-und-zu-Schleife gefangene Tür, klemmt Seth’s entstellten Körper ein. Immer wieder knallt die Tür gegen seine Brust und seinen Kopf. White und Jim zucken jedes Mal zusammen, als Seth’s Schädel zermalmt wird. Das verstorbene Hindernis scheint nun aber auch für die Tür etwas zu anstrengend zu sein. Sie entschließt sich ebenfalls dazu den Geist aufzugeben.

White: Hahaha, diese verdammte Tür.. Ich nehme zurück was ich vorhin gesagt habe Jim. Gut gemacht..

Jimmy: (Außer Atem) D-danke Boss.. Armer Seth.. Aber.. aber wo ist die zweite Leiche?

(Leises Geheule geistert durch die Korridore)

White: Scheiße.. Es muss uns gehört haben.. Verschwinden wir von hier, komm. Das Foyer ist nicht weit weg.

Jim und White lassen Seths Körper schweren Herzens zurück, treten in den Gang hinaus und spurten zum Eingang des Museums. Bei der Tür angekommen stutzt White und beginnt zu fluchen.

White: Verdammte Scheiße, ich habe ja meine Keycard nicht dabei!

Jim: Oh nein.. Was machen wir jetzt??

(Die beiden verstummen, als sich schwere, tapsige Schritte nähern)

(Jim und White atmen schwer, als die große Mumie zielgerade auf sie zusteuert)

Die beiden Männer drücken ihre Körper angsterfüllt an die verschlossene Tür. Ein grotesk zuckender Leichnam nähert sich ihnen. Die Augenhöhlen des Wesens sind trübe, leer und dunkel. Ihre Bewegungen sind starr, strahlen aber auch eine gewisse Selbstkontrolle und Gelassenheit aus. Plötzlich schreit Jim auf. Mutig rennt er der Kreatur entgegen. Das Messer von den Grabbeigaben fest im Griff. Die Mumie hält sich jedoch nicht lange mit ihm auf. Nur ein einziger Schlag reicht aus um Jims Körper durch die Luft zu werfen. Er knallt gegen die Wand und bleibt benommen liegen. Der Untote steuert nun auf White zu, der wie erstarrt einfach nur da steht – Unfähig zu handeln. Die Hand des Wesens umschlingt seinen Hals und schnürt ihm die Luft ab. Ohne Mühe hebt die Mumie White hoch in die Luft.

Mumie: Kakoy god?

White: W-w-was (keucht) bist.. bist du der Kacke-Gott?

Mumie: Grrr.. Kakoy god?!

White: Ich.. Ich verstehe kein Wort!

Mumie.. Mhhh.. Welches.. Jahr..?

White: Zweitausend und *keuch* zwanzig..

(Die Mumie brüllt wütend und wirft White zu Boden.)

Die Mumie ist außer sich über diese Information. Sie tobt, rauft sich das Gesicht – lässt unmenschliche, sowie furchterregende Laute von sich. Dann richtet sich ihr toter Blick erneut auf White, der verletzt am Boden liegt. Angriffslustig und erhaben stampft sie auf den wehrlosen Mann zu.

Jim: Neeeein! Stiirb du Teufel!

(Jim springt der Kreatur auf den Rücken und sticht ihr den Dolch in den Bauch)

Die Mumie wird in die Knie gezwungen und keucht. Jims Messer ist tief in ihren Bauch eingedrungen. Doch die langen Arme greifen nach hinten und packen Jim am hinteren Kragen seiner Jacke. Wie eine Naturgewalt schmettert das Wesen Jims Körper über ihren Kopf hinweg auf den Boden. Jims Genick knackt nur einmal. Jegliche Geräusche seinerseits verstummen abrupt.

White : Jiim! Scheißeee!

White stürmt nun selbst auf die Bestie zu, doch diese greift ihn erneut am Hals, zieht den Dolch aus ihrem eigenen Bauch und rammt ihn dann White in die Brust. Die Klinge dringt tief in sein Fleisch, zwischen zwei Rippen hindurch und durchstößt seinen rechten Lungenflügel. Die Hand der Mumie packt nun Whites Gesicht und erstickt seinen Todesschrei. Dann zieht sie ihm die Maske vom Kopf, welcher nun mit beiden Händen umschlossen wird. Eine seltsam summende Energie pulsiert durch den Körper der Mumie. Whites Haut beginnt langsam zu verwesen, während die der Mumie an Farbe gewinnt. Whites Sicht wird trübe. Das Letzte, das er sieht, ist der starre, unheimliche Blick der Mumie, der ihn noch stärker durchdringt, als der Dolch in seiner Brust. Dann gleitet er in einen wohligen Schlaf, als sein Herz langsam aufgibt – seine Glieder erschlaffen und der letzte Atemzug aus seiner geschundenen Lunge gepresst wird. Leblos sackt er in sich zusammen.

Die Mumie atmet tief durch. Bis auf ihr linkes Auge, ist ihr Körper vollständig regeneriert. Das markante, wütende, kahle Gesicht eines großgewachsenen Mannes blickt auf Whites schlaffe Leiche hinab. Dann beginnt er damit die Taschen seines Opfers zu durchsuchen. Er stülpt sich den Ring über und begutachtet schließlich verstohlen lächelnd das blutrot glänzende Auge – wiegt es in seiner Hand. Er führt das Auge zur noch leeren Augenhöhle in seinem Schädel und presst es hinein.

Ein elektrisierender Impuls aus einem rötlichen Geflecht zuckt durch sein Gesicht und nachdem er nun auch noch seinen Dolch aus Whites Brust zieht, stellt er sich der Eingangstür entgegen. Er hebt die linke Hand – spreizt die Finger. Eine gewaltige Druckwelle schießt aus seiner Handfläche – reißt die halbe Wand ein und pulverisiert die zersplitternde Glastür. Der Mann tritt heraus in einen kühlen Regen. Er mustert die ihm fremde Welt. Sein rotes Auge lodert und zischt, als er sich in Bewegung setzt und im angrenzenden Wald verschwindet. Sein Zorn auf die Welt.. tief und vollkommen.. wird des Planeten Untergang sein.

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