
Bloodbath
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
„Legen Sie sich
hin. Entspannen Sie sich. Nehmen Sie am besten ein Bad. Das reinigt
die Seele.“
Langsam ziehe ich
mir den Bademantel aus, der meinen nackten Körper verhüllt.
Unmittelbar vor der Wanne, welche bis oben hin mit warmem Wasser
gefüllt ist, bleibe ich stehen. Unsicher, ob es wirklich der
richtige Weg war. Wie sollte einfaches, warmes Wasser mir dabei
helfen, meinen Geist von all dem Dreck und dem Schmutz, den ich all
die Jahre über aufgesammelt hatte, zu säubern? Zugegeben,
Psychotherapeuten waren auch nur Menschen, aber sie hatten Erfahrung.
Erfahrung mit Menschen, die Schreckliches durchlitten und im Gegenzug
Schreckliches getan hatten. Sie hatten Erfahrungen mit solchen
Menschen wie mir.
Gänsehaut breitete
sich auf meinem Arm aus, während ich vorsichtig meine eiskalte Hand
in die durchsichtige Flüssigkeit tauchte. So lange… Viel zu lange
sehnte ich mich nach dieser Wärme. Nach Wärme und Geborgenheit, die
mir kein Mensch gab. Nicht einmal bei meinen Eltern, die mich vor 10
Jahren weggegeben hatten, weil ich in ihren Augen ein „unartiges und schwer
erziehbares Kind“ gewesen war, hatte ich jemals diese Gefühle
verspürt. Nur Hass. Nur Wut. Und genau das war es, was mich zu einem
schlechten Menschen geformt hatte. „Wie du mir, so ich dir“, lautet ein
bekannter Spruch, nach dem ich mich richtete und nach dem ich so viele,
unzählige Menschen getötet hatte…
Langsam stieg ich in
die Wanne. Darauf bedacht, ein Bein nach dem anderen zu nehmen.
Mein kalter Körper
wärmte sich allmählich von dem feuchten Wasser auf und auch die
Dämpfe erzeugten Schweißperlen auf meinem Gesicht. Diese wohltuende
Wärme… so fühlte es sich also an.
Meine Lippen
verzogen sich zu einem breiten Lächeln.
Nach einer Weile
spürte ich, wie mein Körper sich vollkommen entspannte und meine
Augen sich langsam schlossen…
Mit der Hand fuhr
ich entlang des Wassers. Es fühlte sich gewohnt warm an… und
klebrig. Zudem lag ein seltsamer Geruch in der Luft: Es roch so
metallisch und salzig zugleich.
Erschrocken rang ich
nach Luft, als ich realisierte warum sich das Wasser so komisch
anfühlte und so seltsam roch: Ich lag bis oben hin in Blut! Immer
noch geschockt von meiner Erkenntnis betrachtete ich meine Arme, auf denen
diese purpurrote Flüssigkeit klebte und wie vereinzelte Bluttropfen
von meinen Händen bis zu meinem Ellenbogen liefen, um wieder ins
Blut zurückzukehren.
Alles um mich herum
war still. Nur mein rasendes Herz, das mir mittlerweile bis zum Hals
schlug und mein flacher Atem waren zu hören. Was zum Teufel war hier
los?!
Plötzlich sah ich,
wie etwas in dem Blut zu schwimmen schien. Vorsichtig beugte ich mich
vor, um es genauer zu betrachten. Vor meinen Augen tauchte ein
großer, rosafarbener Muskel auf, der schnell zu schlagen begann: Es
war ein Herz. Reflexartig stieß ich mich von dem Organ weg und
prallte mit dem Rücken gegen die harte Wand der Wanne. Ein tiefer
Schmerz durchfuhr meinen Rücken.
Mir war klar, dass ich
hier raus musste. Schnell! Doch aus unerklärlichen Gründen konnte
ich keines meiner Körperteile bewegen. Nicht mal meinen Kopf. Mein
Körper schien wie eingefroren und ich war gezwungen mir die ganzen
Organe, die nach und nach auftauchten, anzusehen. Meine Hände, die
wieder im warmen Blut waren, hatten sich aus Angst verkrampft. Ich
konnte nicht genau sagen, ob es nur Einbildung war oder es wirklich
passierte, doch ich konnte spüren, wie die zahlreichen Organe
anfingen zu schlagen und zu arbeiten, so als würden sie vollständig
funktionieren! Aber… es war doch nicht möglich. Sie… sie waren
doch tot! In meinem Inneren wollte ich schreien, doch aus Angst
schnürte sich meine Kehle zu.
Die ganzen Gedärme
kamen nun immer näher. Verzweifelt drückte ich mich immer weiter
gegen die Wand, als würde ich diesem Albtraum entkommen können…
Sie hatten mich nun
vollständig eingenommen. Klebten an meinem Bauch, auf meinem Mund,
an den Beinen. Der Darm hatte es sogar geschafft, in meinen Mund
einzudringen und immer weiter ins Innere meines Körpers
vorzudringen. Es tat alles so weh und mein Körper zitterte und
pulsierte von den Organen.
Auf einmal musste
ich mich an das erinnern, was mein Therapeut mir geraten hatte:
„Legen Sie sich hin. Entspannen Sie sich. Nehmen Sie am besten ein
Bad. Das reinigt die Seele.“
Geschrieben von: () 11:13, 5. Mai 2017 (UTC)