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ENTITY

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

ENTITY

Es begann im Winter 1982…

Die Gardners waren die Ersten, die es traf, und sie sollten nicht die Letzten bleiben. Am späten Abend des 01.02. 1982 gegen 21.15 Uhr vernahm Henry Gardner ein sonderbares Geräusch aus dem Kinderzimmer seiner Tochter. Als er dem Ursprung des Geräusches auf den Grund gehen wollte, wusste Henry noch nicht, das sich sein Leben nur wenige Augenblicke später in einen Trümmerhaufen verwandeln sollte. Denn als er die Türe zum Zimmer seiner kleinen Tochter öffnete, fand er nur ein leeres Kinderbett und unendliche Verzweiflung vor. Der Vorfall wurde in den Medien rauf und runter gespielt, die ganze Stadt war in Aufruhr. Als die Ermittlungen ins Stocken gerieten, wurden die Eltern gar selbst zu Verdächtigen, doch nachdem drei Wochen später ein weiteres Neugeborenes verschwand, musste man sich eingestehen, im Dunkeln zu tappen. Auch hier fehlte jede Spur vom Täter, obwohl im Schnee zwangsläufig Fußabdrücke hätten zurückbleiben müssen. Doch wie bei den Gardners sollten die Einsatzkräfte die Einzigen sein, welche in jener Nacht ihre Spuren im Schnee auf dem Grundstück der Familie hinterließen. Mit der Zeit verschwanden immer mehr Babys und die Kälte des Winters breitete sich nun auch in den Köpfen der Menschen aus. Auch in anderen Teilen des Landes häuften sich die Meldungen über verzweifelte Eltern, deren Babys scheinbar aus der allgemein gültigen Realität entfernt wurden. Gerüchte über Menschenhändler machten die Runde. Der Vater eines der vermissten Kleinkinder verlor sogar seinen Verstand, er stammelte etwas von einer „Entität“, die seinen Sohn eines Nachts in ihren Leib aufnahm. Der arme Kerl wurde in eine Anstalt für geistig Verwirrte eingeliefert und fristet sein Dasein seit jenem Tage in einer Zwangsjacke. Die Polizei riet der Bevölkerung, Fremde zu meiden. Überall im Land wurden Bürgerwehren gegründet, die Mentalität der Menschen gegenüber Fremden änderte sich drastisch. Ein schleichender Wahnsinn verbreitete sich im ganzen Land. Es gab einige Verletzte, auch ein Toter war zu beklagen. Er wurde fälschlicherweise für den Entführer gehalten. Das arme Schwein war ein Handelsreisender, dessen Wagen zur falschen Zeit am falschen Ort liegenblieb. Man hat ihn regelrecht massakriert. Was die Frage aufwirft, wer hier das größere Monster ist, der Entführer oder der eigene Nachbar. Die Blutgier wohnt dem Menschen inne, das war schon immer so. Warum ich euch das alles erzähle? Nun, unter normalen Umständen wäre dies der glücklichste Tag meines Lebens. Denn vor einer Woche wurde ich Vater. Meine Frau und mein Sohn wurden gestern aus dem Krankenhaus entlassen. Die Polizei wies uns an, Fenster und Türen zu verschließen.

Die Gemüter der Menschen sind erhitzt, eine spürbare Spannung liegt in der Luft. Jetzt sitze ich hier am Bett meines ganzen Stolzes, meine Frau versucht zu schlafen. Sie muss sich von den Strapazen der Geburt erholen. Türen und Fenster sind verriegelt. Hier kommt keiner rein, und falls doch, begeht er den größten Fehler seines erbärmlichen Lebens. Kein wildes Tier könnte einen Vater stoppen, der sein Kind verteidigt. Aus meinen kalten, toten Händen müsste man mir meinen Kleinen entreißen.

Mein Sohn liegt friedlich in seiner Wiege, nichts ahnend von der schrecklichen Welt, in die er hineingeboren wurde. Eine Welt der Gleichgültigkeit, des Hasses und der Intoleranz, voll von lebensverachtenden Giftmischern und selbstvergiftenden, austauschbaren Massenmenschen, die an kulturellen Geisteskrankheiten leiden. Wohlstand auf Kosten derer, die sich nicht verteidigen können, da sie zu den ärmsten Ländern gehören und ihr Leben in sinnlosen Stellvertreterkriegen lassen. All dieses Leid ist nur durch unsere Untätigkeit möglich, jeder trägt das Blut der Opfer an den Händen. Sei es in Form von schicken Uhren, Schmuck, Handys oder den neuesten Errungenschaften der Technik. Borniert, wie die Menschen sind, erkennen sie ihr Verschulden jedoch nicht. Doch das soll nun meine geringste Sorge sein.

Es ist bereits spät in der Nacht, möglicherweise hat sich der Entführer ja zurückgezogen, weil ihm der Medienrummel zu groß wurde. Zeit für einen Kaffee. Auf meinem Weg in die Küche wird es spürbar kälter, hatte ich auch wirklich alle Fenster verschlossen?

Sicherheitshalber überprüfe ich die Räumlichkeiten, aber alles ist hermetisch versiegelt. Die Nacht verstreicht ohne weitere Vorkommnisse. In den Nachrichten erfährt man auch nichts Neues, was den Stand der Ermittlungen betrifft. So versuchen wir den Folgetag wie eine glückliche Familie zu verbringen. Es wird Abend und ich trete meine Nachtwache im heimischen Kinderzimmer an. Habe mir extra zwei Wochen Urlaub genommen, auch meine Frau bleibt diese Nacht an meiner Seite. Der Himmel ist klar, und kalt sind die Blicke der Sterne. Bedrohlich werfen die Äste eines Baumes ihre Schatten durch das Fenster an die Wand des Kinderzimmers, während sie rhythmisch im Mondschein tanzen.

Wieder zur gleichen Zeit ein starker Temperatursturz. Doch diesmal begleitet von einem Ton, welcher einer tief schwingenden Frequenz ähnelt. Das Geräusch lässt einem das Blut in den Adern gefrieren, während es lauter werdend aus allen Richtungen gleichzeitig zu kommen scheint. Etwas ist im Haus, nein, es ist bereits im Zimmer. Das Geräusch konzentriert sich nun auf einen Punkt. Eine Figur beginnt sich zu formen, ist immer deutlicher zu erkennen. Diese… Augen, diese fürchterlichen Augen. Als befände sich das gesamte Universum darin. Ich verliere mich, meine Gedanken werden wirr, die Kälte bohrt sich in meine Haut, wie die Fangzähne einer Schlange sich in ihr Opfer bohren. Den Mund weit geöffnet gibt es diesen Ton von sich.

Gehüllt in eine Aura des Schreckens bewegt sich dieses Ding auf die Wiege unseres Jungen zu. Meine Beine, ich kann meine verdammten Beine nicht bewegen. Voller Entsetzen müssen wir mit ansehen, wie sich dieses Ding über unseren Jungen beugt, ihn absorbiert und sich kurz darauf entmaterialisiert. Mein Körper reagiert wieder auf meine Befehle, während meine Frau noch immer unter dem Bann der Kreatur zu stehen scheint. Ich verzweifle an mir selbst, denn ich war schwach und ließ zu, dass es sich meinen Sohn holt.

Langsam schwindet die Umnachtung, ein Gedanke drängt sich in den Vordergrund. VERGELTUNG! Ich wäge meine Optionen ab. Konzentration, Junge, es muss etwas geben, das ich tun kann. Die Polizei ist hier flüssiger als Wasser, nämlich überflüssig. Meine Frau ist mir in diesem Zustand auch keine Hilfe. Der Mann in der Anstalt, vielleicht kann er weiterhelfen. Ich muss nach jedem Strohhalm greifen, selbst wenn er in meiner Hand zerbröselt. Zuerst jedoch rufe ich Freunde an, die vorbeikommen und sich um meine Frau kümmern. Von der Begegnung mit dem Wesen erzähle ich kein Wort, auch wenn ich so vermutlich ohne Umschweife zu dem Verrückten in die Anstalt käme. Stattdessen fahre ich alleine ins Tollhaus. Es ist schon ziemlich spät und die Besuchszeit längst vorüber. Der Wachmann ist ein alter Freund von mir, sein Name ist Lloyd. Und in Anbetracht der Umstände gewährt er mir Zutritt. Der Ort scheint mir nicht geeignet, um hier freiwillig die Nächte zu verbringen. Aber Lloyd ist da anderer Meinung, denn es sei leicht verdientes Geld. Am Ende eines langen, weißen Ganges kommen wir zu einer Tür, den anderen gleichend. Dahinter verbirgt sich ein weiterer Flur, dieser Teil der Anstalt hat seine besten Zeiten bereits hinter sich. Putz von den Wänden liegt großzügig verteilt am Boden, das Licht ist trüb und ein modriger Geruch liegt in der Luft. Ohne die schrecklichen Klagelaute käme man zu dem Schluss, dass dieser Bereich bereits vor Jahrzehnten stillgelegt wurde. Hier verwahrt man sicher die besonders harten Fälle. Wir halten vor einer Tür mit der Nummer 369. Dahinter könnten sich also die Antworten verbergen, nach denen ich besser nicht suchen sollte. Lloyd öffnet das Schloss der massiven, rostigen Stahltür mit seinem Schlüsselbund. Der Raum, welcher sich mir nun offenbart, wirkt kalt, so kalt wie der Winter von ’82. Auf dem Bett sitzt ein Mann, nicht älter als 40. Doch sein Gesicht ist ausgezehrt und frei von Leben. Aber in seinen Augen zeichnet sich Klarheit ab. Er weiß, warum ich hier bin, und er ist bereit, mit mir zu reden.

Der Name des Patienten ist Aaron, er berichtet mir von seiner Begegnung mit der Kreatur. Der Temperatursturz, die dumpfe Frequenz, genau wie bei mir. Er ist der Überzeugung, diese Entität müsse älter als die Zeit selbst sein und weder in diese Welt, geschweige denn in diese Dimension gehören. Den Ton, welchen sie von sich gibt, benötige sie um seinen Körper in der dritten Dimension zu halten. Nur so könne es von seiner feinstofflichen Form in eine feste übergehen. Es benötige die Seelen der Babys als Energiequelle, damit es wieder in den Zustand der Singularität übergehen kann. Bis ein neuer Zyklus beginnt, es läutet auch das Ende eines jeden Weltzeitalters ein. Sein bekanntestes Opfer war laut Aaron das Lindbergh-Baby. Auf meine Frage, wie er all dies wissen könne, erzählt er weiter, das er die Entität vom Kinderbett wegreißen wollte, als diese dabei war, seinen kleinen Sohn zu absorbieren. Im Moment des Kontakts wurde sein Geist mit Bildern längst vergangener Welten und mit Wissen über die Beschaffenheit der Entität überflutet. Dieses Wesen ist der Zerstörer der Welten. Zischende Schlangen aus Feuer und Rauch werden das Land verbrennen und die Meere aufwühlen. Finsternis wird kommen, aus der Asche keimt die neue Saat. Einzig in den Überlieferungen der Alten werden jene, welche nach uns kommen, Geschichten hören, vom Fall der Götter und dem Ende einer Welt voller Magie. Mehr bekomme ich nicht aus ihm raus. Der letzte Teil klang beunruhigend seltsam, doch ich selbst erblickte die Unendlichkeit in den Augen dieses Wesens. Wenn ich nicht gesehen hätte, was ich sah, würde ich Aarons Aussage als die Worte eines kranken Geistes abtun. Doch kein normales Wesen ist in der Lage, sich aus dem Nichts heraus zu materialisieren und wieder in selbiges zu verschwinden.

Einige der Informationen könnten sich noch als nützlich erweisen. Babys sind seine Nahrung, der Ton lässt seinen Körper in einer Frequenz der unseren gleich schwingen und ermöglicht es der Kreatur, eine grobstoffliche Form anzunehmen. Alles Dreidimensionale endet auf kurz oder lang, also muss man es töten können. Vierzehn Milliarden Jahre sprechen allerdings gegen diese These. Stimmt aber auch der Rest dessen, was Aaron mir zu berichten wusste, ist mein weiteres Vorgehen aus universeller Sicht bedeutungslos. Die Menschheit entfernt aus der Geschichte des Universums, belächelt vom Nebel der Zeit. Nur noch eine böse Erinnerung. Gott steh mir bei und vergib mir meine Sünden, denn ich weiß nicht mehr, was ich tue. Geblendet vom Hass auf diese Ausgeburt der Hölle gibt es für mich nur eine Entscheidung, für die ich bei Misslingen den Rest meines Lebens büßen werde. Doch das ist nun egal, fest entschlossen begebe ich mich ins städtische Krankenhaus, mein Ziel die Säuglingsstation. Aus einem Wäschekorb schnappe ich mir die Kleidung eines Pflegers. Auf diese Weise ist es ein Leichtes für mich, mitten in der Nacht am übermüdeten Krankenhauspersonal vorbeizuschleichen, schwieriger gestaltet sich die Wahl meines Köders. Aber wenn das so weitergeht, welche Rolle spielt es dann noch? Also entscheide ich mich schweren Herzens für das Baby des Bürgermeisters. Denn bei ihm ist die Wahrscheinlichkeit am größten, im späteren Leben ein Arschloch zu werden. Ein schwacher Trost fürwahr, aber in Notsituationen versucht der Mensch auf solche Weise nach einer Rechtfertigung für sein Handeln zu suchen. Der kleine Knirps bleibt ruhig, während ich ihn aus seinem Bettchen entferne, er scheint mich irgendwie zu mögen. Was die ganze Sache um ein Vielfaches erschwert.

So unbemerkt, wie ich gekommen bin, verlasse ich das Krankenhaus mit dem Baby des Bürgermeisters durch den Hinterausgang. Soweit es mir bekannt ist, dürfte kein weiterer Jüngling in der Stadt sein. Zuhause angekommen bin ich allein mit dem Kind. Ein Brief liegt auf der Kommode, meine Frau ist in Sicherheit. Ich verbarrikadiere mich im Haus, Zweifel überkommen mich, während die Zeit stillzustehen scheint. Aber von hier aus gibt es kein Zurück! Die Finsternis umhüllt meinen Geist, so wie sich die Nacht über den Tag legt. Vorbereitet bin ich nur spärlich, lediglich der Hass auf die Kreatur, ein Küchenmesser und ein Aluminium-Baseballschläger befinden sich in meinem Repertoire. Ich bin bereit, im Mondschein mit dem Teufel zu tanzen, das Baby des Bürgermeisters wird unruhig.

Die Show beginnt mit dem Temperatursturz, die Niedrigfrequenz ertönt. Heute ist eine gute Nacht zum sterben. Ich begebe mich in Position, wohlwissend, dass die Entität jeden meiner Züge im voraus kennt, denn ein mindestens vierdimensionales Wesen kann sich überall im (Welt)Raum gleichzeitig aufhalten. Sowohl in der Vergangenheit, der Gegenwart als auch in der Zukunft, doch getrieben von Rache ist man blind für solche Feinheiten. Das Monstrum nimmt nun seine physische Form an und bewegt sich in Richtung des Babys. Obwohl es von meinem Plan weiß, ignoriert es mich völlig. Ohne längeres Zögern stürme ich auf diese Ausgeburt der Hölle zu und schlage unentwegt auf die Abscheulichkeit ein. Mit jedem Schlag verformt sich der Kopf dieses Alptraums, bis das Ding regungslos am Boden liegenbleibt. Vielleicht reagiert es allergisch auf Aluminium. Ich will nichts dem Zufall überlassen, deshalb trenne ich dem Mistvieh den Kopf von seinen Schultern. Nur widerwillig gibt die Haut des Wesens nach, während ich des Messers Schneide unter starkem Druck an dessen Hals auf und ab bewege. Das ist für meinen Sohn, und all die anderen Kinder.

Es ist vollbracht, ich bin der Retter der Menschheit, voller Euphorie renne ich auf die Straße und schreie es in die Welt hinaus. Ich habe es getötet, es ist vorbei, ich habe es erschlagen. Die Lichter in den Straßen leuchten auf und die Bewohner kommen nach draußen. Was ist los, und wen hast du erschlagen? Es ist tot, seht selbst! Völlig perplex folgen mir einige der Nachbarn in mein Haus, kommt nur, es liegt tot im Zimmer meines Sohnes. Im Zimmer angekommen kehrt Stille ein, die Szenerie ist schrecklich. Der Körper dieser Entität ist verschwunden, vom Baby des Bürgermeisters ist nicht mehr viel übrig. Die Reste erinnern mehr an ein in Blut getränktes Handtuch als an ein Lebewesen. Das Nächste, was ich jemanden sagen höre, ist… DU DRECKIGES SCHWEIN, DAFÜR KOMMST DU AUF DEN STUHL!

SONDERMELDUNG: In der Nacht zum vergangenen Samstag wurde der mutmaßliche Kindesentführer verhaftet, nachdem er voller Freude durch die Straße rannte und sich mit der Tat brüstete, das Baby des Bürgermeisters getötet zu haben. Er wird auch mit dem Verschwinden der restlichen Säuglinge in Verbindung gebracht. Man muss leider davon ausgehen, dass auch diese seiner Mordlust zum Opfer gefallen sind, auch wenn von den Leichen noch immer jede Spur fehlt. Die Polizei schließt nicht aus, dass es sich um eine okkulte Sekte handelt, die landesweit Kinder entführt und sie anschließend rituell opfert. Wir halten sie diesbezüglich auf dem Laufenden.

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