Creepypasta

Der Jäger

Ich bin Jäger. In meinem Beruf darfst du kein Mitleid haben.

Mit der Armbrust in beiden Händen schleiche ich durch den Wald, meiner Beute bereits auf der Spur. Vor mir auf dem Boden schlängeln sich die Fußspuren tiefer in den Wald. Ziemlich großer Durchmesser, muss also ein großes Exemplar sein. Ich folge den Spuren, versuche möglichst wenig Lärm zu verursachen. Trockenen Ästen weiche ich geschickt aus. Plötzlich sehe ich ihn vor mir und bleibe auf der Stelle stehen. Es ist ein wirklich großer, mit schwarzem Fell. Der würde sich perfekt in meiner Sammlung machen. Ich nehme ihn ins Visier, ziele auf die Schulter und drücke ab. Der Bolzen verwundet das Tier in der Flanke. Mist, das kann ich eigentlich besser. Unter Schmerzen schreiend rennt es davon und ich versuch schnell und leise hinterherzukommen. Verlieren werde ich die Beute nicht mehr, da ich von nun an einfach nur der Blutspur folgen muss. Leider kein Blattschuss, dann wäre für heute schon Feierabend. Naja, es ist noch etwas hin bevor die Dämmerung einsetzt, also weiter. Ich hetze mich nicht ab. Ich weiß schließlich dass es stark blutet und sich bald ausruhen muss. Nach einigen Minuten höre ich ein Rascheln und setze erneut die Armbrust an. Gerade als er hinter einem Baum in meine Sichtlinie kommt drücke ich ab. Ein perfekter Schuss in den Brustkorb. Das wars dann aber jetzt. Ich nähere mich meiner Beute. “Wow”, sage ich leise. Das ist womöglich der größte den ich je erlegt habe. Ich zücke mein Jagdmesser und beginne seinen Kopf, möglichst nahe der Schulter zu entfernen. Schließlich möchte ich meine Trophäe Zuhause ausstellen. Ich packe den Kopf in einen Sack und mache mich auf zu meiner kleinen Hütte. Dort angekommen beginne ich sogleich mit dem Ausstopfen. Nach einigen Stunden bin ich fertig und etwas erschöpft. Ich stecke mein Kunstwerk auf einen Sockel und stelle ihn zwischen meine anderen Trophäen. Jetzt nur noch beschriften. Ich krame das Portemonnaie hervor, welches ich meiner Beute zuvor aus der Hose entwendet habe. Auf dem Ausweis steht Johannes Kruger. Ich schreibe den Namen auf den Sockel und stelle ihn zurück zwischen Nancy Witkins und Christopher Harmes. Ich lächele. Ich bin Jäger. In meinem Beruf darfst du kein Mitleid haben.

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