GeisteskrankheitKurzMordSchockierendes Ende

Der Kosmetiker

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Es war mal wieder ein ziemlich langweiliger Tag. Manchmal
kam mir mein Job so unspektakulär vor, dass es schon fast wieder beeindruckend
war, wie etwas so uninteressant sein konnte. Seit mittlerweile fünf Jahren
führte ich nun schon dieses kleine Kosmetikstudio mitten im nirgendwo. Früher
hatte ich noch Träume gehabt, wollte noch in die großen Städte, raus aus diesem
elenden Dorf und endlich ein neues Leben anfangen. Doch dann war völlig
überraschend meine Tante gestorben. Sie hatte mir diesen dreckigen Abklatsch
von einem Laden vermacht, manchmal verfluchte ich sie nachts noch leise dafür.
Damals hatte ich ihn noch freudig übernommen, doch er war von Misswirtschaft
und Inkompetenz zerfressen und ich musste mein gesamtes bescheidenes Vermögen
dafür aufwenden, um mich vor dem Ruin zu bewahren. Eh ich mich versah befand
ich mich in einem nie endenden Albtraum, gefangen zwischen ernüchternden Tagen,
erdrückenden Nächten und der puren Existenzangst. Anfangs hatte ich noch viele
Kundinnen gehabt, doch irgendwann waren es weniger geworden. Bis dann gar keine
mehr kamen. Ich wusste, dass sie alle im Dorf über mich redeten, über mich
lästerten und mich wohlwollend ins Abseits schickten. Wann immer ich sie darauf
ansprach, taten sie als wüssten sie von nichts, doch warum sonst hätten all
meine Stammkunden nach und nach meinen Laden meiden und nie wieder kommen
sollen? An dieser Stelle waren sie meistens sprachlos und wandten sich ab. Sie
ahnten, dass ich alles wusste. Doch nie kam eine Entschuldigung, nie…

Die Türglocke riss mich aus meinen Gedanken. Völlig
überrascht riss ich mich hoch und blickte in die Augen meiner neuen Kundin. Sie
war um die 25 Jahre alt, hatte wunderschöne schwarze Haare und generell eine
Ausstrahlung, die man in dieser grauen Einöde eher selten fand. Sie schien noch
vor Freude und Optimismus zu sprühen, während alle Anderen, tief drinnen auch
ich, eher eine dunkle Aura der Verzweiflung und Missgunst umgab. Lächelnd bat
ich sie, sich zu setzen, brachte ihr etwas zu trinken und begann dann mein
übliches Verkaufsgespräch. „Einen schönen guten Morgen, was kann ich denn
für Sie tun?“ „Ich würde gern meine Falten behandeln lassen.“
Ich war etwas irritiert. Falten? Sie? „Bitte was, Ihre Falten?“,
fragte ich mit einem eher unsicheren Lachen. Sie sah mich ein wenig unsicher
an, dann antwortete sie: „Ja, ich weiß es klingt dumm, aber ich sehe jeden
Morgen in den Spiegel und dann sind da diese kleinen Einkerbungen und…“
„Keine Angst, Sie müssen sich vor mir nicht rechtfertigen.“ Ich
setzte das professionellste Lächeln auf, das ich noch hinbekam. „Wie
möchten Sie es denn behandelt haben? Wir haben hier eine brandneue Methode aus
Frankreich für grade mal 70…“ „Es tut mir leid, Sie zu unterbrechen,
aber ich habe nicht allzu viel Geld. Was wäre denn das günstigste
Angebot?“ Ich setzte schnell ein noch breiteres Lächeln auf. „Na, wenn
das so ist…unsere billigste Variante wäre ein speziell von mir entwickeltes
Konzept. Grade mal zehn Euro.“

Wie zu erwarten war sie hellauf begeistert. Sie sagte es
zwar nicht direkt, doch während der ganzen Prozedur hatte sie nicht ein Mal
gemuckst. Und ihr Gesicht strahlte danach einfach eine Welle der Freude aus.
Sie war ganz rot im Gesicht, so sehr freute sie sich. Meine Behandlung war an
sich ganz simpel. Laut meinem mehr oder weniger vollständigen Wissen, waren
Falten einfach nur weniger gut durchblutete Stellen der Haut, an denen sich
dann diese Fältchen bilden. Soweit meine Theorie. Ich habe ihr einfach etwas
von meinem speziellen Mittel verabreicht und so die Blutung in ihrem Gesicht
wieder angekurbelt. Danach habe ich sie in den Erholungsraum gebracht, in den
ich all meine Kunden nach dieser Behandlung brachte. Der Großteil meiner Kunden
war hier. Kein Wunder, dass auch sie das Gerede im Ort nicht mehr ausgehalten
hatten. Deshalb waren sie zu mir gekommen und blieben hier auch. Jeden Morgen
wenn ich kam waren sie schon da und wenn ich abends ging blieben sie sogar noch
ein bisschen. Sie waren einfach fantastisch. Auch sie würde sich hier ein wenig
ausruhen müssen. Unfassbar wie viel mein kleines Hausmittelchen alles erreichen
konnte. Und ihre Falten konnte man auch kaum noch sehen. Sie waren nun alle
bedeckt von einer schönen roten Schicht, mein Mittel hatte also sein Ziel
erfüllt. Immer wieder faszinierend, was Salzsäure alles ausrichten kann. Und für
ihr Blut würde ich bestimmt sogar die 10€ kriegen, die sie mir versprochen
hatte…

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