
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Dunkle Wolken hingen schwer und wurden von einem, sich ständig drehenden, kühlen Wind über den Himmel getrieben. Dazwischen weiße Wolken und ab und an ein Fetzen blauen Himmels. Obwohl es Anfang August war, gab einem das Wetter das Gefühl, dass es Herbst wäre. Doch ich mochte solches Wetter und so wollte ich einen langen Spaziergang machen. Ja, ich wollte einen bestimmten Weg gehen, den man nur gehen konnte, wenn es längere Zeit nicht geregnet hatte. Sonst war ein großer Teil des Pfades nämlich ein Sumpf. Zwar hatte es ein paar Tage zuvor geregnet aber nicht lange und so war ich guten Mutes. Zuletzt war ich im späten Frühjahr dort. Da blühten noch die Sumpfdotterblumen und die Bäume zeigten zartes, frisches Grün.
Nun war, wie ich schon sagte, Anfang August. Es herrschten zwar 23℃ aber der Wind wehte auch heute kalt und der Himmel war erneut mit finsteren Wolken verhangen. Sie wirkten fast wie ein böses Omen… Doch ich machte mir daraus nichts, nahm nur zur Sicherheit meinen Schirm mit. Zuerst führte mich mein Weg durch das Dorf. Friedlich lag es in zarten Nebelschleiern. Der Nebel war erst gegen Mittag aufgekommen und das freute mich, da ich Nebel mochte. Ich passierte die Kirche und blickte kurz zum Kirchhof hinüber. Ein paar der größeren Gräber lugten aus dem Weiß hervor und fast ließ ich mich verführen, noch kurz hinüber zu gehen. Doch ich besann mich meines Zieles und ging weiter. Im Großen und Ganzen ging ich erst durch ein paar Felder, dann folgte ein kleines Waldstück, eine Wiese mit Teichen von denen aus Bächlein flossen und dann würde ich entlang eines der Bäche gehen und wieder Felder um mich haben bis ich das Dorf erneut erreichte.
Kaum trat ich auf den Feldweg, die letzten Häuser hinter mir lassend, frischte der Wind merklich auf. Ja hier konnte er ungebremst übers Land fegen. Das Feld zu meiner Linken war inzwischen ein Stoppelfeld. Welches Getreide hier wohl wuchs? Rechts war Mais angebaut. Imposant ragte er auf und rauschte im Wind. Die Wolkendecke hatte sich inzwischen verdichtet und es drohte Regen. Am Wegrand blühten ein paar letzte Kornblumen in ihrem unverwechselbaren Blau. Auch Mohn und Kamille zierten noch das langsam vergilbende Gras. Nun erreichte ich den Kamm des Hügels, was mir eine nette Aussicht bot. Das Wäldchen lag vor mir, umringt von Feldern, etwas entfernt sah man ein paar Häuser und das ein oder andere Bauerngut.
Langsam ging ich den Hügel hinab und hoffte vielleicht einen Feldhasen zu sehen, manchmal hatte ich Glück und traf auf einen, doch heute nicht. Am Waldrand angekommen hielt ich nach Pilzen Ausschau. Ich hatte schon ein paar Perlpilze und Hexenröhrlinge gefunden doch hier waren keine, nun bis auf ein paar weiße, unbekannte Pilze im Gras. Ich dachte daran das dieser Wald einst größer war, als ich noch Kind gewesen bin… Oder kam er mir da nur größer vor? Dann waren da die Teiche, klein aber reich an Bewuchs. Schilf, Iris und Teichrosen standen dicht an dicht. Das Wasser aber zeigte ein sumpfiges Grün, doch hunderte Libellen schien das nicht zu stören. Eine Weile stand ich da und beobachtete fasziniert die metallisch glänzenden Insekten in ihrem Flug.
Nun lief ich entlang des Baches, nur ein schmaler Weg führte durch das hohe Gras, es ging mir bis zur Hüfte. Doch dann sah ich etwas ungewöhnliches. Ein Schwarm von… Fliegen? Ja tatsächlich, es waren unzählige Fliegen, ich konnte das Summen ihrer Flügel hören. Doch warum waren hier so viele? Sicher ein totes Tier… ja, das war wahrscheinlich. Neugierig, wie ich nun einmal bin, ging ich in Richtung der Eberesche, wo der Schwarm umherflog. Schon kurz davor fielen mir noch mehr Fliegen auf, sie saßen überall, auf Zweigen und Blättern. Überall glänzten schwarze und grüne Fliegenleiber. Nur noch ein letzter Graswall trennte mich von meinem Ziel, als mir ein zarter Hauch von Verwesung in die Nase stieg. Ich fragte mich schon, welches Tier da sein Ende fand, vielleicht ein Reh? Oder eher ein Fuchs? Dann trat ich näher und sah das Mahl der Fliegen.
Es war die Leiche eines jungen Mannes. Er lag auf dem Rücken im Gras, die meisten Fliegen tummelten sich auf seinem Bauch, denn dort war eine tiefe Wunde aus der die Eingeweide heraus quollen. Tausende Maden bevölkerten nun die Wunde. Auch hatte er an Armen und Beinen tiefe Schnitte, welche bis zum Knochen reichten. Er trug nur ein weißes Shirt und eine Unterhose. Mehr nicht. Seine Haut hatte schon die typische Leichenfarbe angenommen und die Augen einen milchigen Schleier, welcher das Leid verbarg was er wohl ertragen musste. Sein langes schwarzes Haar glänzte fettig und wirkte fast als hätte es ein Eigenleben da so viele Fliegen darauf herumliefen. Wie ich mich beim dem Anblick fühlte, war kaum zu beschreiben, Grauen packte mich und zog alles in mir zu einem eisigen Klumpen zusammen. Mehrere Minuten stand ich dort starr, ich bemerkte nicht einmal den einsetzenden Regen. Doch dann konnte ich mich los reißen, ich musste die Polizei rufen! Ich wusste eine Telefonzelle in der Nähe und so machte ich mich schnell auf den Weg dahin. Rennen konnte ich jedoch nicht, dafür waren Teile des Pfades doch zu aufgeweicht, ich würde ausrutschen oder gar stecken bleiben.
Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, bis ich die Straße erreichte und endlich….Verdammt! Kein Geld. Ich musste meine Tasche fallen gelassen haben. Also…..musste ich nochmal zurück. Alles in mir widerstrebte dem, doch ich konnte nicht einfach so tun als hätte ich nichts gesehen. Nun, dann auf. Ich war fast da als ich plötzlich einen scharfen Schmerz spürte, ich war mit meinem Rock an einer Brombeerranke hängen geblieben und die Stacheln hatten meine Haut aufgerissen. Hellrote Blutstropfen liefen hinab. Egal. Ich riss mich los und hetzte weiter. Tatsächlich lag meine Tasche an der Stelle wo der Tote war….aber….er war weg. Ich lachte kurz auf, so absurd war die Szene. Wie konnte er weg sein?! Ich hatte nur 5 Minuten gebraucht um zurückzukehren. „Ist alles in Ordnung?“ fragte plötzlich eine Stimme und erschrocken zuckte ich zusammen. Vom anderen Ende des Weges kam mir ein Mann entgegen, er war gut zwei Köpfe größer als ich, sein Haar war lang und hatte schon graue Strähnen wobei er doch kaum älter aussah als ich. Er hatte auffällig grüne Augen und ein recht hübsches Gesicht welches aber ein äußerst bösartiges Grinsen zierte. Er hatte die Hände hinter dem Rücken und sah mich geradezu herausfordernd an. „N-nein ich habe nur meine Tasche liegen lassen…alles in Ordnung“, brachte ich hervor und fürchtete nicht sehr glaubwürdig zu sein. Doch der Mann lachte nur leise und ging an mir vorbei. Dann sah ich das er ein Jagdmesser hinter dem Rücken gehalten hatte und mir wurde übel.
Ich ging nach Hause ohne es wirklich wahr zu nehmen…was sollte ich tun? Ich hatte absolut keinen Beweis mehr und ich glaube auch, das der Mann der mich ansprach der Mörder war. Warum sollte er sonst so seltsam fragen und zugleich ein solches Messer mit sich führen? Ich befürchtete, das ich mir nun mehr Gedanken um meine eigene Sicherheit machen musste. Die Polizei rief ich nicht, was sollte ich auch sagen wo doch der Corpus delikti weg war…Verständlicherweise schlief ich in nächster Zeit schlecht und wachte beim kleinsten Geräusch auf. Ich träumte nur Schreckliches: von Million Fliegen, von dem Toten der im Feld stand und zitternd voran schritt und um Hilfe flehte aber auch von dem Mann mit dem Messer wie er keuchend aber zufrieden grinsend über der Leiche kniete und sich das Blut ins Gesicht rieb.
Ich ging zwar immer noch spazieren aber andere Wege, wie man wohl verstehen wird. Einmal ging ich in den Wald, er war nicht weit und ich mochte die Ruhe. Ich ging einen der Wege entlang, junge Ahronbäume, Buchen und Holunder säumten ihn und als ich der Lichtung näher kam, stand in deren Mitte jemand. Es war der Mann aus den Feldern. Er schwankte leicht von Seite zu Seite, als ob er Mühe hätte sich aufrecht zu halten. Dunkles Blut floss seinen Körper hinab und schien dann am Boden selbstständig, wie Schlangen, entlang zu kriechen. Über seinem Haupt kreiste ein Fliegenschwarm. Ruckartig drehte er sich um und verlor dabei fast das Gleichgewicht. Schwankend sah er mich an und seine Augen waren diesmal allerdings klar und zeigten ein helles Blau. Sein Blick war voller Verzweiflung und er öffnete den Mund um etwas zu sagen aber es quoll nur Blut hervor und er fiel.
Ich kniff die Augen zusammen wie ein Kind wenn es einen Albtraum hatte. Und tatsächlich….als ich wieder hinsah war der Spuk vorbei. Nur eine einzige Fliege flog noch umher. Die Angst schnürte mir die Eingeweide zusammen und ich glaubte kaum noch Atmen zu können. War das vielleicht die Nachwirkungen dessen was ich sah? Als ob die Träume nicht reichten…. Auch den Mann mit dem Messer sah ich des Öfteren, aber der war ja real. Manchmal sah er mich auch und setze dann ein höhnisches Grinsen auf. Ich versuchte immer, so weit es ging, Abstand von ihm zu halten. Von nun an sah ich den Toten öfter. Und immer machte dieser den Eindruck etwas sagen zu wollen. Einmal saß er in meinem Wohnzimmer auf einem Sessel. Sein Blut färbte ihn dunkel, es war Nacht und ich wollte zu Bett gehen, schaute dann aber noch einmal ins Wohnzimmer. Hier herrschte eine eisige Kälte und der Geruch von Verwesung war stark. Ich wusste zwar was mich erwartete aber dennoch ging ich näher um ihn von vorn zu sehen. Diesmal sah er weit weniger schlimm aus als die Male davor. Zwar zeichnete sich die Bauchwunde als roter Fleck ab und auch die Schnitte waren deutlich zu erkennen aber er sah nicht verwest aus, sondern wohl so, wie er kurz nach seinem Tod aussah. Obwohl ich das ganze immer noch für Einbildung hielt, wollte ich mit ihm sprechen. Und so fragte ich grade heraus „Was willst du von mir?“
„Ich…..“ seine Stimme war kaum mehr als ein heiseres Flüstern. „Ich weiß du kannst mir nicht helfen…..Aber…….ich bin so einsam hier. Ich will nicht mehr allein sein.“ Als er das sagte wandelte sich sein verzweifelter Gesichtsausdruck in einen purer Boshaftigkeit. Ich rannte die Treppe hinauf und verschloss sofort meine Schlafzimmertür. Mein Herz raste und ich befürchtete, das ich das alles nicht mehr lange aushalten würde. Natürlich dachte ich daran zum Psychologen zu gehen doch was sollte ich sagen? Er würde doch den Grund für diese Wahnvorstellungen wissen wollen und das war ja der Knackpunkt….es gab keinen Beweis für das Erlebte. Ja, ich zweifelte inzwischen sogar selbst daran.
Ein paar Tage war Ruhe. Tatsächlich träumte ich weder davon noch sah ich einen der Beiden in der Realität. Ich schöpfte sogleich ein wenig Hoffnung, dass ich nun endlich abschließen konnte und von diesem Fluch befreit war. Ich beschloss, einen Runde zu gehen. Ich war länger nicht Draußen gewesen…..so ging ich durch das Dorf, da fühlte ich mich noch am sichersten. Also ging ich an einem sonnigen, warmen Tag los. Es war Nachmittag und es waren auch einige Leute unterwegs, was ebenfalls beruhigend wirkte. Dennoch fühlte ich mich verfolgt und sah mich immer wieder um. Schließlich war ich wieder in der Straße in welcher ich wohnte. Ich fühlte mich tatsächlich recht gut und hatte wirklich das Gefühl, dass alles wieder normal werden könnte und ich erstarkt aus der Sache gehen würde.
Ich wollte gerade die Haustür aufschließen als mich jemand am Arm packte und in die Seitengasse zog. Das ging so schnell, ich konnte mich gar nicht wehren. Es war der Messermann der nun direkt vor mir stand, ich hatte die Wand im Rücken sodass ich nicht ausweichen konnte. „Na wir haben uns aber lange nicht gesehen“, sagte er und sein Gesicht war nur Zentimeter von dem Meinigen entfernt, ich roch Parfum aber auch frischen Schweiß und etwas undefinierbares, unangenehmes. Ich wollte etwas sagen, aber brachte keinen Ton raus. Seine Augen fixierten mich wie wohl ein Raubtier seine Beute ansehen würde. „Weißt du, ich wollte nur sicher gehen, das wir uns immer noch einig sind, mit dem, was du gesehen hast, Schätzchen.“ sagte er und setze wieder dieses üble Grinsen auf. Erst jetzt bemerkte ich das an seinen Händen getrocknetes Blut klebte…..mir wurde übel. „Ich habe nichts Besonderes gesehen“, brachte ich schließlich hervor. Ich fühlte mich als ob mein Herz bald stehen bleiben würde, solche Angst hatte ich noch nie in meinem Leben. „Sehr gut“, sagte er knapp und…küsste mich. Danach ging er und ich stand noch einige Minuten völlig perplex da, bis der Schock nach ließ und ich in mein Haus gehen konnte. In jener Nacht hatte ich besonders schlimme Träume. Aber nicht von ihm sondern von dem Toten. Er stand da neben meinem Bett, mal mehr, mal weniger verwest und flehte mich an zu ihm zu kommen, wo er doch so einsam war. Dabei packte er mich mit seinen eiskalten Händen an den Armen und versuchte mich zu sich zu ziehen. Ich wachte dadurch auf, aber sobald ich die Augen wieder schloss ging es weiter.
Am nächsten Morgen sah ich im Spiegel rote Fingerspuren an meinen Armen…es war kein Traum.
Heute war ein herrlicher Tag für einen Spaziergang. Die Sonne schien und wenige weiße Wolken zogen über den Himmel. Es war inzwischen Ende August und man konnte den kommenden Herbst erahnen. Ich ging wieder den Weg durch die Felder. Nun blühten kaum noch Blumen am Wegesrand aber ein paar letze Schmetterlinge flogen noch durch die Lüfte. Der Wind war lau und sanft. Diesmal aber ging ich zu dem Wäldchen wo es, wie ich mich noch aus Kindheitstagen erinnerte, eine Grube gab. Doch es war beschwerlich zu dieser zu gelangen, man musste schon ein wenig durchs Unterholz aber wenigstens war ich nicht allein. Der Mann aus den Feldern war schon seit einigen Tagen ununterbrochen an meiner Seite. Endlich kamen wir an der Grube an. Ich wischte mir den Schweiß vom Gesicht und war erstaunt wie tief diese doch war. Dort lag die Leiche und war schon stark zersetzt. Ja Millionen von Maden machten eine gute Arbeit. Faszinierend welch Farbspektrum die Haut zeigte…Blau, dunkles Rot, Violett, Gelb und Grün. Der Gestank war bestialisch….Doch der neben mir Stehende sah gar nicht auf seinen Leichnam. Er schaute nur mich an und lächelte liebenswürdig. So nahm ich die Pistole aus meiner Tasche. Ich hatte sie erst gestern gekauft, es ist wahrlich erstaunlich wie leicht man an eine Waffe kommt. Nun wird getan was getan werden muss. Ich blickte noch einmal um mich, der Wald war wunderbar in seiner Stille. Ich lud sie, setzte die Pistole an meiner Schläfe an…und drückte ab.