KreaturenKurzTod

Der Rabenmann

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Seit
einigen Tagen finde ich nur wenig Schlaf. Zu wissen, dass das alles
stimmt treibt mich
fast in den Wahnsinn. In den vergangenen Nächten habe ich Geräusche vor
meinem Schlafzimmerfenster gehört. So als ob da etwas vor der Scheibe
sitzt, etwas, das
ich nicht sehen kann. Ich höre ein Kratzen und Scharben. Aber da ist
nichts.
Jedes Mal, wenn ich das Licht anschalte und nachsehe hört das Geräusch sofort auf und ich sehe nur meine graue Fensterbank mit den
vertrockneten
Blumen in den alten Töpfen, die bereits Moos angesetzt haben. Ich
glaube, dass
er es ist, der da draußen sitzt, und darauf wartet, dass ich ihn in mein
Zimmer
lasse.

Angefangen hat alles vor ein paar Wochen. Ich habe im
Bundesarchiv Dokumente zu Anna Roleffes zusammengetragen, da ich eine
wissenschaftliche Abschlussarbeit über die Hexenprozesse in Deutschland schreibe
wollte. Die Frau wurde im hohen Alter der Hexerei bezichtigt, weil sie
angeblich über „magische“ Fähigkeiten verfügt hat. Nach einem kurzen
Prozess und einem erzwungenen Geständnis wurde sie 1663 in Braunschweig enthauptet und
anschließend verbrannt – An sich ist der Fall nichts Besonderes und ich habe
nicht erwartet, dass mich meine Recherchen so aus der Bahn werfen würden.

In den Prozessakten bin ich allerdings sehr schnell auf
ziemlich seltsame Zeugenaussagen gestoßen. Anna Roleffes selbst gab beispielsweise
an, über keine Gabe der Hexerei zu verfügen. Die Wunderwerke, die sie als
Heilerin vollbracht habe, hätte sie nur durch die Hilfe eines „dunklen Wesens“
geschehen lassen können, das sie als den „Rabenmann“ bezeichnete. Dieses Wesen
sei von fremder Macht und fliege des Nachts auf „schwarzen Schwingen“
zu ihr, um ihr bei der Arbeit zur Hand zu gehen. Für seine Hilfe verlange das
„Wesen“ allerdings „Geschenke“. Jedes Jahr zu Mittsommer soll Anna
Roleffes nachts zum „Rabenweiher“ gegangen sein. Ein Zeuge (Hans Thiemann) will
gesehen haben, dass die „Hexe“ im Jahr 1661 einen Sack bei sich trug indem sich
etwas bewegt haben soll. Nach der Hinrichtung wurden übrigens in ihrem Haus mehrere Tierkadaver gefunden,
die notdürftig im Keller verscharrt worden waren.

Seltsam ist hierbei, dass einige andere Zeugen ähnliche
Aussagen machen. Eine Nebenangeklagte (Katharina Dall), die ihre Stieftochter 1662
ertränkt hatte, gab beispielsweise an, dass der „Rabenmann“ auf Wunsch von Anna
Roleffes zu ihr gekommen sei und ihr angeboten habe, ihren schwer erkrankten
Mann zu retten, wenn sie dessen Tochter zum „Rabenweiher“ bringe.

Ein anderer Mann namens Jürgen Roloff erzählte hingegen,
dass der Kopf seines geistig behinderten Bruders Henning Roloff innen „von bösen
Dingern durchgefressen werde“, seit dieser Anna Roleffes mal ein Ferkel gestohlen
habe. Sein Bruder behaupte seit diesem Zeitpunkt, dass ein Mann nachts an sein
Bett komme und an den „Dingern“ zöge und rupfe, was Henning große Schmerzen
bereite.

In einem kleinen Buch fand ich dann noch einige
Aufzeichnungen von Hans Pfeffers (Henker, der Anne Roleffes hingerichtet hat),
die ich wirklich gruselig finde. Der Henker gibt an, dass er die Folter der
Hexe mehrfach unterbrechen musste, weil er Kopfschmerzen und Übelkeit verspürte.
Am zweiten Tag wurde die Folter sogar ganz ausgesetzt, weil sich Pfeffers
weigerte in die Zelle von Anna Roleffes zu gehen. Darin sei ein „böser Schatten“,
der nicht wolle, dass die „Hexe“ gefoltert werde.  Eben jener Hans Pfeffer wurde wenige Tage nach
der Hinrichtung tot am „Rabenweiher“ gefunden. In seinem Mund fand man eine
schwarze Feder.

Ich habe mir erst bei alledem nichts gedacht. Doch vor einer
Woche bin ich mitten in der Nacht aufgewacht. Es hat gewittert und deshalb war
mein Zimmer in unregelmäßigen Abständen von Blitzen erleuchtet. Es ist mir egal
ob ihr mir das jetzt glaubt, aber ich könnte schwören, dass ich für einen
kurzen Moment einen Schatten auf meinem Fensterbrett gesehen habe. Seitdem geht
bei mir echt seltsames Zeug vor. Erst war es eine Art „Beunruhigung“, die mich
immer dann ergriffen hat, wenn ich alleine in meiner Wohnung war und meine
Freundin nicht bei mir übernachtet hat. Vorgestern hat sich dann etwas in
meinem Zimmer bewegt. Ich bin mir ganz sicher, dass ich aus den Augenwinkeln
gesehen habe, wie sich meine Schranktür ein kleines Stück geöffnet hat. Ich bin
fast verrückt geworden, als ich die schwarze Feder am Boden meines Schranks
gefunden habe.

Und immer dieses Kratzen und Scharben. Es hört nicht auf. Jede Nacht höre ich es.

Letzte Nacht war es ganz schlimm. Ich habe ziemliche
Kopfschmerzen gehabt und als ich ins Bad gegangen bin, um mir eine
Kopfschmerztablette zu nehmen, hörte ich das Flattern von Flügeln. Ich bin
direkt zum Fenster gerannt, aber da war wieder nichts. Unser Garten lag still
und verlassen dar. Ich weiß, dass klingt schräg, aber ich fürchte mich. Er
weiß, was ich weiß. Und ich fürchte mich vor dem Tag, an dem ich die Hilfe des „Rabenmannes“
brauche…und vor dem Preis, den ich dafür bezahlen muss.

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