
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Ich wohne jetzt schon seit 3 Jahren in diesem Haus. Ich habe es in der Großstadt nicht mehr ausgehalten. Mir wurde der Lärm zu viel, die Arbeit zu viel. Lange Zeit litt ich an Schlafstörungen. Also beschloss ich, ich musste dort weg, weg von der Arbeit, weg vom Lärm, weg von allem. Ich brauchte Ruhe. Und es dauerte nicht lange, bis ich das passende Häuschen in einer ländlichen Gegend gefunden habe. Ich verzichtete auf eine Besichtigung und dachte mir: „Je mehr kaputt ist, umso mehr kann ich dort machen und kann abschalten, einfach ICH sein.“ Und schon 1 Woche später hielt ich den Kaufvertrag in meinen Händen, zusammen mit der Notarurkunde und einer Kopie des Grundbucheintrages.
Das erste Jahr hatte ich wirklich sehr viel zu tun. Das Haus war fast 70 Jahre alt, und ich musste die Elektrik erneuern lassen; das dauerte schon fast 3 Monate. Und dann war da noch die Sache mit dem Bad, es gab nicht wirklich eins. Nur ein kleiner Raum mit einem Wachbecken und einer Toilette – keine Dusche, keine Wanne, nichts. Also musste ich diese Dinge noch einbauen. Wie man ohne sowas leben konnte, war mir ein Rätsel. Um mir mehr Platz zu verschaffen, ließ ich prüfen, ob ich die Wand zu dem kleinen Nebenraum einreißen könnte. Und zum Glück bekam ich die Genehmigung.
Das zweite Jahr verlief auch nicht ruhiger. Nachdem ich das Bad endlich fertig hatte und alles zu meiner Zufriedenheit eingerichtet war, wollte ich mich um den verwilderten Hof kümmern. Das Unkraut war nicht das Problem. Etwas Wasser zum Einweichen und dann alles rausziehen, was nichts in den Fugen zwischen den Betonplatten zu suchen hatte. Bei der Größe des Hofes brauchte ich nur ein paar Stunden. So war es schon ansehnlicher, und ich war zufrieden. Danach widmete ich mich der Außenfassade des Hauses, diese benötigte dringend neue Farbe. An den Fensterbrettern sah man dunkle Ablagerungen an den Seiten, die an der Außenfassade hinunterliefen. Und der Grauton gefiel mir auch nicht, ich wollte etwas Fröhliches. Ein sehr heller Pfirsichton sollte es werden. Nachdem die Fassade gestrichen war, war das letzte Projekt für dieses Jahr das Dach. Alle Ziegel mussten erneuert werden. Aber dazu gab ich den Auftrag an eine Dachdeckerfirma, denn in Höhen bekam ich Panik.
Ich glaube, es war auch im zweiten Jahr, dass ich Helena kennenlernte. Sie wohnte im Haus neben mir. Wir kamen ins Gespräch, als ich begann, das Haus zu streichen. Schnell freundeten wir uns an. Ich fand, Helena war eine wunderschöne Frau. Braune Augen, braune, lockige Haare und ein unbeschreibliches Lächeln. Doch mehr wie ein freundschaftliches Interesse empfand ich nicht. Sie auch nicht. Das hatten wir schon ausdiskutiert, bei einem Tee, auf meinem Hof, an einem lauen Abend. Wir hatten vieles gemeinsam und auch den gleichen Geschmack, wenn es um Gestaltung und Farben und alles ging. Wir beschlossen zusammen, dass der Betonboden auf dem Hof weg musste, ich wollte einen Holzboden, und der Rest sollte neu und in einem Stück betoniert werden. Nicht diese unterschiedlich großen, gegossenen Platten. Aber das wollte ich dann im nächsten Jahr machen, und Helena wollte mir helfen. Wir sprachen viele Abende, lachten, weinten und freuten uns, wir waren glücklich, einen Menschen gefunden zu haben, dem man blind vertrauen kann. Das ist leider sehr selten geworden in der heutigen Gesellschaft. Auch Silvester feierten wir gemeinsam, nur wir zwei.
Nun waren es angenehme Temperaturen, und das neue Jahr zeigte sich endlich von seiner milden, blumenüberzogenen Seite. Und diesen einen Tag vergesse ich nie, denn „ETWAS“ lässt es mich nicht vergessen. Helena klingelte früh an meiner Tür und hatte 2 riesige Hämmer dabei. „Bereit, deinen Hof zu befreien?“ fragte sie mit diesem Lächeln, dem ich nichts abschlagen konnte. Ich bereitete eine große Karaffe mit Wasser, etwas Minze und Zitrone vor und stellte sie auf den kleinen Tisch an der Seite meines Hofes. Den ersten Schlag hat sie mir überlassen, und ich schlug mit voller Kraft auf die Mitte einer Betonplatte. Diese zersprang auch sofort in zwei Hälften. Somit war klar, wir hatten leichtes Spiel. Bis zum Mittag hatten wir über die Hälfte der Betonplatten klein geschlagen. Nach der Mittagspause zerlegten wir auch den Rest und verfrachteten die Einzelteile erstmal in den Garten. Unter der letzten Platte entdeckten wir eine Luke.
Natürlich waren wir neugierig. Wer wäre das nicht gewesen? Die Luke war leicht zu öffnen, und eine kleine Leiter führte in einen Raum. Dieser war so groß wie der halbe Hof. Das kam mir schon komisch vor, immerhin war nirgendwo in den Gebäudeplänen etwas von diesem Raum vermerkt. Den mussten wohl die Vorbesitzer heimlich angelegt haben. In dem Raum selbst war es dunkel, schon fast schwarz, und meine Augen gewöhnten sich auch nach längerer Zeit nicht an die Dunkelheit. Ich bat Helena, mir eine Taschenlampe zu reichen. Bereits wenig später hatte sie eine gefunden und ließ sie an einem kleinen Band zu mir nach unten. Sie selbst hatte Angst im Dunkeln und wollte nicht mit in den Raum.
Die Taschenlampe spendete leider nicht wirklich genug Licht, um in der Schwärze etwas erkennen zu können, also tastete ich mich an der Wand lang und fand einen Schalter. Zuerst war ich skeptisch, doch dann betätigte ich den Schalter und 2 sehr grelle Lampen mit einem kalten, weißen Licht begannen geräuschvoll Licht zu spenden. Es dauerte wieder eine Weile, bis sich meine Augen daran gewöhnt hatten, und ich rief Helena zu, dass hier unten Licht wäre. Trotzdem wollte sie nicht nach unten kommen. Meine Blicke streiften über den Raum, graue Betonmauern, grauer Betonfußboden. Doch in der Mitte war ein kleiner Tisch, auf einem dreckigen Teppich. Um den Tisch herum standen 3 Stühle. weiter hinten standen 3 kleine Betten mit jeweils 3 kleinen Nachttischschränken. Auf der rechten Seite war ein großer, alter Holzschrank, der sehr mitgenommen aussah. Auf der linken Seite waren eine Toilette und eine Art Duschsystem. Über dem Waschbecken hing ein kaputter Spiegel, und daneben waren 3 Zahnbürsten befestigt. „Seltsam, sehr seltsam.“ An diesem Punkt hätte ich vermutlich den Raum verlassen sollen, hätte die Polizei verständigen sollen oder sonst wen, Hauptsache, ich wäre rausgegangen und hätte die Luke hinter mir geschlossen, aber nun ja, die Neugier trieb mich weiter.
Ich öffnete den Schrank. Dort hingen alte Kleidungsstücke, alle in dreifacher Ausführung. In den Schubfächern war es genauso, alles war dreimal vorhanden. Langsam schloss ich den Schrank, ging um den Tisch herum, vorbei an dem Waschbecken. In einer Spiegelscherbe sah ich einen Schatten, der sehr schnell in Richtung Treppe zu schweben schien. Ich rief zu Helena, ob alles gut wäre. Diese versicherte mir, dass alles gut sei und wollte wissen, was ich so lange dort unten mache, was ich sehen würde. Ich würde es ihr später berichten. Den Schatten tat ich als Halluzination ab. Wahrscheinlich bildete ich es mir ein, weil das hier alles so unwirklich und mein Gehirn der Meinung war, es müsse mich noch mehr verunsichern. Dann trat ich an die Betten heran. Zwei von den drei Betten waren ordentlich gemacht, und es lag eine dicke Staubschicht auf den Decken und Kissen. Das dritte Bett passte nicht zu dem ganzen Raum, es war unordentlich und sah aus, als würde es noch benutzt werden. Das reichte mir, ich wollte hier nicht mehr länger sein, wollte an die frische Luft.
Hinter mir hörte ich, wie die Luke zugemacht wurde, und ich war erleichtert, dass ich nicht mehr dort unten sein musste. Ich erzählte Helena alles, alles was ich gesehen hatte. Also, fast alles, das mit dem Schatten ließ ich aus, schließlich war das ja nur Einbildung. Das dachte ich jedenfalls. Helenas Augen wurden, mit jedem Detail, das ich ihr erzählte, immer größer. Als ich alles berichtet hatte, stiegen Tränen in ihr Gesicht, und sie brauchte sehr lange, um sich wieder zu fassen. Dann begann sie langsam und bedacht zu sprechen. Vor ca. 50 Jahren verschwanden in der Nachbarschaft 3 Kinder. Sie wurden 5 Jahre später in einem Bach am Rand des Dorfes gefunden. Wie sie dort hingekommen waren, und was ihnen zugestoßen war, konnte niemand sagen. Selbst die Polizei stellte die Ermittlungen ein. 2 Jahre später verschwanden wieder 3 Kinder, auch diese wurden 5 Jahre später in dem gleichen Bach aufgefunden. Danach ist sowas nicht mehr vorgekommen. Dann schaute sie geschockt, als würde ihr etwas Schlimmes einfallen: „Es verschwanden keine Kinder mehr, nachdem die Besitzer des Hauses verstarben. Erst Jahre später zog eine andere Familie in das Haus. Diese bauten niemals um und wohnten fast 10 Jahre hier.“ Sie wollte, dass ich die Polizei rufe, denen den Raum zeige. Ergriffen von der Geschichte und aus Angst tat ich dies dann auch.
Es wurde bereits dunkel, Helena wollte nicht bleiben und ging, aber sie versprach, später nochmal zu mir zu kommen und mir dann auch Zeitungsartikel mitzubringen und was sie sonst noch zu den verschwundenen Kindern finden würde. Bereits wenige Minuten, nachdem sie gegangen war, klingelte die Polizei schon an meiner Tür. Ich zeigte ihnen die Luke, sagte ihnen, dass sich in dem Raum ein Lichtschalter befindet, und erklärte, was ich dort vorgefunden habe. Der Polizist ging die Treppe hinunter und schon wenig später war zu sehen, dass er den Lichtschalter gefunden hat. Nach kurzer Zeit kam er wieder hinauf, er sah wütend aus. Wütend auf mich? „War das wirklich ihr Ernst? Mich wegen einem Kartoffelkeller rufen? Da unten ist nichts. Tun sie mir einen Gefallen und verschwenden nicht weiter meine Zeit. Ich wünsche einen angenehmen Abend!“ Noch bevor ich etwas erwidern konnte, war er aus der Hoftür verschwunden. Ich wusste überhaupt nicht, was er meinte, es war doch alles da, das hatte ich mir nicht eingebildet. Also nochmal Luke auf und hinunter, es war alles so, wie ich es zuvor schon gesehen hatte. Nun ärgerte ich mich über den Polizisten. „Er wollte bestimmt nicht all den Papierkram machen, aber darf er einfach so behaupten, dass hier nichts ist? So was, morgen werde ich meine Kamera nehmen und hier Bilder machen, damit werde ich dann selbst zur Polizeistation gehen. Dann müssen sie was tun, müssen mir glauben.“
Am späten Abend klingelte es, Helena hatte wirklich einen ganzen Stapel mit alten Zeitungsartikeln in ihrer Hand. Ich las mir die ersten Artikel durch, alles nur Spekulationen, was passiert sein könnte. Also nicht wirklich interessant. Dann erzählte ich ihr, was die Polizei gesagt hatte, und sie wusste auch nicht, was sie dazu sagen sollte. Aber es weckte nun auch ihre Neugier, nun wollte sie auch sehen, was sich in dem Raum befand. Also nahmen wir uns bei den Händen und stiegen die Leiter hinab. Schnell machte ich das Licht an, und ich sah alles unverändert, so, wie ich es zuvor auch gesehen hatte. Ihren Blick konnte ich nicht deuten, dann drehte sie um und stieg die Leiter hinauf. Verwirrt machte ich das Licht aus und tat es ihr gleich. Ich schloss die Luke, und schon bekam ich einen Schlag auf den Arm von ihr. „Was soll das denn?“ Nun war ich vollends verwirrt. „Du bist so bescheuert, ich habe mir wirklich Sorgen gemacht und alle Artikel rausgesucht, und dann hast du dort nur einen leeren Raum. Deine blöden Späße kannst du mit anderen machen, nicht mir mit!“ Das war zu viel für mich, wie konnte sie das nicht gesehen haben? Ich zweifelte nun wirklich an mir. Sauer schnappte Helena sich die Zeitungsartikel und ging zu sich nach Hause.
Ich machte mir nun den ganzen Abend Gedanken. Was sollte das alles nur bedeuten? Langsam zweifelte ich an meinem Verstand. Und dann hörte ich es zum ersten Mal: „3, 3, 3!“ OK, nun war ich davon überzeugt, dass ich ganz bestimmt verrückt war. Es hallte die ganze Nacht durch mein Haus, und ich fand kaum Schlaf: „3, 3, 3!“. Am nächsten Tag veränderte es sich: „Ich brauche 3, suche 3, bringe mir 3!“ Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen, immer und immer wieder hörte ich es, meine eigenen Gedanken wurden von der Stimme verdrängt. Es wurde jeden Tag schlimmer, und ich brach den Kontakt zu Helena ab, wir trafen uns einfach nicht mehr. Ich wusste, dass sie das traurig machte, aber ich konnte nicht anders. Nicht, solange ich nicht wusste, was mit mir los war. Was hier überhaupt los war.
Das Ganze ist jetzt etwas mehr als 5 Jahre her, die Stimmen wurden immer unerträglicher, ich hielt es nicht mehr aus und beugte mich ihrem Willen. Jetzt stehe ich hier an dem Bach, denn irgendwo muss ich die Leichen der 3 Kinder ablegen. Daran, die Kinder entführt und eingesperrt zu haben, erinnere ich mich gar nicht. Was die Stimmen mit den Kindern gemacht haben, weiß ich nicht, und sie ließen es mich nicht wissen. Warum nur ich den Inhalt des Raumes sehen konnte, weiß ich auch nicht. Ich erinnere mich an so vieles nicht mehr, nur an die Stimmen. Diese schrecklichen Stimmen.
Doch nun sind sie verstummt, und ich bete, dass ich sie nie wieder hören werde. In einer Woche verkaufe ich das Haus wieder, dann ist der Beton, den ich über die Luke, über den ganzen Hof, gegossen habe, endlich trocken. Ich bete täglich, dass die neuen Besitzer die Luke nicht finden, nicht öffnen.
Da du nun der neue Besitzer bist, suche niemals nach der Luke, öffne sie nicht…