EigenartigesKreaturenKurz ( 5 - 10 Minuten )Wahre Geschichten

Der schwarze Mann

Wahre Ereignisse, die von anonymen Nutzern auf einem Forum mitgeteilt wurden:

-Unknown:

Meine Eltern, meine Schwester und ich lebten als ich noch klein war in einer 3-Zimmerwohnung. Ich war damals etwa 8 oder 9, meine jüngere Schwester 5. Ich war ein sehr introvertiertes, albernes kindliches etwas, weswegen ich meine Schwester auch in jeden Schwachsinn mit hinein zog.

In unserer damaligen Wohnung waren alle Räume klein, und manchmal war es so stickig in den Räumen, dass ich meine Schwester einfach im Wohnzimmer auf dem Boden schliefen. Dieses war nämlich der größte Raum.

Das Wohnzimmer war so aufgebaut, dass wenn man sich bei den beiden Sofas aufhielt, man die Fläche dahinter nicht sehen konnte. Das Sofa war praktisch so platziert, dass es mitten in Raum stand und den Blick vom Boden auf den Esstisch verweigerte. Die Stühle oder das Regal konnte man allerdings noch sehen.

Das heißt, wenn wir direkt zwischen den beiden Sofas schliefen, konnten wir alle im Raum bis auf die Fläche hinter dem Sofa sehen, und die war nicht gerade klein.

Es war ein schöner Abend gewesen, wir hatten einen Film gesehen, was kleines gesnackt, Spiele gespielt…

Was Grundschul- und Kindergartenkinder nun mal miteinander machen.

Unsere Eltern waren längst im Bett, man sah nur noch das dumpfe, gelbliche Licht, das durch den Flur schien, aber auch nur wenig, da ihr Zimmer auf der anderen Seite der Wohnung lag.

Sie hatten uns schon mehrmals gewarnt, wir sollten jetzt schlafen gehen und leise sein, sonst müssten wir wieder in unser Zimmer, aber ich war wieder mal viel zu aufgedreht.

Es war ein ganz normaler Abend, wie immer, wenn wir im Wohnzimmer schliefen. Wir redeten und redeten noch eine ganze Weile, oder flüsterten eher aufgrund unserer Eltern, bis meine Schwester sich dazu entschloss, die Augen zu schließen.

Ich war aber noch hellwach auf den Beinen und da wir nicht oft im Wohnzimmer schliefen, und ich bei dieser Chance nicht schlafen würde, kam ich auf die „brillante“, sie zu erschrecken. Ich wollte nicht zulassen, dass sie schläft und ich würde nicht alleine wach bleiben.

„…! …!!!“

Jetzt schnell was einfallen lassen.

Ich rüttelte an ihrer Schulter.

Wir lagen direkt nebeneinander, auf zwei Matratzen, weswegen ich sie schnell wieder Halbwach bekam.

„…! Wach auf!!!“

„Mhwaspf…“

„Schnell wach auf!“

„Was ist?! Ich will schlafen…“

Ihre Augen glitten langsam wieder zu.

„Da! Da ist ein Mann hinter dem Sofa. Ich habe ihn gesehen! Er hat uns angeguckt!!!“

„Was? Hör auf!“

Natürlich war da kein Mann oder was auch immer. Ich schaute ja selber dahin. Nur ein bisschen auf ihr herumhacken.

Dann schaute ich ihr tief in die Augen.

„… ! Da ist ein Mann! Eine ganz schwarzer!!! Er ist nur in Schwarz gekleidet !!!“

„Ich hab Angst…“

„Ich auch…“

Ich konnte mich gar nicht mehr abwenden von ihrem bleichen, angsterfülltem Gesicht.

„Ah! Da ist er wieder! Der schwarze Mann!!! Hinter dem Sofa!“

Ab hier konnte ich nicht mehr ernst bleiben. Ich lachte in ihr weinendes Gesicht.

„Spaß, Spaß da ist kein Mann. Das war nur Spaß, damit du nicht einschläfst.“

Meine Schwester weinte schon beinahe vor Angst, ein Wimmern war zu hören. Ich hörte meine Eltern „Shhh!“ aus ihrem Zimmer sagen. So laut waren wir?

„Okay, hör auf jetzt, sonst wachen Mama und Papa auf.“

Ab hier ging alles unnatürlich schnell. Sie hörte nicht auf. Kurz stockte sie. Sie schrie. Sie schrie aber nicht mich an, sondern etwas hinter mir. Dann begrub sie ihr Gesicht im Kissen und versteckte sich unter der Decke.

Was?

Langsam, oder auch schnell, drehte ich meinen Kopf in die Richtung. Im Dunkeln konnte ich nichts erkennen, doch das gedämpfte Licht klärte meine Sicht. Und hinter dem Sofa, vor dem wir schliefen, sah ich einen Mann, komplett in Schwarz, mit einer verschwommenen Silhouette und einer spitzen Kapuze, so tief ins Gesicht gezogen, dass man es nicht sehen konnte, seine gekrümmte und buckelige Haltung war in Richtung Wand geneigt, das heißt nicht geradeaus zu uns.

Danach ging’s  wieder sehr schnell. Dieser Anblick dauerte etwa 3 Sekunden, danach schrie ich alles an Stimme, was mir noch geblieben war aus und schrie nach meinen Eltern.

Sie kamen hergerannt und sahen uns aneinander gekauert weinend auf dem Boden, sie sagen echt genervt aus. Das Licht, das rasch angemacht wurde, blendete mich, meine Sinne waren wie betäubt. Ich bekam nicht richtig mit, was sie sagten. Aber Himmel, ich hab den Ärger meines Lebens bekommen. Was fiel mir denn auch ein, meine 5-jährige Schwester zu erschrecken?!

Der Mann war weg, keine Spur von ihm und unsere Eltern versuchten uns zu versichern, dass da niemand war.

Es gibt keine Geister, Monster oder schwarzen Männer hinter Sofas. Wir sollten aufhören, so laut zu schreien.

Wir schleiften unsere Matratzen zurück in unsere Betten und ohne ein Wort zu sagen, schlief ich einfach. Mir war klar, wir dürften nicht mehr im Wohnzimmer schlafen, meine Schwester war sauer auf mich, und das würde Konsequenzen haben. Aber so kam es nicht.

Niemand sprach darüber, der Vorfall wurde einfach ignoriert. Sowohl von meiner Schwester, als auch von meinen Eltern. Und würde diesen Abend, an dem ich mir fast in die Hose gepisst hatte, eh nicht auf den Tisch bringen.

In den nächsten Jahren sprachen wir nicht darüber. Ein paar mal wollte ich mit meiner Mutter darüber reden, aber ich bekam jedes Mal dieselbe Antwort.

„Nein. Rede nicht über solche Sachen, es kann vorkommen, dass Kinder solche Wesen sehen, man sollte sie nicht erwähnen.“

Ich könnte schwören, ich sah die Angst in ihren Augen. Jedes Mal fragte ich mich, warum man über so etwas nicht reden sollte, aber vor allem konnte ich mir nicht erklären, warum mir keiner Antworten geben konnte.

Die Nacht wurde vergessen, da niemand sich daran erinnern wollte. Überhaupt war meine Schwester ziemlich klein zu dem Zeitpunkt gewesen.

3/4 Jahre später sind wir aus spezifischen Gründen ausgezogen und ich in meine Schwester, die nun 8 war, blieben nachts bei meiner Tante, da wir schon aus unserer Wohnung raus waren, aber noch keine neue Wohnung hatten.

Bei denen konnten wir im Wohnzimmer schlafen. Wir waren ein wenig auf dem Sofa nebeneinander gequetscht, aber bald hätten wir eh unsere eigene Wohnung. Das einzig unangenehme war, dass sie eine alte halb kaputte Puppe auf ihrem Balkon hängen hatten, neben dem wir lagen. In dem Moment, es war schon mitten in der Nacht und ich konnte nicht schlafen, fiel mir das Erlebnis vor paar Jahren wieder ein.

Ich hatte mir in den Jahren eingeredet, dass es Fake war, dass ich es mir eingebildet hatte und ich es sehen wollte, da ich eine so gute Fantasie hatte.

Es war logisch, wenn ich mir etwas einrede, sehe ich es genauso, wie ich es sehen will. Es war dunkel, wie hätten eh nichts erkennen können und ich sah die angebliche Gestalt eh nur verschwommen. Meine Schwester war klein, sie hat es sich eingebildet, weil ich es ihr eingeredet habe. Und als sie Angst hatte, habe ich diese übernommen.

Menschliche Psychologie.

Es war so offensichtlich, dass es Einbildung war. Ich stickte an diesem Punkt. Es gab nur noch eine Sache, um das zu vergewissern.

Ich weckte sie auf.

„Hhh…was?“

„Erinnerst du dich noch vor 3 Jahren? Als wir im Wohnzimmer bei uns in der Wohnung schliefen? Wo dann dieser Mann war?“

„… Ja…?“

„Wie sah er aus? Beschreibe ihn mal.“

„Also… Er war schwarz angezogen wie ein Schatten und stand hinter dem Sofa.“

Na also. Nur so, wie ich es ihr erzählt habe.

„Er hatte eine tiefe Kapuze und einen Buckel. Er hat in Richtung Tür geguckt. Er war auch sehr verschwommen.“

Nach diesen Sätzen wurde ich sehr nachdenklich. Ich hatte ihr nie erzählt, wie ich den Mann gesehen hatte, aber trotzdem beschrieb sie ihn genauso, wie ich ihn in Erinnerung hatte.

Ich war geschockt, sagte einfach Ok und versuchte ruhig einzuschlafen.

Ich könnte schwören, wir haben nie darüber gesprochen, wie er aussah, und trotzdem sagen wir das Gleiche.

Ich habe später dann so viel im Internet versucht nachzulesen, ob es sowas gibt oder ob es psychologisch möglich sein kann, ob jemand so etwas Ähnliches erlebt hatte oder ob in irgendeiner Weise so eine Gestalt existieren könnte.

Ich habe nie wirklich Ergebnisse gefunden, aber ich beschäftige mich nicht mehr mit diesem Thema.

Wir waren Kinder. Kinder sind dumm, leichtgläubig. Sie bilden sich Sachen ein, nehmen alles zu ernst, haben eine große Fantasie.

Ich kann es mir bis heute zwar nicht erklären, aber mein Bruder, der 6 Jahre später geboren wurde, sagt, er sähe manchmal eine schwarze bucklige Gestalt mit dunkler Kapuze vor seinem Bettende.

Eintrag von _Unknown_

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