
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Müde tastete ich mit den Händen durch die Dunkelheit. Meine Finger fuhren über hartes Holz bis sie ein metallisches Objekt berührten. Vorsichtig fuhr ich über eine Wölbung und drückte feste auf eine weiche Stelle. Helles Licht brannte sich in meine Augen. Die Lampe in meinem Zimmer vertrieb die Finsternis und ich fing langsam an die Dinge um mich herum zu sehen. Zuerst bemerkte ich nichts außergewöhnliches. Da war mein Bett, mein kleiner Nachtisch und mein Schrank. Meine Augen durchwanderten den Raum. Ich konnte nichts finden, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Erst als ich vom Bett aufstand, bemerkte ich die zähflüssigen Tropfen, die von der Decke kamen. Langsam schaute ich nach oben und zuckte zusammen, als ich das Ding sah. Das Wesen war einem Menschen ähnlich, der gerade einen schlimmen Verkehrsunfall hinter sich hatte. Sein Unterkiefer fehlte völlig und die Tropfen kamen von seiner Zunge, die frei aus seiner Mundhöhle heraus hing. Aus seinem Oberkörper ragten seine Rippen durch das blutige Fleisch und eine offene Wunde offenbarte einen Blick auf sein schlagendes Herz. Auch die Beine waren nicht normal. Die Knochen waren blutig aus seinen Oberschenkeln hervorgetreten und zerschnitten die Haut darüber.
Das Wesen sah mich mit einem leeren Blick an und schien auf etwas zu warten. Erst als ich langsam Richtung Tür ging, bewegte es sich mit einem schrillen Schrei und krabbelte in meine Richtung. Wieder schaute es mich an. Seine Augen waren völlig schwarz, aber trotzdem konnte ich den Schmerz darin sehen. Ich wusste was dieses Ding von mir wollte, aber ich war mir noch nicht sicher, ob ich den Gefallen erwidern sollte. Als ich die Tür öffnete, tropfte eine kleine Träne von seinem Gesicht runter. Ich blieb stehen und zögerte einen Moment. Danach gab ich mir aber doch noch einen Ruck und berührte das Ding an der Stirn. Es schloß die Augen und für einen kurzen Moment lächelte es sogar. Aus der Freude wurde allerdings ein qualvolles Schreien und das Wesen wich von mir zurück.
„Du wolltest doch erlöst werden, oder nicht?“.
Das Ding schrie immer lauter und fasste sich mit den Händen an den Knopf. Das Geräusch von knackenden Knochen war zu hören und ich sah wie sein Rücken plötzlich aufplatzte. Stück für Stück bahnte sich seine Wirbelsäule den Weg aus seinem Körper bis sie schließlich durchbrach und der Rest von seinem Körper in sich zusammenfiel. Damit war sein Leiden immer noch nicht beendet. Das Fleisch fing an zu kochen und schmolz mit einem lauten Zischen bis von seinem Körper nichts mehr außer Brei übrig blieb. Ich beobachtete das ganze Geschehen mit einem kalten Gesichtsausdruck. So etwas sah ich häufiger und dabei empfand ich niemals Mitleid. Diese Wesen waren zwar Menschen gewesen, aber sie hatten nur den Zweck mir zu dienen. Sie waren auch jedes Mal perfekt und gehorchten mir, jedoch war ihre Beseitigung jedes Mal ein abartiger Anblick. Es wurde schlimmer, je länger sie schon auf der Erde wandelten. Dieses Exemplar war erst sein gestern bei mir.
Ich ging aus dem Zimmer, aber der Duft von Verwesung folgte meiner Nase wie der penetrante Geruch von vergammelten Fleisch. Mein Weg führte mich in mein Arbeitszimmer. Bücher und Zettel mit Zeichnungen lagen überall verstreut auf dem Boden. Ich war noch nie ein ordentlicher Mensch gewesen, trotzdem fand ich immer wonach ich suchte. Ich setzte mich auf meinen Stuhl und nahm eines der staubigen Bücher vom Boden. Dabei fiel mir etwas an meiner Hand auf. Die Haut war faltig und meine Knochen traten dünn hervor. Scheinbar war es wieder so weit und ich musste den Zauber, der mich jung hielt, erneut aussprechen.
Die Hand fing an zu schmerzen und ich suchte nach dem Buch, in dem der Zauber geschrieben stand. Ich suchte, konnte es aber nicht finden. Es musste doch irgendwo sein, es war immer an derselben Stelle. Erst als ich das leise Atmen hinter mir hörte, wurde mir klar, wer es hatte. Als ich mich umdrehte, sah ich sie. Nicht nur ein Toter, sondern mehrere standen mir im Halbkreis gegenüber. Einer abscheulicher als der andere. Eine Frau hielt das Buch in der Hand und auf ihrem Gesicht erschien ein breites Grinsen. Spitze Zähne ragten aus ihrem Mund hervor und ein dumpfes Lachen kam aus ihrer Kehle. Auch die anderen lachten, als sie die Kerze, in ihrer Hand, entzündete und die helle Flamme gegen das Buch richtete. Fassungslos musste ich mit ansehen wie der Einband anfing zu brennen. Ich wollte sie aufhalten, doch die Seiten fingen bereits Feuer und färbten das Papier dunkel vom Ruß. Ich sah mit an wie einer nach dem anderen zusammenbrach und sich ihr Körper deformierte bis von ihnen nichts als Staub übrig blieb. Die Frau war die letzte, doch sie schrie nicht, stattdessen lächelte sie. Selbst als sie aus jeder Pore ihres Körpers blutete, schien sie noch immer glücklich zu sein.
Ich starrte voller Angst auf die Überreste. Sie waren meine ältesten und treuesten Diener und noch nie hatten meine Augen so etwas grauenvolles gesehen. Es war aber nicht ihr Tod, der mir Angst machte, sondern etwas anderes. Heute war mein 800. Geburtstag..