
Die verdrehte Welt: Dokumente des Alfred S. Williams
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
= Die verdrehte Welt: Dokumente des Alfred S. Williams =
Es solle einen Ort geben, an dem jegliche den Menschen bekannte Art der Logik nicht gilt. Dieser Ort verdreht den Verstand jener, die diesen Ort mit einem schwachen Geiste betreten mögen. Diejenigen, deren Verstand stark genug war, die unnennbaren Schrecken dieses Ortes zu erblicken, ohne dem Wahnsinn zu verfallen, schrieben ihre Schilderungen zu diesem abstrakten Ort auf oder erzählten auf Tonaufnahmen von den unvorstellbaren Schrecken, welche dort lauern, bevor sie sich ihr Leben nahmen.
Dies sind alle auffindbaren Dokumente von und um Alfred S. Williams. Dieser wurde am 6. August 1897 in eine Nervenheilanstalt eingeliefert, nachdem er in seinem Haus, umgeben von wirren Texten, gefunden wurde.
Die verdrehte Welt –Kurzgeschichte von Alfred S. Williams
ca. Januar 1897 mit Änderungen aus ca. Juli 1897
Versteckt vor dem menschlichen Auge existiert eine Welt, ähnlich unserer und dennoch auch nicht.
In dieser Welt hausen Schatten und Kreaturen, Schrecken und Wahnsinn, furchtbarer, als daß es die menschliche Vorstellungskraft jemals verbildlichen könne. Nur wenige wandelten durch diese verdrehte Welt, und noch weniger kamen wieder zurück. Verstört und geplagt von den furchtbarsten Albträumen, die sonst kaum ein Mensch ertragen müßte, kehrten die Wanderer zwischen unserer und der verdrehten Welt zurück.
Diese Albträume brachten sie um den Verstand und trieben sie immer weiter in den Wahnsinn, bis sie ihr Leben auf tragische Weise beendeten, um den Schrecken, von denen sie heimgesucht wurden, zu entfliehen.
Nur eine Person, deren früherer Name in Vergessenheit geriet, konnte mehrmals zwischen den Welten wandeln, ohne daß ihr Verstand aufgrund des Wahnsinns verdreht wurde.
Er nannte sich «Ikrah k’aazhr», was nach seinen Erzählungen so viel wie «Der rastlose Wanderer» in der Sprache des Schattenvolkes bedeutet.
Ikrah k’aazhr sprach von der verdrehten Welt, welche die Heimat des Schattenvolkes ist, als «Nra’klhra».
Es gibt _a¬h Ik_.h k’aaz__ ..:__ .- M.-._oden, wie __n nach Nr_.kl……
Nur dieser kurze Abschnitt der Kurzgeschichte «Die verdrehte Welt» aus der Feder des Alfred S. Williams blieb erhalten. Es gibt Beweise, daß Williams die Geschichte selbst zerstört hatte.
Brief von Alfred S. Williams an Johann R. Godfrey
3. Februar 1897
Mein geschätzter Freund Johann,
es ist bereits eine Weile vergangen, seit ich Dir das letzte Mal geschrieben habe.
Ich war mit dem Schreiben und mit Nachforschungen für meine neue Kurzgeschichte beschäftigt.
Ich habe in einem alten Tagebuch, das auf 1807 datiert war, Einträge gefunden, die von einer Reise in eine andere, verdrehte Welt handeln.
Dieses Tagebuch brachte mir die benötigte Inspiration für die Kurzgeschichte «Die verdrehte Welt».
Doch zweifle ich an, daß es eine gute Idee ist, diese Geschichte zu veröffentlichen.
Seit dem Schreiben leide ich an furchtbaren Träumen über den Inhalt des Tagebuches, der in meine Geschichte geflossen ist.
Mit freundlichen Grüßen
Dein Freund Alfred
Brief von Alfred S. Williams an Johann R. Godfrey
19. März 1897
Mein geschätzter Freund Johann!
Dein Vorschlag aus Deinem letzten Brief, den Albträumen und dem Inhalt des Tagebuches auf den Grund zu gehen, bin ich nachgegangen und habe begonnen, weitere Nachforschungen zu tätigen.
Stell Dir vor, mein Freund: Ich habe weitere Schriften zu einer anderen, düsteren Welt, welche neben unserer Welt existiert, gefunden.
Anscheinend trägt diese andere Welt den Namen: «Nra’klhra» und wird vom Schattenvolk bevölkert, wie wir Menschen die Erde bevölkern.
Und auch etwas gegen die Albträume habe ich gefunden. Ein Glas schottischen Whiskys vor dem Schlafen wirkt Wunder, sag ich dir!
Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Besuch abstattest, wenn du zurück von deiner Reise nach Afrika kommst.
Mit freundlichen Grüßen
Dein Freund Alfred
Brief von Alfred S. Williams an Johann R. Godfrey
6. Mai 1897
Mein geschätzter Freund Johann!
Anscheinend war ich leider nicht zuhause, als Du mich besuchen wolltest.
Ich möchte mich bei Dir bedanken, daß Du die kleine hölzerne Kiste mit dem Brief und dem Amulett darin vor meiner Haustüre hinterlassen hast.
Interessant finde ich das eingravierte Symbol auf dem Amulett.
Irgendwo habe ich dieses Symbol bereits schon einmal gesehen…
Vielen Dank
Dein Freund Alfred
Tagebuch Eintrag von Johann R. Godfrey
15. Juni 1897
Liebes Tagebuch!
Als ich heute von meiner Afrikareise zurückkam, erwartete mich ein Brief von meinem guten Freund Alfred. Darin stand, daß er ein Amulett von mir erhielt, was nicht möglich ist. Ich werde ihn in den nächsten Tagen einmal besuchen.
Brief von Richard Longchester an Alfred S. Williams
18. Juni 1897
Sehr geehrter Herr Williams,
ich erwarte immer noch eine Ihrer Kurzgeschichten, welche Sie versprochen haben, bis Juni abzugeben.
Die Geschichte «Die verdrehte Welt», von der Sie beim letzten Treffen gesprochen haben, würde sicher gut bei unseren Lesern ankommen, aber stattdessen haben Sie eine andere Kurzgeschichte abgegeben.
Verstehen Sie mich nicht falsch, Ihre abgegebene Geschichte ist zwar gut, aber passt vollkommen nicht zu der Sammlung von kurzen Horrorgeschichten, die wir bis November veröffentlichen möchten.
Sie können Ihre Kurzgeschichte bis August abgeben, oder wir veröffentlichen das Buch ohne eine Geschichte von Ihnen.
Mit freundlichen Grüßen
Richard Longchester
Phoenix Press Publications
Tagebuch Eintrag von Johann R. Godfrey
19. Juni 1897
Liebes Tagebuch!
Heute besuchte ich meinen Freund Alfred. Ich mache mir langsam Sorgen um ihn.
Alfred hatte tiefschwarze Augenringe und sah sehr bleich aus, als hätte er seit Tagen keinen Schlaf gefunden.
Er zeigte mir das, was er dachte, ich hätte es ihm vor die Türe gestellt. Er war immer schon ein wenig seltsam, aber das, was er mir heute zeigte, hat alles übertroffen.
Er zeigte mir das «Amulett», welches sich als ein Stein herausstellte, und ein leeres Blatt Papier, auf dem er angeblich etwas lesen kann.
Vielleicht braucht er einfach ein wenig Schlaf.
Ich hoffe, sein Geisteszustand verbessert sich.
Notiz von Alfred S. Williams
19. Juni 1897
Johann kam, jedenfalls schien es so. Er sagte, das Amulett
sei nur ein gewöhnlicher Stein und auf dem Brief sei kein einziges Wort geschrieben.
Ich denke, … Nein! Ich bin überzeugt davon, daß das, was mich heute besuchte, nicht Johann war, sondern ein Wesen des Schattenvolkes, das sich als Johann ausgegeben hat.
Ich habe genug gelesen über die verzerrte Welt, welche
solche Körperwandler beheimatet.
Ich weiß nun, woher ich das Symbol auf dem Amulett kenne. Dieses Symbol kommt mehrfach in den Schriften zur verdrehten Welt auf.
Brief von Alfred S. Williams an Robert Mitchell
21. Juni 1897
Mein geschätzter Freund Robert!
Ich stelle zurzeit Nachforschungen über eine Welt an, welche neben unserer Welt existiert.
Da du in einem Archiv arbeitest, dachte ich mir, du könntest mir bei meinen Nachforschungen helfen.
Mit freundlichen Grüßen
Dein Freund Alfred
Notiz von Alfred S. Williams
27. Juli 1897
Robert hat mir einige Dokumente gesandt, welche für meine Nachforschungen nützlich sein könnten. Unter den Dokumenten war eine Abschrift eines Rituals. Dieses Ritual erzählt, wie man zur verdrehten Welt Nra’klhra gelangt.
Ich werde es in den nächsten Tagen ausprobieren.
Vielleicht sollte ich mir ein Tagebuch besorgen, anstelle meine Gedanken auf lose Papiere zu bündeln?
Notizen von Alfred S. Williams
4. August 1897
Es war ein Fehler, das Ritual auszuprobieren. Ich schreibe die genauen Details dazu nicht auf dieses Stück Papier.
Die Abschrift des Rituals habe ich in einem geheimen Raum meines Hauses versteckt.
Jedenfalls, nachdem ich mich am Arm schnitt, um Blut auf das Amulett tropfen zu lassen, schloß ich meine Augen und sagte die Formel auf.
Als ich meine Augen wieder öffnete, befand ich mich immer noch in meinem Haus. Und dennoch war es nicht mein Haus.
Die Portraits meiner Vorfahren an der Wand bluteten aus den Augen und bewegten sich. Meine Möbel waren überwuchert von schleimigen, rabenschwarzen Pflanzen. Türen verschwanden und andere erschienen zufällig.
Ich wollte zurück, doch dazu muß ich zuerst einen bestimmten Altar finden, damit die Formel funktioniert.
???
Ich weiß nicht, wie viel Zeit vergangen ist, seitdem ich in dieser von Gott verlassenen Welt bin. Ich wandere durch diese Welt, und es fühlt sich wie Äonen an. Ich habe weder Hunger noch Durst. Ununterbrochen laufe ich durch diese verzerrte Realität, auf der Suche nach dem Altar, um wieder in meine Welt zu gelangen.
Ich sehe in den nebligen Wäldern menschenähnliche Schatten, die mich mit ihren weißglühenden Augen beobachten.
Ich halte es kaum noch aus. Die Schrecken, die ich hier erlebe, kann man nicht in Worte fassen.
???
Werde verfolgt von Schattenwesen. Keine Zeit.
???
Ich konnte das Wesen abschütteln. In der Ferne sehe ich den Altar, zu dem ich muß.
???
Zh’ykrahl Ne Yoph’yat!
Zh’ykrahl Ne Yoph’yat!
Nhra’k Et Lô’yhra!
Nhra’k Et Lô’yhra!
Zh’ykrahl Ne Yoph’yat!
Zh’ykrahl Ne Yoph’yat!
Tagebuch Eintrag von Johann R. Godfrey
6. August 1897
Liebes Tagebuch!
Heute geschah etwas Schreckliches.
Da ich schon längere Zeit nichts mehr von Alfred gehört habe, beschloß ich, ihn zu besuchen.
Bei seinem Haus angekommen klopfte ich an die Haustüre und war verwundert, daß sie offen war, als ich nach einiger Zeit die Türklinke herunterdrückte.
Vorsichtig betrat ich das Haus. Im Wohnzimmer sah ich den Stein, welchen Alfred als Amulett bezeichnete. Er war verschmiert mit Blut, wie auch die Gemälde von Alfreds Vorfahren. Auf dem Boden lag ein Messer mit vertrocknetem Blut.
Es war ein furchtbarer Anblick.
Ich suchte im ganzen Haus nach Alfred und fand ihn dann in seinem Schreibzimmer. Um ihn verteilt lagen viele Notizen mit wirren Zeugs darauf.
Doch nicht nur das Papier hatte wirre Wörter, sondern auch Alfred sagte, ohne mich zu beachten, wirre Sätze und starrte in die Leere.
Ich ließ ihn in eine Nervenheilanstalt bringen.
Brief von Dr. V. Lynn an Johann R. Godfrey
8. September 1897
Sehr geehrter Herr Godfrey,
ich muß Ihnen leider mitteilen, daß Ihr guter Freund, Alfred S. Williams, sich heute Morgen das Leben genommen hat.
Wenn Sie es wünschen, schicken wir Ihnen die Notizen, welche Herr Williams in der Zeit, in der er in der Nervenheilanstalt war, verfaßt hatte.
Unser tiefstes Mitleid für den Verlust von Alfred S. Williams.
-Dr. V. Lynn
Nervenheilanstalt Cypress Creek
Tagebuch Eintrag von Johann R. Godfrey
26. August 1897
Liebes Tagebuch!
Heute erhielt ich Alfreds Notizen von der Nervenheilanstalt.
In dem Paket, in dem sich die Notizen von Alfred befanden, war ein Amulett drin, auf dem ein Symbol eingraviert ist, welches entfernt an einen Vogel erinnert.
Ich werde mir morgen die Notizen genauer anschauen.