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Dunkle Jahreszeiten: Staubsommer

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

„Golddurchflammte Ätherwogen,
Schwerer Äste grüne Bogen,
Süß verwob’ne Träumerei’n…
Sommer, deine warmen Farben,
Helle Blumen, gold’ne Garben
Leuchten mir ins Herz hinein…“

– Lisa Baumfeld

Der Sommer ist wohl die Jahreszeit, die die Meisten von uns
bevorzugen. Wir genießen die Wärme der Sonne auf unserer Haut, räkeln
uns an Seen und Stränden und treffen uns des Nachts zu Grillfesten oder
an Lagerfeuern wie um irgendeinem archaischen Feuergott zu huldigen. Es
ist eine Zeit in der viele dieser Erinnerungen geboren werden, von denen
wir uns auch dann noch erzählen, wenn der Sommer unseres Lebens längst
vorrüber ist. Mit einem Lächeln auf den Lippen und einem kleinen Rest
jener Wärme in den Augen, die wir in diesen Sommern in unserer Seele
eingeschlossen haben.

Der Staubsommer hingegen ist nicht der Stoff aus dem wärmende Nostalgie geschaffen wird.

Während im [http://de.creepypasta.wikia.com/wiki/Dunkle_Jahreszeiten:_Fäulnisfrühling Fäulnisfrühling] alles vor tödlichem Leben und ungesunder Feuchtigkeit überquillt, ist der Staubsommer vor allem eine Zeit quälender Trockenheit.

Es ist heiß – die Temperaturen erreichen leicht fünfzig, sechzig Grad
oder mehr – und auch wenn diese Hitze den Menschen zusetzt und so
manchen in den Tod treibt, ist sie nicht der eigentliche Grund dafür,
den Staubsommer zu fürchten. Schlimmer als die Sonne, die in dieser Zeit
jedwede Zurückhaltung aufgibt, ist der „Gelbe Staub“.

Denn vor allem er ist es, der jegliche Feuchtigkeit aus allen Dingen
zieht und sie an einen unbekannten Ort verbannt. Pfützen, Schwimmbäder,
Wassertanks, Flüsse, Seen, Wolken und sogar Meere trocknen aus. Tiere,
Pflanzen und Menschen werden zu vertrockneten und toten Hüllen, denn
auch ihr Lebensfunke entspringt dem Wasser. Dabei geschieht dies nicht
in jedem Fall mit derselben Geschwindigkeit. Während die Wasservorräte
des Planeten recht schnell verschwinden, dauert es bei Wasser, welches
in Lebewesen gebunden ist, länger. Vor allem bei Tieren und Menschen
kann sich die Austrocknung eine ganze Weile hinziehen. Und dieses
Zeitfenster bietet Optionen.

Denn während die Pflanzen keine Wahl haben, als letztlich zu
vertrocknen und zu vergehen, genießen Tiere und Menschen den
unschätzbaren Vorteil der Beweglichkeit. Sie können dort hingehen, wo es
noch Flüssigkeit gibt. Und für Gewöhnlich tun sie das auch. Es beginnt
mit einem Kampf um die letzten, schwindenden Wasserreserven. Bei den
Menschen mag hierbei – Aufgrund der Errungenschaften der Zivilisation –
zunächst noch ordentlich rationiert, verteilt und organisiert werden.
Aber sobald den ersten klar wird, dass das zugeteilte Wasser nicht mehr
für sie und ihre Familien reicht, wird es genauso sein wie bei den
Tieren: Ein gnadenloser Kampf um das kostbare Lebenselexier entbrennt
und fordert unzählige von Todesopfern.

Kugeln werden abgefeuert, Messer gezückt, Steine auf Köpfe
geschmettert um alle Konkurrenten um die letzten kostbaren Tropfen
auszuschalten. All dies wird noch befeuert von vertrocknenden Gehirnen,
die vom eingedickten Blut kaum noch mit Sauerstoff versorgt werden und
die ihren nahenden Tod durch die wildesten Wahnvorstellungen zu
verschleiern suchen. Irgendwann während dieses wilden Blutbads –
spätestens wenn das Wasser endgültig von der Erde verschwunden ist –
werden die ersten feststellen, dass Wasser nicht die einzige
Flüssigkeitsquelle darstellt. Auch aus den Körpern, die wie geplatzte
Orangen rund um die ausgestrockneten Wasserstellen liegen, sickert
köstliches, rotes Nass. Spröde, raue und gierige Lippen werden sich dann
an offene Wunden setzen oder neue Öffnungen schaffen, um dort ausgiebig
zu trinken. Und wenn die gefallenen Früchte allesamt leergetrunken
sind, werden neue geerntet werden.

Einige Wohlhabende mögen in diesen modernen Zeiten versuchen ihre
Wasserreserven mit Filtern und Lüftungssystemen vor dem Gelben Staub zu
schützen. Eine Möglichkeit, die den Altvorderen nicht zur Verfügung
stand und die sogar einigermaßen funktioniert. Zumindest eine zeitlang,
wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind.

Erstens sollten sie möglichst viele Pflanzensamen, sowie trockene
Lebensmittel wie Mehl, Nudeln, Reis, Eiweisspulver, Trockenobst und
Dergleichen in ihren Vorratskammern lagern. Jedes Korn und jeder Samen
kann nach dem Ende des Staubsommers über Leben und Tod entscheiden.

Zweitens sollte die Elektronik und Mechanik sehr widerstandsfähig
sein. Denn der Gelbe Staub kann leicht Platinen verschmoren,
Maschinen verstopfen und so jede Schutzmaßnahme ad absurdum führen.

Drittens sollte es in diesen Refugien keine schwangeren Frauen geben.
Denn aus jedem Kind, das in dieser Zeit geboren wird, wird ein so
genanntes „Dürrebalg“. Ein vertrocknetes, hässliches, aber lebensfähiges
Monstrum mit dürren Gliedern und sandpapierartiger, rauer Haut, das
seiner Mutter im Moment der Geburt sämtliche Flüssigkeit entzieht und
welches den Gelben Staub ausatmet wie eine Pestilenz.

Dass diese Kinder auch außerhalb der Refugien geboren werden, bringt
uns unmittelbar zur vierten Überlebensregel: Jedes Refugium muss über
sehr dicke Mauern und gut durchdachte Verteidigungsanlagen verfügen.
Denn anders als der Gelbe Staub selbst, sind Dürrebälger intelligent und
unglaublich stark, wodurch es ihnen ein leichtes ist auch massive
Hindernisse zu zerstören. Neben den Dürrebälgern gilt es natürlich auch
verzweifelte, verdurstende Menschen und Tiere fernzuhalten und den
seltenen aber fatalen Gelben Staubstürmen zu widerstehen. Den
schrecklichen Momenten, wenn der Gelbe Staub nicht träge und sanft über
das Land hinwegschwebt, sondern mit gewaltiger Macht jedem ungeschützten
Menschen das verdorrte Fleisch von den spröden Knochen schält und auch
schlecht geschützte Rückzugsorte bis auf die Grundmauern schleift.

Jene, die diese Regeln befolgt haben, gehören zu den
wahrscheinlichsten Überlebenden, wenn der Staubsommer endet. Doch auch,
wenn die Temperaturen plötzlich fallen und von der lang erhofften
Erlösung kunden, sollten sie ihre Festungen nicht zu früh verlassen.
Denn alle Flüssigkeit, die der Gelbe Staub in sich aufgenommen hat, wird
am Ende des Staubsommers mit einem Mal der Erde zurückgegeben, was zu
gewaltigen Flutwellen und erneuten Verheerungen führt. Danach – und
wirklich erst danach – können sich die Überlebenden wieder ins Freie
begeben und sehen, was sich mit der versehrten Erde noch anfangen lässt.
Als Nächstes gilt es euch vor den Gefahren des zu
warnen. Verpasst diese Warnungen nicht. Euer Leben könnte davon
abhängen.

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