KreaturenMittel

Es lebt

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

An sich wurde ich ja gewarnt…

Als ich „es“ aus dem Supermarkt mit nach Hause genommen hatte, sah es noch völlig ungefährlich aus. Ich glaube, es hätte vermutlich nie jemand gedacht, dass es je ein Eigenleben entwickeln kann. Aber dann habe ich es lange Zeit vernachlässigt und ehe ich es mir versah, hatte die Warnung sich bewahrheitet.

Ich hocke hinter dem Küchentisch. Bewaffnet mit einer Schöpfkelle und mit dem Mülleimerdeckel als Schild. Nur die Schranktür neben dem Ofen trennt mich von der Gefahr.

Es hatte alles so harmlos angefangen – ich war spazieren gegangen, hatte mir einen Eimer Joghurt gekauft, war nach Hause geschlendert und hatte davon probiert. Irgendwie traf der Joghurt nicht so ganz meinen Geschmack, vielleicht war ein ganzer Liter auch einfach zu viel, ich weiß es gar nicht mehr, es liegt ja auch zwei Jahre zurück.

Nachdem der Eimer ein paar Tage im warmen Zimmer stand, stellte ich ihn in den Kühlschrank zurück, wo er ein paar Wochen stehen blieb. Ich wollte ihn ja wirklich noch leer machen, ich hatte schließlich Geld dafür bezahlt. Dann aber, ich glaube in der vierten Woche oder so, bekam ich jedes Mal, wenn ich ihn sah, meine Zweifel ob er nicht abgelaufen sein könnte und kaufte mir lieber ein paar neue Joghurtbecher. Ihr wisst schon, die Kleineren.

Irgendwann habe ich dann eine Party gehabt und musste Nudelsalat und Bier lagern, also stellte ich alles, was zu viel Platz wegnahm, aus meinem Kühlschrank raus. Ich habe auch alles wieder hineingepackt, nur den Joghurt … den hab ich neben die vollen Mülleimer gestellt.

Zwei Wochen später kam dann meine neue Freundin zu Besuch und wie man das als Mann eben so macht, ich hatte keine Lust zum Aufräumen, kurz bevor sie kam, habe ich einfach alle Dreckecken freigeräumt und den Unrat unter die Spüle gestellt. Das war das letzte Mal, dass ich den Joghurteimer sah.

Ja, wie zuvor erwähnt, zwei Jahre ist das her.

Vermutlich hätte sich mein Nachmieter mit „ihm“ befassen müssen, hätte ich nicht eines Nachts gehört wie es … nunja… redete. Ich wollte mir ’nen Hotdog machen, das ganze Haus war still und da kam auf einmal dieses Flüstern aus dem Abflussrohr. Ich dachte erst, dass das Ratten sind! Ich hab den Kühlschrank zugemacht, meine Plastikschale mit Currywurst auf den Tisch gepackt und meinen Kopf in die Spüle gehängt. Dieses „Blubbern“ war wirklich ekelhaft! Ich wollte dann das Rohr ankucken, aber als ich die Tür der Spüle öffnete, sah ich ein schwaches, grünlich-pulsierendes Leuchten und hörte, wie etwas in einer wie zähes Blubbern klingenden Sprache mit sich selbst redete. Und als ich über die ganzen alten Reinigungsflaschen und den unbenutzten Putzeimer schaute, sah ich den pelzigen, grüngrauen Schimmelball aus seinem Eimer heraus und wieder hineinklettern und dabei vor sich hin wispern.

Ich rannte sofort in mein Zimmer zurück und schrieb den erstbesten meiner Freunde an der noch online war. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass er mich erst mal auslachte und mich fragte, ob ich letzte Nacht gekifft hatte. Da es nix brachte, habe ich mich irgendwann ins Bett gelegt. Zwar hungrig, aber ich wollte auf keinen Fall zurück in meine Küche gehen. Nicht, solange dieses DING dort war.

Am nächsten Morgen, ich wollte gerade Kaffee kochen, fiel mir das Erlebte ein, als ich gerade die Klinke in der Hand hatte. Eine Flut von Panik überrollte mich und nur widerwillig und am ganzen Körper zitternd, drückte ich meine Küchentüre auf.

Dort war… nichts. Man hätte es als Albtraum abstempeln können, hätte nicht eine Packung Currywurst auf dem Tisch gelegen. Ich spähte im Minutentakt auf die Schranktür unter der Spüle, während ich das Kaffeepulver in den Filter löffelte. Als es dann ans Wasser holen ging, schlich ich mich behutsam wie ein Ninja auf Zehenspitzen an die Spüle an. Jederzeit damit rechnend, dass es die Tür aufstoßen und mir ins Bein beißen würde. Nichts geschah.

Ich lauschte noch einmal mit meinem Ohr am Abfluss, aber auch das Flüstern hörte ich nicht. Vielleicht sollte ich die Tür öffnen und einfach nachsehen? … Da ich ein Feigling war, ließ ich die Finger von der Tür und machte mir Kaffee. Auch die nächsten Stunden tat sich nichts, aber ich konnte auch nicht genug Mut finden und in den Schrank sehen. Irgendwann dämmerte es dann und ich holte mir noch einen Abendsnack, da hörte ich das Blubbern erneut. Es war lauter als vorher. In Panik rannte ich aus der Küche raus und schloss mich im Bad ein. Es dauerte eine halbe Stunde, bis ich mich wieder heraustraute, in die Küche spähte, dabei das Flüstern hörte und einen dünnen Spalt grünes Licht unter der Schranktür sah.

Daraufhin schnappte ich mir je eine Rolle Paketklebeband und Panzertape und verklebte in Höchstgeschwindigkeit die Schranktüren.

Ich war ein Narr, einfach zu glauben, dass ich dadurch sicher bin! Mit jedem Tag ist das Wispern, Flüstern und Blubbern lauter geworden, mittlerweile höre ich es auch tagsüber! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es die Tür finden und die lächerliche Barrikade aus Klebeband zerstören wird. Ich werde ihm nicht die Chance geben, mich im Schlaf zu erwischen! Heute Nacht komme ich ihm zuvor!

Wie ich so da sitze, mit dem Deckel in der Hand und der schweren Schöpfkelle, kommt mir meine Mutter in den Sinn. „Junge räum, den Abwasch weg – wenn der Schimmel dort so weiter wächst, dann wird der noch lebendig!“ – Sie hatte einfach so recht gehabt! Zittrig legen sich meine Finger um den Schranktürgriff, während das blubbernde Murmeln meines Schimmelmonsters mir in den Ohren rauscht. Meine Muskeln betätigen mit einem Ruck die Tür, aber das Tape ist viel zu stark, als dass ich es so einfach abreiße.

Hinter der Tür verstummt das Murmeln….

Mein ganzer Körper wird auf einmal eiskalt als ich dem Nichts lausche. Draußen irgendwo zwitschert ein Vogel vor sich hin, mein klammernder Griff öffnet sich etwas, da höre ich das leise Blubbern meines Schrankmonsters. Es klingt fragend, neugierig. Mit Grauen höre ich, wie es sich zwischen Eimer und Flaschen hindurch auf die Schranktür zubewegt. Ich weiß, dass es kein Zurück mehr gibt. Mit hasserfülltem Blick löse ich langsam das Klebeband, Zentimeter für Zentimeter gibt der Kleber nach und lässt die Tür und mich vollkommen ungeschützt zurück.

Ahnend, dass dies mein Tod sein wird, starre ich die ungeschützte Schranktür an. Dann öffne ich sie, schreiend und mit einem Ruck, die Kelle hoch empor gereckt, doch ich habe nicht den Hauch einer Gelegenheit um zuzuschlagen, denn ein großer, grünlich grauer Ball aus Schimmelpelz springt auf mich zu und ich pralle auf dem harten Fliesenboden auf.

Mein Herz wagt kaum, wieder zu schlagen.

Um mich ist es schwarz, meine Augen sind vor Schrecken zugekniffen, ich erwarte jederzeit, dass es mir in die Kehle beißen wird oder mir mit scharfen Klauen Brust und Herz zerfetzt. Nichts davon geschieht.

Ich höre schnaufendes Atmen. Erst mein Eigenes, dann ein Weiteres. Als ich die Augen öffne, sehe ich ein unförmiges, modrig riechendes Ding auf meiner Brust sitzen. Ich habe keine Ahnung, ob es Beine oder Zähne hat, aber ich zähle grob ein Dutzend Augen, die mich anstarren.

Eine Weile herrscht Schweigen. Dann öffnet es seinen breiten Mund und flüstert grinsend:

„Papa …“

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