
Experiment 1.0.9
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Ich saß in einem Raum, Wände, die in einem fast schon erdrückendem weiß gestrichen waren um mich herum. 5X5 Meter schätzte ich mein weißes Gefängnis. Größer nicht. Ich wusste nicht, wer ich war oder was ich hier tat. Jeden Tag dieselbe Routine. Sie kamen in meine Zelle. Sie, dass waren 3 Gestalten in Weiß mit leicht gelblichen Gasmasken, die das grelle Licht der fahlen Lampen über mir reflektieren , sodass ich ihre Gesichter nicht erkennen konnte. Sie nahmen mich mit. Ich verstand nicht, wieso sie diese Tests an mir durchführten. Ich war für sie nur ein Experiment, dass sie ausnutzten. 1.0.9 nannten sie mich. Die Gestalten nahmen mir Blut ab oder spritzten mir irgendwelche Stoffe ,wodurch ich auf einem Auge erblindete. Danach brachten sie mich wieder in meine Zelle, wo ich die meiste Zeit des Tages regungslos verharrte. Manchmal konnte man in der Nacht Geräusche hören, die wie ein Wimmern und verzweifeltes Kratzen an einer Metalltür klangen. Ob sie noch andere Experimente meiner Art hatten?
Bei einigen Experimenten, die sie an mir durchführten, bekam ich einen Spiegel zu Gesicht. BraunSchwarze, struppige Haare, blaue Augen von dem eins trüb und milchig war und ein ovales Gesicht.Klingt menschlich, aber IST nicht menschlich. Ich hatte den Körper eines ganz normalen 6 bis 7 Jahre alten Jungen, doch irgendwas sagte mir,dass ich nicht so war wie sie, die Gestalten, die mich benutzten oder die, die es da draußen geben musste, hinter den dicken Mauern, die mich von der Außenwelt trennten. Ich war anders. Nur ich wusste nicht WAS ich war.
In mir wuchs etwas, der Drang, die Welt außerhalb zu entdecken und -wenn es nötig ist- alles Leben aus dem Weg zu räumen, was mich daran hindern sollte…
Ich rannte den Gang entlang. Das grelle Licht der Lampen über mir brannten mir im Auge, es war nahezu unerträglich, sodass ich mich erst an das Licht gewöhnen musste.
Alles, was ich in diesem Moment konnte, war rennen. Immer weiter den Gang entlang. Alles war weiß. Ich rannte an dicken Metalltüren vorbei, immer weiter. Hinter mir hörte ich das aufgeregte Stimmengewirr der Personen unter den Gasmasken. Sie rannten mir hinterher und schrien mich an, ich solle stehenbleiben. Ich konnte nicht. Meine Gedanken rasten. Ich… Ich hatte sie ausgetrickst. Sie wollten wieder an mir experimentieren, doch diesmal hatten sie mich nicht im Griff. Ich hatte den Moment genutzt, als sie die schwere Metalltür quietschend aufschwangen um mich zu holen. Ich konnte nicht anders, ich musste einfach rennen. Solange hatte ich auf diesen Tag gewartet.
Mir ging langsam die Puste aus. Plötzlich teilte sich der Gang in zwei Wege auf. Ich wählte instinktiv den Rechten. Dort war es nicht so hell. Am Ende des Ganges erwartete mich nur eine weitere Metalltür. Ich hörte die Stimmen immer dichter hinter mir. Sie hatten aufgeholt, also mobilisierte ich meine letzten Kräfte und schmiss mich gegen die Tür, die erstaunlich leicht aufschwang. Ich fiel auf den staubigen Boden und hörte die Tür hinter mir zuknallen.
Der Knall verhallte im leeren Korridor und eine unangenehme Stille umhüllte mich wie eine Schwarze Decke. Es war vollkommen dunkel. Das einzige Licht drang unter dem winzigem Spalt der Tür hervor und wurde sofort von der Schwärze die mich umgab, verschluckt. Benommen setzte ich mich auf und versuchte meine Gedanken zu ordnen.Ich stellte mich hin und tastete langsam die Wand nach einem Lichtschalter ab. Die alte Lampe direkt über mir surrte leise, als ich den Schalter betätigt hatte. Dieser Raum sah wie eine Art Abstellkammer aus in der überall alte Kisten herumstanden und Türme bildeten. Eine Sackgasse. Schnell griff ich mir einen herumliegenden Schraubenzieher und versteckte mich auf einem der Türme, der stark genug war um mein Gewicht zu tragen, und wartete ab.
Ich hörte die schwerfälligen Schritte den Korridor entlang stampfen. Immer lauter bis sie direkt vor der Tür halt machten. Es war kurz ruhig, sodass ich meinen eigenen, zitternden Atem hören konnte. Dann wurde die Tür aufgerissen und ein einziger Mann ohne Gasmaske stapfte hinein. Ich duckte mich hinter die Kisten und verschaffte mir lautlos einen kleinen Spalt dazwischen.
Leise lies ich den Atem zwischen meinen Lippen hervorstreichen und beobachtete in meinem Versteck den Mann, der immer noch regungslos in der Mitte des Raumes stand und jede Kiste des Raumes aufmerksam mit seinen Augen abtastete. Das genügte mir an Information für den Moment. Ich lehnte mich zurück, sodass mich die Kisten wieder vollständig verbargen und suchte fieberhaft nach einem Ausweg…
„Komm raus. Ich weiß, dass du hier bist!“
Dieser Satz ließ mich aus meinen tiefen Gedankengängen aufschrecken. Langsam blickte ich durch den Spalt zwischen den Kisten, nur um zu sehen, dass der Mann entnervt einzelne Karton aus den Türmen riss. Ich hatte nicht mehr viel Zeit. Er würde mich finden, wenn ich jetzt hier still verharren würde. Einfach zur Tür raus rennen? -Zu gefährlich. Er würde mich am Ende doch kriegen. Ich umklammerte den Schraubenzieher fester, den ich immer noch in meiner schweißnassen Hand hielt. Ich hatte noch nie zuvor gemordet oder jemanden verletzt, doch ich musste es jetzt tun. Langsam rutschte ich zum Ende des Kistenturms und lugte über die Kante. Ich wartete still und wagte es kaum zu atmen. Jetzt stand er genau unter mir. Ich hörte mein Herz gegen meine Rippen trommeln und das Blut in meinen Ohren rauschen. Ich starrte nach unten und sah, dass er sich gerade in meine Richtung drehte. Dann ging alles ganz schnell:
Ich sprang auf ihn und bemerkte noch während des Sprungs, dass ich zu lange gezögert hatte. Er hatte mich bemerkt und ich sah, dass seine Augen wütend aufblitzten. Ich landete etwas ungeschickt und klammerte mich mit meinem Beinen an seinem Hals fest und rammte ihm mit all meiner übrigen Kraft und unbändigem Hass den Schraubenzieher ins Auge. Ein schmerzerfüllter Schrei drang aus seiner Kehle. Ich knallte ziemlich unsanft auf die dreckigen Fliesen und sah aus den Augenwinkeln meinen Gegner zu Boden gehen.
Schnell rappelte ich mich auf und rannte den Weg wieder zurück um den linken Weg einzuschlagen. Hoffentlich hatte niemand den Schrei bemerkt, aber das war fast unmöglich, da ich noch nie einen der Sicherheitsleute ohne Gruppe gesehen habe. Sie sind immer in Gruppen gegangen. Also wurde mir schlagartig bewusst, dass ich auf den scheinbar verlassen wirkenden Korridoren nicht alleine war.Verzweifelt rannte ich weiter und versuchte gegen die Panik anzukämpfen, die in mir aufstieg. Ich fühlte mich nicht in der Lage mich gegen weitere Sicherheitsleute durchzusetzen. Doch ich wollte keinesfalls wieder zurück in meine Zelle gebracht werden, doch insgeheim wusste ich, dass wenn ich mich jetzt erwischen ließe, mein Todesurteil unterschreiben würde.
Um Energie zu sparen hörte ich auf zu rennen und lief mit weichen Knien immer weiter den endlos wirkenden Korridor entlang. Keine Stimmen. Nichts. Meine Hände waren verklebt vom Blut des Mannes. Ich machte vor einer Tür Halt, die nur angelehnt war. Vorsichtig drückte ich diese auf und sah zum ersten Mal die Außenwelt durch das verschmutzte, kleine Fenster des Raumes. Gleichzeitig hörte ich murmelnde Stimmen von dem Raum direkt rechts von mir. Mittagspause vermutete ich. Langsam gingen meine Füße wie von selbst zum Fenster und ich wollte nichts sehnlicher, als endlich hier raus zu kommen. Behutsam drückte ich die Klinke vom Fenster um und riss es auf.Ein kalter Windstoß fuhr durch meine Haare. Genau in dem Moment öffnete sich die Tür rechts von mir und einer der Sicherheitsleute kam mit einem Teller aus der Kantine. Der Teller zersprang auf dem Boden. Wir starrten uns einen Moment lang an, dann sprang ich aus dem Fenster auf die klitschnasse Wiese und fing an aus Leibeskräften um mein Leben zu rennen. Hinter mir hörte ich das Geschrei der aufgebrachten Menschen, die mich all die Jahre nur benutzt hatten. Aber jetzt war ich frei.
Der Regen prasselte auf meine Haut und mein Körper war wie elektrisiert. Schnell versteckte ich mich in einer größeren Felsnische und wartete…
Jetzt höre ich sie, sie kommen um mich zu suchen, doch… sie werden mich nicht finden. Ich werde mich an jeden einzelnen von ihnen rächen und sie genau so behandeln, wie sie mich einst. Jetzt sitze ich hier, genieße den Regen und warte auf sie…. Und ich schwöre, dass ich keinen von ihnen verschonen werde!
Hey, das war das erste Mal, dass ich mich an einer CP versucht habe. Über Verbesserungsvorschläge würde ich mich freuen ^^
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