
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Ein Schrei… Er war aufgewacht, nun würde alles besser werden müssen.
Er atmete noch sehr schwer, aber niemand im Haus schien ihn gehört zu
haben, denn er vernahm keine Schritte im doch so stark hallenden Treppenraum.
Langsam beruhigte er sich also, sagte sich wieder und wieder, dass
nun alles gut sei. Niemand kann ihm in der Realität etwas anhaben,
absolut niemand. Dies war sein Territorium.
Er
ließ sich in sein Bett fallen und atmete tief durch, als er glaubte,
ein leises Klackern zu hören. Sofort riss er die Augen wieder weit auf.
Jeder Muskel seines Körpers schien sich anzuspannen, schien das
Gefängnis seiner Haut verlassen zu wollen, ihn zerreißen zu wollen. Es
begann zu schmerzen, er müsse sich fühlen, wie ein Ballon, der gerade
aufgeblasen wird, dachte er. Mittlerweile konnte er nicht einmal mehr
die kleinste Bewegung vollziehen. Da trat ein Mann ein. Er öffnete nicht
die Tür, er ging einfach hindurch, so schien es. Gekleidet war er in
eine schwarze Kapuzenrobe, die seinen gesamten Körper sowie sein nach
unten blickendes Gesicht verdeckte. Als er langsam, ganz langsam den
Kopf und die Arme hob, konnte der Junge ihn vom Bett aus noch immer
nicht erkennen, und wenn er es gekonnt hätte, hätte er sich gewünscht,
es nicht zu können. Eine solche Gestalt will man einfach nicht sehen.
Aber um dergleichen musste sich der Junge sowieso keine Gedanken mehr
machen, wie es schien. Seine Augen begannen, heftig zu schmerzen und
langsam bliesen sie sich etwas auf, wie der Rest seines Körpers.
Mittlerweile quollen vereinzelt Muskeln aus seiner reißenden Haut. Der
Mann, der mittlerweile ein zahnloses, dunkles Lächeln aufgesetzt hatte,
sah den Jungen mit seinen kalten, roten Augen an und gab ihm einen
heftigen Stoß in die Magengegend. Der Junge schrie so laut er konnte.
Er
wachte auf dem Sofa wieder auf. Sein Vater – von seinem Schrei
alarmiert – rannte sofort zu ihm und fragte, was los sei. „Schlecht
geträumt…“, erwiderte der schweißgebadete Junge kurz angebunden. Sein Vater warf ihm
einen mitleidigen Blick zu und ging in die Küche, um etwas Wasser zu
holen. Irgendetwas war falsch mit ihm, aber der Junge wusste beim besten
Willen nicht, was. Der Vater kam zurück und gab seinem Sohn den
undurchsichtigen Becher. Dieser setzte ihn an die Lippen und wollte
einen großen Schluck trinken, als er den geradezu hysterisch wirkenden
Blick seines manisch grinsenden Vaters bemerkte. Er blickte in den
Becher und sah eine blutrote, dickflüssige Substanz, in der sich einige
Maden tummelten. Erschrocken warf er den Becher sofort weg, doch nun
näherte sich sein noch immer grinsender Vater. Jetzt fiel dem Jungen
endlich das grüne Glimmen um seines Vaters Körper herum auf. Alle
Gesichtszüge entgleisten ihm und sein Vater begann ein ohrenbetäubendes,
schrilles Gelächter. Er wand sich vor Lachen, warf den Kopf zurück und
sein Körper sank zusammen, als wäre er nur eine leere Hülle gewesen. Was
übrig blieb, schien ein Geist zu sein. Ein Geist mit einer schwarzen
Kapuzenrobe und roten Augen. Er hob die Hände in Richtung des Jungen,
doch dieser nahm die Beine in die Hand und rannte, rannte um sein Leben.
Er öffnete die Haustür und sah sich dem Geist gegenüber. Dieser schlang
seine Arme um ihn und dem Jungen war, als würde er ersticken. Ein
letzter verzweifelter Schrei…
Dann wachte er auf. Alles sei gut,
sagte er sich. Sein drittes Aufwachen war bisher immer das Richtige und
Wahrhaftige gewesen. Er atmete tief durch und versuchte, sich zu
beruhigen, dann fiel ihm auf, dass es extrem dunkel war. Es schien ihm
keine gewöhnliche Dunkelheit zu sein, eher eine allumfassende Schwärze,
die nichts, aber auch gar nichts hindurchlassen würde. Konnte es sein,
dass… Nein! Er begann zu kreischen. Er rief Flüche und Verwünschungen
gegen alles und jeden. Gegen seine Eltern, seine Geschwister, seine
Schulkameraden, seine Lehrer, seinen Therapeuten, gegen den Mann in der
schwarzen Kapuzenrobe und gegen sich selbst. Doch es half alles nichts.
Niemand hörte ihn, es hätte ihn auch niemand gehört, wenn jemand da
gewesen wäre. „Zur Hölle mit euch allen!“, schrie er in einer zittrigen,
hohen Stimme. Da bekam er zum ersten Mal eine Antwort, falls man dieses
verkrüppelte Gurgeln so nennen wollte. Eine Stimme, die unweigerlich zu
einem Gesicht mit roten Augen in einer schwarzen Kapuzenrobe gehören
musste, flüsterte: „Du bist bereits in der Hölle. Und niemand wird dir
hierher folgen können.“
Dann verflog die Dunkelheit und es wurde
unerträglich hell. Der Junge kniff die Augen zusammen, sein Körper
schien Feuer zu fangen. Eine Flamme, die heißer brannte als das
Fegefeuer und die früher einmal ein kleiner Junge war, nahm alles Licht
in sich auf, erhitzte sich weiter und weiter und konnte nicht mehr
weiter existieren, als ein Mann in einer schwarzen Kapuzenrobe sie berührte.
Das Feuer barst in alle Richtungen, es blieb nichts übrig außer einem
von unerträglichem Schmerz berichtenden Schrei.
Ein Schrei, mit
dem irgendwo auf der Welt ein kleiner Junge aufwachte. Er bot einen
lächerlichen Anblick, wie er da auf seinem Schulhof lag und
schrie… Kein Lehrer kam ihm zur Hilfe. Ein Blitz fuhr vom roten Himmel
in seine Richtung, doch er war Heißeres gewöhnt. Nur der Donner jagte
ihm Angst ein. Dann hörte er Schüsse und eine Gruppe Menschen kam auf
ihn zu. Sie zielten über seinen Kopf hinweg, auf die andere Seite des
Schulhofes, wo langsam eine dunkle Gestalt entlanglief. Weitere Blitze,
weiteres Donnergrollen. Der Mann, der eine schwarze Kapuzenrobe trug,
ließ sich von den ihn durchbohrenden Kugeln nicht beirren und führte
seinen Weg zu dem noch immer am Boden liegenden Jungen fort. Die Gruppe,
die sich eben erst genähert hatte, versuchte nun, ihm aufzuhelfen, doch
es war ein vergebliches Unterfangen. Dann stellten sie sich dem Mann
entgegen und bald schon waren sie nichts mehr als eine Reihe verzweifelter
Schreie. Der Junge raufte sich die Haare, gebot den Stimmen in seinem
Kopf, sie mögen ihn in Ruhe lassen, anstatt ihn derart zu quälen. Eine
leise, aber sehr starke Stimme hauchte einige Worte in den Wind. Als der
Junge sie vernahm, erstarrte er. Erst konnte er sich nicht mehr rühren,
war sich nicht sicher, ob die Stimme real war oder zu denen in seinem
Kopf gehörte, dann schrie er so laut er konnte. Die Worte waren „Für
immer“…