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Kein Teil von mir

Es sollte nicht leben

WARNUNG: DER FOLGENDE TEXT GILT ALS NSFW
(not safe for work = nicht sicher im Umgang / nicht sicher für die Arbeit)
Geschichten mit diesem Hinweis enthalten extreme Gewaltdarstellungen und/oder sexuelle Themen, die auf empfindsame Gemüter verstörend wirken können.Wenn du emotional instabil oder noch nicht volljährig bist, dann such dir lieber eine andere Geschichte aus.Weiterlesen geschieht auf eigene Gefahr – Wir haben dich gewarnt!

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Es begann alles vor zwei Monaten. Wie man es erwarten würde, kam zunächst die morgendliche Übelkeit. Am Anfang dachte ich mir noch nichts dabei, da es ja die unterschiedlichsten Ursachen hätte haben können. Ich ernährte mich täglich von Junk Food und Fertiggerichten, wie es während des Studiums bei vielen üblich war. Doch auch abseits meiner Ernährung legte ich nicht allzu viel Wert auf meine Gesundheit. Ich verlor mich des Öfteren in dem ein oder anderem Glas und auch meine Lunge wurde von so manchem Kraut geräuchert.

Es dauerte etwa zwei Wochen, bis ich die Übelkeit nicht mehr hinnehmen wollte und schließlich Google zu Rate zog. Wie man es aus so manchem schlechten Scherz kannte, diagnostizierte mir die Suchmaschine zunächst alle möglichen Formen von Krebs und Tumoren. Die exotischsten Parasiten standen gleich als nächstes auf der Liste, sodass ich mich fast schon wunderte, wie ich überhaupt noch leben konnte. Doch nach einiger Zeit spuckten mir die Suchergebnisse doch eine Ursache für meine Beschwerden aus, welche mich stutzig machte. Ich las mir die zugehörigen Symptome durch und konnte einen Punkt nach dem anderen im Geiste mit einem Haken versehen. Übelkeit stand am Anfang der Liste und war natürlich der eigentliche Auslöser meiner Recherche. Es folgte Müdigkeit, welche ich durchaus zu genüge verspürte. Mir war auch des Öfteren schwindelig und den Gang zur Toilette musste ich deutlich regelmäßiger Antreten als ich es eigentlich gewohnt war. Trotz meines häufigen Erbrechens hatte ich auch einen gesteigerten Heißhunger auf so manchen Snack, vor allem die extrem salzigen. Es passte alles durchaus zusammen. Doch… war es denn möglich? Konnte ich tatsächlich schwanger sein? Nein, es machte keinen Sinn. Ich bin mein ganzes Leben felsenfest davon überzeugt gewesen, dass ich nicht schwanger werden könnte. Wie denn auch? Es war anatomisch unmöglich. Selbst wenn eine hypothetische Möglichkeit bestehen würde, so hätte ich dafür zunächst einmal Sex haben müssen. Und diesen Punkt konnte ich mit Überzeugung verneinen, denn ich war nicht gerade eine heißbegehrte Schönheit. Vor allem mein Bauchumfang, der seit geraumer Zeit besorgniserregend zunahm, ließ die wenigsten potentiellen Sexualpartner an einen gemeinsamen Liebesakt denken. Das wurde mir zu genüge bestätigt.

Ich schüttelte den Kopf darüber, eine derart abwegige Idee überhaupt in Betracht gezogen zu haben, und schloss den Browser. Ich erhob mich von meinem Schreibtisch und ging zum Fenster meiner Wohnung, welches ich öffnete und mir eine Zigarette in den Mund steckte. ‘Wie gut, dass ich nicht schwanger bin.’ dachte ich mir mit einem leichten Schmunzeln, während ich die Zigarette anzündete.

In unserer verrückten Welt geschahen so oft Wunder. Von Ärzten mit Überzeugung aufgestellte Diagnosen stellen sich als falsch heraus. Anatomische Besonderheiten zeigten sich erst Jahrzehnte nach der Geburt, weil kein Arzt je nach diesen gesucht hatte. Konnte es überhaupt möglich sein, dass in diesem Universum etwas unmöglich war? Bestand nicht immer eine minimale prozentuale Chance, dass etwas doch der Fall sein könnte? Hatte ich nicht einmal gelesen, dass es unmöglich zu beweisen war, dass etwas unmöglich sei?

“Alex? Hallo, bist du noch da?”

Die Stimme meiner besten Freundin Jasmin riss mich aus meinen Gedanken. Ich schüttelte leicht den Kopf, um ins Hier und Jetzt zurückzukehren und blickte sie etwas verdutzt an. Es war nicht das erste Mal, dass ich während einer Vorlesung in Gedanken davon wanderte, doch schien ich diesmal gänzlich weggetreten zu sein.

“Ich rede seit gut einer Minute mit dir, ist alles in Ordnung? So geistesabwesend warst du ja noch nie. Ich hoffe, du hast dir nicht ohne mich vor der Vorlesung einen durchgezogen!” scherzte sie mit einem breiten Grinsen.

Ich entgegnete ihr ein leises Lachen und wollte gerade den Mund öffnen, um zu antworten, da packte mich einmal mehr die altbekannte Übelkeit. Nur diesmal bedeutend drängender als üblich, sodass ich hektisch aufsprang und aus dem Hörsaal stürmte. Ich schaffte es gerade noch aus der Tür, ehe sich mein Mageninhalt auch schon auf dem Boden verteilte.

Das wars, so konnte es nicht weitergehen. Ich musste mir wohl oder übel eingestehen, dass ich letztlich doch einen Arzt aufsuchen musste. Ob nun Schwangerschaft, Krebs oder Parasit, das musste endlich ein Ende haben. Ohne einen weiteren Gedanken an die Vorlesung oder mein Erbrochenes auf dem Boden zu verlieren, verließ ich das Gebäude und machte mich direkt auf zur Praxis meines Hausarztes. Es war mir egal, ob ich ohne Termin stundenlang warten musste. Er würde mich heute noch untersuchen und mir hoffentlich sagen können, was mit mir nicht stimmte.

Unglücklicher Weise bestätigte sich meine Befürchtung und die Sprechstundenhilfe ließ mich tatsächlich stundenlang in dem Wartezimmer der Praxis versauern. Nachdem die ersten zwei Stunden vergangen waren, verkniff ich mir jeden weiteren Blick auf die Uhr. Ich kannte mittlerweile jedes der Magazine auswendig, doch eines hatte ich besonders oft gelesen. In dem Magazin ging es um Schwangerschaften und die dort am häufigsten auftretenden Komplikationen. Nicht gerade eine Thematik, welche mich in dieser Situation zu beruhigen vermochte. Und doch konnte ich es kaum aus der Hand legen.

Über drei Stunden hatte es gedauert, ehe mich der Doktor endlich empfing. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich endlich im Behandlungszimmer saß. Doch leider verlief die Untersuchung nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Der Mediziner stellte mir alle möglichen Fragen über meine Lebensweise, um daraus auf potentielle Ursachen schließen zu können, tastete meinen Bauch ab und durchleuchtete ihn sogar mit Ultraschall. Gebannt starrte ich auf den Monitor, den Anblick eines Embryos befürchtend. Schließlich stockte mir der Atem und ich sah ihn tatsächlich. Er war dort, auf dem Monitor. Er sah genauso aus wie die, die ich auf Bildern im Internet gesehen hatte. Es bestand kein Zweifel. Ich war tatsächlich schwanger. Ich konnte es nicht länger leugnen, der Beweis war klar zu erkennen.

“Ich kann beim besten Willen nichts erkennen, was all Ihre Beschwerden erklären würde. Wie geht es Ihnen denn persönlich? Belastet Sie irgendetwas? Sind Sie besonders starkem Stress ausgesetzt? Es könnte sein, dass die Symptome psychosomatischer Natur sind.”, sprach der Arzt und wollte bereits den Monitor abschalten.

Ich war fassungslos. Dieser Mann hatte einen Doktortitel! Er hatte jahrzehntelange Erfahrung als Arzt und er erkannte nicht den offensichtlichen Embryo auf dem Ultraschallbild? Ich konnte mich kaum zügeln. Ich war derart schockiert von der Erkenntnis und so viel mehr frustriert von der Inkompetenz dieses Quacksalbers, dass es nur so aus mir heraussprudelte. Ich wies ihn auf seine Blindheit hin und befahl ihm, meinen Bauch erneut zu durchleuchten, damit er seine Fehldiagnose revidieren konnte.

“Ist das… Ihr Ernst? Was reden Sie da? Sie können nicht schwanger sein, dort kann kein Embryo sein! Das ist vollkommen unmöglich!”, entgegnete er mir jedoch nur und blickte mich merklich perplex an. “Haben Sie in der jüngsten Vergangenheit irgendwelche bewusstseinsverändernden Drogen eingenommen? Ich unterliege der Schweigepflicht, Sie können es mir sagen. Es wird diesen Raum nicht verlassen.”

Ich bebte vor Zorn. “Bewusstseinsverändernde Drogen”? Vollkommen unmöglich! Wie konnte dieser Stümper so blind sein! Ich konnte mich kaum noch im Zaum halten und bedeckte so schnell ich konnte meine Blöße, um sofort wutentbrannt die Praxis zu verlassen. Kein Wort würde ich mit diesem Dilettanten mehr wechseln. Kaum hatte ich das Gebäude verlassen, steckte ich mir umgehend eine Zigarette zur Beruhigung in den Mund. Ich entzündete mein Feuerzeug und führte es in Richtung der Zigarette, doch stockte ich.

Ich… war schwanger…

Nach wenigen Sekunden entzündete ich den Glimmstängel und zog herzhaft an dem köstlichen Qualm. Es war sowieso bei weitem nicht die erste Zigarette, die ich während dieser Schwangerschaft rauchte. Von Alkohol ganz zu schweigen. Nein, ich sorgte mich nicht um das Kind in meinem Bauch. Denn ich würde es nicht zur Welt bringen. Dieses… Ding… dass mir so viele schlaflose Nächte bereitete, ohne dass ich überhaupt von seiner Existenz wusste. Ich schüttelte den Kopf und weigerte mich, weiter über die vergangenen Tage nachzudenken. Ich zückte mein Smartphone und machte mich auf die Suche nach einem anderen Arzt. Einem kompetenten Arzt! Ich würde mir die Schwangerschaft diagnostizieren lassen und umgehend eine Abtreibung fordern. Sie würden mir Beratungen und Psychologen vorschlagen, würden mich zum Austragen des Kindes motivieren. Doch nichts davon würde ich geschehen lassen. Ich wollte es loswerden. Es hätte nicht sein sollen. Es sollte nicht möglich sein. Das war kein Wunder, es war eine Abscheulichkeit. Ein Fluch. Ein widernatürliches Wesen, dass auf dieser Welt keinen Platz hatte… und erst recht nicht in meinem Körper.

Es brauchte einen zweiten Allgemeinmediziner und zwei Frauenärzte, ehe ich es endgültig akzeptierte. Ich konnte es nicht länger leugnen, ich musste es einsehen. Sie alle weigerten sich, das offensichtliche zu sehen. Sie alle sagten, ich würde es mir einbilden. Nein, mehr als das… sie alle sagten, ich wäre verrückt! Nicht nur zum Psychologen, in die Irrenanstalt wollten sie mich stecken! Die letzte Frauenärztin wollte mich sogar einsperren und einweisen lassen, nachdem ich meinem Frust in ihrem Behandlungszimmer freien Lauf ließ. Glücklicherweise befand es sich im Erdgeschoss und ich konnte durch das Fenster die Praxis verlassen.

Sie wollten mir nicht helfen? Sie wollten die Wahrheit nicht akzeptieren? Sie wollten mich im Stich lassen? Schön! Ich brauchte sie nicht! Ich brauchte niemanden! Ich kam sehr gut alleine zurecht, wie ich es immer getan hatte!

Das sie mich in dem Behandlungsraum eingesperrt hatte, war mein Glück. Ich hatte trotz meiner Wut noch genug klaren Verstand gehabt, um mich der mir gebotenen Werkzeuge zu bedienen. Ich nahm ein Skalpell, ein paar Zangen und Handschuhe mit mir aus der Praxis. Vor allem aber schlug ich die Scheibe eines abgeschlossenen Schrankes mithilfe eines Stuhls ein, aus dem ich mir alle Mittel nahm, welche im entferntesten an Betäubungsmittel erinnerten. Ich sprang aus dem Fenster und lief so schnell ich konnte davon. Um zu meiner Wohnung zurückzugelangen, musste ich ein Taxi oder eine U-Bahn bemühen. Doch nahm ich nicht die nächste U-Bahn-Station, denn dort könnte mich bereits die Polizei erwarten, hätten sie mich wirklich zwangseinweisen wollen. Ich lief bis zur nächsten Station machte mich mit der Bahn auf den Weg zur Haltestelle bei meiner Wohnung. Ich nutzte die 20 Minuten Fahrzeit produktiv und recherchierte auf meinem Smartphone, wo im Körper sich der Embryo genau befinden würde und wie ich mit den Mitteln, die ich bei mir hatte, die Region gezielt stark genug betäuben konnte, um die Prozedur durchführen zu können. Man müsste meinen, derartiges nur schwer finden zu können, doch fand ich die Antworten auf meine Fragen erstaunlich schnell. Das Internet war wahrlich ein Segen für verzweifelte Menschen wie mich.

Sie würden mich schon bald in meiner Wohnung aufsuchen, ich hatte nicht viel Zeit. Keine Zeit für Vorbereitungen, Planungen und Zweifel. Wenn ich dieses Ding aus mir heraus haben wollte, musste ich jetzt ohne zu zögern handeln. Ich striff mir schnell alle Kleider vom Leib, begab mich in meine Badewanne und platzierte mir gegenüber provisorisch einen Spiegel, um möglichst viel sehen zu können. Mein Smartphone lag rechts neben mir auf einem kleinen Tischchen, sodass ich dort all meine Notizen zur Prozedur freihändig ablesen konnte, das nötige Werkzeug befand sich direkt daneben. Ich war entschlossen und ließ keinerlei Gedanken zu, die mich noch davon abbringen hätten können, doch las ich dennoch mehrfach die Anweisungen zur Anwendung der Betäubungsmittel, ehe ich mir gezielt die Spritze in den Bauch schob und ihn mit dem Mittel flutete. Jeden Moment rechnete ich mit einem Klingeln an der Haustür, doch hätte ich selbst dann noch ein wenig Zeit. Ich hatte meine Wohnungstür mit meinem Kleiderschrank verbarrikadiert und die Badezimmertür ebenfalls abgeschlossen. Die Zeit würde reichen, so konnte ich die wenigen Minuten investieren, bis das Betäubungsmittel wirkte. Mithilfe einer der Zangen kniff ich mir schmerzhaft in den Bauch… doch spürte ich nichts. Es fühlte sich nicht mehr an, als gehöre es zu meinem Körper.

Ausgezeichnet. Es konnte beginnen.

Ich wischte auf meinem Smartphone weiter zu dem Bild, welches die Anatomie des menschlichen Körpers zeigte. Jetzt würde ich beginnen. Jetzt würde ich dieses abartige Ding aus meinem Bauch entfernen. Niemand könnte es rückgängig machen. Niemand könnte mich davon abhalten. Ich griff das Skalpell und setzte es ein paar Zentimeter unterhalb meines Bauchnabels an. Meine Hand bebte und ich hatte trotz des Testlaufs der Betäubung mithilfe der Zange starke Hemmungen vor dem, was ich gleich tun würde. Und doch durfte ich nicht zögern. Meine Entschlossenheit war stärker als meine Angst. Es brauchte einige Kraft, bis das Skalpell mein Fleisch durchstoßen hatte, doch danach ging es erstaunlich leicht. Die feine Klinge glitt durch meine Bauchdecke wie durch warme Butter und schon bald erreichte ich die Stelle, an der meine Rippen begannen. Ich hatte befürchtet, dass es mehr bluten würde. Hatte Angst, dass meine Organe umgehend durch die Öffnung quellen würden. Scheinbar hatten die Produzenten von Horrorfilmen diesbezüglich auch immer übertrieben. Das kam mir nur zugute. Es folgten zwei Querschnitte am Anfang und Ende des ersten Schnitts, sodass ich meine Bauchdecke aufklappen konnte wie den Deckel eines Schuhkartons. Ich versuchte es zwar zu verdrängen, doch konnte ich die trotz Beruhigungsmittel vorhandenen Schmerzen nicht leugnen. Sie waren deutlich erträglicher als ich befürchtet hatte, aber sie waren dennoch nicht zu verachten. Ich legte mein blutiges Skalpell weg und musste tatsächlich ob des Anblicks grinsen. Ich hatte es getan. Ich war den ersten Schritt bis zum Ende gegangen. Jetzt gab es kein Zurück mehr, ab jetzt galt es nur noch, diese ekelhafte Abscheulichkeit aus meinen Gedärmen zu entfernen. Ich striff mir die mitgenommenen Latexhandschuhe über und begann langsam und vorsichtig die beiden von mir geschaffenen Fleischlappen zur Seite zu klappen. Ich dachte, das Aufschneiden wäre das schlimmste gewesen, doch ich hatte mich maßlos getäuscht. Ich ließ mich nicht aufhalten und stoppte erst, als all meine Organe offen lagen. Ein markerschütternder Schrei entfuhr mir währenddessen, doch war ich so felsenfest entschlossen, wie ich es in meinem Leben noch nie zuvor gewesen war.

“Aufmachen, sofort!”

“Öffnen Sie sofort die Tür!”

Sie waren hier. Es pochte und polterte an meiner Eingangstür und sie würden sich nicht lange aufhalten lassen. Dennoch war es genug Zeit um zu Ende zu bringen, was ich begonnen hatte. Ich sog durch zusammengebissene Zähne tief Luft ein und schob meine rechte Hand schließlich in meine Gedärme. Vorbei an Magen und Dickdarm, mich durch meinen Dünndarm wühlend. Die Schmerzen waren unerträglich. Ich schrie so laut, dass ich fürchtete, meine Stimmbänder würden reißen. Doch wurde ich von Sekunde zu Sekunde entschlossener. Ich wühlte und suchte durch meine Organe. Immer mehr Blut verteilte sich in der Badewanne, während ich immer unvorsichtiger und hektischer wurde. Ich wusste, ich hatte so manche Organe beschädigt, doch konnte ich nicht aufhören. Wo war es!? Wo war diese Monstrosität!? Ich musste sie finden! Ich musste sie aus meinem Innersten reißen!

Trotz meiner Schreie hörte ich den lauten Krach von meiner Wohnungstür, als sie mit Gewalt versuchten, zu mir zu gelangen. Nur noch Sekunden. Gleich wären sie hier. Die Badezimmertür würde sie nicht aufhalten. Sie würden sie eintreten und mir Handschellen anlegen. Würden mich ins Krankenhaus bringen. Würden mich und das Kind versuchen zu retten! Nein!!! Das durfte ich nicht zulassen! Es war mir egal, was mit mir geschah, es durfte nicht leben! Es sollte nicht leben! Mein Gesicht war nass von Tränen des Schmerzes, während ich weiterhin laut schreiend begann, alle Vorsicht fahren zu lassen. Ich nahm mir das Skalpell und zerschnitt meine Därme, um den Weg frei zu machen. Die Badewanne füllte sich immer weiter mit meinem Blut. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich längst nicht mehr sehen konnte, ich handelte blind. Mir wurde immer schwindliger, ich hatte kaum noch Luft zum Schreien. Die Geräusche wurden immer dumpfer. Mit letzter Kraft packte ich mit beiden Händen alles, was ich in meinem Bauch zu fassen bekam und riss es heraus.

Epilog

Noch nie befanden sich derart viele Personen in dem engen Treppenhaus des Wohngebäudes. Polizei, Feuerwehr und Sanitäter hatten mit vereinten Kräften versucht, rechtzeitig in die Wohnung zu gelangen. Die Feuerwehr ging zunächst mit Äxten, dann mit Kettensägen gegen Wohnungstür und den dahinterstehenden Schrank vor, doch dauerte es einfach zu lange. Als Polizei und Sanitäter endlich durch die Öffnung in die Wohnung konnten, waren die Schreie bereits verstummt. Alle Beteiligten konnten erahnen, was sie im Badezimmer vorfinden würden. Sie alle waren über den Sachverhalt von der Frauenärztin, welche den Vorfall gemeldet hatte, informiert worden. Die entwendeten Instrumente, die gestohlenen Betäubungsmittel, die offensichtliche Geisteskrankheit…

Die Badezimmertür gab mit einem lauten Krachen nach und gab den Blick in den kleinen gefliesten Raum frei. Der für die Öffnung verantwortliche Feuerwehrmann übergab sich sofort und die restlichen Anwesenden hätten es ihm am liebsten sofort gleich getan. Zögerlich ging der Notarzt ins Badezimmer, um seine Pflicht zu erfüllen. So lange schon arbeitete er als Notarzt. So viele Unfälle hatte er bereits gesehen. Doch nie hätte er sich vorstellen können, jemals ein derartiges Massaker sehen zu müssen. Er stellte den Tod fest und verließ sofort die Wohnung, seine Arbeit als erfüllt betrachtend. Einer der beiden Polizisten ergriff sein Funkgerät und wandte sich von dem abscheulichen Anblick ab.

“Hier Ludwig 7/13. Gesuchte Person Alexander Reimann wurde in seiner Wohnung vorgefunden. Notarzt konnte nur noch den Tod der Person feststellen. Alles deutet darauf hin, dass er sich seine Verletzungen selbst zugefügt hat.”

 


Autor: SCP Archiv
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