KurzObjekte

Kimi

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Kimi. Klingt Puppenhaft, hm?

Als ich ein kleines Kind war, besaß ich eine Puppe namens Kimi… Verdammt, wie sehr liebte ich diese Stoffpuppe… Leider sind meine Erinnerungen an meine Zeit mit ihr relativ verschwommen, dennoch möchte ich euch eine Geschichte, die mir im Kopf geblieben ist, erzählen. 

Kimi bestand vollkommen aus Stoff. Kein ekliges, hartes Plastik. Das liebte ich besonders an ihr. An ihre Augenfarbe erinnere ich mich leider nicht mehr… War es blau? Oder grün? Vielleicht auch so braun, wie ihr Haar? Ihr Haar… Hach ja… Nussbraunes Garn… Zu zwei Zöpfen gebunden… Oder geflochten? Ich erinnere mich ja kaum… Sie trug aber immer ein gelbes Kleid mit Blümchen! Zumindest so lange, bis ich anfing ihr andere Kleider anzuziehen… Das schwarz-silberne mochte sie am meisten… Vor etwa einem Jahr habe ich das gelbe Kleid im Garten vergraben gefunden. Danach nie wieder. Ich glaube, Kimi trug auch grüne, angenähte Stoffschuhe. Sie lächelte immer ihr süßes Puppenlächeln, hatte Sommersprossen und eine kleine, kugelförmige Nase aus Stoff. Als Kind hatte ich jeden Tag mit ihr verbracht. 

Die Tatsache, dass ich viel neuere und modernere Puppen mit coolen Funktionen besaß, war mir egal. Kimi war mein ein und alles. Einst gehörte sie meiner großen Schwester, doch diese hatte aufgehört mit ihr zu spielen… Kimi war was ganz besonderes. Obwohl sie einfach nur aus Stoff bestand, erzählten wir uns die abenteuerlichsten Geschichten, malten die wundervollsten Bilder und spielten die lustigsten Spiele. Verstecken mochte ich mit ihr am meisten. 

Ich besaß auch einen großen Jagdhund. Der machte gerne mein Spielzeug kaputt. Immer zerfetzte er meine Kuscheltiere… Überall lag dann die weiße Stofffüllung. Wie Schnee. Ein Mal, da griff mein Hund auch Kimi an. Ich war nicht zuhause gewesen, ich glaube sogar, der Hund war alleine mit Kimi gewesen. Dennoch fehlte ihr nur die Nase. Ich war überglücklich, dass die Puppe, die ich doch so sehr liebte, noch am Leben war. Mein Hund hingegen knurrte einfach. Nur sehr leise, doch er tat es. Dass Kimi nun nasenloser als Voldemort war, störte mich zwar, doch… Trotzdem war es noch meine Kimi

Während andere Mädchen in meinem damaligen Alter die Puppe weggeworfen hätten und eine neue verlangt hätten, war mir die fehlende Nase egal. Aber etwas stimmte nicht. Meine Mutter hasste Kimi schon immer. Aber jetzt versuchte sie die Puppe bloß noch öfter wegzuwerfen. Immer und immer wieder holte ich sie aus der Mülltonne. Bis sie es eines Tages wegwarf, als ich schlief. Einen Tag bevor die Müllabfuhr kam. Ich dachte natürlich, so naiv wie ich damals war, dass Kimi wieder verstecken spielte. Draußen kam die Müllabfuhr. Ging wieder. Meine Mutter erzählte erst dann, dass sie Kimi weggeworfen hatte. Ich war panisch. Schrie, weinte. Meine geliebte Kimi! Sie war weg! Einfach… weg. Keine Puppe könnte Kimi ersetzen. Meine große Schwester, welche Kimi eigentlich mochte, versuchte mich damit zu trösten, dass ich irgendwann sowieso aufgehört hätte zu spielen. Sie holte mir eine neue Puppe. Ich spielte nur ein paar Tage mit dem neuen Püppchen. Danach vergaß ich sie. Keine Puppe ersetzte Kimi. Keine sprach wie sie. Nicht mal die, die mit Batterien funktionierten. Keine war so lebendig. Keine hob ihre Arme und lächelte noch breiter, wenn ich ihr näher kam. Kein Püppchen erzählte von ihrer alten Heimat, wo seltsame Wesen lebten, zu welchen sie auch gehörte. Kimi erzählte auch, dass ich irgendwann wissen würde, wovon sie sprach. Kimi war so wundervoll. Natürlich mochte sie es nicht, wenn ich mit den anderen Puppen spielte. Sie sagte, dass sie nicht lebten und ich wohl kaum mit etwas Totem spielen wollte. Und da hatte sie auch recht gehabt. Warum sollte ich auch? Meine ganze Aufmerksamkeit galt nur Kimi. Heute habe ich zum ersten Mal seit Jahren ihre Stimme gehört. Sie schrie ängstlich, dass ich sie nicht vergessen sollte. Als ob. Ich weiß nämlich, was sie ist. 

Meine geliebte kleine Kimi… Wir hatten eine so wunderschöne Zeit… Ich werde dich niemals vergessen… Ich werde dich immer mehr lieben als alle Puppen, die dich ersetzen sollen… Kimi…
Du kleiner Dämon…

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