
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Als ich noch klein war, hatte ich Angst vor der
Dunkelheit. Ich meine, es ist eine normale Angst bei Kindern… ich
habe aber nicht gedacht, dass es mich bis heute begleitet. Ich bin
inzwischen ein erwachsener Mann, und ich sehe nach außen hin aus,
als wäre ich allem gewachsen. Aber die Dunkelheit… die Dunkelheit
macht mir noch immer Angst. Nicht etwa weil ich die Monster fürchte,
die ich sehe, sondern weil ich die fürchte, die man nicht sieht. Es
ist seltsam, wirklich, denn immerhin könnte man mich für verrückt
halten, auch wenn mich jeder für normal hält, aber ich habe mir das
damals nicht eingebildet.
Ich war noch klein, etwa zwölf Jahre alt, und ein wirklich
neugieriges Kind. Mein Vater war ein begnadeter Mechaniker, ein wahres Naturtalent, und er hatte natürlich
dementsprechend viel Krempel in seiner Garage stehen. Jedenfalls fand
ich das heraus, als wir anfingen eben diese Garage auszuräumen, und
seine Sachen weg zu geben. Er war kurz zuvor gestorben, ein Unfall,
als er versuchte eines der vielen kaputten Geräte zu reparieren. Es
gab wohl eine Überspannung, was zu einem fatalen Infarkt führte. Er
musste angeblich nicht lange leiden. Unter den restlichen Geräten in
seiner Sammlung gab es Radios, Mikrowellen, Fernseher, Funkgeräte,
Staubsauger, Computer, und all sowas. Er kam nie dazu alle zu
reparieren.
Meine Mutter und ich räumten die Garage aus, jene
Garage, die eine Art zweite Heimat für meinen Vater darstellte. Mir
war immer verboten, sie zu betreten, doch mit seinem Tod verlor das Verbot an Gültigkeit. Ich stand also da und
betrachtete die vielen interessanten Dinge, die zum Verkauf standen.
Da hinter mir verhandelt wurde, hatte ich Zeit mich umzublicken und mir alles anzusehen. Ich war wirklich fasziniert von der Masse an Sachen, und was es alles gab. Während ich also so durch die Sachen stöberte, bemerkte ich einen seltsamen Zettel. Er war zerknüllt worden, hatte Spuren vom Alter, und wirkte, als hätte ihn jemand los werden wollen. Auf dem Zettel stand nur „Jede Schuld wird irgendwann eingefordert, S“. Ich wusste natürlich nicht, was es damit auf sich hatte, aber in der selben Ecke wie diesen Zettel fand ich auch etwas anderes Seltsames. Es waren Stofffetzen…in der selben Farbe und Verarbeitung wie meine Lieblingshosen. An genau der Stelle bildete sich ein seltsamer dunkler Fleck an der Wand.
Von Furcht gepackt nahm ich den Zettel mit zu meiner
Mutter, und erzählte ihr von den Dingen die ich gefunden habe. Sie
schaute mich jedoch verdattert an, und meinte, dass ich sie nicht
stören sollte mit solch einem Blödsinn. Ich war natürlich ebenso
stur, wie ich auch neugierig bin; zog sie in jene Richtung und
übergab ihr den Zettel. Sie schaute in die Ecke, blickte auf den
Fetzen Papier und gab mir einen wirklich seltsamen Blick. Es trat ein
belustigter Ausdruck in ihr Gesicht, und sie fing an zu kichern. Als
meine Mutter ging, hörte ich noch, wie sie zu einem der Kunden
meinte, dass ich einfach nur eine blühende Fantasie habe, und mir
einen Scherz erlaubt hätte. Ich wusste nicht ob meine Mutter es nur
abtat, um sich keine Sorgen machen zu müssen, oder ob sie nicht sah,
was ich gesehen hatte.
Also, ich ging zurück in eben diese Ecke, um zu
bemerken, dass der Fleck größer geworden war. Die dunkle Masse
schien förmlich zu blubbern und Blasen zu schlagen. Jedoch wirkte sie
nicht in dem Sinne lebendig, sondern mehr wie eine bösartige Form
von Dunkelheit. Probehalber holte ich eine der Taschenlampen meines
Vaters und leuchtete es an. Natürlich wusste ich zu diesem
Zeitpunkt noch nicht viel von Physik oder Lichtgesetzen, aber ich
wusste, dass Licht im Normalfall die Dunkelheit vertreibt, und nicht
von ihr verschluckt wird. Natürlich bekam ich es mit der Angst zu tun und
rief nach meiner Mutter, die total sauer war, weil ich sie erneut
störte. Sie gab mir eine Standpauke darüber, was ich für ein
ungezogener Bengel sei, weil ich sie wieder gestört habe, und
schickte mich auf mein Zimmer. Ich war so wütend auf sie und fragte
mich, ob sie denn nicht merkte, dass irgendwas komisch ist an dieser
Masse, an diesem Etwas… an dieser Bosheit.
In der Nacht fasste ich den Entschluss, mich
hinunter in die Garage zu schleichen und herauszufinden, was da vor
sich ging. Gegen 22 Uhr, meine Mutter war bereits im Bett, ging ich
also in die Garage, bewaffnet mit der Taschenlampe, die ich aus Dads
Garage hatte. Ich stand da, in meinem Pyjama, und knipste meine
Taschenlampe an. Die Glühbirne an der Decke war schon vor Ewigkeiten
durchgebrannt, und Dad wollte sie eigentlich reparieren. Doch wie so
viele Sachen in dieser Garage, blieb auch das kaputt und sollte nie
repariert werden.
Jedenfalls stand ich da, und ging wieder zurück zu den
alten Kisten, vorbei an den kaputten Geräten, in der Erwartung, dass
ich vielleicht wirklich nur einen Geist gesehen habe, dass ich mir
nur eingebildet hatte, was dort war. Aber glaubt mir, es war so viel
mehr als das. Voller Unglauben starrte ich hinter die Kisten…und da
war nichts. Die Ecke war leer, nicht mal die Stofffetzen oder der
Fleck, einfach nichts. Natürlich war ich glücklich, wollte wieder
ins Bett gehen und es eine gute Nacht sein lassen…wenn ich nicht
plötzlich diese eine Stimme vernommen hätte. Es war eine Stimme
ohne jede Gestalt, kein festes Muster oder einen Weg sie zu
lokalisieren. Die Stimme klang männlich, monoton…und sie
blubberte: ,,Jede Schuld wird irgendwann eingefordert. Du wusstest
worauf du dich eingelassen hast, als du mich aufnahmst…als du mich
in dein Herz ließt. Jetzt werde ich deine Schuld bei mir
einfordern…mein Talent, meine Macht, für dein Herz“. Ich
wusste nicht wo genau dieses etwas war, oder warum mir diese Stimme
bekannt vorkam, aber ich war jung, und hatte nicht das Interesse zu
warten. Ich rannte zu meiner Mutter und weckte sie, ich meinte wir
hätten keine Zeit zu warten und seltsamerweise kam sie mit mir mit,
ohne mich nach dem warum zu fragen. Wir kehrten nie wieder zurück in
dieses Haus, in diese Garage die mein Vater so gern aufsuchte.
Seitdem sind Jahre vergangen, und ich habe immer noch
Angst vor der Dunkelheit, und vor den Dingen, die sich darin
verbergen. Jedoch habe ich ein letztes Geständnis zu machen. Meine
Mutter schien an jenem Abend nicht sie selbst zu sein, aber nicht nur
sie…alle Menschen seither. Jeder hört mir zu, niemand
widerspricht mir…ich werde nicht mehr ignoriert. Aber ich bin
nicht undankbar, nein…Was auch immer dieser Fleck war, es hat
meinen Wunsch erfüllt. Aber jede Schuld wird eingefordert, so stand
es geschrieben, und so wird es auch immer sein.