KreaturenKurzTod

Lichtung

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Es war dunkel. Die
Sonne war schon vor Stunden untergegangen, die Vögel hatten
aufgehört zu singen. Im Wald war es totenstill.

Er versuchte keinen
Laut zu machen, als er auf das feuchte Unterholz trat. Trotzdem
konnte er die Geräusche nicht ganz verhindern und ein unheimliches
Knarren erfüllte die nasse Luft. Dazu kam das Rascheln der
vertrockneten Blätter, wie sie im Herbst zu Massen auf dem Boden
lagen.

Jedenfalls hoffte
er, dass das Rascheln von dem Laub unter seinen Füßen kam.
Schweißperlen rollten ihm über die Stirn, hinter ihm stampfte sein
Kollege durch den modrigen Boden, fluchend, als seine Tarnhose an
einem Dornenbusch hängen blieb. In dieser Dunkelheit sieht man die
Hand vor den Augen nicht, dachte er.

So wie sein Kollege
auch hatte er ein Gewehr über seiner Schulter hängen.

Etwas knackte im
Unterholz. Erschrocken fuhr er herum. Etwas verschwand im Schatten.

Das war bestimmt nur
ein Kaninchen, versuchte er sich zu beruhigen, nur ein kleines, süßes
Kaninchen.

Diese Nacht schien
es besonders dunkel zu sein, kein Mond leuchte am Himmel, die Sterne
hatten sich hinter Wolken versteckt. Die nächsten Straßenlaternen
waren Kilometer entfernt, genau wie das naheliegende Dorf. Er starrte
verkrampft auf den Boden. Hier irgendwo muss doch der Schlüssel
liegen! Oh, warum hatten sie nur keine Taschenlampen mitgenommen?

Eigentlich war er
nicht leicht zu erschrecken, hatte meistens keine Angst und hatte in
den besten Dungeons der Welt nur gegähnt. Aber das hier war anders.
Komplett anders.

Die Furcht
kontrollierte ihn. Er wusste nicht warum, aber er hatte unglaubliche
Angst. Am liebsten wäre er schreiend nach Hause gerannt, aber was
würde sein Kollege da denken? Nein, er biss die Zähne zusammen und
suchte den Boden nach dem Schlüssel ab, den sie bei Tag hier
verloren hatten.

Als es wieder im
Unterholz raschelte, fuhr er erschrocken hoch. Doch dort war nichts.

Sein Herz hämmerte.
Seine Ohren dröhnten.

„Hey, alles
okay?“, kam es von hinten. Er nickte stumm und schlurfte weiter. Am
liebsten hätte er angefangen zu heulen, zu heulen wie ein kleines
Kind. Doch er riss sich zusammen.

Je tiefer sie kamen,
desto mehr hörte er die kleine Stimme in seinem Kopf, die ihm
einredete, sie sollen lieber schnell umdrehen. Aber er wehrte sich,
er wollte nicht auf Stimmen in seinem Kopf hören. Stimmen in seinem
Kopf?

Da begriff er. Seine
Angst, dass waren nicht bloß Emotionen, nein, sein Unterbewusstsein
wollte ihm etwas sagen, ihn warnen.

„Du“, fing er
an, „ich finde wir sollten umkehren und morgen bei Tag weiter
suchen.“

„Spinnst du? Da
vorne ist er doch!“

Tatsächlich sah
auch er einen silbernen Gegenstand am Boden glitzern, jedoch fragte
er sich, ob das der Schlüssel war. Doch bevor er seinen Freund in
seine Bedenken einweihen konnte, machte dieser mehrere schnelle
Schritte nach vorne und verblasste in der Dunkelheit.

Plötzlich war er
ganz alleine. „Hey, bist du da?“, fragte er panisch. Keine
Antwort. Stattdessen überkam ihn das verreißende Gefühl der
Einsamkeit und der grässlichen Furcht. „Hey?!“, schrie er
verzweifelt. Um ihn herum waren nur mächtige Baumstämme, die
hinteren wurden von der Nacht verschluckt. Er wollte rennen, nur noch rennen. Doch er tat es nicht. Er
war wie gelähmt. Er wollte zwar schnell von hier weg, doch etwas ihn
ihm wollte auch, dass er nachsah, wo sein Kumpel war.

Na gut, dachte er,
er kann ja nicht weg sein. Er fasste sich ein Herz und tat einige
Schritte nach vorne, dort wo der glänzende Gegenstand liegen sollte.
Noch während er ging, wusste er, dass er es bereuen würde. Das
Gewehr über seiner Schulter machte ihm ein wenig Hoffnung, er zog es
und hielt es vor sich, doch seine Hände zitterten unkontrollierbar.
Er trat auf eine Lichtung, doch was heißt Lichtung. Hier schien es
nur noch dunkler zu sein als im Rest des Waldes. Auf dem Boden lag
etwas, jedoch kein Schlüssel, sondern ein Gewehr. Er hob es auf. Das
Gewehr seines Kollegen. Und es war mit warmen Blut verschmiert.

Ein kalter Schauer
lief ihm über den Rücken. Er sah sich verstört um und entdeckte
es.

An den Bäumen
klebte ebenfalls Blut und als er näher herantrat, sah er, dass dort
ein Schriftzug stand, der mit Blut geschrieben war.

Ich sehe dich.

Während er den Schriftzug laß, bemerkte er jedoch nicht die beiden riesigen,
leeren weißen Augen, die sich hinter ihm öffneten.

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