
Manchmal, wenn ich zeichne…
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
von Vulgatarius
Manchmal, wenn ich zeichne, sitzt er daneben. Oft weiß er, dass ich eigentlich nur meine Muse küssen, und schöne Dinge zu Papier bringen will, aber das interessiert ihn nicht. Dann nimmt er meine Hand und führt sie. Sein Griff ist stark. Sehr stark. Von so einem Griff kann man sich nicht lösen. Denn, wenn du’s versuchst, dann drückt er. Ziemlich feste. Er drückt gegen deine Adern, bis das Blut nicht mehr rinnt. Also lasse ich locker und erlaube ihm, mich zu führen. Oder besser gesagt: ich ertrage es, wenn er mich führt.
Das erste Mal sah ich meine Freundin auf dem Papier. Unglücklich, ohne Freude im Gesicht. Oftmals fügt er noch eine spezielle Note hinzu. Bei meiner Freundin hat er Verdünner über das Blatt gekippt, so, dass ihr schon trauriges Gesicht verlief und noch trauriger wurde. Und dann flüsterte er mir ins Ohr: Sie braucht dich. Sie braucht uns beide. Sie braucht Erlösung. Seine Stimme ist hypnotisierend, quälend. Dann führt er mich weiter. Zum Küchenschrank und holt mein Messer. Er verabredet uns. Mich und meine Freundin. Und wenn sie da ist, dann zeichnet er auf ihr. Er führt mich. Und das Messer ist der Stift. Dann zaubere ich wieder ein glückliches Gesicht herbei. Und nun, da sie glücklich ist, weiß ich, dass sie bereit ist. Dann mache ich den Ofen an und sehe, wie ihr Rauch aufsteigt. In den Himmel. Ins Paradies. Dann lobt er mich.
„Gut gemacht Anton, gut gemacht!“
Das macht mich stolz. Und der Stolz übertrifft die Trauer und das Bedauern darüber, dass sie nun nicht mehr da ist.
So macht er das. So machen wir das. Und wenn ich spüre, wie meine Kreativität hoch kommt, dann gebe ich mich ihr hin.
Und manchmal, wenn ich zeichne, kommt er dann wieder. Und führt mich…