
Meine letzte Hoffnung
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Erinnerungen an Dich die Vorgeschichte zu meiner erhaltenen Chance.
Ich lebe noch
Es gibt Hoffnung. Selbst an einem Ort wie diesem hier. Ich weiß nicht wie lange ich schon hier bin, es könnten Jahre sein oder nur ein paar Wochen? Ich lebe seit geraumer Zeit in der Dunkelheit, es scheint noch andere zu geben. Unter der Türe sehe ich es manchmal, wenn „ER“ einen seiner Neuzugänge durch den Flur schleift, manchmal höre ich auch ein leises Wimmern, doch ich weiß, dass es ihn wütend macht wenn wir Geräusche machen, es folgt immer der gleiche Ablauf:
Ich höre seine Schritte. Eine Tür wird geöffnet. Das Wimmern verstummt. Es folgt ein Schrei – angsterfüllt und verzweifelt und dann ist wieder Ruhe.
Ich habe gelernt zu überleben. Meine Mahlzeiten nehme ich gehorsam ein. Einmal am Tag bekomme ich Tabletten – ich nehme an, es sind Vitaminpräparate. Diese nehme ich ebenfalls. Diese verhindern Mangelerscheinungen durch die einseitige Ernährung und die Dunkelheit. Ich habe bereits früh bemerkt worauf „ER“ achtet und Wert legt, so sollte man sich einmal am Tag waschen – hierfür schiebt „ER“ eine Schüssel mit kaltem Wasser durch eine Luke in der Tür. Am Anfang als ich noch wütend war und noch Kraft hatte, habe ich die Schüssel wütend an die Wand geworfen. Als Strafe ließ „ER“ Tage lang, das Licht brennen – helles furchtbares Licht. Es tat so weh.
Seitdem mache ich was „ER“ möchte. Verärgern möchte ich ihn auf keinen Fall. Fast unerträglicher als die Dunkelheit, ist das Schweigen. „ER“ hat nie mit mir gesprochen oder mir körperlich etwas getan. „ER“ hat mich damals hierher gebracht und mehr kam nicht, zumindest bis eben.
Ich komme frei
Ich war furchtbar erschrocken. Ich hatte wieder seine Schritte gehört und diesmal stoppten sie genau vor meiner Tür. Ich hatte vermutet, dass ich meine Mahlzeit bekomme aber „ER“ hat die Tür aufgeschlossen und blieb kurz vor mir stehen. Meine Augen mussten sich erst an das Licht gewöhnen, doch ehe ich ihm endlich in sein Gesicht sehen konnte, hörte ich sie zum ersten Mal. Seine Stimme.
„Los umdrehen.“
Ich muss jetzt noch lächeln wenn ich an die Stimme denke. Genauso hatte ich sie mir vorgestellt. „ER“ hatte mich gepackt und in einen anderen Raum gebracht. Im Flur nahm ich mehrere Türen wahr und für einen Moment verspürte ich Eifersucht. „ER“ hatte noch so viele andere neben mir. Ich spürte seine Hand im Rücken als er mich weiter schob. Endlich eine Berührung. Fast schon enttäuscht nahm ich wahr wie „ER“ mich auf einen Stuhl setzte und hinter mir stehen blieb, der Druck verschwand von meinem Rücken.
„Es gibt Neuigkeiten die dich interessieren werden.“
Mein Herz schlug schneller. Gleich würde „ER“ es mir sagen, dass ICH seine Auserwählte war. Mein Lächeln gefror auf meinem Gesicht als „ER“ zu lesen begann und stattdessen trieb es mir die Schamesröte ins Gesicht.
„Du kennst diese Zeilen?“
Natürlich kannte ich sie, „ER“ hatte schließlich gerade meine intimsten Gedanken aus meinem Tagebuch vorgelesen. Was sollte das? War „ER“ wütend? Wo hatte „ER“ es überhaupt her?
„Du hast dich immer gut benommen. Ich denke du hast dir einen kleinen, sagen wir Mal „Handel“ verdient. Du fragst dich sicher wie ich an dein Tagebuch komme? Nun, es gibt da jemanden, der sich nicht damit abfinden konnte, dass du weg bist und die alles mögliche tat dich zu finden. Dazu gleich mehr.
Als Belohnung für deinen Gehorsam, sollst du die Chance bekommen, frei zu sein. Vorausgesetzt du machst was ich dir sage. Hier hast du einen Laptop. Ich habe dir hier die Seite geöffnet in der deine Freundin begann Mutmaßungen über deinen Verbleib aufzustellen. Ich mache dir nun folgenden Vorschlag:
Deine Freundin hat mich beeindruckt, sie ist schön und stolz. Ein bisschen erinnert sie mich an dich. Zumindest am Anfang. Mittlerweile bist du nichts mehr wert. Ich bin deiner überdrüssig und doch habe ich etwas besseres für dich als den Tod. Deine Freundin wird ab Morgen dein „Zimmer“ bewohnen und du wirst frei sein. Du musst hier nur deine Geschichte schreiben, enträfte was sie vermutet hat. Schreibe du hattest Liebeskummer und musstest ein wenig Abstand gewinnen, da du jetzt aber wieder klar denken kannst wirst du zurück kommen.
Von der Poizei würde ich dir abraten, wenn jemand fragt sagst du, du brauchtest eine Auszeit. Solltest du auf die Idee kommen, die Wahrheit zu sagen, kannst du davon ausgehen, dass ich es erfahre und deine Freundin wird hier Dinge erleben über die du nicht Mal nachdenken willst.
Also, bist du bereit? Hast du gewählt zwischen deinem Leben und der Freiheit deiner Freundin?
Ich war wie versteinert und nickte nur als ich mich an den Laptop setzte und die ersten Zeilen hier tippte. „ER“ liebte mich nicht? Sie sollte sein Ersatz für mich werden? Sie hatte sich ihm aufgedrängt. Stolz war sie und schön? In mir brach alles zusammen doch eisern tippte ich weiter.
Meine Geschichte
Ich muss dies tun, werde dazu von meinem Entführer gezwungen. Mein Name ist Lisa, ich wurde entführt von dem Mann den ich über alles geliebt habe und liebe. Dieser Mann hat mir körperlich nichts angetan aber mir das Herz herausgerissen.
Am 09.03.2014 habe ich mich mit einer Internetbekanntschaft getroffen, die mir sehr viel bedeutet hat. Erinnern kann ich mich lediglich daran, dass ich zum vereinbarten Treffpunkt gegangen bin und dort einige Zeit gewartet habe. Mir war ein Mann aufgefallen, der wütend auf seine Frau einredete. Für einen Moment war ich dadurch abgelenkt und das letzte an was ich mich erinnern kann ist, ein Stich an meinem Hals und irgendwann wachte ich in der Dunkelheit wieder auf.
Ich weiß nicht wie lange ich hier bin. Ich wünschte mir eine Zeitlang nichts mehr als die Freiheit zurück und vor allem die Sonne, doch jetzt wo er mich los werden will, bricht es mir das Herz. Eingetauscht gegen meine beste Freundin. Ich habe alles gemacht was er wollte und wäre noch zu viel mehr bereit gewesen und das ist jetzt der Dank?
Ich werde nicht schreiben was er verlangt, ich habe gewählt aber ein Leben ohne ihn ist kein Leben mehr und wenn ich ihn nicht haben kann, sie soll es auch nicht.
Er wird meinen Text gleich gegen lesen aber zu dem Zeitpunkt habe ich ihn schon in Zugzwang gesetzt und abgesendet.
Hier meine Worte an Dich: Schick mich in die Freiheit und ich werde sofort zur Polizei gehen. Tötest du mich wird sie dir das nie verzeihen können, lässt du mich aber am Leben und wählst trotzdem sie, werde ich alles daran setzen, dir alles zu nehmen was dir etwas bedeutet.
Jetzt bist DU es der wählen muss!