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Ich wurde von meiner toten Ex Freundin gejagt

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

War es real, oder war es nur die Geschichte eines Mannes, der den Verstand verloren hatte? Eine Erzählung, die in der Dunkelheit weiterlebt, oder nur das Hirngespinst eines Geistes, der nie Ruhe finden wird? Nach einem traumatischen Vorfall von dem er hörte.

Die Frage bleibt, war es real oder nur die Einbildung eines gequälten Geistes? Die Realität und der Wahnsinn vermischen sich oft in den dunklen Ecken unseres Verstandes. Manchmal sind die schrecklichsten Geschichten diejenigen, die wir uns selbst erzählen.

Und in der Finsternis im Abgrund jener Seelen eines Wesens am Rande des Wahnsinns, wo das Flüstern in den Ecken lauter wird, fragt man sich: Ist es nur eine Geschichte, oder ist es der Abgrund unseres eigenen Verstandes, der uns in den Wahnsinn treibt?

 

Ich wurde vom Geist meiner toten Ex Freundin gejagt

 

Ich weiß ganz ehrlich nicht, wie ich hier anfangen soll, weil ich mich von dem, was geschah, noch nicht ganz erholt habe.

Es ist nicht so, dass ich jemals ein Faible hatte oder gut darin war, eine Freundin zu bekommen, und ganz und gar nicht in Form eines Dates. So dachte ich auch bei diesem.

Es war nicht lange her, als sie zu meiner Schule in Los Angeles, als Austauschschülerin aus Russland kam. Eine Schönheit mit platinblondem Haar und eiskalten blauen Augen. Die mich in den Bann zogen, und so dachte ich, diese Chance zu nutzen.

Ihr Name war Anya, was ich an ihrer Art erkennen konnte, seit dem Tag, an dem sie hier angekommen war. Sie war ein recht aufmerksames Mädchen, klug, intelligent, lustig und ihr Lächeln war eine Waffe, die jeden Menschen in ihren Bann ziehen würde, auch mich.

Eines Tages in der vierten Stunde wurden wir einem Projekt zugeteilt, an dem wir zusammenarbeiten sollten. Bei mir bildete sich eine Gänsehaut. Ich sollte mit ihr zusammenarbeiten. Wie sollte ich das denn machen, wenn ich schon gar nicht von ihr wegsehen konnte? Ich würde mich so stark vor ihr blamieren.

Während wir an unserem Schulprojekt draußen am Westausgang der Schule, in der Nähe der angebauten großen Turnhalle, unter dem Schutz des Glasdaches saßen und unser Projekt  vorbereiteten, genoss ich die Zeit in ihrer Nähe, die Nähe dieser Schönheit.

Meistens trug sie eine graue Lederjacke, ein graues Shirt sowie eine gut aussehende Jeans. Doch heute trug sie ein weißes Hemd und einen schwarzen Rock, ähnlich einer Schuluniform ihre silbernen Harre waren in dichten Wellen und fielen über ihre Schultern ich versuchte zu offensichtliche Blicke zu vermeiden.

Erstaunlicherweise ging die Zeit miteinander besser als erwartet. Es lief sogar so gut, dass sie mich treffen wollte. Wir kamen uns zum Teil näher, und sie fragte mich schüchtern, ob ich Lust auf ein Date in einem Café in der Nähe hätte.

Ich nickte ihr zu, auch wenn ich versuchte, meine Schüchternheit zu überwinden. Mein Gesicht war rot, und es war mir so peinlich in ihrer Anwesenheit. Wenn ich so weitermache, würde ich noch alles ruinieren sagte ich mir innerlich.

Als ich auf meine Uhr schaute, bemerkte ich, dass es bereits soweit war, dass wir uns zurück auf den Weg in den Klassenraum machten.

Ich half ihr, ihre Sachen zu tragen, als wir den Raum betraten und auf das Läuten der Glocke warteten, die uns in die Pause entlassen würde. Und dann endlich erklang das schrille Läuten der Glocke, und wir verließen den Raum.

Der Schnee hatte den Gehweg des Süd Ausgangs, der zu den Fahrradständern und gleichzeitig zum Sportplatz führte, bereits in eine dünne weiße Schicht gehüllt, die schon von etlichen Fußabdrücken geebnet war.

Die kühle Winterluft, entsandte ich in kleinen grauen  Frost Wölkchen. Dann bemerkte ich sie, neben mir und schenkte ihr ein Lächeln. ihre Schönheit, ihren Körper, der wortwörtlich einem Engel glich bewunderte ich. Als Anya die Treppen hinunterschritt und zum Bus stieg schaute ich ihr nach.

Der gelbe Schulbus fuhr davon auf der von Schnee bedeckten weißen Schicht. Ich seufzte und sah, wie der Bus in einer der Kurven einbog und so aus meinem Sichtfeld verschwand.

Das Date war um 18 Uhr im Café, also machte ich mich schick und auf den Weg dorthin, das nicht weit von meinem Haus entfernt war. Als ich durch die Straßen schlenderte, hatte ich dieses unangenehme Gefühl. Ein Gefühl, das ich auch schon in der Schule hatte, als würde mich jemand oder etwas beobachten. Bei dem Gefühl lief es mir eiskalt den Rücken hinunter, und ich versuchte es zu ignorieren und konzentrierte mich darauf, weiterzugehen.

Die kalte Winterluft schoss mir entgegen, kalt auf mein Gesicht. So zog ich den Kragen meines Mantels enger und zu meiner Erleichterung erreichte ich wenig später das Café, von dem ich wusste, dass es einer Bekannten von Anya gehörte. So mussten wir uns nicht um den Preis sorgen, denn alles würde aufs Haus gehen.

Und drinnen saß sie, das Mädchen mit der Schönheit eines Engels. Sie saß am letzten Tisch des Cafés an der linken Seite des großen Panoramafensters. Ihre Schönheit war noch beeindruckender als zuvor, gekleidet in einem schwarzen Mantel mit weißem Fell und innen gut gefüttert, einer Mütze und zugleich auch noch Valenkis.

Ich setzte mich und wir redeten. Alles verlief gut, bis wir unsere Getränke bestellten: heiße Schokolade für mich, und sie nahm auch eine. Eine Frau nahm unsere Bestellung entgegen, und wir warteten. Als die Schokolade kam, nippten wir daran, und ich konnte ihr Lächeln wieder sehen.

Doch dann wurde die gute Stimmung für mich unterbrochen, buchstäblich wie Glas zerschmettert in dutzende Scherben, als ich Sie erblickte. Ihr fragt euch bestimmt, wen ich meine. Lasst mich diese Frage für euch beantworten.

Die Gestalt, die das Café betrat, war meine Ex-Freundin. Ihr Name war Valentina, oder besser, wie ich sie in meinen Worten nannte, Yandere, und dies aus speziellen Gründen, auf die ich gleich zu sprechen komme.

Ich war mit ihr ein paar Monate zusammen. Am Anfang lief alles gut, doch über die Zeit sah ich ihr Verhalten, ihr krankhaftes Verhalten von Kontrolle und Angst, dass ich sie verlassen würde und gar betrügen werde.

Dies ging so weit, dass ich mich nicht einmal mit meiner Cousine treffen sollte oder allgemein mit Mädchen in der Schule, was dumm war. Über die weitere Zeit kam es zu vielen Streitereien zwischen uns, doch eines Tages machte ich Schluss.

Der Terror endete jedoch nicht. Es began mit stalking, sie besuchte mich immer wieder, klopfte an die Tür, sendete Geschenke, Kuchen oder anderes, Blumen, und spammte mich mit Anrufen, tagsüber oder nachts, und spammte mich auch über Social Media voll mit Fake-Accounts.

Ich ging diesbezüglich zur Polizei in der Hoffnung auf ein Ende. Dank meiner Eltern, die guten Kontakt zu einem Anwalt hatten, bekam sie eine richterliche Verfügung, sich mir nicht zu nähern, in einem bestimmten Umkreis.

Sie zu sehen ließ mir das Blut in den Adern eiskalt gefrieren und mich in Panik versetzen, und ließ mich kreidebleich erscheinen, als ich sah, wie sie an uns vorbeischritt, ohne uns eines Blickes zu würdigen, und sich an den gegenüberliegenden Tisch von uns setzte.

Ich wurde in die Realität zurückgeholt, als Anya meine Hände berührte. „Ist alles gut?“ fragte sie mich. Doch nein, nichts war in Ordnung in dem Moment, zweifelte an der Realität selbst.

Ich war ein Mensch, der an die Evolutionstheorie glaubte und an keine übernatürlichen Vorkommnisse. Doch wie war es möglich? Sie starb bei einem Autounfall. Dies war ein großes Thema in den Nachrichten und ein Schock für mich. Doch wenn dies der Fall war, wie konnte sie hier sein?

Wie sollte ich es ihr erklären? Ich versuchte, mich zu beruhigen und fokussierte mich weiter auf das Date mit Anya, die mich mit ihrem warmen Lächeln und einem Hauch von Besorgnis musterte. Sie sah, dass etwas nicht stimmte, doch ich versuchte, die Situation zu beruhigen.

Ich versuchte, meine Wut und zugleich extreme Verwirrung nicht offen zu zeigen. Ich ging kurz zur Toilette und schritt dabei am Tisch von meiner Ex vorbei.

Im vorbei gehen musterte ich sie flüchtig, als wolle ich überprüfen, dass mir mein verdammtes Hirn keinen Streich spielte. Doch es war keiner.

Es war Valentina in Fleisch und Blut und genauso, wie sie früher war, vom Kleidungsgeschmack. Ich schritt ins Bad und wusch mir das Gesicht, um mich in die Realität zu holen und mich davon zu überzeugen, dass dies nicht real ist, dass es nicht real sein kann.

Doch dann hörte ich die Schritte. Langsame, hallende Schritte, die auf den kalten Fliesen Boden der Toilette widerhallten. Mein Herz begann zu rasen. Das Licht im Bad flackerte, und die Temperatur sank plötzlich, als ob jemand die Fenster geöffnet hätte. Ein eisiger Hauch streifte meinen Nacken und ließ mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen.

Ich drehte mich langsam um und sah sie im Spiegel. Valentina stand direkt hinter mir, aber sie war verändert. Ihre Augen waren völlig weiß, ohne Iris oder Pupillen, und sie starrten mich an. Ihre Haut war blass, fast wie Pergament, und ihre Lippen zogen sich zu einem unheimlichen Lächeln hoch. Das Lächeln, das früher unschuldig wirkte, war jetzt etwas, das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ.

„Ich habe dich vermisst,“ flüsterte sie, ihre Stimme war ein kalter, geisterhafter Hauch, der mir direkt ins Ohr zu fließen schien. Ich fühlte, wie die Kälte mich durchdrang, als ob ihre Worte meine Seele berührten.

Panisch drehte ich mich um, doch da war sie nicht. Das Bad war leer. Mein Atem beschleunigte sich, kleine Wölkchen bildeten sich in der kalten Luft. Ich wollte schreien, doch kein Laut drang über meine Lippen. Die Spiegel reflektierten nur meine blasse, angstverzerrte Gestalt.

Dann sah ich es. Tiefe Kratzer erschienen plötzlich auf der Spiegeloberfläche, als ob unsichtbare Klauen darüber fuhren, Klauen eines wilden Tieres oder anderem Wesen. Das Licht flackerte erneut und spiegelte ihre Gestalt wieder.

Doch dieses Mal schien sie noch näher zu sein, ihr unheimliches Lächeln nur Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Ein gruseliges höhnisches Lachen hallte durch den Raum, und bevor ich reagieren konnte, verschwand es wieder.

Ich rannte aus dem Bad, mein Herz hämmerte wie ein Presslufthammer. Die Angst packte mich und ließ mich fast stolpern, doch ich versuchte, meine Panik zu verbergen, als ich zu Anya zurückkehrte. Ich wollte nicht dumm aussehen, doch meine Hände zitterten, und mein Gesicht war kreidebleich.

In meinem Gesicht standen tausend Fragezeichen, Fragen über Fragen, doch keine konnte ich beantworten. Ich setzte mich wieder zum Tisch und sah Anyas Blick, der mich fixierte. „Ist wirklich alles gut?“ fragte sie mich mit einer Besorgnis, die ihr ins Gesicht geschrieben war. Doch ich konnte nur nicken, unfähig, die schrecklichen Ereignisse zu erklären, die sich gerade abgespielt hatten.

Ich log sie erneut an. „Ja, alles gut. Doch ich glaube, ich muss heute früher gehen. Es tut mir leid.“ Sie blickte mich an. „Kein Problem, du siehst auch nicht gut aus. Ich glaube, es war zu überstürzt, so früh zu daten. Bitte entschuldige.“ sagte sie mit einem Lächeln, ihr süßes Lächeln, das mich schon einmal in ihren Bann gezogen hatte. Doch jetzt zeigte es Zeichen von Schuldgefühlen.

„Nein, nein, es liegt nicht an dir. Ich fühle mich einfach gerade nicht so gut.“ Beruhigte ich sie bevor ich auf stand, warf ihr einen letzten Blick zu und schritt am Tisch vorbei, wo eben noch… Das Wort blieb mir im Hals stecken. Der Tisch, wo gerade noch meine Ex war, war nun leer. Von ihr fehlte jede Spur. Wir hatten die Tür klar im Blick. Wie konnte sie weg sein? Hatte ich mir gerade alles nur eingebildet?

Der Tag ging recht schnell zu Ende. Zuhause ging ich sofort in mein Zimmer und legte mich direkt schlafen, immer noch mit einer gewissen Sorge und Verwirrung. Ich konnte das, was heute passiert war, nicht begreifen. Hätte ich es meinen Eltern erzählt, hätten sie mich wohl ausgelacht und gesagt, ich sei „verrückt.“

Doch dieser Terror auch kein Ende nehmen denn jetzt würde er richtig beginnen.

Nun war es Donnerstag, drei Tage nach unserem Treffen, doch in diesen Tagen konnte ich an niemand anderen denken. Obwohl wir noch nicht verliebt oder in einer Beziehung waren, fand ich sie recht süß. Sie war anders im Gegensatz zu den anderen Mädchen, die an der High School präsent waren.

Doch die Gedanken an meine Ex ließen mich nicht ruhen. Ständig fragte ich mich, ob es nur eine Einbildung war. Doch wenn es das war, dann war sie verdammt real, fast surreal.

Ich war recht spät dran, als ich aus der Haustür gehen wollte. Ich erstarrte, als mir der Strauß schwarzer Blumen auffiel, der auf der Fußmatte lag. Daneben lag ein Zettel, auf dem mein Name stand: „für John“. Die Handschrift erkannte ich überall, sie war ohne Zweifel von Valentina. Also ging es wieder los. Ich nahm die Blumen und schmiss sie in die Tonne.

Ich beeilte mich, um nicht zu spät zur Schule zu kommen, und kam rechtzeitig am Gelände der High School an. Als ich an den Spinden vorbeischritt, konnte ich Anya sehen. Sie sah mich und kam auf mich zu, begrüßte mich mit ihrem, wie ich es nun nenne, engen Lächeln.

Wir begaben uns zu den Unterrichtsräumen. Der Unterricht zog sich endlos hin, und ich erntete neugierige Blicke, als meine Klassenkameraden mich mit Anya sahen. Ich bemerkte leises Tuscheln, doch das sollte mir egal sein.

Endlich, nach einer verdammten Ewigkeit, endete der Unterricht heute früher. Nachdem ich mich von Anya verabschiedet hatte und sie zum Bus brachte, wollte ich mich auf den Rückweg machen. Mein Weg führte an der Sporthalle und dem großen Sportplatz vorbei, hinter dem ein Wald lag. Alles sah aus wie ein Winterwunderland, umgeben von einer dicken Schneeschicht.

Und wieder war da dieses Gefühl. Ich spürte, wie sich meine Nackenhaare aufrichteten, als ich den kalten Atem einer Gestalt hinter mir spürte. Instinktiv drehte ich mich um, doch hinter mir war nichts.

Und doch hätte ich schwören können, dicht am Eingang des Waldes, unter der Masse des Schnees eine Gestalt zu sehen, die mir mit einem unheimlichen Lächeln zuwinkte.

Dann hörte ich die Stimme: „Wir sehen uns bald.“ Die Stimme war von Trauer und doch Hass gezeichnet. Und so verschwand die Gestalt im tiefen Wald.

Ich ging nach Hause. Mehr und mehr wurde ich paranoid, ein ständiger Kampf gegen die Illusionen, die mich heimsuchten. Ich war schon immer ein Mensch, der an die Wissenschaft glaubte und nicht an das Übernatürliche, doch dieses Mal sollte ich getäuscht werden.

Am nächsten Tag war in der Schule die große Vorbereitung zum Weihnachtsball, ein Event, das viele Schüler der Schule begeisterte. Alle tauchten mit ihren Partnern auf. Nur ich hatte keinen, doch auch hier sollte ich auch vom Gegenteil überzeugt werden.

Während ich mit Anya an unserem Projekt arbeitete, bot sie mir überraschend an, meine Partnerin auf diesem Ball zu sein, etwas, das mein Herz schneller schlagen ließ. Ich wurde knallrot und fühlte mich wie ein Vollidiot, doch sie fand es süß.

Sie erzählte mir, sie habe kaum Freunde in der Schule in Russland, was mich überraschte. Warum sollte so ein nettes Mädchen keine Freunde haben? Ich kam nicht dazu, den Gedanken zu Ende zu denken, als die Glocke ertönte und wir uns zurück in den Klassenraum begaben.

Auf dem Weg zurück verstaute ich meine Sachen im Spind, doch dann erstarrte ich. Im Spind war ein schwarzer Karton mit Parfum, das ich nur zu gut kannte. Wieder mit der Nachricht auf dem Schild, wie am Morgen: „für John.“

Ich fasste einen Entschluss, nahm den Karton mit nach Hause und würde ihn dem Anwalt nächste Woche auf den Tisch knallen. Egal, ob ich aussah wie ein Idiot, dieser Karton würde unwiderlegbare Beweise liefern.

Doch als ob man vom Teufel selbst sprach, sah ich sie. Diesmal zweifelte ich nicht. Sie stand am Eingang zum Treppenhaus, ihr Lächeln emotionslos und kalt. Ich sah, wie sie die Treppen hochrannte, und ich folgte ihr. Hatte sie mich die ganze Zeit beobachtet wie ein Jäger seine Beute.

Das Treppenhaus schien sich endlos zu erstrecken, bis es schließlich zu einem Korridor führte, der in den zweiten Stock mündete. Der Korridor war dunkel und kalt, die Wände feucht und mit seltsamen Flecken übersät. Ich sah sie am Ende des Korridors, gekleidet in das Outfit, das sie während ihres Unfalls getragen hatte. Ihre Haare waren zerzaust und ihr Gesicht blass. In ihrer Hand hielt sie ein Messer, an dem sie langsam und genüsslich leckte. Das Blut tropfte von der Klinge und hinterließ eine Spur auf dem Boden.

„John“, flüsterte eine Stimme in meinem Ohr. Ich drehte mich um, doch da war niemand. Ein kalter Hauch streifte mein Gesicht, und ich hörte ein leises Kichern, das aus den Schatten zu kommen schien.

Die Dunkelheit schien lebendig zu werden, bewegte sich und formte Schatten, die in meinem peripheren Blickfeld verschwanden, sobald ich sie direkt ansah. Ich hörte nur deren Flüstern.

Ich schritt langsam auf sie zu, doch mit jedem Schritt, den ich machte, schien der Korridor länger zu werden. Sie stand da, regungslos, das Messer an ihre Lippen gepresst, während ihre Augen mich fixierten. Ein Knacken ertönte hinter mir, als ob jemand einen Ast zerbrach, und ich drehte mich erneut um. Wieder nichts.

Als ich mich wieder zu ihr umdrehte, war sie verschwunden. Es war, als ob sie nie da gewesen wäre. Nur das Messer lag noch auf dem Boden, das Blut langsam in die Ritzen des Bodens sickernd. Und das Messer selbst was sie förmlich vor meinen Augen in blutrotem Nebel auflöste.

Ein leises Flüstern erfüllte den Raum, unverständlich und doch bedrohlich. Ich spürte eine kalte Hand auf meiner Schulter. Panisch drehte ich mich um, doch wieder war da nichts.

Ein letztes Flüstern, ein letzter Hauch, und dann war alles still. War ich wirklich so paranoid, dass ich nun Wahnvorstellungen hatte? Oder hatte ich es ernsthaft mit einer Gestalt aus dem Jenseits zu tun? Langsam verlor ich den Verstand und zweifelte an jener Realität.

Diese Gedanken überwältigten mich, und unter dem Vorwand, dass ich extreme Bauchschmerzen hätte, ging ich nach Hause. Es schmerzte mich, Anyas Herz zu brechen; ich hatte es ihr versprochen, doch ich konnte es nicht ertragen, ihr das von Angesicht zu Angesicht zu sagen. So entschied ich mich, es ihr über WhatsApp zu schreiben.

Am Abend saß ich in der Essecke und aß eine Pizza, die meine Mutter bestellt hatte, um mich aufzuheitern. Ich hatte ihr nichts von den Ereignissen erzählt. Was hätte ich sagen können? „Mama, ich werde von einem Geist verfolgt.“ Sie hätte mich wohl ausgelacht, auch wenn ich ihr Sohn war. Dasselbe galt für meinen Vater.

Ich aß weiter an der Pizza, als es an der Tür klingelte. Meine Mutter sah mich verwirrt an, und ich hörte, wie mein Vater die Tür öffnete. Doch anstatt der erwarteten Stimme von Britney, schließlich hatte sie mich früher immer besucht selbst nach den Ereignissen und der gänzlich gescheiterten Verfügung.

Doch die Stimme, die ich hörte ich eine andere, freundlichere und wärmere Stimme. Ich wagte einen Schritt in den Flur und erblickte Anya. Sie stand dort in einem winterweißen Outfit, einem Kleid, und trug eine feine weiße Mütze, Stiefel und Handschuhe.

Mein Vater klopfte mir stolz auf die Schulter. Anya trat ein und zog ihre Mütze, Handschuhe und Stiefel aus. „Ich hoffe, ich komme nicht unpassend“, sagte sie schüchtern. Sie hielt ein Geschenk und eine Tafel Schokolade in der Hand, die sie mir freudig übergab.

„Ich habe gehört, dass es dir schlecht geht, und wollte nach dir sehen und eventuell etwas Zeit mit dir verbringen. Aber wenn es dir noch schlecht geht, wäre es wohl besser, wenn ich gehe.“

„Ach, Quatsch, du kannst gerne bleiben“, beruhigte ich sie. Da ich wusste, dass wir unten nur Fragen ausgesetzt wären, beschloss ich, mit Anya nach oben in mein Zimmer zu gehen.

Im Zimmer vertrieben wir uns die Zeit, redeten und spielten an meiner PS5 Konsole etwas Minecraft und Mortal Kombat X. Die Angst war immer noch in meinem Kopf: Was, wenn Britney herausfinden würde, dass ich mich mit einem anderen Mädchen treffe? Ich wusste, wie eifersüchtig sie sein konnte.

Doch unsere Aufmerksamkeit wurde durch einen Schrei gestört, der direkt wieder verstummte. Er kam aus dem ersten Stock des Hauses. Zuerst dachte ich mir nichts dabei.

Doch dann, wie aus dem Nichts und ohne Vorwarnung, zersprangen die Fenster. Es war, als ob sie einem unnatürlichen Druck ausgesetzt wären. Wäre es der extreme Winterwind gewesen, wäre dies definitiv nicht normal. Doch ich sollte mich in den nächsten Minuten vom Gegenteil überzeugen.

Gleichzeitig vernahm ich ein lautes Poltern, als ob ein Tisch umgefallen wäre, gefolgt von zerbrechendem Geschirr. Nun konnte ich mir den Gedanken, Mama sei eventuell ein Teller aus der Hand gefallen, aus dem Gedächtnis streichen.

Ich blickte in das von Angst und Kälte geprägte Gesicht von Anya, die inzwischen meine Hand genommen hatte. Es war bereits dunkel geworden, der Himmel war von schweren Wolken bedeckt und der Schnee versperrte die Sicht.

Ich musste nachsehen, was da unten los war. Hätte ich das nicht getan, wäre meine mentale Gesundheit wohl zumindest noch für einen Teil unversehrt geblieben. Die kalte Luft schoss mir wie Nägel ins Gesicht, als ich durch eines der zersprungenen Fenster in den Flur des zweiten Stockwerks hinausblickte.

Der Flur und das angrenzende Wohnzimmer an der letzten Treppenstufe waren von unheimlicher Stille geprägt. Nur das leise Stöhnen oder Ächzen einer Person aus dem Wohnzimmer konnte ich vernehmen.

Als ich weiter nach unten schreiten wollte, packte mich Anya. „Lass mich bitte hier oben nicht allein“, flehte sie. Ich nickte, und sie hielt sich fest an meiner Hand. Schritt für Schritt näherten wir uns dem Wohnzimmer. Es war in pure Dunkelheit gehüllt, jede Lichtquelle – sei es vom Kamin oder von den Deckenlampen – war erloschen.

Ich zog mein Handy und aktivierte die Taschenlampe, um wenigstens ein bisschen zu sehen. Was sich vor meinen Augen abspielte, ließ meinen Magen umdrehen. Der Geruch war stark und roch nach Verwesung. Ich sah das Chaos: der Tisch war umgeworfen, das große Panoramafenster zerborsten.

Und der Raum roch noch nach etwas anderem, etwas Metallischem. Ich brauchte gar nicht lange zu raten, was es sein könnte, denn ich bekam meine Antwort, als ich zum Baum blickte. Dort sah ich sie – die leblosen Körper meiner Eltern. Der Raum war in Blut gehüllt, selbst die Decke.

„Verdammte Scheiße, was ist hier passiert?“ fragte ich mich, als ich das Bild des puren Chaos erfasste. Und da sah ich sie. Sie stand direkt über den Leichen meiner Eltern – Valentina. Sie erhob sich und zog ihre gewaltigen Zähne aus den Leichen meiner Eltern, sie musterte mich.

„Ach, John, da bist du ja endlich. Wie schön, dass ihr nach unten gekommen seid. Ich fragte mich schon, wie lange ich noch warten müsste.“ Ihre Augen verwandelten sich wieder in weiße Schlitze. „Und wie ich sehe, hast du meinen Karton mitgenommen. Ich hoffe, der Inhalt hat dir gefallen, das hat er wohl, denn sonst hättest du ihn wohl nicht bis nach Hause mitgenommen?“

Sie sprach mit einem schiefen Lächeln. Ich konnte förmlich die Reißzähne erkennen, die aus ihrem Kiefer hervorkamen wie große Hauer und sie waren blutbedeckt, sowie ihr Gesicht. „Wie ich sehe ist das Misstück auch da wie schön dann kann ich euch beide hier töten!“

Mein Herz hämmerte in meinem Hals, als sie die Klinge eines Messers erhob und zuschlagen wollte. In diesem Moment packten mich Hände und zogen sich mit ihnen.

Es waren Anyas Hände. In ihren Augen sah ich pure Todesangst. Doch ich stand starr im Wohnzimmer, betäubt von dem Versuch, die Szene zu begreifen. Mein Kopf war ein Wirbelwind aus Gedanken. „Das ist nicht real. Es kann nicht real sein.“ Anya hechtete zur Haustür, doch zu unserem Nachteil war sie abgeschlossen.

Anya riss mich mit sich hoch ins Bad. Ich vernahm die Stimme – die kalte, emotionslose, schrille Stimme von Valentina. „Wo wollt ihr denn hin? Es wird doch gerade spaßig.“ Anya knallte die Tür zu und drehte den Schlüssel im Schloss, bis sie verriegelt war.

Ich war komplett neben der Spur, war auf meine Knie gesunken, spürte die warmen, weichen Hände Anyas, die mich versuchten in die Realität zu holen. Ihre Stimme war so warm und weich, so mitfühlend, und bat mich zurückzukommen.

Tränen flossen wild über meine bereits geröteten Augen. „Was war hier gerade passiert?“ Ein weiteres Geräusch ließ mich buchstäblich zusammenzucken.

Es war die Klinge der Machete, die auf der Oberfläche und dem Rahmen der Tür entlangkratzte. Es hörte sich an wie die Krallen einer Bestie, doch wären es Krallen, hätten sie längst die Tür zersägt.

„Kommt schon heraus, oder ich komme rein. Entsendet eure letzten Gebete, denn es wird das letzte sein, was ihr tun werdet.“ Valentinas Stimme auf der anderen Seite der Tür war so kalt wie der Tod persönlich.

„Hau am besten ab, wir haben bereits die Polizei verständigt!“ schrie ich ihr entgegen, doch es wurde nur mit einem Kichern beantwortet. „Ist das so? Dann verrate mal, wie ihr das ohne Handys gemacht habt. Wenn ich doch eure Handy habe.“

Wir saßen in der Falle. Das Fenster des Raumes war zu klein, gerade mal groß genug für einen Kopf, somit keine Chance zu fliehen. Wir saßen in einer Todesfalle mit Schlingen um den Hals.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Valentina die Tür durchbricht und uns aufschlitzt. Nichts würde sie mehr zurückhalten. So dachte ich, bis ich mich an den Schrank erinnerte, in dem mein Vater eine Waffe versteckt hatte.

Anya griff nach meiner Hand und zerdrückte sie förmlich. In diesem Moment kam mir die Idee – es war der einzige Weg.

„Valentina, ich weiß, dass du wütend bist. Ich sagte, ich liebe dich. Doch bitte, lass Anya in Ruhe. Ich komme jetzt raus und dann kannst du mit mir machen, was du willst.“ brachte ich hervor.

Lange Zeit geschah nichts. Dann vernahm ich das Zurücktreten von Schritten auf der anderen Seite der Tür. „Ich will nur, dass du mich wieder liebst,“ hörte ich Valentinas Stimme. Sie war von Trauer gezeichnet, doch ich wusste, es war keine echte Trauer. Sie war geisteskrank, das wusste ich, seitdem sie meine Eltern getötet hatte.

Der Raum war dunkel, die einzige Lichtquelle war ein schwaches, flackerndes Licht und der Schein des Mondes der hinter den Wolken hervorkam. Der Winterwind pfiff durch die zersprungenen Fenster von deren Rahmen die Scherben nun den Boden ebneten und ließ es kälter wirken als es ohnehin schon war.

Mit einer schnellen Bewegung griff ich nach der Glock auf der Kommode und schirrt zur Tür ich drehte den Schlüssel im Schloss und entriegelte sie, als ich die Klinke der Tür herunter drücken wollte spürte ich die Hände Anyas.

Sie versuchte mich  davon abzuhalten dies zu tun wild schüttelte sie mit ihrem Kopf, doch ich hatte meine Entscheidung getroffen nickte ihr zu.

Langsam öffnete ich die Tür. Die Dunkelheit schien sich um mich zu schließen, die Kälte griff nach meinem Herzen. Ich spürte Angst, pure, lähmende Angst. Valentinas Präsenz war überwältigend. Anya verschloss die Tür hinter sich.

Da stand sie, blutverschmiert, ihre Augen vor Wahnsinn funkelnd. Sie leckte und saugte an dem blutbedeckten Messer, als wäre es ein köstliches Mahl. Das Blut tropfte langsam auf den Boden, jede Bewegung verstärkte den grausigen Anblick.

Ich trat hinaus, die Kälte biss in meine Haut. Hier waren wir nun, ich hatte nur eine Chance Britney, gekleidet in einem ehr lässiges Outfit, schwarze Leder Jacke Stiefel mit Absätzen und einer weißen Bluse die nun blutrot getränkt war.

Valentinas Lächeln war ein groteskes Zerrbild der Freude, ein Abgrund des Wahnsinns. Ihre weißen Augen waren weit aufgerissen als sie mich musterte und ein Lächeln auf ihren Lippen erschien, als hätte sie nicht erwartet das ich herauskomme. Sie steht vor mir und streckt ihre Arme aus immernoch mit einer gewissen Vorsicht.

„Da bist du ja komm in meine Arme mein Leiber ich habe dich lange vermisst seit dem Vorfall jede einzelne Sekunde.“  Ihre Stimme kam nur wie ein Flüstern hinüber.

Ich wusste ich würde ihr niemals genug sein kein Mensch selbst wenn er sein ganzes Leben ihr opfert seine ganze Existenz ihre krankhafte Sucht und ihre verstörte Anschauung der Liebe würde mich oder ihren nächsten ins Verderbe stürzen doch soweit würde es nicht kommen ich wusste es würde enden hier und jetzt.

Mit einer schnellen Bewegung und zitternden Armen zog ich die Waffe und richtete die Mündung auf Valentina. Ihr Lächeln verblasste und sie sah nun so hilflos aus, einer ihrer alten Tricks. Doch diesmal würde mich das nicht aufhalten. Mit einer blitzschnellen Reaktion schoss ich ihr ins Knie, was sie aufschreien ließ, doch sie ließ das Messer nicht aus der Hand sinken.

Ich hechtete nach vorne, als sie erneut ausholte, duckte mich unter der heranrauschenden Klinge des Messers hindurch. Doch sie rammte mir das Messer in mein Knie. Das Adrenalin betäubte den Schmerz, und ich stützte mich auf sie, mit solcher Wucht, dass es uns beide die Treppe hinunterstieß. Wir rollten lautstark die Treppen hinunter, jeder Aufprall auf den Stufen verstärkte den Schmerz der Stichwunde.

Es schmerzte unerträglich. Es tat so weh, es tat so gottverdammt weh, doch dann umfing mich die Dunkelheit der Bewusstlosigkeit. Als ich erwachte, lag ich in einem Krankenbett. Anya musste Hilfe geholt haben, während Valentina und ich die Treppe hinuntergestürzt waren.

Der Raum war weiß und steril, ein weitaus andere Umgebung in der ich die letzten Stunden oder Minuten war. Das schwache Licht des späten Nachmittags drang durch die halbgeschlossenen Jalousien. Mein Kopf dröhnte, und jeder Atemzug fühlte sich schwer an.

Später, als die Nacht hereinbrach und Anya mich besuchte, konnte ich nicht anders, als immer wieder zur Tür zu blicken, in Erwartung, dass Britney jeden Moment hereinstürzen könnte. Die Krankenschwestern und Ärzte versicherten mir, dass ich sicher sei, aber ein nagender Zweifel blieb.

Nachts, als die Lichter gedämpft wurden und die Geräusche des Krankenhauses leiser wurden, hörte ich ein leises Kratzen an der Tür. Mein Herz setzte einen Schlag aus. War es nur meine Einbildung? Hatte  ich den Verstand verloren?

Die Dunkelheit der Nacht umfing mich, und ich wusste, dass dieser Terror kein Ende nehmen würde.

 

 

 

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