
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Vor meinen Augen erstreckte sich ein dunkler Flur. Diese
Dunkelheit. Sie war so erdrückend. Und doch gab es etwas, was mein Innerstes
dazu bewegte bis zum Ende hinzulaufen. Ich spürte eine unangenehme, fast
schon zerrende Spannung in meinen Muskeln. Meine Hände ballten sich zu Fäusten.
Für keinen Preis der Welt, wollte ich dort entlang gehen… Verzweifelt versuchte
ich gegen dieses Treiben anzukämpfen, doch gerade als ich der Ansicht war
meinen Körper wieder vollkommen unter Kontrolle zu haben, verspürte ich etwas sanftes
auf meiner Nase. Es kitzelte mich leicht, sodass ich gezwungen war zu kichern.
Augenblicklich entspannten sich meine Muskeln. Bei genauerer Betrachtung besah
ich mich einem Schmetterling. Seine Flügel schimmerten dunkelblau und waren das
einzige, was diese grausame und unheilvolle Schwärze zu durchbrechen schien. „Na
wo kommst du denn her, mein kleiner?“, fragte ich meinen Begleiter und hielt
meinen Finger in der Nähe hin, sodass er darauf übergehen konnte.
Ein leichtes Lächeln zeichnete sich auf meinen Lippen ab.
Ich liebte Schmetterlinge. Doch es war nicht nur ihre Schönheit vor der ich
Achtung hatte, sondern das Leben dass sie führten. Sobald sie sich von ihrem
elendigen, weniger bedeutungsvollen Dasein als Raupe in ein wunderbares
beflügeltes Insekt entpuppt hatten, konnten sie dorthin reisen, wo ihre Wege
sie führten. Jede Blume und jede Wiese ist ein prachtvolles Geschenk Mutter
Naturs, die nur darauf wartete bis ihre Kinder zu solchen Wesen heranwuchsen,
um diese dann mit der freien Natur zu beglücken. Plötzlich flog mein kleiner
Freund davon. Er flog so gleichmäßig und schnell, bis nurnoch ein
schwacher Lichtschein von Azurblau zu vernehmen war. Tränen stiegen in mir auf
als er mich verließ.
Auf keinen Fall wollte ich, dass er mich alleine ließ. An
diesem Ort, in welchem ich mit nachtschwarzen Armen vom Korridor begrüßt wurde. So rannte ich ihm hinterher. Der Korridor erstreckte sich ins endlose. Meine
Beine brannten, mein Atem wurde flacher. Mit jedem weiteren Schritt den ich tat
bekam ich mehr und mehr das Gefühl die Luft würde dünner werden. Schlussendlich
brachte mich mein rasendes Herz und die in Schweiß gezeichnete Erschöpfung zum stehen.
Nachdem ich eine Weile lang mich aufs gleichmäßige Ein- und Ausatmen konzentriert
hatte, blickte ich hinauf. Ein ganzer Schwarm voller prachtvoller
Schmetterlinge, dessen Flügel in ein Azurblau getaucht waren flog seine Kreise.
Von irgendwoher schien auch endlich ein kleiner Schein Licht hereinzubrechen,
selbst wenn es so schwach und matt war, wie das eines Mondes. Es unterstützte
das atemberaubende Spektakel umso mehr.
„Du findest sie auch schön, nicht wahr?“, ertönte eine
tiefe, nahezu dämonische Stimme aus dem Nichts. Ich hätte erwartet dass jene
Stimme unter den kahlen Wänden wiederhallen würde, doch diese schien sie nur zu
verschlingen. Zögernd trat ich einen Schritt näher ins Licht, ehe ich mit einem
Nicken meine Zustimmung bedeutete. Egal wo ich auch hinschaute; nirgends konnte
ich die Gestalt erblicken, die ihre Worte mit mir wechselte. Letztendlich sah
ich sie doch. Sie stand inmitten des Meeres aus Schmetterlingen und streckte
ihre Arme empor. Sie waren mit einem Gemisch aus Azurblau und Schwarz versehen,
wobei die Schwärze eindeutig dominierte. Als eben diese bemerkte, wie ich sie
voller Staunen und Neid beobachtete, zeichnete sich ein schiefes Lächeln auf
ihren Lippen. Worauf wartest du? Werde
frei! Werde ein Teil von uns!, formte sie tonlos und streckte mir einladend
eine Hand entgegen.
Wie in Trance lief ich, ohne auch nur einmal den Blick, von
meinem Gegenüber zu wenden, in das Meer meiner Lieblingsinsekten hinein. Zwei
eiskalte Hände erfassten mich, doch diese Kälte ging wie ein leichter Windhauch
an mir vorbei. Erst als ich aus meinem „schlafenden“ Zustand erwachte, erkannte
ich, wer dieses Wesen war, dass mir zur Freiheit verhalf. Es war niemand
anderes als ich selbst gewesen. Getaucht in den Farben meiner freien Begleiter.
Nun sah ich mit an, wie meine prachtvollen Freunde langsam ihre Farbe verloren.
Ihr wunderbares Blau zerfloss wie Wasser aus ihren Flügeln und tropfte auf den
harten Betonboden. Fassungslosigkeit und Panik zeichneten sich auf meinem
Antlitz ab, während ich mein Ebenbild anblickte, doch dieser lächelte nur
mäßig.
Der kreisende Schwarm, welcher anfangs einen großen Abstand
aufwies, wurde immer enger und enger. Ich spürte ihre schnellen Schläge auf
meiner Haut. Ich war gezwungen meine Augen fest zusammenzupressen, um ihre
bohrenden Füller nicht in meinen Sehorganen wiederzufinden. Wie ein kleines
Kind, klammerte ich mich an meinem Gleichnis fest. Nach einer gefühlten
Ewigkeit, spürte ich einen leichten Windhauch, der meine Wunden brennen ließ
und einen unangenehmen Geruch offenbarte.
Es roch nach verbranntem Fleisch. Als ich meine Lider langsam wieder
öffnete, besah ich mich einem panischen Haufen voller Menschen, die die nackte
Angst in ihren Augen und in ihren kreischenden Stimmen offenbarten. Der Wald in
welchem ich meine Wenigkeit wiederfand brannte lichterloh. An einigen Bäumen,
dessen Flammen am Stamm leckten, hingen ebenfalls Menschen. Ihre leblosen
Körper, pendelten leicht im Wind hin und her.
Plötzlich vernahmen meine Ohren einen restlosen Versuch nach
Luft zu schnappen. Meine Sehorgane blickten einen alten Mann, der verkrümmt und
schwer atmend dalag. Seine Kleidung war bis auf wenige Stellen mit Blut
befleckt und in seiner rechten Hand hielt er einen halbtoten Schmetterling.
Vorsichtig entnahm ich eben diesen aus der großen, verschwitzen Hand des alten
Mannes und küsste ihm auf die samtweichen Flügel. Zu sehen, dass die Menschen den Wald absichtlich in Brand setzten oder diese mit ihren Maschinen gänzlich vernichteten, brach mir das Herz. Wie konnte man meinen Freunden nur so etwas antun? „Niemand wird euch mehr etwas
antun. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man seine Brüder und Schwestern
verliert, doch habt keine Angst. Ich bin für euch da. Ich werde all die bösen
Menschen fortschaffen, die es je wagten euch etwas anzutun. Euch oder eurem zu
Hause,“ erklärte ich meinem Freund der Natur und schlug dem bereits halbtoten
meine Faust ins Gesicht. Blut spritzte und beschmutzte meine Hand. Das süße
Blut meiner Feinde, dachte ich zufriedenstellend.
Das letzte, was ich in dieser Nacht von mir gab, ehe ich mit
den restlichen meiner Freunde an einen anderen Ort zog, war ein Schwur, der
mich bis zum Lebensende begleiten sollte: „Ich schwöre es bei meiner Macht, die
mir Mutter Natur gab: Ihr werdet von all dem schlechten auf der Erde erlöst
sein und wenn dies sein Ende nehmen sollte, dann… sind wir frei!“ Den Rest meines Weges ging ich in Begleitung eines hysterischen
Lachens. Wissend, dass ich gemeinsam mit meinem anderen Ich triumphieren werde!
Geschrieben von: () 12:05, 5. Mai 2017 (UTC)