
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Was siehst
du, wenn sich deine ermatteten Augen schließen? Wenn du in die Tiefe deiner
Selbst eindringst? Wie sieht er aus; dein persönlicher sicherer Ort? Ist es
vielleicht eine weite Wiese voll saftig grünem Gras, dessen Halme sich durch
das Streicheln des sanften Windhauches bewegen? Könnte es eine Landschaft an
einem atmosphärischen Ort sein, den du in deinem Leben mal besucht hast? Halte
einen Moment inne und stelle es dir vor. Was würde dich beruhigen? Deinen durch
Alltagsstress ermüdeten Geist besänftigen? Vielleicht ein nach Regen duftender
Waldhain oder ein See, dessen Oberfläche den Mondschein bricht.
Ich habe
einen solchen Ort. Möchtest du ihn sehen? Gerne werde ich dich dorthin begleiten.
Dir eine Führung durch das Innerste meiner Seele anbieten. Warum du das wollen
würdest, fragst du? Sagen wir einfach, dass sich dir völlig neue Erfahrungswelten
offenbaren würden. Konzentriere dich auf meine Worte. Lass sie einen langen
Moment auf dich wirken. Verhindere störende Zwischengedanken. Diese sind hier
vollkommen fehl am Platz. Wollen wir? Dann los. Du brauchst nicht nervös zu
sein. Wir betreten einen Ort, den ich als „sicheren Ort“ gekennzeichnet
habe. Lass dir Zeit. Schau dich ruhig um. Zeit ist relativ an diesem Ort. Wenn
du nach oben schaust, wirst du einen wunderschönen Vollmond erkennen können.
Überall am dunklen klaren Nachthimmel, wirst du die Sterne erkennen können.
Sieh nur, dort ist der große Wagen.
Lassen wir
uns für einen Moment hier im Gras nieder. Du kannst dich gerne an die Eiche
lehnen, die dort fast schon verlassen gewachsen ist. Während du dich meines
sicheren Ortes besiehst, setze ich mich hier an den Rand des Felsabhangs. Ich
finde es wunderschön hier. Nun ja, sonst würde es wohl auch nicht mein sicherer Ort sein, was? Wie? Ob ich
das nicht gefährlich finde, so am Rand des Abhanges meine Füße baumeln zu
lassen? Du bist mir ja ein Witzbold.
Ach, da fällt mir etwas ein. Setz dich bitte einmal zu mir. Keine Sorge, denn
hier wird dir nichts geschehen. Sehr schön. Siehst du die Lichter dieser Stadt
dort, die sich dort unweit unserer Klippe befindet? Die kleinen Lichtkegel, die
sich auf einsamen Landstraßen bewegen? Dies gehört ebenfalls zu meinem sicheren
Ort. Und wenn du genauer hinhörst, so kannst du die Stadtgeräusche wahrnehmen. Vereinzelte
Stimmen von Menschen, die diesen Ort bevölkern? Warum mich das beruhigt? Nun,
wenn ich beispielsweise die Lichtkegel der Autoscheinwerfer betrachte, die sich
inmitten der sonst dunklen Straßen bewegen, stelle ich mir vor, dass der Fahrer
nicht weiß, dass ich hier in der Ferne sitze und sein nächtliches Treiben beobachte.
Ist vermutlich so eine kleine Kontrollsucht.
Du siehst
schön aus, wenn du mich anlächelst. Es freut mich, dass dir dein Besuch in
meinem sicheren Ort gefällt. Hey, ich habe da eine wunderbare Idee. Wie wäre
es, wenn du hier leben könntest? Hier bist du von allem befreit, was das reale Leben von dir verlangt. Denk in
Ruhe darüber nach. Ich weiß, dass du kein angenehmes Leben da draußen hast.
Dies könnte deine Alternative werden. Was meinst du damit, dir ist unwohl dabei? Vertrau mir, du möchtest nicht gehen. Ich
habe dein Herz gesehen. Deine Wünsche und Ängste. Dieser Ort ist perfekt für
dich. Warum möchtest du nicht? Ich dachte, dass es dir hier gefällt. Schon
verletzend, wie vehement du dich dagegen sträubst. Es ist bedauerlich, dass du
mein Angebot abschlagen möchtest. Bedauerlicherweise kann ich nicht zulassen,
dass du gehst. Aber warum wirst du denn so blass, mein kleiner menschlicher
Freund? Du bist mir doch freiwillig gefolgt, oder habe ich dir je versprochen,
dass du zurückkehren darfst? Ihr Menschlein seid ja so niedlich und naiv.
Psssscht. Es ist schon ok. Du brauchst nicht schreien. Auch, wenn ich dich
gerade von diesem Abhang gestoßen habe. An diesem Ort wird dir nichts geschehen,
wenn ich es nicht zulasse.
Und nun bin
ich erneut ohne Begleitung. Die Stadt meines sicheren Ortes, pardon…meines
kleinen Reiches, hat nunmehr einen Einwohner mehr. Und doch sehe ich dich, wie
du dir wünscht der Realität zu entfliehen. So viele Menschlein ertragen ihr
wirkliches Leben nicht. Flüchten sich in das Gefilde ihrer eig’nen Fantasie.
Ich möchte dir lediglich eine Führung in meinem sicheren Ort anbieten. Du wirst
mir nichts ausschlagen können. Warte auf mich.