GeisterMittellangÜbersetzung

Spiel es noch einmal…

Es mag Musik. Es hat das Klavier besonders gern.

In einer Nacht, es war schon sehr spät, ca. 2 Uhr morgens, ich war noch auf und surfte durchs Internet während ich Musik hörte. Es war eine Nacht, wie jede andere; Ich wurde langsam müde, doch dann stieß ich auf ein interessantes Video auf Youtube mit dem Titel ” Einfachster Song, den man auf dem Klavier spielen kann! Lern es noch heute NACHT!” (“Easiest Song to Play on the Piano! Learn TONIGHT!”)

Ich kann nicht viel Klaver spielen, aber ich hatte es vor ein paar Jahren mal versucht zu lernen, als meine nun verstorbene Großmutter mir das Klavier geschenkt hatte, das immer in ihrem Wohnzimmer stand. Es ist ein sehr altes Klavier aus dem Jahr 1928, aber immernoch in gutem Zustand. Ich entschied mich dazu mir in dem Video anzuschauen, wie leicht es war dieses Lied zu lernen.

In dem Video spielten weiße Hände eine altertümliche Melodie um die mittlere C-Taste herum. Das Lied war wirklich einfach, aber irgendwas an ihm war… seltsam. Nevenaufreibend. Aber ich mochte es irgendwie.

Ich erinnerte mich an die Akkorde und Noten, stand auf und verließ den Raum auf dem Weg zum Klavier. Der Gang war ziemlich dunkel, nur mein kleines Nachtlicht flackerte, wie eine Kerze, in der einen Ecke. Ich ging langsam, mich an der Wand entlang tastend, den Gang hinunter. Irgendwo hier musste der Lichtschalter sein.

“Klick.” Gefunden.

Der Gang füllte sich mit Licht, aber ich fühlte mich etwas unbehaglich. Es schien so, für einen kleinen Moment, als ob ich was gesehn hatte. Etwas… kleines. Und… weißes? Nicht wie man sich einen Geist oder eine Seele vorstellt, aber auch nicht wie eine Person, aber es war klein und… wahrscheinlich nur meine Fantasie, die mir einen Streich zu spielen versuchte.

Ich ging weiter zu dem Raum, in dem das Klavier stand. Dieser Raum war genauso dunkel. Unsere hohen Zimmerdecken kann man nie im Dunkeln sehen, aber die Dunkelheit schien nicht natürlich zu sein. Eine Art Dunkelheit, die man praktisch fühlen kann. Ich schaltete die kleine Lampe neben dem Klavier an, öffnete den Tastendeckel und spielte ein paar Melodien zum Üben. Ich setzte meinen Fuß, während ich spielte, auf ein pedal, dass dem Ganzen ein Echo verlieh und sich fast anhörte wie… ein ständiges einatmen… ausatmen… einatmen… ausatmen…

Ich stoppte und hörte noch einmal hin. Stille. Eine unheimliche Stille.

Ich fing an den Song aus dem Video zu spielen. Die Noten passten alle gut zusammen. Ich konnte mich noch genau an die Tasten, die ich zu spielen hatte, erinnern. Er war sehr einfach. Eigentlich könnte jemand diesen Song spielen, ohne dass er merken würde, dass es tatsächlich ein Song ist.

Ich spielte zuende und lehnte mich zufrieden zurück.

Plötzlich hörte ich diese Melodie aus dem Gang ertönen.

Wie konnte das sein? Ich stand auf und ging vorsichtig aus dem Raum und dann in mein Zimmer, weil es sich anhörte, als käme die Musik von dort. Ich sah meinen Computer, der dieses Video erneut abspielte. Wahrscheinlich hatte es sich einfach neu geladen.

Dann hörte ich diese Melodie wieder, dieses Mal Kam sie von dem Klavier, an dem ich eben noch saß.

Ich war starr vor Schreck. Ich konnte mich nicht bewegen. Langsam ging ich dann, als ich mich wieder etwas beruhigt hatte, über den dunklen Gang in Richtung Musik, die aus dem finsteren Raum ertönte – das Klavier spielte immernoch diese markerschütternde Melodie.

Ich erreichte die Ecke, von der aus ich das Klavier hätte sehen können, fasste allen Mut zusammen und drehte mich um, um nachzuschauen.

Plötzlich stoppte die Musik und dort war nichts auf den ersten Blick zu sehen.

Als ich genauer hinschaute, sah ich etwas weißes… etwas kleines, fast Kindshohes… etwas, das in der dunklen Ecke stand… und mich anlächelte.

Es flüsterte, in einem verzerrten und leisen Tonfall.

“Spiel es noch einmal…”

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