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Szenen des Todes

Wie aus dem nichts stand ich plötzlich mitten auf der Autobahn.

Ich fragte mich wie ich hier her gekommen war,doch ich konnte es mir nicht erklären.

Meine Beine begannen sich zu bewegen,ich lief los ohne das ich es wirklich wollte.Zuerst kleine Schritte und dann immer schneller,bis ich irgendwann ein Tempo erreichte das Jogger wohl als Wohlfühltempo bezeichnen würden.

Mein Blick starr geradeaus auf den Asphalt gerichtet.Es waren keine Fahrzeuge unterwegs,die Bahn war völlig leer.

Als ich meinen Blick von der Straße lösen konnte und zu meinen Füßen runter sah,erkannte ich das ich keine Schuhe trug.

Meine Schritte wurden schneller und schneller.

Ich blickte immer wieder hoch und runter. Straße…Füße…Straße…Füße…

Ich erreichte das Tempo eines Sprinters der versuchte einen neuen Weltrekord zu laufen.

Mir fiel auf das ich kaum Luft holen musste und meine Atmung ruhig und gleichmäßig war.

Die Markierungsstreifen zischten nur so an mir vorbei.Ich konnte nicht anhalten auch wenn ich es versuchen wollte.Ich hatte die Kontrolle über meinen Körper verloren.

Ich starrte wieder auf die Fahrbahn und sah in weiter Ferne zwei Lichter genau vor mir.

Sind das etwa…Scheinwerfer? dachte ich aufgeregt.

Ich bewegte mich mit so schneller Geschwindigkeit,dass es nicht lange dauerte bis ich erkannte was es war.

Es war ein Pkw und er kam direkt auf mich zu.

Mein Puls schlug plötzlich schneller und auf einmal schnürte sich meine Kehle zu.

Mein Hals wurde trocken,das Verlangen nach Flüssigkeit kam in mir auf.

Doch weder anhalten noch etwas trinken oder den Blick von dem Auto abwenden konnte ich.

Es kam wie es kommen musste.Ich lief frontal in den Wagen.Ich merkte wie meine Knochen brachen und mein Körper auf das Fahrzeug aufschlug.

Ein ohrenbetäubender Knall hallte in der Luft….Überall war Blut.

Eine leise verzerrte Stimme sprach zu mir: „Was soll das? Was ist denn hier los?“

Die Stimme kam mir komischerweise sehr vertraut vor,doch zuordnen konnte ich sie nicht.Die Wörter der Stimme hörte ich zwar aber nahm sie nicht richtig war.

Ich schaute mich um und sah das der Wagen zum stehen gekommen war.Links von mir lag mein rechtes Bein mit einem Stück von meinem Torso.Rechts von mir einer meiner Arme.Durch den Aufprall wurden meine Gliedmaßen von meinem Körper abgerissen.

Wo ich auch hinsah,alles war rot. Überall klebte Blut und Eingeweide lagen herum.

Mir wurde schlecht und ich hatte das Gefühl mich zu übergeben.

Ich schloss meine Augen um das Gefühl entgegen zu steuern.

Als ich sie wieder öffnete war alles weg.Kein Auto,kein Blut,keine Eingeweide.

Dafür aber ein Ohrenbetäubendes Brummen und zischen…

Ich sah mich um und erkannte das ich mich jetzt in einem kleinen Flugzeug befand.

Vor mir saß ein Mann der mir mit seiner Hand ein paar aufeinanderfolgende Gesten zeigte.

Wie aus dem nichts öffnete sich die Seitentür des Flugzeugs.

Wie ist das möglich? dachte ich völlig verwirrt.

Mein Körper wurde von einer unsichtbaren Kraft in Richtung dieser Öffnung geschoben.

Im nächsten Moment saß ich auf der Kante der Öffnung,meine Beine hingen schon aus dem Flugzeug.

Ich versuchte mich festzuhalten.Ich spürte wie meine Finger versuchten sich in das Metallgehäuse des Flugzeugs zu bohren.Dabei brachen mir mehrer Nägel ab und das Blut tropfte auf dem Boden des Innenraums.

Auf einmal war da wieder diese vertraute Stimme die sagte: „Los jetzt! Es reicht langsam…es ist bald zu spät!“

Wieder registrierte ich sie aber nahm sie nicht richtig war.

Dann kam der Ruck der durch meinen Körper schoss.Ich merkte es zuerst am Rücken,erst leichter dann immer stärker.

Mit dem letzten Ruck passierte es,meine Finger mit den abgebrochenen Fingernägeln lösten sich vom Metallgehäuse und ich stürzte durch die Öffnung im freien Fall Richtung Boden.

Ich durchbrach dabei eine Wolkendecke und starrte danach meinem Ende entgegen das mit rasanter Geschwindigkeit immer näher kam.

„Hab ich einen Fallschirm?!“ fragte ich mich selbst…Ich hatte keinen stellte ich fest.

Die groben Umrissen der Häuser,Fahrzeuge und Menschen wurden immer schärfer,je näher ich dem Boden kam.

Wer schonmal in einem Freefalltower saß weiß ungefähr wie sich der Moment anfühlt wenn man nach unten fliegt.Genau so,nur eintausend mal schlimmer fühlte ich mich.

Ich konnte nicht atmen,mein Körper verkrampfte sich von Höhenmeter zu Höhenmeter mehr,umso tiefer ich stürzte.

Dann,die letzen Meter ging alles ganz schnell…

Ich schlug mit einer derartigen Wucht auf den Boden auf.Genau zwischen zwei Häusern und einem parkendem Auto.

Kopf,Schultern und Arme zuerst.Danach der Rest von meinem Körper.Eingeweide flogen in jede Richtung und das Blut färbte den Umkreis der Aufprallstelle tief rot.

Ich spürte nichts mehr und alles wurde schwarz…

Ein paar Sekunden später fühlte ich wieder diesen Ruck.Es fühlte sich dieses mal eher an wie ein schütteln das durch meinen Körper schoss.Phantomschmerz nennt man es glaube ich…

Darauf folgte erneut die vertraute Stimme,die dieses mal druckvoll und bestimmend sagte: „Man Mattis! Mach jetzt,es reicht,wirklich!“

Ein letzter Ruck ging durch meinen Körper bevor ich die Augen öffnete und in das Gesicht meiner Mutter blickte.

Mir wurde klar,es war alles nur ein Traum.

Nur ein Traum…

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