MittelMordTod

Tote in der Unterwelt

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Ich öffnete meine Augen und versuchte mich aufzusetzen. Erst da bemerkte ich den stechenden Schmerz in jedem meiner Körperteile, welche mit Ketten an einen kalten Metalltisch gefesselt waren. Die Luft war geschwängert mit dem Geruch von Eisen. Ich versuchte still liegen zu bleiben, da jede meiner Bewegungen schmerzte, und überlegte, was passiert war. Ich war auf dem Weg in die Unterwelt, um die Seele meiner Freundin von Hades zurückzufordern. Ich war bei Charon, dem Fährmann, angekommen und hatte ihn gebeten, mich über den Fluss Styx zu fahren. An das, was danach passierte, konnte ich mich nicht mehr erinnern. Und nun lag ich hier, gefesselt, unter Schmerzen, mit einem Geruch von Eisen in der Nase. Oder war es Blut?

Ich bewegte langsam meinen Kopf, um mich umsehen zu können. Ich lag in einem Raum, welcher mit Fliesen bepflastert war. Sie waren sicher mal weiß und steril gewesen, aber jetzt klebte dunkelrotes Blut daran. Als ich mich weiter umblickte, sah ich weiter hinten in einer Ecke einen großen Haufen. Als ich erkannte, worum es sich handelte, stieg Galle in mir auf, doch ich schluckte alles wieder runter. Dort in der Ecke lagen jede Menge abgetrennte Gliedmaßen. Einzelne Arme und Beine lagen sorgfältig aufeinander gestapelt. Und das Blut; überall war so viel getrocknetes, ekliges Blut. Mir stiegen Tränen in die Augen, welche meine Sicht verschleierten. Würde das auch mit mir passieren? Wo war ich hier gelandet? Käme ich lebend wieder raus? Ich bemühte mich darum, meinen Blick wieder klar zu bekommen, um mich weiter umzusehen.

An der Decke war etwas an den Flügeln aufgehängt. Da es vollkommen verstümmelt war, dauerte es einen kurzen Moment, bis ich erkennen konnte, dass es sich um ein geflügeltes Pferd handelte. Ein Pegasus. Ihm war eines seiner Beine abgesägt und in den Mund geschoben worden, welcher keine Zähne mehr hatte. Diese waren ihm herausgerissen und überall an verschiedenen Stellen des Körpers gewaltvoll wieder hineingerammt worden. Ich wandte meinen Blick von diesem Bild ab, da es zu grausam war. Ich schweifte ein Stück weiter mit meinem Blick. Dieser streifte etwas anderes, das ich nun musterte.

An der Decke hingen außerdem drei leblose Körper und ich erkannte, dass es sich um die drei Furien handeln musste. Sie hatten alle drei langes, schwarzes Haar, welches aber durch Dreck und Blut verklebt war. Zudem hatten sie keine Augen, aber aus den Augenhöhlen schien einmal schwarzes Blut geflossen zu sein, welches jetzt an ihren Gesichtern klebte. Ihr Ausdruck war sehr entsetzt, aber auch erzürnt, und an der Stelle, wo die Seile, an denen sie aufgehängt waren, ihre Hälse berührten, zeichneten sich violette Spuren auf der schneeweißen Haut ab.

Plötzlich öffnete sich die Tür mit einem ohrenbetäubenden und langen Quietschen, und wäre es nicht verstummt, wäre ich vermutlich taub geworden. Ich merkte, wie meine anfängliche Angst sich in Panik verwandelte und die Anspannung in mir stieg. Es kam jemand herein. Die Person sah sehr alt aus und trug einen schwarzen Schifferkittel. Es handelte sich um Charon, welcher mit einem Messer auf mich zukam. Die Klinge blitzte bedrohlich in dem leichten Licht einer Lampe auf. „Ich habe so viele Kreaturen seziert, und alle sahen innerlich ähnlich aus. Endlich war ein Mensch so dumm, mich zu bitten, ihn hinüber auf die andere Seite zu bringen. Ich bin gespannt, ob es in dir anders aussieht.“ Sein darauf folgendes Lachen war wirklich grausam und meine Panik stieg ins Unermessliche. Was konnte ich nur tun, um hier herauszukommen? Hatte ich überhaupt eine Chance zu entkommen? War es das jetzt endgültig mit mir? Ich blickte mich vorsichtig um und musste zu meinem Bedauern feststellen, dass der einzige Fluchtweg die Tür war, durch welche Charon vor zirka zehn Sekunden getreten war. Zudem war ich gefesselt.  

Ich merkte erst, dass Charon die Entfernung zu mir überbrückt hatte, als ich die scharfe Schneide seines Messers auf meiner Haut fühlte. Mein Blut lief mir in Strömen über den Bauch und der Schmerz schien mich fast zu übermannen. Die Wunde brannte entsetzlich und der metallische Geruch nahm stark zu.

Es erklang ein dumpfes Geräusch und Charon hielt kurz inne, um den Kopf in die Richtung zu drehen, aus der das Geräusch kam. Eine der Furien war von der Decke gefallen, da anscheinend das Seil gerissen war. Jedoch richtete sich der anfangs leblos aussehende Körper langsam auf und blickte Charon durchdringend an. Ich bemerkte erst jetzt, dass das Wesen mit den schwarzen Haaren und dem weißen Gewand Fledermausflügel hatte, und ihr Kopf schien sich langsam zu verwandeln. Er verformte sich, bis er schließlich die Gestalt eines Hundekopfes hatte, dessen Augen gefährlich rot aufblitzten. Es musste sich, dem Aussehen nach, um die Furie Tisiphone handeln. Als sie zu sprechen begann, bebte der ganze Raum und ihre Stimme klang kraftvoll und wirklich sehr zornig.

„Ich heiße Tisiphone und bin die Mord Rächende. Du, Fährmann Charon, hast sehr viele Wesen auf grausame Weise getötet. Die entschwindende Lebensenergie deiner Opfer hat mich soweit gestärkt, dass ich die Kraft hatte, mich aus deinen Fesseln zu befreien. Deine Taten kann ich nicht dulden, und das, oh du großer Hades, ist der Grund, warum ich dich bitte, hier zu erscheinen. Komm zu uns und urteile über Gerechtigkeit in deiner Unterwelt!“ Während sie das sagte, schwang sie die Arme in die Luft und blickte zur Decke. Der helle Blitz, der in den Boden einzuschlagen schien, blendete meine Augen so sehr, dass ich sie fest aufeinanderpresste. Der Donner, der kurz darauf folgte, war markerschütternd und dröhnte auch, nachdem er verstummt war, weiterhin in meinem Kopf.

Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich, dass ein großgewachsener, gut gebräunter Gott vor uns stand. Er trug einen schwarzen Chiton und hatte schulterlanges, schwarzes Haar. Ihn umhüllte der Geruch von verbrennendem Holz und von … Rosen? Kurz darauf fiel mir ein, dass seine Gemahlin Persephone, die Göttin des Frühlings, war. Der Raum fühlte sich ein wenig wärmer an, was wohl an der Anwesenheit des Gottes lag.
Als Hades zu sprechen begann, hallten seine kraftvollen und mächtigen Worte von den Wänden wider. „Danke, Tisiphone, dass du mich gerufen hast.“ Die Furie verbeugte sich daraufhin ergiebig. „Stets zu Ihren Diensten, mein Herr!“

Ich war so aufgeregt und hoffnungsvoll, dass ich meine prekäre Situation völlig vergaß und mich nur auf das Geschehen vor meinen Augen konzentrierte. Konnte ich vielleicht gerettet werden? Würde Hades mir helfen?
„Nun zu dir!“ Hades wandte sich an Charon, seine Stimme war dabei kraftvoll, erschütterte den ganzen Raum mit ihrer Macht und hallte von den Wänden wieder. „Du, Charon, hast es gewagt, mystische Wesen umzubringen und ihnen die Gliedmaßen abzutrennen sowie ihnen danach die Gedärme zu entnehmen. Dies soll nicht ungestraft bleiben. Spüre meinen Zorn! Deine Seele soll auf ewig im Tartaros wandeln und die Härte der Unendlichkeit spüren!“ Hades griff mit seiner überdurchschnittlich großen Hand in das Gesicht von Charon und hob diesen an. Ich konnte erkennen, wie sich sein Gesicht unter der Hand des dunklen Gottes deformierte, bis die Knochen nachgaben und barsten. Charon war auf der Stelle tot und der leblose Körper sowie die Überreste des zertrümmerten Schädels fielen zu Boden. Hades leckte sich die Finger, bevor er eine schwenkende Handbewegung machte. Eine funkelnde Lichtkugel erhob sich aus Charons totem Körper. „Und nun ab in die Ewigkeit des Tartaros!“, sagte Hades mit seiner durchdringenden Stimme und die Kugel verschwand. Hades sowie Tisiphone und die leblosen Körper ihrer Schwestern verschwanden, ohne dass mich einer nur eines einzigen Blickes bedachte.
Ich blieb alleine in dem Raum zurück, unfähig mich zu bewegen oder zu entkommen. 

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