
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Ich bin ein normaler 21 Jähriger, lebe im tiefen Süden Deutschlands, habe eine kleine Wohnung und arbeite 8 Stunden am Tag in der Metallindustrie. Ich habe einen durchschnittlichen Freundeskreis mit engen Freunden und fernen Bekanntschaften, was sich aber die Waage hält. Durch meine Ausbildung in der Industrie denke ich realtiv analytisch, wissenschaftlich und rational. Passiert irgendwas, worauf ich spontan keine Erklärung habe wird wissenschaftlich Vorgegangen.
Allerdings passiert mit mir etwas, das ich mir nicht erklären kann.
Nun erstmal zur Vorgeschichte. Ich habe zwar ein Auto, fahre jedoch in der Ferienzeit ungern, da ich in einer Urlaubs- und Touristenregion wohne und die „fremden“ Auto- und Motorradfahrer manchmal sehr riskant fahren. So war es, dass ich an einem heißen Augusttag mit der Bahn in eine ca. 30 Km entfernte Stadt fuhr. Es war heiß und stickig am Bahnhof, da er sehr windgeschützt gebaut war. Ich schätze aber, dass das keine Absicht war. Nach gefühlter Ewigkeit kam eine Durchsage, dass „mein“ Zug in nächster Zeit auf Gleis 5 eintreffen würde und man den Bahnsteig soweit räumen sollte. Er fuhr mit laut quietschenden Bremsen in den Bahnhof ein und kam schließlich zum stehen. Die Türen öffneten sich. Ich ließ die Fahrgäste erstmal aussteigen, bevor ich einstieg. Etwas benommen durch die Hitze suchte ich nach einem Sitzplatz, streunte von Abteil zu Abteil und wurde endlich fündig. Der Sitz sah etwas mitgenommen aus aber nicht so, dass man sich nicht mehr setzen wollte. Kleine Risse und Fußabdrücke am Rand des Polsters waren zu sehen. Ich fluchte innerlich auf die Leute, die anderes Eigentum nicht mehr zu schätzen wissen. Ich setzte mich aber dennoch.
Gerade, als mein volles Gewicht auf dem Sitz lastete musste ich direkt wieder aufspringen. Es war, als hätte mich etwas gestochen. Aber es war keine Biene zu sehen. Keine Spinne oder sonstiges Getier. Ich inspizierte den Sitz, nur um festzustellen, dass sich eine kleine Nadel welche aufrecht IM Sitz präpariert war in mein Gesäß gebohrt hatte. Daher wahrscheinlich die kleinen Risse. Nach näherem Betrachten und abtasten fühlte ich einen Festkörper. Ich wühlte vorsichtig in dem Sitz herum und versuchte, die Risse nicht größer zu machen. Als ich dann nach gefühlten 5 Minuten endlich soweit war, dieses, ja, Objekt in den Händen zu halten war ich sehr nervös. Es war eine Spritze. Nicht nur, dass ich selbst beim Arzt immense Angst davor hab. Wesentlich beunruhigender fand ich die Tatsache, dass ich weder weiß was in der Spritze war noch von wem die Spritze war. Ich sah kleine Reste einer rot schimmernden Flüssigkeit. Fragend suchte ich nach anderen Passagieren, ob sie gesehen hätten wer den Sitz denn so „vorbereitet“ hätte. Ich sah einen Mann, dessen Gesicht von einer Sonnenbrille und einer Kappe bedeckt war. Er saß am anderen Ende des Abteils und schaute mich gefesselt an. Als ich mich auf ihn zu bewegte, stand er auf und ging weg. Als er sich drehte, hatte er ein, nunja, Lächeln im Gesicht. In meiner Angst war ich davon überzeugt, dass er den Sitz manipuliert hätte und da saß, nur um seinem Opfer zuzusehen wie er in seine perfide Falle tappte. Ich wollte ihn zur Rede stellen, aber als er um die Ecke ging und ich ihm hinterher rannte, war er weg. Es lag ein Zettel auf dem Boden auf dem Stand: „Herzlichen Glückwunsch! Mach dich bereit. Wir kommen in 7 Tagen um dich zu holen. Mach dich bereit und nimm nur das Nötigste mit.“ Ich sah mich um, erblickte aber nur Gesichter die mich überrascht angesehen haben. Ich verstaute die Spritze in einer Tasche, in der sie keine Schäden anrichten könnte. Ich ging ohne Umwege zum Arzt, erzählte im das Selbe, was hier steht und gab ihm die Spritze zur Untersuchung der Restflüssigkeit. Drogenschnelltests ergaben negative Ergebnisse. Aber es wurden Blutspuren unter Schwarzlicht gefunden. Er sendete die verschmutzte Spritze in ein Labor und ließ die Reste auf Krankheiten wie Aids, Hepatitis und andere Viren untersuchen. Tage vergingen, ich meldete mich Krank und blieb in der Wohnung. Am ersten Tag wartete ich auf den Anruf meines Arztes. Nichts. So wie die 4 weiteren Tage. In der Zeit saß ich nur auf der Couch, die Wohnung abgedunkelt und den Zettel in der Hand. Ich versuchte mir einen Reim draus zu machen. Ich hab nichts gegessen. Getrunken wenn es nicht anders ging und meine Notdurft habe ich auch gerade so verrichtet. Mein Ruhepuls stieg für jeden Tag der Ungewissheit um mindestens 20. Am vorletzten Tag kam ein Anruf. Ich konnte es nicht glauben. „Habe ich jetzt Gewissheit? Werde ich erfahren ob ich krank bin?“ Während diesen Fragen klingelte das Telefon. Ich war bemüht den Anruf entgegen zu nehmen. Ich riss den Hörer von der Halterung und fragte schnell atmend:
-„Herr Doktor, haben Sie die Ergebnisse?“
– „Nunja, könnte man so sagen. Ich habe hier die Auswertung der in der Kammer befindlichen Flüssigkeit, sowie der Restspuren in und rund um der Kanüle. Alle Tests auf halluzinogene Wirkstoffe, Geschlechtskrankheiten sowie sonstige Krankheiten fielen negativ aus. Ich kann sie beruhigen. Da hat sich ein Teenager wohl einen Scherz erlaubt.“
„Danke, Herr Doktor“ antwortete ich mit nervöser Stimme. Allerdings fiel mir auf, dass ein erleichterter Unterton zu hören war. Nervös wegen Morgen. Wegen dem letztem der sieben Tage. Der sechste Tag verging so schleppend wie die Tage zuvor. Der Zettel war mittlerweile kaum mehr lesbar, weil ich ihn zerknüllt und wieder aufgefaltet habe.
Zerknüllt….. Aufgefaltet…..Zerknüllt……Aufgefaltet….Zerknüllt…..
Ich murmelte die Worte während jedem auffalten.
„Herzlichen Glückwunsch!….. Mach dich bereit………Wir kommen ……in 7 Tagen ……..um dich zu holen. Mach dich bereit ……und nimm nur …….das Nötigste mit.“
Wer ist „wir“? Was ist das „nötigste“? Warum die Glückwünsche?
Ich hörte Schritte im Flur. Sie waren wieder weg. Ich hörte Schritte im Schlafzimmer. Auch die waren wieder weg.
Stille. Nichts. Nichtmal Autos waren zu hören.
Bis dann auf einmal eine verschwommene, tiefe Stimme hinter mir ertönte und sagte:
„Hallo. Hier sind wir. Bist du bereit? Hast du dich gut vorbereitet? Komm lass uns gehen.“
Ich war schockiert, er war der selbe Mann, der in dem Zug war. Die selbe Kappe, die selbe Sonnenbrille. Ich wollte Antworten auf die letzte Woche. Ich wollte Gewissheit. Ich wollte meine RUHE!
Er streckte mir seine Hand entgegen und sagte: „Ich erkläre dir alles auf dem Weg.“
Ich nahm seine Hand und meine Sicht erhellte sich, bis in das hellste Weiß. Es tat weh, aber dann nicht mehr.
Ich brauche dich,
du bist perfekt
lang gesucht,
erst jetzt entdeckt.
Der Reim ergab keinen Sinn. Ich fragte, was in der Spritze war.
Der Tod.
Seitdem bin ich weg.
Seitdem nennt man mich …….. „Schutzengel“