Klassische PastaMittelTod

Wasserrutsche

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Es war ein verregneter Samstag, als ich mal wieder etwas mit meinem besten Freund Kyle unternahm. Für heute hatten wir uns im Schwimmbad der Nachbarstadt verabredet, denn dort wurde vor einigen Tagen eine neue Wasserrutsche eröffnet. So wie ich ihn kannte, konnte er es kaum erwarten, dort sämtliche Regeln zu brechen. Er brauchte das; ich aber ganz im Gegenteil. Nicht nur, dass ich Schwimmbäder und generell Gewässer nicht ausstehen konnte, ich habe auch noch eine leichte Platzangst. Klaustrophobie, denke ich, hatte es der Arzt genannt. Ich hasse enge Räume und bekam deswegen schon sämtliche Panikattacken. Warum meine Eltern es dann für eine gute Idee hielten, mich dort zusammen mit Kyle alleine zu lassen… keine Ahnung. Sie kannten ihn anscheinend noch nicht so gut. Viel lieber wäre ich zuhause geblieben, hätte den ganzen Nachmittag in meinem Zimmer verbracht und dabei gezockt. Mich nur für das Essen und die Toilette nach draußen gewagt und eben das getan, was 14-jährige an einem freien Tag so tun. Aber meine Eltern wollten mich aus dem Haus haben und Kyle hatte einfach nicht locker gelassen, also hatte ich gar keine Wahl. Ich war genervt, und das sah man mir auch an. Mein Blick fiel auf das Display meines Handys, nachdem es kurz vibrierte. Eine Nachricht von Kyle. Vor einer halben Stunde hatte er mir auch auf die Mailbox gesprochen. Er konnte es wirklich kaum abwarten. »Hey, wo bist du?? Ich warte schon auf dich, wir treffen uns bei der Rutsche! Hast du Angst?« Ein gelachtes »Idiot« war meine Antwort darauf.

Nach ewiger Fahrt kamen wir dann schließlich an. Der Parkplatz war übervoll und meine Mutter ließ mich auf der Straße raus, nachdem sie mir lächelnd einen 20-Euroschein in die Hand gedrückt und mir viel Spaß gewünscht hatte. Ich ging in das riesige Gebäude, und der intensive Geruch von Chlor stieß mir bereits beim Eintreten entgegen. Gedämpftes Gelächter, Schreie und Plätschern war von der anderen Seite der Glaswand zu hören. Wie erwartet waren unzählige Besucher da, die sich mit ihren Familien vergnügten. Ich bezahlte den Eintritt, zog mich um und war schon nach kurzer Zeit in der fußballfeldlangen Halle. »Da bist du ja endlich, Jamie!«, begrüßte mich Kyle, der plötzlich neben mir aufgetaucht war »Dachte schon, du kommst nie«, fügte er hinzu und klatschte mir dabei seine flache Hand auf den Rücken. »Ja, sorry… warst du schon… in der Rutsche?« Trotz all meiner Bemühungen hörte man meine Nervosität und das unterdrückte Stöhnen genau heraus. »Ah, sag nicht, du hast allen Ernstes Schiss davor… ist ja peinlich. Das machen sogar schon Kleinkinder, also bitte… Aber keine Angst, ich, dein bester Freund, rutsche gerne mit dem kleinen Jamie zusammen, nicht, das ihm noch etwas passiert«, machte er sich lustig, woraufhin ich ihm gegen die Schulter boxte. »Oho, der kleine Jamie ist also doch nicht so schüchtern«, provozierte er mich belustigt weiter und machte einen Satz in eines der Becken. »Na warte…«, drohte ich grinsend und folgte ihm ins Wasser. 

Die Zeit verging schnell und irgendwie schaffte ich es bis sieben, dem Horror der Wasserrutsche zu entgehen. Hauptsächlich, weil die Schlange davor die meiste Zeit ziemlich lang war und Kyle keine Lust hatte, sich anzustellen. Zu meinem Pech jedoch verließen fast alle Besucher das Hallenbad eine halbe Stunde vor dem Besuchsende, verständlicherweise. Auch ich wollte das Bad bereits verlassen, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich es nicht bereut, mit ihm hierher gekommen zu sein. »Ey, Stop! Wo willst du denn hin?« Kyle packte mich am Arm und zerrte mich Richtung Rutsche. »Es steht keiner mehr an, wir haben die Rutsche nur für uns!« Ich wünschte, ich hätte seine Begeisterung teilen können… Die großen Lichter der Halle waren bereits aus, nur noch vereinzelte Lampen waren zu sehen und gaben dämmriges, schwaches Licht von sich. Der Rest war komplett in Dunkelheit gehüllt und es war schwer, überhaupt noch Türen zu erkennen. Meine Sehkraft war ohnehin schon schlecht genug und so fühlte ich mich fast blind. Kyle zerrte mich die spiralförmige Treppe hoch, die dabei leicht zu schwanken begann und keinen sicheren Eindruck machte. Ich hätte schwören können, dass ich noch weitere Schritte als nur unsere auf der Treppe vernahm, aber Kyle interessierte das nicht.

Schließlich standen wir vor dem runden Einstieg der Rutsche. Selbst hier war das Licht bereits ausgeschaltet und es zog kalte Luft hindurch, sodass wir beide zu zittern begannen. Über uns hing ein großes Schild mit sämtlichen Anweisungen, wie man sich in den paar Sekunden bei der Fahrt verhalten soll. -Nicht auf Knien rutschen, das Wasser nicht anstauen lassen, Arme dicht am Körper halten, erst rutschen, wenn das grüne Licht leuchtet usw. Das meiste davon konnte ich durch die Dunkelheit nicht lesen, Kyle hatte nicht mal einen Blick darauf geworfen. Alle paar Sekunden hatte ich den Drang, mich zu vergewissern, dass niemand uns folgte, wobei ich mir immer einbildete, etwas unter uns zu sehen. Und es beobachtete uns. »Uhm… Kyle… Ich glaube, da ist wer.« Aber er ignorierte die Bemerkung. Stattdessen setzte er sich aufgeregt hin und blickte mich abwartend an. »Na los, setz‘ dich vor mich«, befahl er mir. Jedoch zögerte ich. »Wir sollten echt abhauen… sie schließen gleich und es gibt sicher Ärger, wenn uns hier jemand erwischt.« Er verdrehte nur genervt die Augen. »Du hast Recht, sie schließen gleich, also sei nicht so ein Spielverderber und mach schon!« Mir war bereits unglaublich kalt und die Wut und Ungeduld in seiner Stimme schafften es, dass ich seinen Befehlen nachgab. Umso schneller ich seinen Willen erfüllte, umso schneller wäre das hier vorbei, dachte ich zumindest. Doch als ich das eiskalte Wasser an meinen Füßen spürte, änderte sich meine Meinung. »Scheiße! Nicht mal das Wasser hier ist noch warm! Ich hab kein Bock darauf!« Ich wollte so schnell wie möglich wieder aus dieser schwarzen Röhre raus, doch Kyle ließ das nicht zu. Noch bevor ich mein Bein anheben konnte, trat er dagegen, sodass ich den Halt verlor und abrutschte. Das Wasser überströmte mich und riss mich mit sich. Ich schrie ihn an, und das Letzte, was ich sah, war Kyles breites Grinsen, welches von einem roten Licht angestrahlt wurde, bevor mich die Dunkelheit komplett umhüllte. Er brach in hysterisches Gelächter aus – und den dumpfen Geräuschen nach zu urteilen, war er mir sofort gefolgt. Das bestätigte sich, als ich zwei kalte, nasse Hände aus dem Nichts mich berühren fühlte. Neben der Panik breitete sich zusätzlich der metallische Geschmack von Blut in meinem Mund aus. Bei dem Aufprall hatte ich mir anscheinend auf die Zunge gebissen. »Du mieser Hurensohn!«, schrie ich ihn wutentbrannt an und versuchte dabei, mich aus seinem Griff zu lösen, doch dieser war unnormal fest. Immer wieder schlug es meinen Kopf gegen die enge Röhre und teilweise blieb mir die Luft weg. Ich hatte vollkommen die Kontrolle verloren und wusste weder, wo oben, noch, wo unten war. »Lass mich los, verdammt!«, schrie ich weiter und trat um mich. Kyles Gelächter wurde ohrenbetäubend laut und von den Wänden vielfach verstärkt. Im nächsten Moment befanden sich blinkende Neonlichter über uns, welche in der Röhre eingebaut war. Sie blendeten und stachen in den Augen, die sich gerade an die Dunkelheit gewohnt hatten, dennoch war ich viel zu eingeschüchtert, als dass ich meine Augen auch nur für einen kurzen Moment schließen konnte. Anstatt Erleichterung, endlich wieder etwas sehen zu können, zu verspüren, blieb mir fast das Herz stehen, als ich in Kyles Gesicht sah. Es war schmerzerfüllt verzogen und sein Mund war weit aufgerissen, als wolle er schreien. Seine Augen starrten genau in die meinen hinunter und sie waren so… leblos. Einen Bruchteil von Sekunden starrte ich nur schockiert zurück. Wenn er mir damit Angst machen wollte, dann hatte er das geschafft. Ich war wie gelähmt, bis ich es nicht mehr aushielt und panisch auf Kyle eintrat, um mich von ihm zu lösen. Ich schrie, trat mehrmals mit aller Kraft zu, bis ein ekelhaft lautes Knacken ertönte und er mich endlich losließ. Bevor ich in das tiefe Becken am Ende der Rutsche fiel, vernahm ich ein letztes Mal sein Lachen. Hustend tauchte ich aus dem Wasser auf und schnappte hektisch nach Luft. Meine Lungen schmerzten, und ich war kurz davor, mich zu übergeben. Als ich mich endlich fassen konnte, wendete ich meinen Blick in die schwarze Röhre mit der Erwartung, Kyle dort jeden Moment mit einer gebrochenen Nase rauskommen zu sehen… aber er kam nicht. Tausend Entschuldigungen und Vorwürfe verdrängten jeglichen Schmerz und warteten darauf, auf meinen besten Freund einzuprasseln aber selbst nach weiteren Minuten war er nicht zu sehen.

Langsam machte ich mir Sorgen. Wie konnte das sein? Er war nur einen knappen Meter hinter mir gewesen. Vielleicht ist er auf dem Weg stehengeblieben. Aber selbst dann hätte er schon in Sichtweite sein müssen. Verunsichert lehnte ich mich in die Röhre, um besser in die Tiefe sehen zu können. »Kyle? Bist du verletzt?« Ich stieg mit einem Fuß hinein und erst als das Echo meiner eigenen Stimme verschwand, bemerkte ich, dass gar kein Rauschen des Wassers mehr zu hören war. Durch die Kälte hatte ich jegliches Gefühl an meinem ganzen Körper verloren, bis ich die leichte Wärme an meinem Fuß spürte. Zuerst hielt ich es für Einbildung, aber dann wurde es immer wärmer. Ich tastete mit meinen Fingern durch die Flüssigkeit und hielt meine Hand dicht vor meine Augen, bis ich es erkennen konnte. Es war Blut. Plötzlich wurde das konstante Tröpfeln von dem unangenehmen Geräusch unterbrochen, welches sich ergab, wenn nasse Haut über Plastik schliff. Mein Blick hob sich und erneut setzte mein Herz kurz aus. Da war Kyle, und obwohl er sich stockend auf mich zu bewegte, war er selbst völlig regungslos. Er saß aufrecht da, sein Kopf hing schlaff zur Seite und sein Blick war wie vorhin so leblos. Ich hatte vor, ihm zu helfen, zu ihm zu gehen und mich zu versichern, was los war… wenn ich es nicht hinter ihm gesehen hätte. Dieses Etwas, das ihn ruckartig nach vorne schob. Sofort ergriff ich die Flucht, verließ, so schnell es ging, das Wasser, rutschte auf einer der Stufen aus und schlug mit dem Kopf auf den harten Fliesenboden auf. 

Als ich wieder aufwachte, befand ich mich mit einer Unterkühlung, einer Platzwunde und einem Riss in meinem Schädel im Krankenhaus. Kyle war tot. Die Polizei stellte mir sämtliche Fragen zu diesem Abend und ich erzählte alles, zumindest, so gut ich mich daran erinnern konnte. Ich erzählte auch von dieser Gestalt, die ich hinter Kyle gesehen hatte, doch niemand nahm mich ernst. Sie sahen mich an, als wäre ich ein kleines Kind gewesen, das sich etwas ausdachte, nur um von seiner eigenen Schuld abzulenken. Angeblich wären wir bereits seit mehreren Stunden alleine gewesen und die Rutsche wäre schon lange außer Betrieb, nachdem sich sämtliche Besucher wegen Brüchen, Gehirnerschütterungen und blauen Flecken beschwert hatten. Letztes Jahr gab es sogar einen Todesfall. Sie meinten, ich hätte Kyle auf dem Gewissen gehabt. Ich hätte ihm sämtliche Finger und sein Genick gebrochen, ihm tiefe Kratzer am Rücken zugefügt und danach sein Gesicht mit mehreren Schnitten entstellt. Aber das habe ich nicht. Das war dieses Etwas… und das machte, dass sie mir nicht glaubten. Nach Kyles Tod habe ich ständige Angstzustände. Meine Platzangst hat sich um einiges verschlimmert, sodass ich es in keinem geschlossenen Raum länger als zehn Minuten aushalte. Ich habe die selben Kratzer am Rücken, wie Kyle sie hatte. Es hat mich berührt. Ich habe aufgehört zu schlafen, denn ich kann es nicht riskieren, dass es mich holen kommt. Es weiß wo ich bin. Es schickt mir jeden Tag diese Nachricht:

»Hey, wo bist du?? Ich warte schon auf dich, wir treffen uns bei der Rutsche! Hast du Angst?«

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