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Wie ein entspannter Abend mit TikTok mein Leben zerstörte

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Ich dachte, das Löschen der App würde mich retten. Ich dachte, das neue Handy würde mich sicher machen. Doch manche Feeds lassen sich nicht aktualisieren – und manche Jäger hören nie auf zu fressen. Doch nun vom Anfang an.

Es war ein klassischer, regnerischer Dezembertag. Der Regen prasselte beruhigend gegen die Fensterbank und die kalte Luft strömte durch das angekippte Fenster in mein Wohnzimmer. Es war genau dieser typische Abend, an dem man faul auf der Couch liegt und einfach „sein Leben chillt“.
Ich hielt mein Handy in der Hand und scrollte entspannt durch TikTok. Man sieht dort ja wirklich alles Mögliche: Leute, die sich völlig zum Affen machen, seltsame Trends und natürlich KI-Videos, die inzwischen so realistisch aussehen, dass man kaum noch erkennt, ob sie echt sind.

Diese Entwicklung finde ich faszinierend – und gleichzeitig ist sie ziemlich beängstigend. Wer weiß, ab wann man gar keinen Unterschied mehr bemerkt.
Ich musste kurz aufstehen, um auf die Toilette zu gehen. Auf dem Weg schloss ich das Fenster, da die kalte Luft den Raum bereits spürbar auskühlen ließ.

Danach kuschelte ich mich wieder auf mein Sofa, zog die Decke über mich, legte die Chipstüte auf meinen Bauch und nahm das Handy wieder in die Hand. Die Startseite lud neu – und zeigte mir ein neues Video an.
Dieses Video war anders als alle zuvor.
Ich sah eine Frau, blutüberströmt auf einem Sofa liegend. In ihrem Bauch steckte ein Messer.

Das Licht im Raum flackerte auf eine unnatürlich verzerrte, fast stotternde Weise, die an einen schlechten Horrorfilm erinnerte. Ein leises statisches Rauschen war zu hören, dann wurde das Bild plötzlich schwarz.
Ich musste lachen, weil ich dachte, es handele sich um einen schlechten, geschmacklosen Scherz. Doch damit sollte ich falsch liegen.

Neugierig tippte ich auf das Profil, das dieses Video hochgeladen hatte. Dort sah ich dutzende Wohnzimmer – und in jedem lag ein anderer Mensch, blutüberströmt, mit dem Messer im Bauch. Verschiedene Länder, verschiedene Menschen, doch immer identischer Tod.
Ein mulmiges Gefühl breitete sich in mir aus.
Ich schloss TikTok wieder. So ein Blödsinn, dachte ich mir. Irgendein kranker Trend wird das wieder sein, um Leute zu verstören und massig Aufrufe zu generieren. Ich schaltete den Fernseher an und versuchte, mich von meiner Lieblingsserie berieseln zu lassen.
Nach ein paar Minuten vibrierte mein Handy.
Eine TikTok-Benachrichtigung erschien.
Der Kanal folgte mir jetzt.
Ich fand das seltsam, vor allem weil ich nichts gelikt oder kommentiert hatte. Aber ich wollte mir nicht den Abend verderben. Wahrscheinlich ist es nur jemand, der andere erschrecken wollte.
Ich legte das Handy auf den Tisch und schlief irgendwann vor dem Fernseher ein.
Gegen dreiundzwanzig Uhr wachte ich auf, schaltete den Fernseher aus und wollte ins Bett gehen. Ich nahm mein Handy in die Hand – und sah, dass der Kanal ein neues Video hochgeladen hatte.
Aus irgendeinem Grund war ich neugierig genug, es zu öffnen.
Was ich dort sah, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.
Ich sah mich.
Ich sah mich selbst blutüberströmt auf meiner Couch liegen. Mein Handy lag vor mir. Wieder dieses statische Rauschen. Dann ein tiefes, finsteres, verzerrtes Lachen aus den Lautsprechern – und das Bild wurde schwarz.
Für einen Moment war ich wie gelähmt, unfähig, irgendetwas zu tun.
Die Kamera, mit der das Video aufgenommen worden war, musste direkt vor mir gestanden haben. Direkt dort, wo jetzt nur der Wohnzimmertisch stand. Meine Tür war abgeschlossen. Niemand konnte hereingekommen sein.

Einen Ersatzschlüssel hatte niemand außer mir. Die Schlösser hatte ich erst vor zwei Jahren auswechseln lassen – nach der Trennung von meiner Ex.
Es war unmöglich, dass jemand einen Schlüssel hatte.
Also war es doch KI? Aber das Video war zu real. Zu genau.
Woher sollte eine KI wissen, wie meine Couch aussieht?
Oder mein Handy?
Oder das Küchenmesser mit dem verzierten Griff, das ich tatsächlich besitze?
Es fühlte sich nicht mehr nach Technik an.
Es fühlte sich … extrem falsch an.
Als würde etwas im Raum stehen und mich beobachten.
Ich legte mich ins Bett, aber Schlaf war unmöglich. Die Bilder gingen mir nicht aus dem Kopf. Irgendwann beschloss ich, eine Schlaftablette zu nehmen. Doch bevor ich aufstehen konnte, ertönte der TikTok-Klingelton. Ich zuckte zusammen und bekam Gänsehaut am ganzen Körper. Mit zittrigen Fingern griff ich zum Handy. Irgendetwas zwang mich fast dazu, die Benachrichtigung zu öffnen. Als würde eine fremde Stimme in meinem Kopf flüstern:
Mach es.
Die Nachricht war kurz.
„Du brauchst keine Schlaftablette.
Du wirst diese Nacht sowieso nicht überleben.“
Bevor ich reagieren konnte, wurde mir ein weiteres Video zugeschickt.
Ich öffnete es. Ich musste. Ich konnte nicht anders.
Ich sah wieder mich.
Diesmal lag ich in meinem Bett.
Das Licht flackerte hektisch.
Ich griff mir im Video an den Hals, würgte, rang nach Luft.
Ein dünner Draht war um meinen Hals geschlungen.
Doch niemand war zu sehen.
Nur vom Ansehen bekam ich Atemnot.
Ich warf das Handy panisch weg. Ich zitterte am ganzen Körper und wollte die Polizei rufen. Ich hob das Handy wieder auf – doch das Display wurde schwarz.
Wieder ein Ton. Eine weitere TikTok-Benachrichtigung.
Ich öffnete sie.
„Du hast 10 Minuten.
Schicke dieses Video an mindestens 20 Freunde.
Wenn du es nicht tust, werden die Videos wahr.“ Ich zögerte kurz, da dies doch nicht wahr sein konnte.
In dem Moment hörte ich, wie im Wohnzimmer das Fenster aufging.
Langsam. Nicht gewaltsam – eher … bewusst.
Als wäre es nie richtig geschlossen gewesen. Dies war doch unmöglich. Oder drehte ich jetzt völlig durch?
Vor lauter Panik schickte ich das Video an zwanzig Kontakte.
Danach blieb die Nacht still. Unnatürlich still. Diese Stille raubte mir fast den ganzen Schlaf.
Am nächsten Morgen weckte mich Vogelgezwitscher.

Der Tag verlief ruhig, aber ich war wie gelähmt. Bei jeder Handyvibration zuckte ich zusammen. Ein paar Kumpels fragten, was ich ihnen für einen Mist geschickt habe. Ich konnte ihnen nicht antworten. Sie würden mich ja für Verrückt halten. Aber vielleicht war ich das auch wirklich.
Am Abend kamen die ersten Nachrichten.
Einige meiner Freunde waren gestorben.
Man fand sie in ihren Wohnzimmern – mit einem Messer im Bauch.
Ich war geschockt. Zitterte am ganzen Körper. Unfähig zu reagieren.
Und voller Schuldgefühle.
Ich öffnete TikTok. Das erste Video, das mir angezeigt wurde, zeigte meinen besten Freund. Blutüberströmt auf seinem Sofa. In seiner Hand war ein Messer – genau das Messer –, mit dem er sich den Bauch aufschlitzte.
Dieses Detail hatte man in den anderen Videos nie gesehen.
Von den zwanzig Personen, denen ich das Video geschickt hatte, überlebten nur zwei.
Die einzigen beiden, die es ebenfalls weitergeschickt hatten.
Die anderen hielten es für einen schlechten Witz.
Und bezahlten dies mit ihrem Leben. Einer schrieb mir wahrscheinlich in seinen letzten Sekunden nur ein „WARUM?“.
Nachdem das achtzehnte Video abgespielt war, fror mein Handy ein. Ich konnte nichts tun, nichts schließen, nichts berühren.
Dann, plötzlich, verschwand der Kanal.
Als hätte es ihn nie gegeben.
Bis heute quälen mich die Schuldgefühle. Ich habe Menschen ins Unglück gestürzt.
Ich weiß nicht, ob ich das jemals verarbeiten kann.
Aber manchmal frage ich mich:
Hättet ihr es auch getan?
Hättet ihr das Video weitergeschickt – um euer eigenes Leben zu retten?
Ich warf mein Handy damals in den Fluss. Löschte alles an Social Media.
Monate vergingen und ich versuchte mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Ich kaufte mir vor kurzen ein neues Handy. Damit ich wieder für meine Familie erreichbar bin. Installiert hatte ich aber garnichts darauf, sogar alle Standardapps versucht zu löschen.

Heute kam eine neue Tiktok Benachrichtigung:
„Danke für das köstliche Mahl!“‏

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