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Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Tom schlug seinen Spind zu. Endlich Wochenende! Die viel zu langen Schultage begannen ihn allmählich zu nerven. Er hob sein Vorhängeschloss vom Boden auf und verschloss seinen Spind, schnappte sich seine Jacke und seinen Rucksack und machte sich auf den Weg zum Ausgang. „Geh HTL, da lernst du was, haben sie gesagt!“, grummelte er vor sich hin und spielte einmal mehr mit dem Gedanken die Schule abzubrechen.

Als er die Aula durchquerte sah er auf der anderen Seite des Raumes seine Mitschülerin
Anna, wie sie gerade telefonierte. „Seltsam“, dachte Tom, „warum sieht sie so ängstlich aus?“ Auf einmal blickte Anna zu ihm, und in ihren Augen lag unbeschreibliches Entsetzen. Über den plötzlichen Blickkontakt erschrocken, drehte Tom sich weg und ging weiter, aber seine Gedanken blieben bei dem Mädchen. „Wieso war sie so entsetzt?“, fragte er sich und kam dann aber zu dem Schluss, dass ihr wahrscheinlich eingefallen war, dass sie etwas vergessen hatte. Aber wirklich überzeugen konnten ihn seine eigenen Gedanken nicht.

Als Tom endlich die schwere Glastür aufstieß und sein Blick über die nächtliche Gegend schweifte, stieß er einen Seufzer aus. Etwas besser gelaunt schaute er auf seine Uhr. Das Display zeigte 19:20. Na toll! Der letzte Bus war vor zehn Minuten gefahren und seine Eltern waren in Berlin bei einem kranken Verwandten um diesen zu unterstützen. „FUCK!“, brüllte er in die Nacht hinaus und bereute es sofort wieder. Was wenn ihn jemand gehört hatte? Aber nachdem auch nach zwei Minuten kein Geräusch die Geräuschkulisse der nahen Autobahn durchbrochen hatte, machte er sich wohl oder übel auf den langen Fußweg nach Hause.

Die Uhr zeigte 22:30 als Tom endlich die Umrisse seines Heimatdorfes gegen den dunklen, mondlosen Himmel ausmachen konnte, und Tom holte noch seine letzte Motivation aus sich heraus, um nicht sofort seine viel zu schwere Schultasche wegzuwerfen und seinen Hass in die Welt hinauszuschreien. Seine Füße schmerzten und er setzte sich auf eine Bank, um sich zumindest für 10 Minuten auszuruhen, und schaute sich um. Nichts war in der Dunkelheit zu sehen, außer ein paar Autos, die schaurige Schatten auf die Straße warfen.

Tom wollte sich gerade wieder dazu überwinden, aufzustehen und weiterzugehen, als er den Schatten einer Gestalt gegen das schummrige Licht der Straßenlaterne ausmachte. Toms Hals schnürte sich zu. Vor einer Woche wurde nur ein paar Straßen weiter ein Mord verübt. Der Täter war noch nicht gefasst worden. Seine Panik wurde immer größer, während er den Schatten auf sich zukommen sah.

Die Gestalt war nur noch einige Meter vor ihm, und als sie in den Lichtschein der Straßenlaterne trat, brauchte Tom einige Sekunden, um zu realisieren, dass Anna gerade vor ihm stand. „Was zum Teufel machst du hier?“, fragte er möglichst gelassen, doch er schaffte es kaum seine Angst zu verbergen. Aber das Zittern seiner Stimme war nichts gegen das von Anna: „Ich habe Angst. Mich hat vorhin jemand angerufen und der Anrufer hat gesagt, dass er mich abschlachten wird! Dann habe ich dich gesehen und bin dir gefolgt. Da wir die letzten beiden waren, die die Schule verlassen haben, konnte ich doch nur dir folgen. Damit wenigstens jemand in meiner Nähe ist.“ „Und warum bist du nicht einfach nach Hause zu deinen Eltern gegangen, anstatt mir jetzt so einen Schrecken einzujagen?“, fragte Tom. „Weil ich nicht einfach nach Hause kann. Der Killer könnte mich doch dort genauso einfach töten! Ich habe die Polizei angerufen, aber die glauben mir natürlich nicht! Und meine Eltern interessieren sich überhaupt nicht für mich. Als ich heute in der Früh aufgewacht war, waren sie einfach so verschwunden. Sie haben mich dann noch heute angerufen, um zu sagen, dass sie am Vormittag auf Geschäftsreise nach Hamburg gefahren sind. Ohne mir vorher etwas zu sagen. Ich bin ihnen vollkommen egal. Und jetzt bin ich alleine zu Hause!“, erklärte Anna, noch immer mit zitternder Stimme.

Tom war genervt. Als ob sich dieses Mädchen einbilden würde, dass sie tatsächlich in Gefahr sei. Das war wohl nur so ein dummer Streich von den Hak – Schülern gegenüber von der HTL, die fast schon sowas wie berühmt für solche Streiche waren. Wie sollte er Anna jetzt nur loswerden? Eigentlich sollte er längst zuhause vor dem Fernseher sitzen und eine Packung Chips essen. „Anna, das war wahrscheinlich nur ein schlechter Scherz von den Idioten aus der Hak.“ „Das klang zu echt!“, erwiderte sie, noch immer mit Angst in ihrer Stimme. Tom seufzte, denn wenn er nicht bald eine Lösung finden würde, würde er auch noch die neue Folge seiner Lieblingsserie verpassen. Doch plötzlich kam ihm eine Idee. Er zog ein Stück Papier aus der Tasche, kritzelte mit einem Kugelschreiber seine Telefonnummer darauf, und gab sie dem immer noch komplett verstörten Mädchen. „Das ist meine Telefonnummer, ruf mich an falls irgendwas ist. Ich bin immer erreichbar. Aber jetzt muss ich dringend nach Hause.“, sagte er und wandte sich ab. „Danke“, kam die zitternde Stimme noch einmal von hinten.

Der nervende Ton eines Weckers durchfuhr die Stille in Toms Haus. Tom setzte sich auf und schaltete den Wecker mit einer laschen Handbewegung aus. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass er spät dran war. Nach den Ereignissen von gestern kam er viel später als erwartet nach Hause, weshalb er sich, nachdem er seine Lieblingsserie angesehen hatte, sofort ins Bett legte. Doch es hatte nichts genützt. In einer halben Stunde war er mit ein paar Freunden zum Kino verabredet. „Verdammt“, murmelte er und ärgerte sich darüber, dass er so spät schlafen gegangen war.
Nachdem Tom in zehn Minuten seine komplette Morgenroutine abgeschlossen hatte und er gerade zur Bushaltestelle aufbrechen wollte, fiel ihm ein, dass sein Handy am Vortag nicht aufgeladen war, und deshalb keinen Akku mehr hatte. Tom unterdrückte einen Fluch und steckte noch schnell sein Handy am Ladekabel an. Dann schnappte er sich seine Tasche und verschwand zur Bushaltestelle.

Tom drückte seine Haustür auf. Der Film war wirklich genial gewesen und er war in einer unbeschreiblichen guten Stimmung, die nur ein Blick auf sein Handy wieder trübte. Ein verpasster Anruf. Von Anna. Vor 3 Stunden. Da fiel ihm sofort ein, dass er ja gesagt hatte, dass er immer erreichbar wäre. Aber er war es nicht. Das würde ein Gejammer geben, wenn er sie am Montag wiedersehen würde!
Tom wählte schnell die Nummer von seiner Mailbox. „Sie haben eine neue Nachricht.“ Ein Piepen war zu hören. „Erste Nachricht: 11.1.2020 13:30“ Und Annas Stimme ertönte, so voller Angst, dass Tom auch ganz mulmig wurde: „Tom, es ist gerade jemand ins Haus gekommen. Ich habe die Tür gehört! Tom! Bitte ruf zurück! Er kommt hierher! Er ist…“ Ein lauter Schrei kam aus dem Lautsprecher und einige schmatzende Geräusche und Schläge waren zu hören, dann ein schauriges Gelächter, das Tom eine Gänsehaut verpasste. Piep!
„Keine weiteren Nachrichten“

Tom ließ sein Handy sinken. Dann fasste er eine Entscheidung. Er musste unbedingt zu ihr nach Hause! Ihre Adresse wusste er zum Glück noch, da sie einmal die gesamte Klasse zu ihrer Geburtstagsparty eingeladen hatte. Er rannte aus dem Haus, sperrte hastig die Tür ab, rannte weiter zu seinem Fahrrad, und trat so schnell es ihm möglich war, in die Pedale.
Als er an Annas Haus ankam, war es stockfinster, und Tom bekam langsam Zweifel an seinem Vorhaben. „Ich hätte die Polizei rufen sollen“, murmelte er: „Was für ne Scheißidee!“

Die Tür war nur angelehnt, und Tom kam ohne Probleme ins Haus. Eine Tatsache, die ihn stark beunruhigte. Das Erste, was ihm auffiel, als er seinen Fuß über die Türschwelle setzte, war ein sonderbarer Geruch in der Luft. Die Quelle des Gestanks suchend, wandte er seinen Kopf nach oben und musste seinen Schrei unterdrücken. Oben an der Decke hingen zwei Leichen. Irgendjemand wollte sie offensichtlich verstecken. Der Gestank war wahrscheinlich an ihren Todestagen fast gar nicht zu riechen gewesen, doch jetzt rochen sie einfach nur bestialisch. Das Zweite, was ihm auffiel, war, dass der Boden vor Blut nur so glänzte. Und zum Wohnzimmer hin wurde es immer mehr.

Toms Mut hatte ihn jetzt vollständig verlassen, er wollte laufen, laufen und nicht stehen bleiben, doch er wurde auch von Neugier gepackt, er wollte wissen, was hier passiert war. Als er dann seinen verbliebenen Mut zusammennahm und ins Wohnzimmer ging, hatte er diese Entscheidung sofort bereut. Eine Gestalt, welche eine schwarze Kapuze trug, kniete neben dem leblosen und verstümmelten Körper von Anna, und hatte die Zähne tief in ihr Fleisch gestoßen. Eine Blutlache breitete sich immer mehr unter den beiden aus.

Toms Herz blieb stehen, als sich die Gestalt zu ihm hinwandte, und ein schauriges Lächeln sein blutverschmiertes Gesicht verzerrte. Dann begann die Gestalt zu sprechen, ihre Stimme klang tief, aber schnarrte auf eine seltsame Art und Weise, und sie ging durch Mark und Bein. „Endlich treffen wir uns, Tom! Lange habe ich gewartet, und nun bist du hier. Es gibt nur einen Grund, weshalb ich da bin: Um dich sterben zu sehen! Deine kleine Freundin hier habe ich mir heute in der Früh geschnappt! Und jetzt bist du dran!“

Tom fing an zu zittern. Millionen Gedanken überfluteten binnen einer Sekunde seinen Kopf. Seine Angst wuchs rapide, als die Gestalt sich bereitmachte, auf ihn zuzuspringen. Zitternd und vollkommen wehrlos stand er da. Im nächsten Moment spürte Tom spitze Zähne in seiner Schulter. Ein unsäglicher Schmerz durchfuhr seinen Körper und er lag sofort halbtot am
Boden. „Bereit zu sterben?“, fragte das Etwas mit einer Stimme, die Tom bekannt vor kam. Annas Stimme. Da wurde ihm alles klar. Anna hatte nie mit ihm telefoniert. Dann wurde Tom schwarz vor Augen.

– Geschrieben von Jan Wimmer

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