
Schlafparalyse
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Verschlafen öffne ich meine Augen. Rund um mich herum ist alles stockdunkel. Ich liege auf der Seite, verschwommen sehe ich die Umrisse meiner Kommode. Ich will meine Arme heben, mich strecken und anschließend auf meinem Digitalwecker die Uhrzeit ablesen, doch ich kann mich nicht bewegen. Stocksteif liege ich hier in meinem Bett, nur in der Lage zu blinzeln, ansonsten komplett unbeweglich.
Panik überkommt mich, ich will schreien, doch nicht einmal mein Mund öffnet sich. Was ist nur los mit mir, wieso kann ich mich nicht mehr bewegen!? Kalter Schweiß rinnt mir die Stirn herunter. Meine Atmung beschleunigt sich. Ich versuche mich zu beruhigen, zähle innerlich immer wieder bis 10, in der Hoffnung, dass wenn ich bei 10 angelangt bin, ich mich wieder bewegen kann. Vergeblich. Mir bleibt nichts übrig, außer ruhig liegen zu bleiben. Ich warte.
Nach einer Weile haben sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt und ich kann jetzt einzelne Gegenstände auf meiner Kommode ausmachen; Kleidung, welche ich in den letzten Tagen getragen habe und schließlich achtlos auf das Möbelstück warf, ein paar Lehrbücher, Ordner und Mappen von der Schule, Stifte und…eine Gestalt! Ich blinzle ein Paar mal, doch die Gestalt verschwindet nicht.
Im ersten Moment halte ich sie für eine Puppe doch dann, bemerke ich, dass sie sich bewegt. Sie sitzt vorne an der Kante meiner Kommode und wippt leicht mit ihren kleinen, zarten Beinen. Nein, sie ist keine Puppe, sondern ein kleines Mädchen. Ihre Haut schimmert hell in der fast vollkommenen Finsternis, ihre Haare fallen ihr in langen, dunklen Locken über die Schultern und reichen ihr fast bis zur Hüfte. Ihr Gesicht kann ich nicht erkennen, da sie ihren Blick gegen unten richtet. Leise, ganz leise summt sie eine traurige, unheilvolle Melodie. Was zur Hölle…? Auf meiner Kommode sitzt ein Mädchen, ein kleines Mädchen! Ich will hier weg, ich will hier raus! Doch ich bin immer noch nicht im Stande meine Muskeln zu bewegen. Gerade als ich das Gefühl habe, vollends durchzudrehen, kommt mir ein Gedanke: Was ist, wenn das alles gar nicht real ist?
Gibt es nicht ein Phänomen, bei welchem man nach dem Aufwachen Lähmungserscheinungen und Halluzinationen hat? Ich hatte erst gerade in der Zeitung einen Artikel über dieses Vorkommen gelesen. Schlafparalyse. Ja, so haben es die Psychologen bezeichnet. Wenn sich der Körper nach dem Aufwachen noch in der Schlafstarre befindet, kann sich die Person nicht bewegen, oder sprechen. Der Körper ist für eine kurze Zeit gelähmt und es kann zu Begleiterscheinungen wie Halluzinationen oder das Gefühl von Atemnot führen.
Ich spüre wie mich Erleichterung überkommt. Dieses unheimliche Mädchen, welches noch immer auf meiner Kommode sitzt und leise summt, ist nicht real. Es würde nicht mehr lange dauern, bis ich mich wieder bewegen kann und sie verschwinden würde. Also liege ich weiterhin da, dennoch unfähig den Blick von ihr abzuwenden. Ich lausche der schwerfälligen Melodie, welche sie immer wiederholt.
Minuten, vielleicht Stunden vergehen, ich spüre wie mich die Müdigkeit überkommt. Dieses verdammte Lied, es führt mich noch in den Wahnsinn!
Verschlafen reibe ich mir über die Augen.
Ich reibe mir die Augen? Erstaunt setzte ich mich auf. Ja, es funktioniert wieder! Ich kann mich wieder bewegen! Erleichterung und zugleich Erschöpfung durchfluten meinen Körper. Ich hatte eine Schlafparalyse, doch nun ist sie vorbei. Ich richte mich auf und überprüfe die Uhrzeit; 04:34 Uhr, zeigt mir das Display an. Immerhin kann ich noch fast drei Stunden schlafen. Ich lege mich wieder hin, mein Gesicht der Wand zugewandt. Ich versuche zu schlafen, doch irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden…
Langsam, ganz langsam drehe ich mich um… und blicke in das bösartig grinsende Gesicht eines kleinen Mädchens…