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Das Ewige Nichts

Wenn du jemandem ein leeres Blatt Papier zeigst und ihn fragst was er darauf sieht, würde diese Person vermutlich „nichts“ antworten. Das ist jedoch falsch! Sie sieht das nackte, weiße Papier. Nicht aber „nichts“! In unserer materialistischen Welt ist es schwer einen Raum zu finden, in dem wirklich nichts existiert. Selbst in einer fensterlosen Kammer ohne irgendeine Einrichtung befindet sich Luft. „Nichts“ kann es nur in einem Vakuum geben. Das Endlose Nichts ist kein Ort in dem Sinne wie wir es begreifen. Wir können es nicht begreifen! Das Endlose Nichts hat kein Anfang und kein Ende. Trotzdem ist es ein Raum, in dem sich verschiedenste Seelen aufhalten. Das Endlose Nichts ist der Raum, in dem sich unser Universum ausbreitet, in dem sich jedes Universum ausbreitet. Wie nimmt man das „Nichts“ wahr? Die Entitäten, die sich in diesem endlosen, leeren Raum befinden, haben eine ganz andere Wahrnehmung als wir in unseren materiellen Hüllen. Sie haben kein Sehvermögen, weil sie keine Körper besitzen, die in irgendeiner Form materiell sind. Darüber, wie Wesen aus Fleisch und Blut das Nichts wahrnehmen, gibt es eine Geschichte, die den verschiedensten Völkern des Multiversums bekannt ist.

Es gab vor langer Zeit in einem jungen Universum einen Planeten, verhältnismäßig nah am Rande dieses Universums. Heutzutage würde man sagen, er war „erdähnlich“. Dort lebte eine intelligente Spezies, intellektuell ähnlich entwickelt wie der Mensch.  Als sich folgendes zugetragen haben soll, war diese Spezies bereits in etwa auf dem Niveau der frühen Neuzeit.

Eines Nachts passierte das, was wahrscheinlich der Albtraum jeglicher intelligenten Existenzen ist, die an ihren Heimatplaneten gebunden sind. Natürlich gab es auch dort verschiedene Völker, die auf den ganzen Planeten verteilt lebten. Diese Geschichte wird traditionell aus der Sicht eines Volkes im Norden erzählt. Der Name ist über die Jahrmillionen der Überlieferungen verloren gegangen. Manche Versionen wurden ausgeschmückt. Besonders fromme Interpretationen verschiedener Religionen behaupten, das Unheil welches über diesen Planeten gekommen ist, sei eine göttliche Strafe gewesen. Oh ja, der Weltenschlinger hat etwas Göttliches! Es ist jedoch nicht überliefert, ob diese womöglich unschuldigen Kreaturen das mächtige Wesen erzürnt haben oder ob nur der unbändige Hunger dieser galaktischen Bestie mit ihren Seelen gestillt wurde. Wir möchten uns auf den wesentlichen Kern der Sage konzentrieren.

Dort im Norden war es eine wolkenbehangene Nacht. An der ein oder anderen Stelle wurde die Wolkendecke jedoch durch schwarze Flecken, gesprenkelt mit Sternen, unterbrochen. Mit einem Mal verschwanden jedoch die Sterne und zwischen den grauen Wolken war nur noch Schwarz zu erkennen. Nicht das Schwarz der Nacht, sondern ein Schwarz, wie es diejenigen, die das Spektakel beobachteten, noch nie gesehen hatten. So wird das Endlose Nichts von menschlichen Augen wahrgenommen. Innerhalb von Minuten wurden auch die Wolken von dieser schwarzen Masse verschlungen. Panik breitete sich unter den Bewohnern dieses Planeten aus. Die Einen starrten einfach nur wie versteinert in den Himmel, die Anderen rannten planlos umher, wieder Andere verfielen in verzweifelten Aberglauben und boten ihre Kinder als Opfer an. All dies nutzte nichts. Der Weltenschlinger wollte nicht einfach nur ein, zwei, fünf Seelen. Er wollte alle! So verschlang er den ganzen Planeten und nahm seine Bewohner mit ins endlose Nichts, wo alle materielle Existenz mit einem Mal beendet wurde.

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