
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Dieser Tag verfolgt nicht nur mich, sondern auch die anderen zweihundert siebenundachtzig Menschen, die sich an Bord meines Flugzeugs befanden. Eigentlich war es ein schöner Sommertag. Der Check-in verlief reibungslos, und ich bereitete das Flugzeug für den Start vor. Gemeinsam mit meinem Copiloten ging ich die komplette Checkliste durch.
Sein Name war Eric. Er war dreiunddreißig Jahre alt und eine echte Frohnatur. Ich hingegen, mit meinen 58 Jahren, war nun ja … ein wenig verbittert, um es nett auszudrücken. Ich hatte nie wirklich Glück in meinem Leben. Meine Frau ließ sich scheiden und nahm mir dadurch meinen Sohn. Ich durfte ihn so gut wie nie sehen. Das hinterließ tiefe Spuren bei mir. Ich wusste, dass ich ein kleiner Miesepeter war.
An diesem Tag jedoch hatte ich erstaunlich gute Laune. Die Sonne schien, und wir wollten von Berlin nach Hurghada in Ägypten fliegen. Das Wetter war hervorragend, und auch unterwegs waren keine Turbulenzen zu erwarten. Außerdem wusste ich, dass ich nach dem Rückflug eine ganze Woche mit meinem Sohn verbringen durfte.
Die Koffer wurden ins Flugzeug geladen, und die Passagiere nahmen langsam ihre Sitze ein. Wir starteten die Triebwerke und rollten zur Startbahn. Ich betätigte den Schubhebel, und wir hoben ab.
Bei der Kontrolle des Flugzeugs fiel uns nichts Ungewöhnliches auf. Alles schien in Ordnung zu sein. Wir flogen über die Alpen, weiter über Italien. Dann überquerten wir das Mittelmeer und sahen schließlich das afrikanische Festland unter uns. Kurz darauf lag die Sahara unter dem Flugzeug. Wir wussten, dass wir nicht mehr allzu lange unterwegs waren.
Eric und ich machten ein paar Witze und unterhielten uns mit der Stewardess. Ihr Name war Natalie. Eric freute sich für mich, dass ich heute so gut drauf war.
Plötzlich wurden wir von einem grellen Licht geblendet. Wir konnten nicht erkennen, was es war oder woher es kam. Gleichzeitig geriet das Flugzeug in starke Turbulenzen. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, fielen auch noch beide Triebwerke aus.
Im Passagierraum brach Panik aus. Die Sauerstoffmasken fielen herab, da wir rapide an Höhe verloren. Wir waren vollkommen verwirrt. Was hatte uns geblendet? Warum war plötzlich alles ausgefallen? Und diese Turbulenzen?
Wir versuchten verzweifelt, die Kontrolle über die Maschine zu behalten, doch es war kaum möglich. Schließlich beschlossen wir, eine Notlandung zu versuchen. Doch bevor wir dies richtig vorbereiten konnten, erhielt ich die Meldung, dass unser Fahrwerk sich selbstständig ausgefahren hatte. Dadurch entstand ein heftiger Ruck und das Flugzeug wurde massiv geschädigt. Wir verloren immer weiter an Höhe, und sämtliche Systeme schlugen Alarm.
Wir hörten die Schreie aus der Passagierkabine und gerieten selbst in Panik. Dennoch versuchten wir alles, um die Maschine zu landen. Eine Landung in den Sanddünen war jedoch extrem schwierig. Ich dachte mir, dass wir vielleicht eine Chance hätten, wenn wir mit dem Heck zuerst aufsetzen würden, um nicht vollständig in den Boden zu schlagen.
Doch bei diesem Versuch riss das Heck ab und die Maschine zerbrach in mehrere Teile. Die vordersten Reihen und das Cockpit rutschten eine Düne hinunter und kamen kurz vor der nächsten zum Stillstand. Das Mittelteil des Flugzeugs überschlug sich, die Flügel wurden abgerissen, und das gesamte Mittelstück zerbrach in zahlreiche Einzelteile und ging in Flammen auf. Vom Heck sah man nichts mehr.
Als wir realisierten, dass wir noch lebten, beschlossen Eric, Natalie und ich, das Flugzeug so schnell wie möglich zu verlassen. Wir öffneten die Cockpittür und sahen das Elend hinter uns. Fünf Sitzreihen waren noch am Cockpit befestigt, und die Passagiere saßen noch darin. Sie hatten überlebt.
Für alle anderen kam jede Hilfe zu spät. Man hörte noch vereinzelte schmerzverzerrte Schreie, doch diese verstummten nach wenigen Minuten. Wir lösten die Gurte der Überlebenden und verließen gemeinsam das Flugzeug – beziehungsweise das, was davon übrig geblieben war.
Nun standen wir in der Wüste. Es waren über 40 Grad, und die Sonne stand fast senkrecht am Himmel. Der Sand peitschte durch den Wind gegen die Haut. Wir entfernten uns vom Wrack, da wir Angst hatten, dass durch das Kerosin weitere Explosionen folgen könnten. Der Geruch von brennendem Kerosin, geschmolzenem Plastik und verbranntem Fleisch lag in der Luft.
Natalie beschloss, noch einmal in das Wrack zu gehen, um Lebensmittel aus dem Cateringwagen zu holen. Wir wollten sie davon abhalten, aber sie war zu entschlossen. Sie ging in das brennende Flugzeug und nach etwa zwei Minuten kam sie wieder raus. Sie hatte eine Tasche aus der ersten Klasse geholt und alles reingetan, was sie finden konnte. Sie rannte auf uns zu. Plötzlich gab es einen lauten Knall, eine gigantische Explosion, die uns regelrecht umwarf.
Irgendetwas hatte Natalie am Bein getroffen und durch die Wucht es ihr fast abgerissen. Wir nahmen Verbände und banden ihr das Bein ab. Wir schafften es, ihre Blutung zu stoppen. Dennoch verlor sie ihr Bewusstsein.
Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt mit uns 19 Menschen am Leben. Die Verzweiflung war uns ins Gesicht geschrieben. Als die Sonne unterging, marschierten wir los. Wir gingen der Sonne nach. Natalie wurde abwechselnd von uns getragen. Wir spürten, wie die Hitze in Kälte umschlug.
Es wurde innerhalb kurzer Zeit so kalt, dass man am ganzen Körper zitterte. Eine Frau meinte, wir sollten Natalie zurücklassen. Ich sagte zu ihr, dass sie doch spinne. Vor Streitereien verloren wir die Orientierung. Minuten wurden zu Stunden. Stunden wurden zu Tage. In so einer Situation verliert man komplett das Zeitgefühl. Gefühlt sind wir unzählige Kilometer gelaufen. Nach einer längeren Strecke sahen wir etwas in der Ferne.
In 300 Metern war ein Flugzeugwrack. Dieses war noch in einem ganz guten Zustand. Als wir ankamen, sahen wir, dass es sich um ein Flugzeug einer englischen Airline handelte. Ich kannte dieses Flugzeug. Doch dies war eigentlich gar nicht möglich. Es war vor 1 Jahr angeblich im Mittelmeer abgestürzt. Man sah, dass die Wüste es langsam verschlang.
Wir durchsuchten die Maschine und fanden tatsächlich ein bisschen Wasser. Ich ging ins Cockpit und sah an der Tür einen Zettel kleben. Diesen schien der Pilot hastig vorm Verlassen der Maschine geschrieben zu haben. Dort stand etwas von einem grellen Licht. Die Maschine sei daraufhin beschädigt worden und sie versuchten nun, Hilfe zu finden. Eric fand im Laderaum einen CB-Funk. Er schaltete es an und wir hörten ganz schwach eine Stimme, aber das Signal verschwand wieder.
Doch von der einen auf die andere Sekunde wurden wir aus dieser Situation gerissen. Wir hörten laute Schreie aus dem Flugzeug. Die Frau, welche Natalie zurücklassen wollte … sie hatte Natalie einfach erschlagen. Zwei Männer überwältigten die Frau. Es gab lautstarke Tumulte und die Lage war kurz davor, zu eskalieren.
Wir entschlossen uns, innerhalb des Flugzeuges eine Grenze zu ziehen. Wir waren im vorderen Bereich, während die anderen das Heck beanspruchten. Es hatten sich zwei Lager gebildet. Es wurde entschieden, die wenigen Vorräte zu teilen, und jedes Lager machte sein eigenes Ding.
Insgesamt 5 Tage verbrachten wir in diesem Flugzeug. Jeden Tag wurde unsere Verzweiflung größer. Einige saßen da und wippten vor und zurück. Andere versuchten, irgendwie einen Plan zu entwickeln, um Hilfe zu holen. Ich weinte viel und fing sogar an zu beten, obwohl ich sonst der größte Ungläubige war.
Ich dachte viel an meinen Sohn und bereute, dass ich durch meine Arbeit meine Beziehung zerstört hatte. Meine Exfrau warf mir immer vor, dass mir der Job wichtiger sei. Auch körperlich bauten wir immer mehr ab. Unsere Lippen wurden rissig. Schwindel war ein ständiger Begleiter. Wir merkten, dass im Heck immer Wache gehalten worden ist.
Eines Abends wurden wir von Schreien geweckt. Diese Bestien … Sie überfielen uns und nahmen einen von unserer Gruppe mit. Wir hörten knapp 2 Minuten diese ohrenbetäubenden Schreie, ehe sie langsam verstummten. Sie waren schmatzenden und ekelhaften Geräuschen gewichen, für welche es unmöglich ist, diese nur annähernd zu beschreiben. Mir wurde schlecht und andere übergaben sich sogar.
Am nächsten Morgen sahen wir, wie diese „Menschen“ Knochen aus dem Flugzeug warfen. Diese Situation ließ mich sehen, was Menschen aus Verzweiflung machten. Nur um zu überleben.
Wir übrigen sieben beratschlagten uns. Thorsten hatte den Vorschlag, dass wir die Flucht antreten. In der Abenddämmerung marschierten wir los. Wir liefen gefühlt eine Ewigkeit. Es müssen aber so etwa 8 Stunden gewesen sein. Wir mussten unterwegs einige Pausen machen, da wir sehr geschwächt waren. Der Sand peitschte wieder auf die Haut und die Kälte zog durch unsere Knochen, so dass wir am ganzen Körper zitterten.
Die Sonne ging langsam wieder auf. Auf einmal sahen wir etwas, was wir nicht für möglich hielten. Es waren Knochen. Nicht wie von natürlich Gestorbenen, sondern von vielen Menschen auf einen Haufen geschichtet. Es machte den Eindruck, diese schienen als eine Art Trophäe platziert worden zu sein. Einer aus unserer Gruppe stellte sich als pensionierter Gerichtsmediziner heraus. Er meinte, dass diese Menschen allesamt durch stumpfe Gewalt starben.
Manche waren 1 Jahr tot und manche erst wenige Wochen. Er meinte außerdem, dass es so aussah, als hätte man das Fleisch von ihren Knochen abgeschabt.
Ich musste mich übergeben. Als ich wieder nach oben schaute, sah ich ein provisorisches Lager. Dort drin fanden wir weitere skelettierte Leichen. Wir fanden 3 Konservendosen. Ich suchte überall nach nützlichen Dingen. Hinter ein paar Brettern fand ich eine kleine Waffenkiste. Dort war eine Pistole mit 4 vollen Magazinen drin. Außerdem fand ich eine Art Tagebuch von einem Passagier aus dem englischen Flugzeug und scheinbar seine Armbanduhr, welche noch funktionierte und sogar das richtige Datum anzuzeigen schien. Er beschrieb, wie sie nach und nach zu Bestien entwickelt wurden. Der letzte Eintrag war etwa 3 Wochen her.
Er hatte die letzten 5 Überlebenden erschossen und wollte sich nun selbst richten. Nun ja, dies hat er augenscheinlich gemacht.
Wir fanden unter einer Folie eine kleine Oase. Es war ein riesiges Glück für uns. Wir tranken und aßen die 3 Konservendosen. An diesem Abend waren wir seit einer Ewigkeit glücklich. Doch dies war uns nicht lange vergönnt. Am nächsten Morgen wurden wir von Schreien geweckt. Es waren diese Kannibalen. Sie erschlugen den Gerichtsmediziner und eine Frau. Ich nahm die Pistole und eröffnete das Feuer auf sie. Ich traf 3 von ihnen. 2 waren sofort tot. Durch unsere Gegenwehr wurden die anderen verscheucht.
Nachdem Ruhe eingekehrt war, fingen wir an, zu verstehen, was passiert war. Unter uns 5 ging eine Diskussion los. Wir hatten zwar Wasser, aber nichts zu essen. Sollten wir so weit gehen und die Erschossenen essen? In so einer Situation ist der Überlebensdrang die stärkste Kraft. Wir holten uns einen von den Toten rein und nunja. Wir machten es, um zu überleben. Es fällt mir so schwer, darüber zu schreiben. Beziehungsweise dies alleine zuzugeben. Ich schäme mich bis heute dafür.
Am nächsten Morgen beobachteten wir die Gegend und sahen, dass auf einer Düne jemand lag und uns beobachtete. Thorsten schaffte es, sich von hinten anzuschleichen und ihn zu überwältigen. Es war keiner von den anderen. Er war viel zu sauber gekleidet. Erst wollte er nicht sagen. Doch wir fingen an, ihn zu schlagen und zu foltern. Er musste etwas damit zu tun haben. Was sollte er sonst hier machen?
Wir wollten doch einfach nur antworten. Er fing an zu erzählen, dass wir alle ein Teil eines großen Experimentes wären. Er erklärte, dass er einer der Wissenschaftler ist. Sie haben geheime Gänge, versteckte Kameras und Drohnen. Wir waren das 6. Flugzeug, welches vom Himmel geholt wurde. Allesamt wurden als Unfälle über dem Mittelmeer vertuscht. Unter der Wüste hatten sie ein geheimes Forschungslabor gebaut. Aus diesen konnten sie mit elektromagnetischer Strahlung Flugzeuge manipulieren.
Gerade als wir am Diskutieren waren, brach ein Brand aus. Unser Lager stand innerhalb von Sekunden in Flammen. Eric, ich, Thorsten und der Wissenschaftler schafften es, rauszukommen. Die anderen wurden unter den Wänden begraben und verbrannten bei lebendigem Leibe. Diese Schreie will man nicht hören. Die Bestien steckten hinter diesem Angriff.
Ich eröffnete das Feuer auf sie und konnte einen nach dem anderen ausschalten. Alle bis auf eine. Ich spürte einen Schlag auf den Hinterkopf und sackte bewusstlos zusammen. Als ich wieder zu mir kam, stand diese ekelhafte Frau vor mir mit einer Eisenstange. Sie wollte zuschlagen, doch plötzlich durchbohrte sie ein Messer. Eric hatte mich gerettet.
Wir zwangen den Wissenschaftler, uns zu der Station zu bringen. Er führte uns zu einer Düne, welche durch einen Chip von ihm eine Tür erscheinen ließ. Überall waren Gänge und Räume. Plötzlich ging der Alarm los. Wir standen 25 schwer bewaffneten Söldnern gegenüber. Dort trat er vor. Ein Mann Ende 40. Sein Anzug edel, sein Aussehen makellos. Er gratulierte uns. Wir seien die Ersten, die so weit gekommen sind. Er sagte, dass er die menschlichen Abgründe kennenlernen wollte.
Ich sah Thorsten an und sah seinen puren Hass. Er bückte sich, nahm Erics Messer und wollte auf diesen Mann losstürmen. Aber er kam keine 2 Meter, ehe er von hunderten Schüssen durchsiebt wurde. Der Mann meinte, wir hätten zwei Möglichkeiten. Entweder wir werden Teil dieser Forscher. Oder er müsse uns beseitigen.
Eric und ich entschlossen uns für das Erste Der Überlebenswille war immer noch größer. Das Ganze ist nun 3 Jahre her. Seitdem wurden nochmal 2 Flugzeuge vom Himmel geholt. Diese armen Menschen, welche das Gleiche durchmachen mussten wie wir. Ich habe alles ansehen müssen. Und es läuft immer gleich ab. Wir waren die Ersten, die es weitergeschafft hatten. Aber eigentlich ist das noch grausamer. Ich musste ansehen, wie Kinder starben und wie. Nein, das beschreibe ich nicht weiter.
Warum kann sie niemand aufhalten? Wer weiß, wer oder was wirklich dahintersteckt. Immer wieder stürzen Flugzeuge auf der ganzen Welt ab. Wer weiß, wo noch überall solche unterirdischen Anlagen versteckt sind? Ich habe es geschafft, diesen Text unbeobachtet zu verfassen und dir zuzuschicken. Dies war nicht leicht. Wenn sie es herausfinden, war es das für mich. Das ist mir aber mittlerweile egal.
Für jedes Flugzeug, welches ausgesucht wurde, bekommen wir die Passagierlisten und Daten zu diesen. In 2 Tagen soll ein Flugzeug aus Berlin nach Ägypten fliegen. Auf der Liste zu diesem Flug Steht der Name meiner Exfrau und meines Sohnes. Verdammt, irgendwie muss ich das verhindern. Hilf mir. Bitte. Ich flehe dich an. Verbreite unsere Geschichte. Verbreite sie, warne alle Menschen und lass dich nicht erwischen. Wenn sie wissen, was du weißt, werden sie dich verschwinden lassen.


