DämonenKreaturenLangeTod

Der Alchemist

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

 

„Was bei den Ahnen tust du da?!“, schrie das schwarzhaarige Mädchen völlig entsetzt.

Der Junge hatte einen Ast in seiner kleinen rechten Hand und stocherte mit diesem auf einen im Sterben liegenden Welpen ein. Er ignorierte ihren schrillen Schrei und pikste unentwegt auf das kleine Tier ein. Als er die schnellen und wütenden Schritte, welche zielstrebig auf ihn zukamen, vernahm, hielt er kurz inne, bevor er wieder damit begann, das Tier zusätzlich zu peinigen. Sie entriss ihm den Stock und musste sich beherrschen, diesen nicht auf das kleine Arschloch von Kind niedersausen zu lassen. Emotionslos sah er zu ihr auf.

„Was stimmt nicht mit dir?!“

Seine kalten, blauen Augen blickten in ihre und sofort fröstelte sie. Er entgegnete nichts. Seine Mimik war wie erstarrt. Kalt. Absolut bösartig. Sie fand, dass der Bengel gelangweilt aussah. Er zuckte mit den Schultern und erhob sich. Sie ließ ihn passieren, als er sich an ihr vorbeischob, und ganz unbewusst entfernte sie sich langsam von ihm. Instinktiv hielt sie einen gewissen Abstand zu ihm. Das Mädchen beobachtete ihn dabei, wie er dem Trampelpfad zurück zu seinem Elternhaus folgte. Erst als sie ihn nicht mehr sah, bemerkte sie, dass sie den Atem angehalten hatte, und atmete geräuschvoll durch. Sie sah auf den Welpen hinab. Das arme Tier. Seine Eingeweide lugten unter ihm hervor und sie wusste, dass sie nichts mehr für dieses erbärmliche, kleine Wesen tun konnte.

„Es tut mir leid.“

Ihre Stimmung war auch noch beim Abendessen bedrückt. Sie starrte auf ihren Teller, ohne mit dem Essen zu beginnen. Ihre Pflegemutter gab ihr einen flüchtigen Schubs mit dem Ellenbogen. Ein Signal dafür, dass sie essen sollte. Das junge Mädchen sah auf und ihr Blick wanderte von ihrer Mutter zu ihrem Pflegevater und von diesem zu dem kleinen, gruseligen Scheißer links von ihr.

„Heute…“, begann sie unsicher.

„Heute hat Kaim einen Welpen getötet.“

Ihre Pflegemutter ließ ihr Besteck geräuschvoll auf den Teller sinken. Ihre Augen waren geweitet. Das Mädchen konnte nicht deuten, ob vor Entsetzen oder aus Angst. Der Junge aß unbehelligt weiter. Sie sah zu ihrem Pflegevater. Ihre Blicke trafen sich und der Ausdruck auf seinem Gesicht wirkte beinahe… herausfordernd. Dann räusperte sich dieser und ohne den Blickkontakt zu ihr abzubrechen, stellte er seinem Sohn eine Frage.

„Was hast du dabei empfunden, Kaim?“

Kaim hörte auf zu essen und erhob seinen Kopf. Er sah niemanden direkt an, blickte einfach auf einen Punkt an der Wand hinter seiner Mutter.

„Nichts“, antwortete er schlicht. Die Emotionslosigkeit und Aufrichtigkeit in seiner Stimme ließen das Mädchen erschaudern. Kaims Vater starrte sie nach wie vor an. Nun hatte sie das Gefühl, einen Fehler begangen zu haben. Aber weshalb? Schließlich war es nicht sie, die den Welpen gefoltert hatte. Und sie war sich sicher, dass der Kleine durch Kaims Hand starb.

Als hätte er ihre Gedanken gelesen, stellte der Hausherr seinem Sohn eine weitere Frage.

„Hast du das Tier getötet?“

„Ja“, war Kaims Antwort. Seine Mutter schloss für eine kurze Zeit die Augen.

„Weshalb hast du das Tier getötet?“

„Mir war langweilig.“

Kaims Antwort war zu viel für seine Mutter. Ein leises Schluchzen entwich ihrer Kehle, und sofort kassierte sie dafür einen warnenden Blick von ihrem Gatten. Dann wandte er sich wieder dem Mädchen zu, lächelte freundlich und sprach in einem ruhigen, aber doch kalten Ton.

„Siehst du, Mädchen, Kaim ist speziell. Wenn du hier leben willst, dann wirst du dich damit abfinden müssen.“

„Ann“, äußerte sie mit leicht zitternder Stimme.

„Mein Name ist Ann.“

Ihr Pflegevater schob sich ein großes Stück Fleisch in den Mund und blickte sie kauend an.

„Ich weiß“, entgegnete er missbilligend klingend und schmatzend.

Ann senkte ihren Blick und zitterte am ganzen Leib. Diese ganze Familie war doch nicht normal? Was war mit diesem Jungen? Und weshalb billigte sein Vater dieses Verhalten? Ann hatte das Gefühl, vom Regen in die Traufe gekommen zu sein. Sie hätte einfach im Waisenhaus bleiben sollen. So einfach war das wohl nicht. Der Hausherr hatte sie vor ungefähr zwei Wochen aus dem Waisenhaus in Kehrheen gekauft. Sie erinnerte sich daran, wie glücklich sie war, endlich Freiheit erlangt zu haben. So wie ihr Freund Clayton damals. Sie dachte oft und gerne an ihn. Doch sie bereute auch, ihm ihre Gefühle nie gestanden zu haben. Und dann war es zu spät. Denn dann war er einfach verschwunden. Sie hatte sich gewundert, weshalb er ging und sie einfach zurückließ. War er ihrer überdrüssig geworden? Hatte sie einen Fehler gemacht? Sie überlegte oft, seinen besten Freund danach zu fragen, konnte aber nie ihren Mut zusammenbringen. Und eines Tages war auch sein Freund verschwunden. Da wusste sie, dass sie niemals eine Antwort auf ihre Fragen erhalten würde.

Ann hatte an jenem Tag eine Lektion gelernt. Wenn sie zu lange zögerte, dann gab es womöglich keine zweite Chance mehr.

Sie schluckte ihre Angst und begann, nun gefasster, die aufgetischte Speise zu essen.

In den nachfolgenden Tagen entschied sich Ann dazu, sich ruhig und unauffällig zu verhalten. Sie wollte ein weiteres dieser unheimlichen Gespräche mit ihrem neuen Vater vermeiden. An den Nachmittagen half sie ihrer Mutter auf dem Hof und in ihrer Freizeit hielt sie sich gerne an dem kleinen Fluss hinter dem Hof auf. Trinstal war ein trostloses Dorf. Die Seelen, die hier wohnten, waren alle entweder alt oder bedeckt mit Fell und Wolle. Es gab hier keine anderen Kinder. Nur sie und ihn. Kaim. Wieder schüttelte sie die Gedanken an ihn ab und nahm einige kleine Steinchen in ihre Hand. Sie holte aus und warf den ersten Stein. Schnell stellte sie ihre Tätigkeit ein, als ihr bewusst wurde, dass ihr dies einfach nicht lag. Immer noch besser als an Kaim zu denken, dachte sie.

Wie aufs Stichwort sah sie den Jungen mit einem Buch in einiger Entfernung zu ihr im Gras sitzen. Sie hatte ihn zuvor gar nicht bemerkt. Es fröstelte sie erneut. Und schließlich fasste sie einen Entschluss. Langsam richtete sie sich auf und schlich zu ihm hinüber. Als sie direkt neben ihm stand, warf sie ihren Blick auf das Buch. Es war ein sehr dickes und altes Buch. Die paar Worte, die sie lesen konnte, verstand sie jedoch nicht. Neugierig setzte Ann sich neben ihn und unterdrückte das Gefühl des Unbehagens in seiner Nähe.

„W-Was liest du da?“, fragte sie vorsichtig. Kaim gab ihr keine Antwort. Er klappte das Buch halb zusammen und deutete mit einem Finger auf den Umschlag.

Jagdtechniken und die Herstellung von Fallen

Sofort dachte Ann, dass dieses Buch viel zu schwer für einen Jungen seines Alters war.

„Verstehst du, was da drin steht?“

Kaim nickte lediglich.

„Aber weshalb liest du das? Im Haus gibt es doch einige weniger komplizierte Bücher.“

„Ich will es eben lernen“, entgegnete er, ohne von seinem Buch aufzusehen.

Ann konnte es nicht begreifen. Der Inhalt des Buches war doch viel zu kompliziert, wie konnte er den Worten und Anleitungen folgen und diese verstehen? Er war erst zehn Jahre alt.

„M-Möchtest du mal Jäger werden?“, erfragte sie.

„Nein“

„Ähm… Handwerker vielleicht?“

„Nein.“

„Aber… Weshalb liest du es denn dann?“

„Um zu lernen.“

Am Abend saß Ann neben ihrer neuen Mutter. Diese übte jeden Abend das Stricken mit ihr. Doch Anns Gedanken waren nicht fokussiert. Ständig schweifte sie ab und dachte zurück an Kaim. Dann an ihren neuen Vater. Dieser war nun für einige Tage ‚geschäftlich‘ nach Harenfort aufgebrochen. Das Mädchen hatte keine Ahnung, was für ein Geschäft der Hausherr genau betrieb. Ihr war nur immer wieder aufgefallen, dass dieser sehr viel Zeit im Kellergeschoss des Hauses verbrachte. Gelegentlich nahm er Kaim mit und dann sah sie die beiden glücklicherweise für mehrere Stunden nicht mehr. Stunden, die Ann durchaus genoss.

„Wo bist du, Kind?“, drang die freundliche Stimme der Frau neben ihr zu ihr durch. Fragend blickte Ann in ihre Augen.

„Na, du bist nicht bei der Sache, also wo bist du mit deinen Gedanken?“, kicherte sie.

„M…Margery?“, begann das Mädchen zögernd. Nicht mehr zögern, Ann! rügte sie sich selbst gedanklich. Nie wieder zögern!

„Was ist denn?“, drang die Hausherrin fortzufahren.

„Ich habe mich gefragt… weshalb Kaim so ist, wie er ist“, platzte es sachlich aus dem Mädchen heraus. Sie sah die erneut geweiteten Augen der Frau. Sie wirkte mit dieser Frage überfordert.

„Das… Das…“, begann Margery stockend.

„Das kann ich dir nicht sagen.“

„Er ist total gefühlskalt“, setzte Ann nach. Margery schüttelte abwehrend den Kopf.

„Hör auf, von Kaim zu sprechen“, flüsterte sie schließlich nachdrücklich.

Ann schwieg für einen Moment.

„Was ist in diesem Keller, Margery? Weshalb darf ich ihn nicht betreten?“

Margery schüttelte erneut den Kopf, dieses Mal impulsiver.

„Es dient deinem eigenen Schutz, diesen verfluchten Keller nicht zu betreten. Hast du mich verstanden?“

„Ich möchte verstehen warum.“

„Nein!“, kreischte Margery plötzlich und Ann zuckte bei diesem Ausbruch zusammen.

„V-Versuch einfach, deine Zeit hier ein wenig zu genießen, in Ordnung?“

Jetzt verstand Ann noch weniger. Diese Aussage klang danach, als würde sie nicht lange an diesem Ort verweilen. Bei dem Gedanken, dieses verfluchte Haus, dieses öde Dorf und diese ihr unheimlichen Menschen wieder zu verlassen, stiegen Glücksgefühle in ihr auf.

„Was meinst du damit?“, erkundigte Ann sich schließlich und konnte ihren Hoffnungsschimmer kaum verbergen.

„Halte dich einfach vom Keller fern! Dort lauert nur der Tod“, waren Margerys letzte Worte zu diesem Thema. Sie stellte das Stricken ein und entfernte sich von Ann. Anns Blick folgte ihr verwirrt. Dann zog etwas anderes ihre Aufmerksamkeit auf sich. Kaim stand im Türrahmen und starrte sie mit seinen kalten, blauen Augen an.

In der folgenden Nacht, hörte Ann das erste Mal diese unmenschlichen Laute. Sie lag in ihrem Bett, dachte über diese Familie nach und dann schrak sie hoch. Sie konnte die Geräusche, die sie vernahm, nicht deuten. Vorsichtig stieg sie aus dem Bett und lief zu dem großen Fenster. Die Laute kamen nicht von draußen, sie kamen aus diesem Haus. Lauschend drehte sie langsam ihren Kopf zur Tür und erstarrte, als sie einen bestialischen Aufschrei hörte. Das war kein Tier, da war sich Ann sicher. Was auch immer diese Unruhen von sich gab, konnte einfach nicht von dieser Welt sein. Auf leisen Sohlen näherte sie sich der Tür und umfasste, von der Angst eingenommen, mit zittriger Hand den Griff. Die Tür öffnete sich knarzend, und der dunkle Flur ließ ihr tausend kleine Stiche über den Körper fahren. Sie schauderte. Ann nahm ihren Mut zusammen und trat in den dunklen Flur. Sie war schon immer ein sehr neugieriges Kind, doch Neugier war nicht immer von Vorteil. Das Mädchen folgte dem Gang, vorbei an Kaims Schlafzimmer entlang. Diese unheilvollen Geräusche wurden eindringlicher, je näher sie dem Elternschlafzimmer kam. Der Krach klang nach einer tiefen, düsteren Stimme, die eine Art Klagelied sang, dachte Ann. Was, bei den Ahnen, konnte solche Töne von sich geben? Zitternd stand sie vor der Tür zum Schlafzimmer der beiden Hausherren und war sich nun sicher, das, was auch immer es sein mag, sich genau dahinter befinden musste. Dann hörte sie Margerys Stimme. Eine ängstliche Margery, die voller Verzweiflung um Gnade flehte. Dann überlagerten sich beide Stimmen und weckten in dem Mädchen das starke Bedürfnis, aus dem Haus zu laufen und niemals zurückzukehren. Aber wenn Margery Hilfe benötigte, konnte sie das doch nicht einfach ignorieren, oder? Als Margery aufschrie, nahm Ann automatisch und ohne mit der Wimper zu zucken den kalten Griff der Tür in ihre Hand, bereit diese herunterzudrücken, die Tür zu öffnen und dem Schrecken entgegenzublicken.

Doch so weit kam es nicht.

„Öffne nicht die Tür!“

Die plötzlich erklingende Stimme ließ sie fürchterlich zusammenfahren. Dann sah sie in die Dunkelheit des Flures und erkannte eine kleine Silhouette an einer offenen Tür stehen. Kaim.

Sie sagte nichts. Alles, was sie tat, war, einfach dort zu stehen. Zitternd und angespannt, dem Tumult aus dem Schlafzimmer lauschend.

„Was ist dort?“, flüsterte Ann so leise sie konnte, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob Kaim ihre Frage durch den Lärm überhaupt verstehen würde. Doch Kaim verstand sie.

„Mutter.“

„A-Aber… Was ist mit ihr dort drinnen?“

Er gab ihr darauf keine Antwort. Stattdessen sah sie schwach, wie er lediglich mit den Schultern zuckte, bevor er sich in sein Zimmer zurückzog. Einige Sekunden, nachdem Kaim wieder in seinem Zimmer verschwand, kehrte auch eine unbehagliche Stille in dem Raum, vor dem sie stand, ein. Sie sah auf das Holz der Tür. Dann presste sie vorsichtig ihr Ohr dagegen und lauschte. Sie konnte ihr Herz rasen hören. Und dann hörte Ann etwas anderes. Etwas wahrhaft Beängstigendes. Sie hörte eine Einheit von Stimmengewirr, das ihren Namen flüsterte, so nahe als würden sie es dem Mädchen gleichtun und ebenfalls an der Tür lehnen. Augenblicklich schreckte Ann zurück und ließ von der Tür ab. Grauen breitete sich in ihr aus und ohne zu überlegen lief sie hastig in Kaims Zimmer. Sie verschloss die Tür hinter sich und rutschte auf ihre Knie, die letztendlich unter ihr nachgaben. Verstört sah sie in Kaims Gesicht, der auf seinem Bett saß und sie anstarrte.

„Was ist hier los?“, murmelte sie heiser.

„Kaim? Was ist hier los?“, stellte sie ihre Frage erneut, nachdem er beim ersten Mal nicht reagierte.

Ausdruckslos sah er sie lediglich an. Ann sah, dass der Junge keinerlei Angst verspürte. Sein Körper war beherrscht, seine Atmung ruhig.

„Warum hast du keine Angst?“

„Ich weiß es nicht“, gab er schließlich zur Antwort.

„Weißt du überhaupt, was Angst ist?“

„Angst ist ein ungerichteter Gefühlszustand“, erklärte Kaim. Ann schüttelte den Kopf.

„So meine ich das nicht. Empfindest du denn wirklich gar nichts?“ Sie sah ihm dabei zu, wie er verneinend den Kopf schüttelte.

„Weshalb versteckst du dich hier?“, unterbrach der Junge die kurze Stille zwischen ihnen.

„Weil ich Angst habe.“

„Weshalb?“

Ungläubig starrte sie ihn an.

„Weil dieses… dieses Ding mir große Angst macht. Dein Vater macht mir Angst. Und du machst mir auch Angst.“

„Mutter macht dir also keine Angst?“

Ann schüttelte den Kopf. Kaim stand auf und bewegte sich auf sie zu. Sie rutschte von der Tür weg, als er andeutete, sie öffnen zu wollen.

„Was tust du?“, fragte sie ängstlich, doch sie erhielt keine Reaktion.

Kaim lief in den Flur und hinüber zum anderen Schlafzimmer. Dort verharrte er. Ann folgte ihm vorsichtig und beobachtete seine nächste Bewegung. Kaim legte die Hand auf den Griff und sah sie dabei an.

„Was tust du denn?“

„Du sagtest doch, du hast keine Angst vor Mutter.“

„Aber da drinnen ist nicht nur deine Mutter, hörst du das denn nicht?!“

Kaim blickte auf die Holztür und sah dann wieder zu Ann.

„Nein. Es ist nur Mutter.“

In dem Moment, als Kaim die Worte aussprach, knallte etwas gewaltvoll gegen die Tür. Ann schrak fürchterlich zusammen. Sie nahm an, dass sich das Ding gegen die Tür schmiss. Dann folgte ein weiterer Knall, und sie hörte das Holz splittern. Ann hielt sich bei dem schrecklichen Geheul und den wuchtigen Stößen gegen die Tür die Ohren zu. Sie entfernte sich einige Schritte und wimmerte ängstlich. Mit einem Mal öffnete Kaim die Tür. Ann konnte ihren Augen nicht trauen. Er hatte wirklich die Tür geöffnet. Nun würden sie sterben. Sie alle würden nun sicherlich sterben. Das Ding trat nicht in den Flur. Es musste dort stehen geblieben sein, Ann konnte es nicht sehen. Aus ihrer Position sah sie nur Kaim, der nach wie vor den Griff der Tür festhielt und in den Raum hineinsah. Das Ding direkt ansah. Der Aufruhr der Kreatur verstummte schnell.

„Hör jetzt auf!“, äußerte Kaim seelenruhig. Ann vernahm schwere Schritte, die sich langsam entfernten, und ein leises, angsterfülltes Stöhnen. Kaim schloss die Tür wieder und begab sich zurück in sein Zimmer. Ann folgte ihm. Verdutzt sah Kaim über seine Schulter zu ihr.

„Ich möchte jetzt wissen, was das verdammt nochmal war?!“

„Sagte ich doch bereits. Es ist nur Mutter.“

„Nein. Nein, nein. Das war etwas anderes!“, rief Ann aufgebracht. Kaim seufzte.

„Der Monstermacher hat Mutter verändert.“

„Monstermacher…?“

„Ja. Mutter ist transformiert und nun etwas Höheres. Etwas besseres als ein einfacher Mensch.“

Anns Gedanken drehten sich im Kreis. Sie spürte das Schwindelgefühl und taumelte leicht zurück. Um nicht zu stürzen, setzte sie sich vorsichtig auf den Boden.

„Ich verstehe das alles nicht. Deine Mutter ist… ein Monster? E-Eine Kreatur? Wie kann so was sein? Wie kann es denn so was geben?“

Kaim seufzte erneut und setzte sich wieder auf sein Bett.

„Und du?“, fragte Ann leise.

„Was bist du?“

„Weiß nicht. Irgendetwas.“ Kaim zuckte mit den Schultern.

„Nein du… Es hat dich nicht angegriffen. Es hatte Angst vor dir“, stellte sie schließlich fest.

„Hat dich… der Monstermacher auch verändert?“

„Ich bin schon seit meiner Geburt so. Ich verstehe nicht, was so schlimm daran ist“

„Kaim… Wer ist der Monstermacher? Und wie erschafft er diese Kreaturen?“

„Warum stellst du mir diese ganzen Fragen? Du wirst es doch ohnehin herausfinden.“

„Was?! Nein! Auf keinen Fall. Kaim, lass uns… lass uns verschwinden!“, bat sie ihn eindringlich. Ann wusste nicht weshalb. Sie konnte nicht sagen, weshalb sie Kaim mitnehmen wollte. Doch irgendwie realisierte sie nun, dass der Junge einfach nichts für seine Art konnte. Niemand wird einfach ohne Gefühle geboren, oder? Er wurde zu dem gemacht, was er war. Und dies tat Ann unendlich leid. Sie dachte, vielleicht könnte sie, wenn die beiden erst einmal von dort verschwunden waren, Kaim Gefühle… ‚beibringen‘. Ein schöner Gedanke, wenn auch ausgesprochen naiv und irrelevant.

„Ich will nicht gehen“, entgegnete er.

„Und er wird auch nicht zulassen, dass du gehst.“

Der Schrecken der letzten Nacht steckte Ann noch immer in den Knochen. Sie konnte keinen einzigen Bissen zu sich nehmen. Die Kuhmilch schmeckte nicht. Ihr Blick hob sich behutsam und sie sah Margery in die Augen. Die Frau verzog die Lippen zu einem flüchtigen, leisen Lächeln. Ann räusperte sich.

„Was war das…letzte Nacht?“

Margery sog scharf die Luft ein und starrte ihr entsetzt in die Augen. Sie schien verwirrt und suchte unbeholfen nach den richtigen Worten. Währenddessen trank Kaim seine Milch aus. Margerys Augen wanderten hilfesuchend zu denen ihres Sohnes.

„Das habe ich dir doch gestern schon gesagt“, seufzte Kaim.

„Gesagt… Ich will eine Erklärung“, forderte Ann.

„…“

Ann hörte ein hauchdünnes Tuscheln aus Margery Richtung und sah sie erwartungsvoll an.

„Das… Das ist ungeheuerlich. Du hast nicht das Recht, irgendetwas zu fordern!“, blaffte Margery.

„Ihr habt mich aufgenommen, ihr ängstigt mich mit Worten und Taten und glaubt dennoch, ich hätte nicht das Recht, Fragen zu stellen?!“, sprudelte es ungehalten aus dem Mädchen hervor. Fassungslos sah Margery das Kind an. Dann schüttelte sie abwehrend den Kopf.

„Schhh, jetzt! Er wird davon erfahren. Der Monstermacher… wird davon erfahren“, äußerte die Hausherrin unheilvoll.

Es verstrichen einige Tage und ihr Pflegevater war voll bepackt aus Harenfort zurückgekehrt. Seit seiner Rückkehr blieb es des Nachts unauffällig. Ann saß an dem alten, bereits versiegten Brunnen inmitten des Dorfplatzes. Sie starrte verträumt auf den Weg, der aus dem Dorf hinaus, ins Ungewisse führte. Der in die Freiheit führte. Ihr Körper bewegte sich beinahe automatisch und bevor sie sich versah, lief sie bereits auf den Ortsausgang zu. Abrupt stellten ihre Beine jede weitere Bewegung ein und sie starrte einfach geradeaus. Lauf, Ann! schrie sie sich selbst gedanklich zu. Renn einfach! Tu es, Ann! Ihre Gedanken wurden immer lauter und eindringlicher. Und dann drang eine andere Stimme in ihr Gehör.

„Ann!“

Sie drehte sich um.

Lauf jetzt los, Ann!

„Ich habe dich gesucht“, äußerte ihr Pflegevater, als er ihr Schritt für Schritt näher kam.

Wenn du jetzt nicht losrennst, ist es zu spät! bäumte sich ihre innere Stimme ein letztes Mal auf. Doch Ann rannte nicht.

Ann zögerte.

Der Mann griff ihren Arm und blickte ihr tief in ihre grünen Augen.

„Es ist Zeit“, äußerte er lächelnd.

„Zeit wofür?“

Sein Lächeln wurde breiter.

„Es ist an der Zeit, dich in unser Familiengeheimnis einzuweihen“, erklärte er und zog das Mädchen mit sich, zurück in das imposante Haus.

Sie liefen gemeinsam an Margery vorbei. Diese starrte Ann lediglich tief in die Augen. Nachdem sie Margery passiert hatten, bemerkte Ann, dass die Frau ihnen folgte. Nun lernte Ann ein sehr eindringliches und überwältigendes Gefühl kennen. Das Gefühl der Vorahnung, dass ihr etwas absolut Grauenhaftes bevorstand. Das Gefühl intensivierte sich, als ihr Pflegevater sie die Treppen zum Kellergeschoss hinunterleitete.

Im Keller lauert der Tod.

Sofort dachte sie an dieses Gespräch, welches sie vor einigen Tagen mit Margery geführt hatte. Und an Margerys Worte.

Im Keller lauert der Tod.

„Willkommen in meinem Labor.“

Sie betraten eine großen Raum, der Ähnlichkeiten mit einer Apotheke aufwies, nicht, dass sie je eine Apotheke gesehen hatte, sie hatte lediglich von solchen gehört. Reihen an Regalen, in denen sich Tinkturen und Flaschen in sämtlichen Formen und Farben befanden. Gefäße mit verstörenden und für sie nicht definierbaren Inhalten. Aber Ann wusste, dass der Hausherr kein Apotheker war. Er war kein Heiler. Ein großes, rundes Symbol war auf dem kalten Boden aufgemalt und verzierte somit den Großteil des Raumes. In dessen Zentrum war ein einfacher Stuhl platziert. Ann sah die Fesseln an den Stuhllehnen und -beinen und wusste, dass diese dazu dienten, die arme Seele, die auf diesem Stuhl saß, genau dort festzuhalten. Anns Kinn bebte. Ihr Herz schlug hart gegen ihre Brust. Ihr Körper zitterte unkontrolliert. Der Hausherr geleitete sie zum Stuhl und das Mädchen war nicht in der Lage, etwas dagegen zu tun. Mit einer Hand auf ihrer Schulter drückte er Ann nieder und sie gab nach und nahm auf diesem alten, hölzernen Stuhl Platz. Erst nachdem Ann saß, entdeckte sie Kaim, der sich ebenfalls im Raum befand. Der Junge sah mal wieder gelangweilt aus. Margery platzierte sich ihr gegenüber, natürlich außerhalb des Kreises und neben ihrem Sohn.

„Also Ann…“, begann ihr Pflegevater zu sprechen, während er sie mit Hilfe der Riemen und Schnallen an den Stuhl fixierte. Anns Augen blieben auf Kaim haften.

„Keine Sorge. Dies dient nur der Sicherheit“, erklärte er, nachdem er die letzte Schnalle zugezogen hatte.

„Ann, hast du dich mit meinem Sohn angefreundet?“

Sofort blickte das verängstigte Mädchen zu ihrem „Vater“ hinüber.

„I-Ich…“, begann sie mit zittriger Stimme.

„Ich wollte nicht…“

Der Hausherr winkte ab. Als wollte er ihre kleinen, unnützen Worte aus dem Raum scheuchen.

„Mir ist zu Ohren gekommen, dass du dich über Kaim erkundigt hast und ebenso Fragen zu diesem Keller gestellt hast. Nun befindest du dich im Keller. Ich habe dir gesagt, dass ich dich in unser kleines Familiengeheimnis einweihen werde, nachdem deine Neugier auch hierzu groß genug war, und das tue ich nun auch.“

Anns Augen wurden feucht. Sie empfand pure Angst. Ich Kinn bebte so stark, dass sie keine verständlichen Worte formen konnte. Du hättest einfach rennen sollen! wisperte eine verzweifelte Stimme in ihrem Kopf.

„Mein Sohn Kaim…“, begann der Mann und trat näher an Kaim.

„… ist ein Monster“, beendete er seinen Satz, als er nun direkt neben seinem Sprössling stand.

„Ich will versuchen, es dir zu erklären. Kaim, du hast vor einigen Tagen ein Buch zu lesen begonnen, richtig?“

Kaim nickte zustimmend.

„Vor wie vielen Tagen hast du das Buch beendet?“

„Vor zwei Tagen“, antwortete der Junge.

„Vor zwei Tagen? Das ist sehr beachtlich. Du weißt, um was es in diesem Buch ging, nicht, Ann?“ Er grinste sie an. Ann nickte.

„Also Kaim, dann zeig es uns mal!“

Mit dieser Aufforderung kramte Kaim in einem alten Leinensack neben sich und zog eine mechanische Konstruktion hervor.

„Was ist das, Kaim?“, fragte sein Vater.

„Eine Schlagfalle.“

„Eine Schlagfalle? Eine Schlagfalle. Kaim hat sein Buch beendet und sämtliche Anleitungen zum Bauen solcher Fallen verinnerlicht. Und dann hat er dieses Konstrukt unter meiner Aufsicht nachgebaut. Ganz alleine.“

Ann war nicht ganz klar, worauf das hinauslief. Was wollte der Hausherr ihr mitteilen? Der Mann seufzte, als er ihren verwirrten Gesichtsausdruck bemerkte.

„Der Junge ist zehn Jahre alt. Liest ein Buch und ist im Anschluss in der Lage, ein solches Konstrukt zu errichten. Das ist ausgesprochen außergewöhnlich.“

Kaim lies die Falle zurück in den Leinensack fallen und starrte wieder zu Ann.

„Mein Sohn wurde kalt geboren. Das heißt, er hat keine Gefühle. Er kann zwischen richtig und falsch, Recht und Unrecht nicht unterscheiden, denn für ihn fühlt sich einfach alles gleich leer an.“

„A-Aber wie…?“, stotterte Ann.

„Wegen mir. Ich bin ein Alchemist. Und ich habe versucht, einen Gott zu erschaffen. Und es ist mir sogar gelungen“, lächelte er zufrieden und zeigte auf seinen Sohn.

Ann versuchte die Teile in ihrem Kopf zusammenzustecken. Manche Teile passten und andere wiederum nicht. Doch eine Sache passte ganz sicher.

„Vermutlich glaubst du mir nicht, aber ich forme Menschen zu etwas anderes um. Es gibt sehr viele Leute, die viel Geld für eine abnorme Kreatur zahlen. Und noch mehr Geld, zu einer abnormen Kreatur zu werden. Macht zu besitzen, ist ein unbeschreiblich starkes Gefühl. Man kann davon einfach nicht genug bekommen.“

Ann glaubte ihm. Jedes Wort. Dem Monstermacher. Ihre Gedanken begannen nun zu rasen. Das war es doch, was Kaim in jener Nacht meinte, nicht? Und nicht nur er, sondern auch Margery. Ihr Blick wanderte zunächst zu Kaim, dann hinüber zu seiner Mutter.

„Lasst mich einfach gehen! Bitte!“, bettelte Ann unter Tränen. Sie wollte das Geheimnis nicht länger wissen. Sie wollte den Monstermacher nicht kennenlernen. Sie wollte nichts mehr von all dem.

„Als meine Gattin mit meinem Jungen schwanger war…“, begann er seine Erzählung fortzusetzen, ohne dabei auf Anns Flehen einzugehen,

„… da hatte ich eines Nachts diese Eingebung. Ich fragte mich, wie eine Zusammensetzung diverser Zutaten eine Reaktion bei dem ungeborenen Kind auslösen würde. Aber ich wollte weder meine Frau noch meinen Sohn töten. Ich trank also die Substanz zum Träumen und fand mich schnell hinter dem Schleier wieder. Nachdem ich eine Weile umhergewandert bin, auf der Suche nach Antworten, begegnete ich einem weiteren Träumer. Sein Name war Begravio.“

Als Kaim diesen Namen hörte, blickte er kurz auf. So als würde er ihn kennen oder als hätte er diesen Namen bereits einmal gehört.

„Er war ein sehr weiser und erfahrener Mann auf dem Gebiet des Schleiers und diverser Kreaturen. Ganz gleich, ob diese bereits auf unserer Erde wandeln oder schon längst in einen Mythos übergegangen waren. Und ich fragte ihn: Was ist das mächtigste und göttlichste Wesen auf dieser Welt? Da erzählte er mir die Geschichte von Velandaris. Diese Kreatur war der Gott aller Wesen und der Schöpfer aller Wesen. Velandaris war von jeder einzelnen noch so mächtigen Kreatur gefürchtet. Denn Velandaris hatte seinen Kindern eine winzige Sache geschenkt, die er nicht besaß. Emotionen.“

Der Alchemist sah zu seinem Sohn und lächelte stolz.

„Was glaubst du, wie schwer es ist, an die Essenz eines Irrlichts zu gelangen? Oder an die Kralle eines Ghuls? Und falls du mich nun für verrückt hältst, wobei du da gar nicht so verkehrt liegst, wisse, dass es diese Kreaturen durchaus gibt. An solche Zutaten zu gelangen mag schwer sein, jedoch nicht unmöglich. Nun stell dir vor, wie schier utopisch es dann sein muss, an die Essenz einer uralten Gottheit zu gelangen. Ich musste einen Weg finden, eine Mixtur zu schaffen, die dem gleichkommt. Aber was ich wirklich geschaffen habe, war noch um Längen besser.“

Als der Tag kam und die Geburt eingeleitet wurde, fesselte ich meine Frau an genau diesen Stuhl. Nachdem ich das blutverschmierte Bündel in meinen Armen hielt, gab ich meiner Gattin die Substanz zum Träumen und zurück kehrte eine Kreatur, die beim Anblick meines Sohnes das Haupt neigte. Voller Ehrfurcht.“

Der Alchemist breitete seine Arme aus, als wäre er das Wesen, welches derart ehrfurchtgebietend war.

„Der Junge war gerade erst geboren. Wenige Minuten alt. Er schrie nicht. Lag einfach ruhig in seiner Decke. Ein kleiner Wurm, doch dieser höhere Dämon im Körper meiner Frau erstarrte. Ich wollte von ihm wissen, weshalb. Was war es, das diese Abscheulichkeit so sehr fürchtete? Weißt du, Ann, was seine Antwort war?“

Ann schüttelte weinend den Kopf.

„Ich hatte angenommen, es geschafft zu haben, eine Mixtur zu entwickeln, die der göttlichen Essenz Velandaris‘ gleich kam. Aber tatsächlich habe ich eine Art Magneten erschaffen. Die Substanz, so die Erklärung des Dämons, wirkte anziehend. Wie ein Leuchtfeuer. Und den Weg in meinen Jungen, hatte doch tatsächlich Velandaris‘ Essenz gefunden. In diesem Jungen steckt also die Seele einer grausamen, uralten Gottheit.“

„Was hat das mit mir zu tun?“, schluchzte Ann.

„Du bist die Nächste, die ich auserkoren habe, etwas Höheres zu sein. Ich habe einen neuen Auftrag erhalten und du bist mir eindeutig zu neugierig. Ein Magistrat hatte mich tatsächlich gefragt, ob ich ein uraltes Wesen zurück auf diese Erde holen kann. Ein mächtiges Wesen. Eine Abscheulichkeit, deren Augen tödlich sind“, kicherte der Alchemist voller Vorfreude.

„Du solltest dich geehrt fühlen“, stimmte Margery mit ein.

„Nein! Ich flehe euch an! Bitte, ich werde nie wieder einen solchen Fehler begehen!“, schrie Ann voller Verzweiflung. Ungerührt starrte Kaim sie an.

Ann sah, wie der Alchemist einige Gläser und Flaschen nahm und an einem Tisch damit begann, diese Flüssigkeiten zu mischen. Er zermahlte Knochen, gab der Brühe einige andere undefinierbare Zutaten dazu und mischte das Ganze erneut.

„Bitte!“, schrie Ann. Sie warf ihren Blick wieder zu Kaim.

„Bitte Kaim! Ich flehe dich an, hilf mir!“ Ann hörte den Alchemisten bei ihrer Bitte lachen.

Kaim stand regungslos da. Seine Finger zuckten kurz.

„Bitte Kaim!“

Kaim rührte sich nicht. Der Alchemist lachte.

„Bitte!“

Der Blick des Jungen huschte umher, und da bemerkte er dieses kleine, schimmernde Objekt auf dem Regal zu seiner Linken. Kaim nahm es in die Hand. Es war eine Münze. Anns Flehen wurde immer lauter. Kaim wusste nicht, was er tun sollte. Er sah auf die Münze und dann entschied er sich, diese in die Luft zu werfen.

Kopf…

Der Alchemist wandte sich nun wieder Ann zu, und Kaim sah die Spritze in seiner Hand. Prall gefüllt mit einer unheilvoll aussehenden Flüssigkeit.

Oder Zahl?

„Ich flehe dich an, Kaim!“, schrie Ann noch verzweifelter, als der Alchemist ihren Kopf zur Seite neigte und die Spritze an ihrem Hals ansetzte.

Kaim fing die Münze und starrte auf das Symbol.

Zahl.

Kaim wand sich dem restlichen Geschehen ab. Die Nadel versank in Anns Hals, aber das interessierte ihn nicht. Ihm war langweilig. Er wollte nun herausfinden, ob seine Schlagfalle auch den praktischen Test bestehen würde.

Kaims erster Auftritt:

Diese Geschichte gehört zum ‚Memoiren-Universum‘ . Autor:

Bewertung: 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 1

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Überprüfen Sie auch
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"