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Der Angeklagte – Mein größtes Geheimnis

Der Rechtsanwalt Jack Miller, von der Kanzlei Mike&Miller, ging durch die schwer bewachte Tür des Gefängnisses und schaute auf seine silberne Armbanduhr. Er hat einen Termin mit seinem Klienten, der des schweren bewaffneten Überfalls angeklagt wurde, und hatte vor, Mr. Jackson auf Revision frei zubekommen. Denn was weder die Geschworenen, noch die Richter bemerkten war, dass die Waffen nie gefunden wurden, mit denen Horace Jackson einen Geldtransporter überfallen haben soll. Und da der Täter die ganze Zeit eine Maske bei dieser Tat trug, war Horace nur wegen seiner Aussage im Gefängnis. Sein Anwalt Jack Miller will ihm deshalb aus dem Gefängnis rausholen. Allerdings nicht nur wegen diesen Fehlerhaften Indizien, vor denen die Justiz aus irgendeinem Grund die Augen verschließt, sondern auch, weil Horace mit 63 Jahren nicht mehr der jüngste ist. Einen lebenslangen Gefängnis Aufenthalt in einem der härtesten Gefängnis würde dieser nicht lange überleben.

„Guten Abend, Mr. Jackson.”

„Hallo, Jack! Sei doch so gut und hör endlich auf, mich mit Mr. Jackson anzusprechen!” Freundlich lächelt Horace seinen Anwalt Miller an. „Setzen Sie sich doch!”

Der Anwalt setzte sich auf den Stuhl der gegenüber der Glasscheibe stand, hinter dem die Gefängnis Insassen sitzen müssen, während sie mit Verwandten oder Anwälten sprachen.

„Nun gut Horace, du weißt weshalb ich hier bin. Dies ist deine letzte Chance dich umzuentscheiden. Bitte überdenke deine Entscheidung noch einmal! Möchtest du wirklich nicht frei kommen oder bleibst du bei deiner Wahl, durch die Spritze zu sterben?”

Horace Jackson lacht vergnügt. „Du weißt ganz genau, dass ich hier als Insassen keine Chance hätte, lebend durch meine übrigen Tage zu kommen. Und für mich gibt es nichts mehr, wofür es sich lohnt wieder rauszukommen. Meine Frau ist schon lange tot. Starb vor 8 Jahren an Pankreaskrebs. Kinder hatte ich nie. Und meine Freunde sind alle tot oder leben in einem Altersheim. Es gibt allerdings eine Sache die du noch für mich tun könntest…”

„Bitte Horace! Tu es nicht! Ich kenne deinen Lebenslauf, du bist ein anständiger Bürger und hast dir nie etwas zu Schulden kommen lassen. Warst ein ehrenamtlicher Feuerwehrmann, hast im Tierheim mitgeholfen und hast auch meiner Kanzlei immer wieder geholfen. Du bist ein guter Mann, Horace. Und du…”

„Jack, Jack, Jack. Ich weiß das alles, aber es ist mir egal. Ich möchte sterben. Schließlich weißt du ganz genau, dass ich depressiv wurde, nachdem meine Frau starb. Und ich weiß wer den Überfall getätigt hat. Doch ich werde nichts sagen, da diese Person noch ihr ganzes Leben vor sich hat. Aber nun zu etwas anderem.. Es gibt etwas, dass ich dir noch erzählen möchte. Du wirst mich vielleicht für verrückt halten, doch das ist mir egal.”

„Das werde ich bestimmt nicht tun Horace.”

„Am 16.08.18 passierte etwas unheimliches und zugleich gruseliges: Ich wachte mitten in der Nacht auf und sah zunächst nur tiefe Finsternis. Doch dann sah ich mehrere glühenden Augen die mich anstarrten und hörte ein gruseliges, metallisches Atmen. Am nächsten Morgen lag ein Zettel auf meinem Schreibtisch. Dort stand 10 drauf. Dies geschah mehrere Nächte lang. Die Zahl auf den Zettel wurde in der zweiten Nacht zu 9, dann zu 8 und so weiter. Das Wesen, ich habe extra in der zweiten Nacht nachgezählt, hatte 10 Augen. Zuerst alle hellblau, dann wurde jeden Tag ein Auge dunkel. In der letzten Nacht konnte ich kein Auge mehr erkennen und während ich versuchte, doch noch eins zu erkennen, fühlte ich etwas pergamentartiges, glibbriges auf meinem Bauch. Plötzlich stach dieses etwas in meinen Bauch und ich schrieb auf. Doch kein Laut drang aus meinem Mund. Dieses etwas riss langsam meinen Brustkorb auf und ich spürte, wie diese Hand des Wesen zwischen meinen Innereien wühlte, während Blut herausquoll. Kurze Zeit später hörte es wieder auf. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, besah ich zuerst meinen Körper, doch ich sah nichts ungewöhnliches. Allerdings spürte ich ein komisches Zwicken in meiner Magengegend. Ich weiß bis heute nicht, was genau in jener Nacht geschah. Aber ich wollte diese Geschichte jemanden erzählen bevor sich mein Leben zum Ende neigt”

Da meldete sich der Polizist, der Horace Jackson bewachte, sich dazwischen. „Meine Herren, sie haben nur noch 5 Minuten Gesprächszeit!”

„Jaja, schon gut! Nun, was sagst du dazu Jack?”

„Klingt ziemlich unglaubwürdig”

„Wenige Tage später brach ich mir eine Rippe durch einen verdammt unglücklichen Sturz.” Er lachte kurz laut auf. „ und musste mich einem Röntgenuntersuchung unterziehen. Da sagte man mir, dass meine linke Niere fehle. Das ist der Grund, weshalb ich schließlich fest überzeugt war, dass es nicht nur ein Traum war. Schließlich hätte ich mir die Zettel ebenfalls nicht eingebildet haben können. ” Dann herrschte ersteinmal Ruhe. Kurz darauf kam der Polizist zu ihnen und sagte ihnen, dass ihre Gesprächszeit vorüber war.

Als Horace Jackson in der nächsten Woche dann getötet werden soll, war sein Anwalt Jack Miller anwesend und blickte traurig seinen Freund an, während die Spritze mit einem tödlichen Inhalt in seinen Arm gestochen wurde.

Nach dessen Tod, ging er zu seinem Auto und sah etwas seltsames: Zwei Zettel. Auf dem einem stand 10 und auf dem anderen „Du bist der nächste”…

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