
Der Zaubertrick – Mit einem Paukenschlag!
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Er zuckte zusammen und ließ die Brotscheibe, die er eben beschmieren wollte, auf den Boden fallen und hob mit einer schnellen Bewegung sein T-Shirt hoch. Da waren sie wieder! Die Finger, die die Haut an seiner Narbe dehnten und scheinbar immer weiter herauskommen wollten. Wie konnte man das bei der Untersuchung nicht gesehen haben? Er verstand es nicht. Hier waren doch die Finger! Ganz deutlich konnte er sie sehen! Er starrte und sein Körper wurde vor Schrecken ganz steif. Er zitterte, spürte den Schweiß auf der Stirn und den Ekel – der Ekel war grenzenlos. Dieses Ding war in ihm und er konnte ihm nicht entkommen. Die Finger bewegten sich nun so stark, dass er meinte jeden Moment auch noch den Daumen erblicken zu können.
Nicht auch noch den Daumen, schrie er in Gedanken und wollte sich fast schon übergeben, spürte den Drang bereits in der Kehle, sodass er sich zur neben der Arbeitsfläche befindlichen Spüle drehte. Jesper wollte schon seinen Kopf über das Becken beugen, als seine Augen auf den Messerblock fielen. Herausschneiden, aus mir entfernen, schoss ihm durch den Kopf und als ob der bloße Gedanke ein Impuls wäre, der seinen Arm zur Bewegung zwang, umschloss seine Hand binnen einer Sekunde den Griff eines Messers und zog es heraus. Die Klinge war blank geputzt – Glückwunsch, Mom!
Er führte das Messer zu den fremden Fingern. Das Herz klopfte Jesper bis in die Kehle und er spürte Angst, er spürte die Angst in sich wie nie zuvor. Nicht vor den Fingern, eher vor der Tat, die er zu begehen anstrebte. Er war sich ziemlich sicher, dass es ein Fehler sein würde, aber wenn es ihn befreien konnte, dann war es das bisschen Angst doch allemal wert. Er versuchte sein Denken auszuschalten und sich auf den Ekel zu besinnen, den er ausmerzen wollte. Das Messer holte aus und Jesper rammte es sich in die Seite, direkt in die fremde Hand hinein. Diese wollte sich augenblicklich zurückziehen, aber der Junge, der noch im Banne des Schrecks vom ersten Schnitt war, wollte sie nicht entkommen lassen. Er rammte die Klinge in seine Haut und schnitt diese genau an seiner Narbe entlang auf; das Blut floss in Strömen, erst auf seine Pyjamahose, dann auf den Küchenboden. Jesper ächzte, er zitterte unkontrollierbar und verstand es nicht. Die Hand war nicht da! Sie war nicht unter seiner Haut, er konnte sie nicht sehen! Aber sie musste doch dort sein! So viel Raum gab es doch da nicht, dass sie sich verstecken könnte. Er ließ sich auf die Küchenfliesen sinken, das Messer fiel ihm aus der Hand. Er zitterte so stark, dass es ihm schwerfiel, aufrecht sitzen zu bleiben. Aber er wollte es wissen. Er wollte es JETZT wissen! Seine zittrige Hand schob sich in den Schnitt und unter die Haut. Erst die Finger, dann die Hand, das Gelenk und schließlich der ganze Arm. Er fasste es nicht. War das ein Traum? Er konnte seinen ganzen Arm hineinschieben, ohne dass er seine eigenen Eingeweide zu fassen bekam, beziehungsweise seinen Arm in sich selbst spürte. Was war da los?
Er tastete mit der Hand herum und bekam etwas in der Ungewissheit zu fassen, es war etwas Glattes, Langes – das kannte er von irgendwoher – ein Schraubenzieher? Ein Taschenmesser? So etwas in der Art. Seine Finger befühlten es, es war aufgeklappt. Was ging hier vor sich?
Jespers Körper bebte, er konnte seine Hand nicht mehr stillhalten, konnte das Taschenmesser oder was auch immer es war, nicht mehr halten – ihm wurde schwindlig. Graue Punkte begannen vor seinen Augen zu tanzen und er gewahrte langsam, was er da tat. Er hatte seine Hand in seinem Körper und tastete herum – Jespers Magen verkrampfte sich und nach vorn gebeugt röchelte er, stöhnte und kotzte schließlich in die Lache aus seinem Blut. Er ließ den Arm aus der Wunde gleiten, nur die Finger steckten noch drin, als er den Schrei seiner Mutter hinter sich vernahm und dann wurde alles schwarz.